Möglichen Wirkschwankungen gegensteuern

Autor: Carolina Pasamonik | 03/2018

Wie eventuellen Wirk­schwankungen begegnet wird, hängt oft auch von der individuellen Lebenssituation ab.

Meistens liegt die Diagnose bereits einige Jahre zurück, bevor neue Beschwerden auftreten oder bekannte Wirkungen sich verändern. Das können zum Beispiel Phasen sein, in denen die Muskeln häufiger steif sind und die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist. Oder es kommt zu überschießenden Bewegungen, die sich nicht bewusst steuern lassen.

„Eine veränderte Dosierung der Medikamente kann dann oft helfen“, erklärt Dr. Wolz. „Grundsätzlich gilt die Devise: So viel Wirkstoff wie nötig, so wenig wie möglich. Es ist wichtig, dass sich die Betroffenen immer möglichst gut fühlen und ihre Lebensqualität weitestgehend erhalten bleibt.“ Für die Therapieentscheidung sei zu berücksichtigen, wie sich Parkinson individuell zeigt, wie alt jemand ist und was er von der Behandlung erwartet. So hätten jüngere Betroffene mit Familien, die außerdem noch berufstätig sind, andere Ansprüche als ältere Menschen. „Sie entscheiden sich daher oft schneller für eine höhere Dosierung, um ihren Alltag meistern zu können“, erlebt der Neurologe.

Verschiedene Formen von Wirk­schwankungen

In anderen Fällen scheint es, als wirkten die Parkinson-Medikamente nicht mehr richtig. Mediziner sprechen von „Wirkschwankungen“. Sie beruhen allerdings nicht allein auf einer ungleichmäßigen Medikamentenwirkung. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle, etwa die abnehmende Fähigkeit der Gehirnzellen, den Botenstoff Dopamin zu speichern. Wirkschwankungen können zur Folge haben, dass sich die Beweglichkeit schneller und häufiger verschlechtert, obwohl der Betroffene seine Arzneimittel regelmäßig einnimmt. Oder sie lässt schon vor der nächsten geplanten Dosis nach. „Wirkschwankungen sind auch verantwortlich, wenn jemand nach dem Aufwachen am Morgen beinahe unbeweglich ist“, beschreibt Dr. Wolz.

„So vielschichtig die Ursachen von Wirkschwankungen sind – sicher ist, dass wir sie inzwischen sehr gut behandeln können“, fasst der Facharzt zusammen. Um die Therapie gezielt an die neue Situation anpassen zu können, müsse man zunächst das Zusammenspiel von Beschwerden und Medikamentengabe gut ergründen. „Die Beschreibungen der Angehörigen sind hierfür oft ebenso wertvoll wie die der Betroffenen. Beide können sich in ihren Beobachtungen sehr gut ergänzen.“

Es kann auch hilfreich sein, sich die Zusammenhänge von Medikamenteneinnahme und Beschwerden zu notieren.

Wirkstoffe gleichmäßig verteilen

Um Wirkschwankungen zu begegnen, kann das Einnahmeschema für die Medikamente verändert werden. Die einzelnen Dosen sind dann geringer, folgen aber schneller aufeinander. „Das kann die Schwankungen bereits verringern“, informiert Dr. Wolz. „Zudem können zusätzliche Parkinson-Medikamente helfen.“

Reicht das nicht aus, können andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Dazu gehören die Levodopa-Pumpe und die Apomorphin-Pumpe. Sie führen die Medikamente durch den Dünndarm beziehungsweise durch die Haut direkt in den Stoffwechsel. Dafür trägt der Betroffene das jeweilige Pumpensystem dauerhaft am Körper. Eine dritte Möglichkeit ist die tiefe Hirnstimulation. Dabei werden in einer Operation zwei Elektroden in das Gehirn eingesetzt. Von außen gesteuert, sollen sie die Wirkschwankungen mindern.

„Sicher ist es ein Schritt, sich für eine dieser Möglichkeiten zu entscheiden“, betont Dr. Wolz. „Wenn jemand stark unter Wirkungsschwankungen leidet, können diese Maßnahmen jedoch eine große Hilfe sein.“ Ob einer dieser Wege im individuellen Fall infrage kommt, gilt es, in offenen Gesprächen mit dem Arzt und den Angehörigen zu klären.

Hilfreiche Notizen Wann nehmen Sie Ihre Parkinson-Medikamente ein? Wann wirken sie gut, wann haben Sie Beschwerden? Verändert sich das trotz regelmäßiger Einnahme? Es ist hilfreich, das wie in einem Tagebuch aufzuschreiben. Sie können dafür einen Kalender nutzen. Vielleicht hat auch Ihr Neurologe einen Vordruck. Ihre Notizen helfen ihm, die Therapie zu beurteilen und gegebenenfalls anzupassen.

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