3. März 2017

Update Hepatitis-C-Leitlinien: Behandlungssicherheit für Patienten

Neue Entwicklungen in der Hepatitis-C-Therapie: Wie bleiben Ärzte auf dem aktuellen Stand, um Patienten eine passende Therapie zu ermöglichen? Dabei helfen Leitlinien. Diese sind Entscheidungs- und Orientierungshilfen für Ärzte im Behandlungsalltag. Sie geben Empfehlungen, wie bei der Diagnostik und Therapie von Krankheiten vorzugehen ist. Sie beruhen auf dem derzeit aktuellsten verfügbaren wissenschaftlichen und medizinischen Wissen. Sie sollen insbesondere dafür sorgen, dass jeder Patient die beste Versorgung erhält und somit die Behandlungsform bzw. das Medikament, das für den Patienten den größtmöglichen Erfolg verspricht.

Leitlinien sind unabhängig und von medizinischen Experten entwickelt

Experten in einem medizinischen Fachgebiet (wie z.B. Gastroenterologie, Gynäkologie, Orthopädie) erstellen diese Leitlinien nach bestem Wissen und Gewissen. Herausgegeben werden die Leitlinien nicht von einzelnen Ärzten, sondern von sogenannten Fachgesellschaften. Diese sind ein Zusammenschluss von Fachärzten, Spezialisten und interessierten Ärzten in einem Behandlungsgebiet. Sie stehen unter anderem als Experten bei gesundheitspolitischen Fragen zu Verfügung. Ihr wesentliches Ziel ist die Wissensvermittlung und Einschätzung von medizinischem, insbesondere neuem wissenschaftlichen Fachwissen. In die Leitlinien fließen keine einzelnen persönlichen Erfahrungen ein, sondern die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien und die einheitliche Kenntnis vieler Experten bilden hierbei die Basis.

Viel los in der Hepatitis-C-Therapie: Fachgesellschaften wollen dem gerecht werden

Leitlinien werden regelmäßig und meist dann aktualisiert, wenn neue Medikamente oder Diagnostik-Methoden im jeweiligen Fachbereich Anwendung finden, und alle behandelnden Ärzte davon wissen müssen. Das gewährleistet eine hohe Qualität der Behandlung.

In den letzten zwei Jahren hat sich viel getan in der Hepatitis-C-Therapie. Die Hepatitis C, eine chronische Entzündung der Leber, ist heute bei nahezu allen Patienten heilbar. Aufgrund dieser Entwicklung haben die wichtigsten Fachgesellschaften ihre Leitlinien überarbeitet. Neben der europäischen Fachgesellschaft EASL (European Association for the Study of the Liver – Europäische Vereinigung für die Erforschung der Leber) hat auch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ihre Leitlinie zur Therapie von Hepatitis C überarbeitet und kürzlich veröffentlicht. In der DGVS sind mehr als 5.500 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie vereint. Bei den Autoren dieser Leitlinie handelt es sich um führende Wissenschaftler bzw. Mediziner und sie entstand in Kooperation mit weiteren Fachgesellschaften, unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und der Gesellschaft für Virologie (DfV).

Warum sind diese Leitlinien für mich als Patient wichtig?

Nicht nur, aber auch: Durch die neuen Leitlinien werden die behandelnden Ärzte über neue Behandlungsmöglichkeiten informiert. Die Ärzte haben durch diese Empfehlungen eine gute Grundlage neue Therapieoptionen einzusetzen – manchmal auch kürzlich zugelassene und neue Medikationen. Die Fachgesellschaften, die die Leitlinien herausgeben, sind wichtige Ratgeber für den Arzt und Impulsgeber für Therapie-Entscheidungen. Leitlinien leisten einen wichtigen Beitrag, damit jeder Patient die passende Versorgung erhält.