Hilfreiche Kurzzeitpflege

Autor: Petra Sperling | 11/2019

Wer springt ein, wenn pflegende Angehörige erkranken oder eine Auszeit benötigen? Manchmal ist die Kurzzeitpflege eine Lösung. Diese Leistung der Pflegeversicherung steht auch Menschen zur Verfügung, die nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend besonders versorgt werden müssen.

Bei der Kurzzeitpflege wird der oder die Betroffene für eine begrenzte Zeit in einer Pflegeeinrichtung versorgt. Das kann pflegende Angehörige entlasten, ihnen einen Urlaub ermöglichen oder Zeit geben, nach einem Klinikaufenthalt alles für die Betreuung daheim einzurichten. „Die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung steht allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 oder höher zu“, erklärt Felizitas Bellendorf, Referentin für den Bereich Pflegemarkt bei der Verbraucherzentrale NRW. „Unabhägig von ihrem Pflegegrad haben Patienten pro Kalenderjahr Anspruch auf 1.612 Euro, die sie auf insgesamt acht Wochen Kurzzeitpflege frei verteilen können. Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege weitergezahlt – für den ersten und letzten Tag voll, für alle anderen Tage zur Hälfte.“

Das ist im Vorfeld wichtig

  • Der Antrag auf Kurzzeitpflege wird bei der Pflegekasse gestellt. Die meisten Kassen bieten Formulare auch zum Download auf ihrer Internetseite an.
  • Die Pflegekassen und Pflegestützpunkte geben Auskunft darüber, welche Häuser infrage kommen und wie hoch die Kosten sind.
  • Erkundigen Sie sich rechtzeitig, ob zum gewünschten Datum ein Platz frei ist.
  • Legen Sie einen vollständigen Medikamentenplan und gegebenenfalls Informationen über Besonderheiten im Zusammenhang mit der Parkinson-Erkrankung vor.
  • Notieren Sie im Vorfeld Gewohnheiten und Vorlieben, etwa was der Betroffene gerne isst, und sprechen Sie darüber auch mit der Pflegedienstleitung oder der Wohnbereichsleitung.

Weitere Leistungen nutzen

Wer mehr Unterstützungsbedarf hat, kann die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege kombinieren. Sie steht Versicherten ab Pflegegrad 2 zu, die seit mindestens sechs Monaten gepflegt werden. „Die Pflegekasse zahlt dann für die Kombination dieser Leistungen insgesamt bis zu 3.224 Euro im Kalenderjahr“, informiert die Expertin. „Wer nicht dauerhaft pflegebedürftig ist, aber aufgrund einer schweren Erkrankung zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt Kurzzeitpflege benötigt, kann bei der Krankenkasse (nach § 39c SGB V) Leistungen der Kurzzeitpflege beantragen.“ Pflegebedürftige können zudem nicht genutzte Beträge des monatlichen Entlastungsbetrags von 125 Euro nutzen, um einen Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung zu finanzieren. „Möglich ist auch, den Entlastungsbetrag für die Kosten von Unterkunft und Verpflegung in der Kurzzeitpflege zu verwenden. Denn die sind unabhängig von einem Pflegegrad immer eine Eigenleistung“, erläutert Bellendorf.

Mögliche nutzbare Leistungen:
1.612 Euro für Kurzzeitpflege (ab Pflegegrad 2, je Kalenderjahr)
1.612 Euro für Verhinderungspflege (ab Pflegegrad 2 bei mindestens 6 Monaten Pflege vorab, je Kalenderjahr)
125 Euro Entlastungsbetrag (pro Monat). Nicht genutzte Monatsbeträge können gesammelt und bis zum 30.Juni des Folgejahres genutzt werden, bei 9 bislang nicht genutzten Monatsbeträgen z. B. 125 Euro x 9 = 1.125 Euro.

Mehr Informationen bieten Pflege¬stützpunkte, Krankenkassen und städtische Seniorenbüros. Pflegestützpunkte in Ihrer Nähe unter:
www.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de

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