Das Schlucken trainieren

Autor: Petra Sperling | 02/2019

Nehmen Sie Schluckstörungen und damit verbundene Einschränkungen nicht einfach hin. Eine Möglichkeit, den Schluckvorgang im Alltag zu trainieren und vorhandene Fähigkeiten zu stärken, bieten Übungen aus der Logopädie.

Logopädische Übungen bei Schluckstörungen zielen darauf ab, die beim Schlucken erforderlichen Bewegungsabläufe und die Empfindsamkeit im Mundraum zu erhalten. Gleichzeitig geht es darum, wichtige Schutzfunktionen zu bewahren. Dazu zählen zum Beispiel kräftiges Husten oder Räuspern. Beides sorgt dafür, dass womöglich in Mund und Rachen verbliebene Nahrungsreste Richtung Magen gleiten und somit nichts in die Luft röhre gelangt, was dort nicht hingehört.

Ratsam ist, bereits bei den ersten Anzeichen für eine Schluckstörung zu reagieren. „Die Therapie kann dann möglichst gut greifen und dazu beitragen, dass Betroffene weiterhin mit Genuss essen und trinken und am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen können“, erklärt Ulrike Pröhl, Logopädin im Neurologischen Zentrum der Segeberger Kliniken GmbH. Zunächst ginge es darum, die Abläufe beim Schlucken zu verdeutlichen. „Wer etwas verändern will, muss erst einmal verstehen, was passiert – und Schlucken ist ein hochkomplexer Ablauf, an dem etwa 50 Muskelpaare beteiligt sind“, betont Pröhl. „Wenn man früh ansetzt, können Betroffene rechtzeitig Schlucktechniken erlernen, mit denen sie eine Störung ausgleichen können. Gleichzeitig erfahren sie, wie sie mit gezielten Übungen die am Schlucken beteiligten Muskeln vorbeugend stärken können. Das ist wichtig, um vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.“ Schließlich gehöre es zu jeder Therapie, gemeinsam Ess- und Trinkregeln zu besprechen und zu überlegen, wie die tägliche Kost der individuellen Schluckstörung angepasst werden kann.

Übungen für jeden Tag

Bewegungen von Lippen, Wangen- und Kaumuskulatur, Zunge, Gaumen und Rachen lassen sich gezielt anregen und üben. Am besten schaffen Sie sich im Alltag ausreichend ruhige Momente für ein kleines Trainingsprogramm. Folgende Beispiele für Übungen hat Ulrike Pröhl zusammengestellt:

Für die Zunge

  • Strecken Sie die Zunge weit heraus und halten Sie sie für fünf Sekunden ganz gerade.
  • Bewegen Sie die ausgestreckte Zunge abwechselnd zur Nasenspitze und zum Kinn.
  • Lecken Sie Lippen und Zähne rundherum ab (Richtung wechseln).
  • Drücken Sie die Zunge im Mund von innen gegen die Wangen.
  • Schnalzen Sie möglichst kräftig, indem Sie die Zunge fest an den Gaumen pressen und mit einem Ruck lösen.

Für die Lippen:

  • Trainieren Sie im Wechsel: Lippen spitzen, breitziehen, spitzen …
  • Zur Kräftigung der Lippen: Bilden Sie ein „P“, aber ohne Stimme, und lassen Sie die Lippen dabei kräftig platzen.
  • Pfeifen Sie Melodien.
  • Für den Lippenschluss: Halten Sie ein flaches Hölzchen (z. B. einen Eisstil oder einen Mundspatel) nur zwischen den Lippen, nicht zwischen den Zähnen, so dass er nicht herunterfällt (z. B. beim Lesen oder Fernsehen gucken).
  • Üben Sie kräftiges Husten und Räuspern, auch zwischendurch immer einmal wieder.
  • Zur Stärkung der Kehlkopfmuskulatur: Sprechen Sie Worte mit „K“ am Anfang
    (Kaffee, Keller, König …) sehr kräftig.

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