10. April 2020

Welt-Parkinson-Tag: Zeichen setzen

Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Ein tieferes Verständnis für die Lebenssituation von Betroffenen und ihren Angehörigen zu schaffen, steht im Fokus dieses Aktionstags. Dazu muss man den Patienten und ihren Familien vor allem eines: zuhören. Nur so kann die Versorgung von Menschen mit Morbus Parkinson weiter verbessert werden.

Parkinson-Patienten verlieren im Verlauf der Erkrankung nach und nach die Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn. Der Botenstoff steuert maßgeblich die Bewegungsabläufe sowie Aspekte wie Motivation oder Konzentration. Die damit einhergehenden Störungen verschlechtern sich langsam und graduell. Das Problem: Ab einem bestimmten Zeitpunkt reicht eine medikamentöse Therapie möglicherweise nicht mehr aus und für eine optimale Behandlung müssten andere Therapieoptionen gewählt werden. Wann der Punkt erreicht ist, wird dabei von den Patienten anders wahrgenommen als von den Fachärzten.

Mehr Austausch für eine bessere Versorgung

Eine Befragung im Rahmen einer Workshop-Reihe, die auf Initiative regionaler Selbsthilfegruppen und mit Unterstützung von AbbVie durchgeführt wurden, offenbarte zum Beispiel, dass gerade ältere Parkinson-Patienten bestimmte Einschränkungen der Beweglichkeit oftmals als ganz normale Alterserscheinungen wahrnehmen. Fachärzte, die sich im Rahmen eines so genannten DELPHI-Panels mit denselben Fragestellungen auseinandergesetzt hatten, ordneten diese jedoch den Parkinson-Symptomen zu. Die Lösung für eine optimale Behandlung liegt darin, einen Konsens zwischen Arzt und Patient zu erzeugen. Dazu sind zum einen kontinuierliche Aufklärung und enger gegenseitiger Austausch vonnöten. Zum anderen deutet alles darauf hin, dass die Einbindung von Patienten in Versorgungsnetzwerke wie die Parkinsoninitiative Deutschland oder das Parkinsonnetz Münsterland+ die Versorgung der Patienten und ihrer Angehörigen nachhaltig verbessert.

Die Tulpe als Symbol

Vor über 200 Jahren beschrieb der Arzt Dr. James Parkinson erstmals die Erkrankung. Ein niederländischer Gärtner und selbst Parkinson-Patient widmete ihm in den 1980er Jahren eine eigene Tulpen-Züchtung. Später wurde die rote Tulpe dann zum offiziellen Symbol der Parkinson-Erkrankung. Die Idee dahinter: Durch das Tragen einer roten Tulpe bekommt die Erkrankung Aufmerksamkeit – so kann jeder ein Zeichen der Unterstützung für Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen setzen. Seit 1997 findet der Welt-Parkinson-Tag am 11. April statt, dem Geburtstag von Dr. James Parkinson.