Gewichtsverlust frühzeitig gegensteuern

Autor: Petra Sperling | 11/2018

„Mögliche Ursachen für einen ungewollten Gewichtsverlust sind eine parkinsonbedingte Magenentleerungsstörung oder Verstopfung“, erklärt Silke Feldmann , Parkinson Nurse und Geschäftsführerin der CURAREX SWISS AG. „Betroffene fühlen sich permanent ‚voll‘ und haben kaum Appetit.“ Auch Schluckbeschwerden sowie ein verringerter Geruchs- und Geschmackssinn dämpfen die Freude am Essen. „Oft gewöhnen sich Betroffene unbemerkt an kleinere Portionen und essen insgesamt zu wenig“, erlebt die Expertin. Zudem können auch Depressionen in Verbindung mit Parkinson Appetitlosigkeit hervorrufen.

Auch Überbewegungen können einen Gewichtsverlust vorantreiben – sie kosten viel Energie. Grund für eine bewusste Reduktion des Essens kann die Medikamenteneinnahme sein. „Zwischen der Einnahme von L-Dopa und eiweißhaltigen Mahlzeiten sollte ausreichend Zeit liegen“, erinnert Feldmann. „Um das bei mehreren täglichen Dosen zu schaffen, lässt manch einer schon mal eine Mahlzeit weg.“

Bei einem unerwünschten Gewichtsverlust sollte man rechtzeitig handeln. „Erhält der Körper weniger Kalorien als nötig, baut er zuerst Fett, dann aber Muskelmasse ab“, erklärt Feldmann. „Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit verringern sich, die Sturzgefahr steigt. Hinzu kommt: Studien weisen darauf hin, dass Parkinson bei einem gesunden Körpergewicht etwas leichter und langsamer verläuft.“

Um das Gewicht im Blick zu haben, rät die Parkinson Nurse Betroffenen, sich einmal in der Woche zu wiegen. „Haben sie in einem Monat mehr als zwei Kilo verloren, überlege ich mit ihnen, was sie ändern können. Dieser frühe Ansatz ist wichtig, denn: Je mehr man abgenommen hat, umso schwerer fällt es, wieder zuzulegen.“ Um gar nicht erst in kritische Gewichtsbereiche zu kommen, stehen – am besten über den Tag verteilt – fünf kleine, energiereiche Mahlzeiten an. Auch Süßigkeiten sind eine gute Kalorienquelle. Für den Genuss sollten Betroffene möglichst abwechslungsreich essen und neue Geschmacksrichtungen erkunden.

Ist bereits ein deutlicher Gewichtsverlust eingetreten, empfiehlt die Expertin hochkalorische Trinknahrung aus der Apotheke. „Hier lässt sich noch zusätzlich tricksen – Geschmacksrichtungen wie ‚Kaffee‘ oder ‚Schokolade‘ kann man zum Beispiel prima mit einer Extraportion Sahne anreichern“, weiß sie. Meistens zeige die Waage bereits nach sechs bis acht Wochen wieder ein gesundes Gewicht an. „Viele, die über bewusste Ernährung oder hochkalorische ‚Nachhilfe‘ zugenommen haben, können ein höheres Gewicht dann auch dauerhaft besser halten“, beobachtet Feldmann. „Es ist ein bisschen so, als ob der Körper wieder besser Fettvorräte in Form von Fettzellen anlegen kann.“

„Parkinson lässt sich nicht über die Ernährung beeinflussen und wer ausgewogen isst, braucht auch keine Nahrungsergänzungsmittel“, hält Silke Feldmann fest. Eine unzu-reichende Ernährung kann jedoch in eine Mangelernährung münden. „Fehlen dem Körper Vitamine und Mineralstoffe, wird er anfälliger für Infekte und Wunden heilen schlechter“, weiß die Parkinson Nurse. Vor allem zu wenige B-Vitamine und insbesondere ein Mangel an Vitamin B12 sind kritisch. „Wer mit Parkinson lebt, sollte daher einmal im Jahr in der Hausarztpraxis seinen Vitamin-B-Spiegel messen lassen.“

Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?

Nein, aktuelle Seite nicht verlassen Ja, externe Seite betreten

Suche Finden Sie hier Themen, die Sie lesen wollen