Mehr als eine Bewegungsstörung

Autor: Petra Sperling | 03/2018

Nichtmotorische Symptome sind ein zentrales Thema für den Arzttermin.

Parkinson ist als Bewegungsstörung bekannt. Doch zum Krankheitsbild gehören auch die sogenannten „nichtmotorischen Symptome“. Das sind Beschwerden, die nicht die Bewegungsabläufe betreffen. Sie können mitunter sehr belastend sein. Nur: Was genau sind nichtmotorische Symptome – und wie können sie erkannt und behandelt werden?

Nichtmotorische Symptome – was ist gemeint?

Schlechte Träume oder Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Schwindel, niedergeschlagene Stimmung – was hat das mit Parkinson zu tun? Womöglich eine ganze Menge. Denn die Krankheit äußert sich nicht nur über verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit oder Zittern. Sie geht auch mit einer Reihe von Problemen einher, die nicht den Bewegungsapparat betreffen. Mediziner sprechen von nichtmotorischen Symptomen.

Große Bandbreite an Beschwerden

Gedächtnisprobleme, verminderte Aufmerksamkeit oder Schmerzen gehören auch dazu. Ebenso können psychische Probleme von Parkinson herrühren. „Natürlich können depressive Züge eine Reaktion auf die Diagnose und die sich verändernde Lebensqualität sein“, erklärt Prof. Storch. „Aber wir wissen inzwischen: Eine Depression bei Parkinson ist viel eher biochemisch, also körperlich bedingt und damit Teil der Erkrankung selbst.“

Anzeichen gezielt im Blick

Lange Zeit wurden nichtmotorische Symptome oft nicht erkannt – und nicht behandelt. Erfreulicherweise hat sich das geändert. „Wir Ärzte nehmen das Thema seit einigen Jahren deutlich ernster, schauen sehr viel genauer und systematischer hin und werden häufiger auf Probleme aufmerksam“, urteilt Prof. Storch. Eine praktische Hilfe sei dabei der Fragebogen zu nichtmotorischen Symptomen, den es seit einigen Jahren auch auf Deutsch gibt. „Ärzte können Patienten damit gezielt und lückenlos zu ihren nichtmotorischen Symptomen befragen. Punkt für Punkt gehen wir den Fragebogen gemeinsam durch. Mit dem Ergebnis können wir uns dann ein genaueres Bild machen und Maßnahmen ergreifen“, begrüßt Prof. Storch.

Probleme offen ansprechen

Man kann auch selbst viel dazu beitragen, dass nichtmotorische Symptome Beachtung finden. „Betroffene sollten ohne Scham mit ihrem Arzt reden“, rät Prof. Storch. „Er kennt ja Probleme wie sexuelle Störungen. Aber nur wenn er weiß, dass es Probleme gibt, kann er gezielt helfen.“ Gleichzeitig sieht der Experte die Ärzte in der Pflicht: „Sie sollten an Parkinson Erkrankte gut aufklären. Es ist wichtig zu wissen, dass vermeintlich peinliche Symptome bekannte Nebenwirkungen sind. Dann ist es leichter, auch darüber zu sprechen.“

Oft gibt es Hilfe

Die Lebensqualität leidet mitunter stark durch die nichtmotorischen Symptome. Entsprechend wichtig ist es, gegenzusteuern. Zwar haben Mediziner nicht immer einen passenden Pfeil im Köcher. Gegen Schwitzen oder Riechstörungen beispielsweise lässt sich wenig tun. Doch oft gibt es Hilfe. „Viele nichtmotorische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit oder Motivationsverlust bessern sich, wenn man die Parkinsonmedikamente anpasst“, weiß Prof. Storch. Auch Schmerzen, Schlafstörungen oder geistige Probleme können so gemindert werden. Bei anderen Symptomen greifen zusätzliche Maßnahmen, etwa spezielle Medikamente gegen Depressionen oder eine Physiotherapie bei Schmerzen.

Offen mit dem Arzt reden

Neun von zehn Menschen mit Parkinson leiden unter den nichtmotorischen Symptomen. Es ist wichtig, offen mit seinem Arzt darüber zu sprechen, auch über vermeintlich peinliche Beschwerden. Dann kann er besser urteilen und geeignete Maßnahmen treffen.

Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?

Nein, aktuelle Seite nicht verlassen Ja, externe Seite betreten

Suche Finden Sie hier Themen, die Sie lesen wollen