Nachhilfe für den Schlaf

Autor: Dr. Borries Kukowski | 12/2015

Es kann verschiedene Ursachen haben, wenn bei Parkinson Schlafstörungen auftreten. Fest steht aber immer: Betroffene müssen Probleme nicht klaglos hinnehmen.

Halten Medikamente nachts nicht lange genug vor, kann eventuell eine Umstellung auf Präparate helfen, die ihre Wirkstoffe verzögert abgeben.

Hin und wieder nicht gut schlafen zu können, ist vornehmlich lästig. Passiert das öfter und fühlt man sich morgens deutlich unfit und müde, sieht das anders aus. Echte Schlafprobleme mindern die Leistungsfähigkeit am Tag und können generell die Lebensqualität erheblich einschränken. Leider sind Schlafprobleme bei Parkinson nicht selten. Mindestens zwei Drittel der Betroffenen schlafen nicht gut ein und vor allem nicht durch. Das Wichtigste, was dann zu tun ist, vorab: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt! Vielleicht kann eine Umstellung der Parkinson-Medikamente Ihre Nachtruhe verbessern. Womöglich helfen auch andere Mittel und Maßnahmen.

Nächtlichen Wirkstoffmangel ausgleichen

Schlafstörungen bei Parkinson können unterschiedliche Ursachen haben. Die Erkrankung selbst kann die Fähigkeit des Gehirns beeinträchtigen, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren. Zudem können Schlafprobleme auftreten, wenn nachts die Wirkung der Parkinson-Medikamente nachlässt. Ist die Beweglichkeit daraufhin eingeschränkt und werden die Muskeln steif, können Betroffene sich nicht mehr wie gewünscht oder gewohnt anders lagern, sich drehen oder aufstehen. Das stört den Schlaf und kann schmerzhafte Muskelverspannungen mit sich bringen.

Träume in Ruhe erleben

Auch lebhafte (Alb-)Träume können den Schlaf stören. Verantwortlich können verschiedene Medikamente sein – auch die Parkinson-Mittel selbst. Eine andere Beeinträchtigung ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung. Die drei Buchstaben stehen für den englischen Begriff Rapid Eye Movement, was sich mit „schnelle Augenbewegungen“ übersetzen lässt. Der REM-Schlaf ist der Traumschlaf. Typisch für ihn ist, dass die Muskulatur jetzt weitgehend erschlafft. Das schützt den Schlafenden davor, seine Träume körperlich aktiv auszuleben und sich dabei womöglich zu verletzen. Bei Menschen mit Parkinson funktioniert dieser Mechanismus mitunter nicht einwandfrei – sie leben ihre Träume ungebremst aktiv aus. Das kann mit heftigen Körperbewegungen einhergehen, mit denen der Betreffende sich oder den neben ihm schlafenden Partner verletzen kann. Oft wird der Schläfer dadurch wach, erkennt aber in diesem Augenblick nicht den Zusammenhang.

Wenig auffällige Auslöser entdecken

Eine andere Störung geht auf regelmäßig wiederkehrende Beinbewegungen im Schlaf zurück. Sie können so „sanft“ verlaufen, dass sie dem Betroffenen gar nicht auffallen. Dennoch vermindern sie die Schlaftiefe und die Schlafqualität.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen fühlen und gleichzeitig schlecht schlafen können.

Parkinson kann zudem das vegetative Nervensystem beeinträchtigen. Es steuert autonom, also ohne willentlichen Einfluss, Körperfunktionen wie die Atmung oder meldet eine volle Blase. Ist es aus dem Takt, kann es zu vermehrtem nächtlichem Harndrang kommen – und damit zu wiederholten Unterbrechungen der Nachtruhe.

Dunkle Gedanken aufspüren

Darüber hinaus kann sorgenvolles Grübeln den Einstieg in die Nacht behindern und sie zu früh beenden. Auch Depressionen führen fast immer zu Schlafstörungen. Ebenso beeinträchtigen Ängste und körperliche Unruhe den Schlaf. Schließlich können schlechte Nächte zu vermehrter Müdigkeit am Tag führen. Plötzliche Einschlafattacken hingegen können auch andere Gründe haben, die es abzuklären gilt.

Unser Autor Dr. med. Borries Kukowski ist Arzt für Neurologie und Psychiatrie und niedergelassen in einer Gemeinschaftspraxis in Göttingen.

Für einen besseren Schlaf

  • Im Schlafzimmer sollte es ruhig und dunkel sein, die empfohlene Temperatur liegt bei etwa 18 Grad Celsius.
  • Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der Sie sich wohlfühlen.
  • Gehen Sie möglichst nur zum Schlafen ins Bett.
  • Legen Sie sich stets zu ähnlicher Zeit hin und halten Sie einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus ein.
  • Verzichten Sie vor dem Zubettgehen auf schwere Mahlzeiten und anregende Getränke wie Cola, Kaffee, Schwarz- und Grüntees.
  • Ruhige und regelmäßige Rituale wie Lesen oder Musikhören können auf die Nacht einstimmen. Auch Entspannungstechniken können den Schlaf fördern.
  • Harren Sie nicht zu lange wach im Bett aus, wenn Sie nicht schlafen können. Stehen Sie lieber wieder auf und legen Sie sich nach einer Weile erneut hin.
  • Schlafen Sie nicht längere Zeit tagsüber.
  • Bleiben Sie körperlich so aktiv wie möglich und tanken Sie Sauerstoff.

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