Jetzt für die Zukunft vorsorgen

Autor: Petra Sperling | 03/2018

Rechtsanwalt Gerd Klier ist Fachanwalt für Medizinrecht, Arbeitsrecht und Sozialrecht
Telefon: 03391 4540–11
info@anwaltskanzlei-klier.de

Jeder kann unabhängig von Alter oder Krankheit in die Lage kommen, dass andere wichtige Entscheidungen für ihn treffen müssen. Aber entscheiden sie auch so, wie man es selbst am liebsten hätte? Um sich hierfür möglichst gut abzusichern, sollte man frühzeitig entsprechende Regelungen treffen. Zentrale Vorkehrungen hierfür sind die Patientenverfügung, die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung. „Vielleicht benötigt man diese Unterlagen auch nie – aber es ist beruhigend, sie für den Fall der Fälle vorliegen zu haben“, sagt Gerd Klier. Jetzt für die Zukunft vorsorgen

„Auch Jüngere sollten sich dem nicht verschließen. Wenn etwas passieren sollte, leben gerade sie unter Umständen lange mit den vereinbarten Regelungen.“ Noch etwas spricht für eine rechtzeitige Vorsorge: Auch Angehörige kann es entlasten, wenn sie wissen, wie sie im Sinne des Betroffenen handeln können.

In einer Patientenverfügung halten Sie fest, wie Sie medizinisch behandelt werden möchten, wenn bestimmte Maßnahmen notwendig sind. „Sie enthält Ihre persönlichen Vorstellungen, welche Behandlungen Sie wann wünschen oder ablehnen“, erläutert Gerd Klier. „Zusätzlich spielt die individuelle Gesundheit eine Rolle.“ Darüber hinaus können Sie die Personen benennen, denen die Ärzte Auskunft über Ihren Gesundheitszustand geben dürfen. Sie können Ihre Angaben jederzeit ändern oder die Verfügung widerrufen. Die Patientenverfügung kann mit einer Vorsorgevollmacht verbunden werden. Darin beauftragen Sie eine Person Ihres Vertrauens, stellvertretend in Ihrem Willen zu handeln, wenn das notwendig wird. Die Person kann gegebenenfalls sofort aktiv werden. Sie kann bei gesundheitlichen Themen entscheiden, etwa in eine Operation einwilligen, aber auch finanzielle Fragen oder Aspekte rund um eine notwendige Pflege regeln. Die Vollmacht kann generell oder für bestimmte Bereiche erstellt, jederzeit zurückgenommen oder geändert werden.

Mit einer Betreuungsverfügung schlagen Sie vor, wer Ihr rechtlicher Betreuer sein soll, wenn Sie selbst Ihre Angelegenheiten nicht regeln können. Bevor die Person handeln kann, prüft das Gericht, ob sie geeignet ist. „Zusätzlich können Sie in der Verfügung einen Ersatzbetreuer benennen – diese Option zu nutzen, ist sehr ratsam“, informiert Gerd Klier. Die Betreuungsverfügung kann mit der Vorsorgevollmacht verknüpft werden.

Wichtig für Ihre Vorsorge

Besprechen Sie Ihre Vorstellungen für die Zukunft mit einem Ihnen nahestehenden Menschen.

  • Eine Patientenverfügung muss schriftlich und unterschrieben vorliegen. Musterformulare gibt es im Internet, in Buchläden, bei Ämtern. „Sie eignen sich zur ersten Information, sollten aber nicht pauschal angekreuzt werden“, betont Gerd Klier. „Falsch ausgefüllt wird ein Dokument womöglich nicht anerkannt. Die Verfügung gilt zudem nur dann, wenn die Aussagen konkret formuliert und Ihr Wille eindeutig erkennbar ist.“
  • Ihre Patientenverfügung sollte Ihre persönlichen Vorstellungen und Bedürfnisse erfassen. „Besprechen Sie dafür mit Ihrem Arzt, was für Sie hinsichtlich Ihrer Parkinson-Erkrankung und weiterer gesundheitlicher Aspekte bedeutsam ist“, so der Fachanwalt.
  • Auch Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung müssen schriftlich und unterschrieben vorliegen. Benennen Sie als Bevollmächtigten und Betreuer jemanden, der Sie gut kennt. Sprechen Sie mit ihm offen über Ihre Wünsche. Gehen Sie sicher, dass er sich in der Lage sieht, notfalls für Sie zu entscheiden.
  • Wer die Vorsorge mithilfe eines Anwalts regeln möchte, findet über die Landesrechtsanwaltskammern und die Bundesrechtsanwaltskammer Fachanwälte für Medizinrecht. Tipp des Experten: „Das Medizinrecht ist umfangreich. Fragen Sie daher nach, ob der Anwalt Erfahrung auf dem Gebiet Vorsorge hat.“
  • Ein Originalexemplar von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sollte bei der benannten Person liegen. Gerd Klier empfiehlt zudem einen Eintrag in das Zentrale Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (www.vorsorgeregister.de). Auch der Hinweis auf eine Patientenverfügung kann hier hinterlegt werden.
  • „Prüfen Sie etwa alle zwei Jahre, ob Ihre Angaben weiterhin aktuell sind“, rät der Anwalt. „Hat sich gesundheitlich etwas verändert? Kommen die benannten Personen weiterhin in Frage? Bestätigen Sie eventuelle Änderungen mit Unterschrift und Datum.“

Broschüren und Formulare

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bietet unter www.bmjv.de, Thema „Vorsorge und Patientenrechte“, kostenfrei folgende Materialien:

  • Broschüre „Betreuungsrecht“ Jetzt für die Zukunft vorsorgen
    mit Informationen zur Vorsorgevollmacht
  • Broschüre „Patientenverfügung“ Jetzt für die Zukunft vorsorgen
    mit Textbausteinen als Hilfe bei der Erstellung
  • Musterformular „Vorsorgevollmacht“
  • Musterformular „Betreuungsverfügung“
Jetzt für die Zukunft vorsorgen
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