28. November 2018

Uveitis: Neue Leitlinien geben Orientierung bei der Therapie

Eine frühzeitige und konsequente Behandlung der Uveitis ist entscheidend, um eine Schädigung des Auges zu verhindern. Die Wahl der Therapie erfolgt immer individuell. Welche Behandlungsmöglichkeit infrage kommt, hängt zum einen davon ab, ob es sich um eine infektiöse oder nicht infektiöse Form der Augenentzündung handelt. Zum anderen ist es entscheidend, welcher Bereich des Auges von der Entzündung betroffen ist: der vordere (anterior), der mittlere (intermediär), der hintere (posterior) oder mindestens zwei Bereiche gleichzeitig (Panuveitis). Zwei Behandlungsleitlinien für die Uveitis wurden kürzlich auf den neuesten Stand gebracht und berücksichtigen nun auch weitere Therapieoptionen, die zugelassen wurden.

Behandlungsleitlinien sind Entscheidungshilfen für den Arzt

Behandlungsleitlinien sind Entscheidungs- und Orientierungshilfen für Ärzte. Sie werden auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse von Experten erstellt und enthalten Empfehlungen, wie bei der Therapie einer Erkrankung vorgegangen werden sollte und wann eine Anpassung der Behandlung sinnvoll ist. Die Handlungsempfehlungen sind evidenzbasiert, das bedeutet, die unterschiedlichen Therapien werden dahingehend bewertet, wie gut sie sich wissenschaftlich belegen lassen. Für die Uveitis wurde die Leitlinie zur Behandlung der hinteren nicht infektiösen Uveitis bei Erwachsenen sowie die zur Therapie der Uveitis bei Kinder- und Jugendrheuma (juvenile idiopathische Arthritis) aktualisiert. Die neuen Versionen der Leitlinien wurden um weitere Therapiemöglichkeiten, die inzwischen zugelassen wurden, ergänzt. Darüber hinaus wurde die Einordnung der einzelnen Behandlungen, also wann welche Therapie empfehlenswert ist, auf den neuesten Stand gebracht.

Biologika als weitere Therapiemöglichkeit der Uveitis

Die nicht infektiöse Uveitis kann medikamentös mit Kortisonpräparaten oder Immunsuppressiva, also Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, behandelt werden. Eine weitere Therapiemöglichkeit, die in den beiden Leitlinien nun neu hinzugekommen ist, sind Biologika. Die biotechnologisch hergestellten Wirkstoffe greifen gezielt in den Krankheitsprozess ein und unterbrechen ihn. Bei der hinteren nicht infektiösen Uveitis bei Erwachsenen ist die Biologika-Behandlung mit bestimmten Wirkstoffen der Gruppe der TNF-Hemmer möglich. Sie können abhängig davon, wie schwer die Erkrankung ausgeprägt ist, als erste Therapie angewendet werden oder wenn andere Medikamente nicht gewirkt haben bzw. nicht vertragen wurden. Die Entzündung bei Kinder- und Jugendrheuma betrifft häufig nicht nur die Gelenke. Es kann im Zusammenhang mit dem Rheuma auch zu einer Uveitis kommen. Die aktualisierte Leitlinie zur Behandlung der hinteren nicht infektiösen Uveitis bei juveniler idiopathischer Arthritis hat neben Kortisonpräparaten und Immunsuppressiva nun ebenfalls Biologika als weitere Möglichkeit berücksichtigt. Sie können in Kombination mit Methotrexat zum Einsatz kommen, wenn Immunsuppressiva nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.

Medizinische Betreuung: Augenarzt und Rheumatologe Hand in Hand

Die erweiterten Behandlungsmöglichkeiten bei nicht infektiöser Uveitis geben mehr Menschen mit der chronisch-entzündlichen Augenerkrankung die Chance, die individuell passende Therapie zu finden. Steht die Uveitis mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung im Zusammenhang, ist es für die medizinische Betreuung wichtig, dass der Augenarzt und der behandelnde Rheumatologe eng zusammenarbeiten, um die Behandlung der Augen und der Gelenke aufeinander abzustimmen.