27. November 2015

Besser leben mit Schuppenflechte – Tipps gegen den Juckreiz (Teil 7)

Kratzen ist ein natürlicher Reflex, der sich durch Willensstärke allein nicht dauerhaft unterdrücken lässt. Es gibt jedoch einige Hilfsmittel, durch die Sie den Juckreiz vorübergehend abschwächen können. Im siebten Teil unserer Serie „Besser leben mit Schuppenflechte“ haben wir einige Tipps für Sie zusammengetragen, die Ihnen dabei helfen sollen, sich wieder wohl in Ihrer Haut zu fühlen.

Ausreichend Pflege

Trockene Haut neigt besonders dazu, zu jucken. Achten Sie daher auf eine reichhaltige Pflege, die Ihre Haut geschmeidig hält. Besonders gut geeignet sind beispielsweise Cremes oder Lotionen mit Harnstoff (Urea) oder Salizylsäure. Sie machen die Haut weich und haben eine abschuppende Wirkung. Auch Fettcremes oder Öle können die Haut gut mit Feuchtigkeit versorgen. Achten Sie bei der Wahl der Pflegeprodukte darauf, dass diese unparfümiert sind. Auf Seife sollten Sie verzichten, da diese die Haut zusätzlich austrocknen kann. Greifen Sie stattdessen zu leicht sauren Syndets. Das sind künstlich erzeugte Waschsubstanzen, die den natürlichen Säureschutz der Haut aufrechterhalten. Duschen oder baden Sie nicht zu lange oder zu heiß und tupfen Sie die Haut danach vorsichtig ab. Vermeiden Sie starkes Rubbeln, das reizt die Haut nur zusätzlich.

Juckende Hautstellen kühlen

Akutem Juckreiz können Sie mit angenehmer Kühle entgegenwirken. Dazu eignet sich beispielsweise eine kurze, kühle Dusche und ein fett-feuchter Umschlag. Cremen Sie sich dazu nach dem Waschen mit einer fetthaltigen Creme großzügig ein und wickeln Sie eine leicht feuchte Mullbinde darüber. Darüber wickeln Sie einen trockenen Verband oder trockene Handtücher. Achten Sie aber darauf, dass der Umschlag nicht zu fest sitzt. Passende Schlauchverbände und umfassende Beratung zu den Umschlägen erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Bewahren Sie Ihre Pflegeprodukte im Kühlschrank auf, so haben Sie bei jedem Eincremen einen angenehm kühlenden Effekt. Darüber hinaus können Sie betroffene Hautstellen auch mit Kühlaggregaten oder Gel-Kompressen kühlen. Geben Sie diese jedoch nie direkt auf die Haut, sondern wickeln Sie sie in ein sauberes Tuch.

Kratzbedürfnis umlenken

Kratzklötzchen, Kratzkissen, die Bettdecke oder das Sofa – es gibt viele Möglichkeiten, Ihrem Kratzbedürfnis nachzugeben, ohne dabei die Haut zu schädigen. Manchmal kann es schon helfen, die Spannungen an einem Objekt abzubauen. Auch das vorsichtige, sanfte Reiben, Klopfen oder Drücken betroffener Hautstellen kann unter Umständen eine Alternative zum Kratzen sein.

Selbstschutz

Tragen Sie Ihre Fingernägel möglichst kurz und halten Sie sie sauber, um die Auswirkungen des Kratzens gering zu halten und Infektionen zu vermeiden. Viele Betroffene tragen nachts Baumwollhandschuhe, um unbewusstes Kratzen zu vermeiden. Manchmal reizen schon die Nähte des Schlafanzuges die Haut. Dann kann es helfen, das Kleidungsstück mit den Nähten nach außen zu tragen. Achten Sie bei Nacht- und Bettwäsche auf angenehme und hautfreundliche Materialien, wie beispielsweise Baumwolle.

Im nächsten Teil unserer Serie erfahren Sie, welche Auswirkung Bekleidung auf die Schuppenflechte haben kann.