Sich achtsam begegnen

Autor: Petra Sperling | 06/2018

Günter Hudasch ist Achtsamkeitslehrer, Coach und Vorstands- vorsitzender des MBSR-Verbandes e.V.

„Unser Geist lenkt unsere Aufmerksamkeit automatisch auf das, was uns schwierig oder belastend erscheint“, sagt Günter Hudasch Günter Hudasch , Achtsamkeitslehrer und Coach aus Berlin. „Wenn Schmerzen, Sorgen oder Gefühle wie Ängste aufkommen, übernehmen sie daher fast immer das Ruder. Achtsamkeit ist ein Geistestraining, mit dem wir lernen, dieses Muster zu durchbrechen.“

Ein wichtiges Ziel sei zunächst, schwierige Dinge ruhig und gelassen betrachten zu können. „Im Kern ist Achtsamkeit eine Haltung“, formuliert es der Experte. „Sie hilft uns dabei, das Schwierige in unserem Leben zu akzeptieren und möglichst wohlwollend darauf zu schauen.“ Zusätzlich soll Achtsamkeit den Blick für das Positive im Leben öffnen. „Oft nehmen wir die Bereiche, in denen alles in Ordnung oder sogar gut ist, gar nicht mehr wahr“, weiß Hudasch. „Achtsamkeit hilft uns, gezielt dorthin zu schauen und unsere Wahrnehmung um dieses Schöne, Angenehme zu erweitern.“

Selbst etwas tun können

Im Alltag mit Parkinson kann eine achtsame Haltung sehr wertvoll sein. „An Parkinson erkrankt zu sein, lässt sich nicht ändern. Aber man kann lernen, es zu akzeptieren und damit umzugehen.“, erklärt Hudasch. „Hinzu kommt die kraftgebende Erkenntnis: Ich bin der Erkrankung nicht völlig ausgeliefert. Ich kann mich ihr zuwenden, ohne darin verloren zu gehen und weiterhin Lebensqualität und Freude spüren. In Bereichen, in denen das nicht möglich ist, kann ich ‚Mitgefühl‘ für mich selbst entwickeln.“ Wer sich für Achtsamkeit interessiert, besucht am besten zunächst einen Informationsabend. „Es ist immer hilfreich, wenn man über Erfahrungen, die man in den ersten kleinen Übungen sammelt, mit anderen sprechen kann“, weiß der langjährige Trainer und Coach. Im zweiten Schritt geht es darum, schwierigen Lebensthemen wohlwollender zu begegnen.

Kleine Schule der Achtsamkeit

Achtsamkeit lernt man am besten in einem Kurs. Wer sie im Alltag für sich einmal erproben möchte, dem empfiehlt Günter Hudasch diese drei Sinnesübungen:

Die Umwelt wahrnehmen: Schauen Sie einige Minuten lang aus dem Fenster. Identifizieren und bewerten Sie nicht, was Sie sehen. Lassen Sie Formen, Farben und Licht auf sich zukommen. Oder schließen Sie die Augen und lassen Sie die Geräusche Ihrer Umgebung wie eine Sinfonie des Alltags auf sich einwirken, ohne einzelne Klänge zu analysieren.

Der Atmung folgen: Stellen Sie einen Timer auf fünf Minuten. Legen Sie sich mit geschlossenen Augen auf den Rücken und atmen Sie bewusst ein und aus. Konzentrieren Sie sich darauf, wohin der Atem fließt, wie die Lunge sich füllt und leert, die Bauchdecke sich hebt und senkt.

Den Körper bereisen: Bei dem „Body Scan“ wandern Sie in Gedanken schrittweise durch Ihren Körper, von den Füßen bis zum Kopf. Spüren Sie sich von innen und begegnen Sie Ihren Gedanken und Empfindungen wohlwollend und akzeptierend.

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