Sorgfältige Pflege für die äußere Hülle

Autor: Petra Sperling | 03/2017

Bei Parkinson können die Talg- und die Schweißdrüsen in der Haut übermäßig aktiv sein. Dr. Ilona Csoti Sorgfältige Pflege für die äußere Hülle erklärt die Zusammenhänge und gibt Ratschläge, was Betroffenen hilft.

Dr. Ilona Csoti ist Chefärztin und Ärztliche Direktorin der Gertrudis-Kliniken im Parkinson-Zentrum Leun-Biskirchen

Als Schutzschild des Körpers verhindert die Haut, dass unerwünschte Bakterien oder Pilze in den Organismus gelangen. Damit sie diese Aufgabe erfüllen kann, produzieren spezielle Drüsen in der Haut ein fetthaltiges Sekret, den Talg. Er hält die oberste Hautschicht und die Haare geschmeidig. Angeregt werden die Talgdrüsen von dem vegetativen Nervensystem. Es ist willentlich nicht zu steuern und wird von dem chemischen Botenstoff Dopamin mit beeinflusst. „Ein Mangel an Dopamin, wie er bei Parkinson auftritt, enthemmt die Talgdrüsen“, erklärt Dr. Csoti. „Sie produzieren nun mehr Sekret und die Haut wird fettiger und glänzend. Vor allem das Gesicht sieht aus wie frisch eingesalbt.“ In der Regel würden diese Auffälligkeiten darauf hinweisen, dass die Parkinson-Medikamente den Dopaminmangel im Gehirn nicht genug ausgleichen. Entsprechend kann eine Therapie-Anpassung die Aktivität der Talgdrüsen bremsen und damit den Fettgehalt in der Haut normalisieren. „Wer gut eingestellt ist, sollte kein ‚Salbengesicht‘ haben“, betont die Medizinerin.

Das ist nicht nur aus kosmetischen Gründen von Bedeutung. „In einer zu fettigen Haut fühlt sich ein spezieller Hefepilz besonders wohl“, weiß Dr. Csoti. „Er kommt bei jedem Menschen auf der Haut vor. Vermehrt er sich jedoch übermäßig, entzündet sie sich, wird rot, schuppt und juckt.“ Weil sich die Talgdrüsen vornehmlich an den Haarwurzeln und in der obersten Hautschicht befinden, sind Augenbrauen, Bartbereich, behaarte Kopfhaut und Lidränder besonders betroffen. Männer haben vermehrt Probleme, da männliche Geschlechtshormone die Talgproduktion mit ankurbeln. Ist der Speichelfluss durch die Erkrankung vermehrt, können sich auch die empfindlichen Mundwinkel entzünden.

Zusätzlich zu einer Veränderung der Parkinson-Medikamente unterstützt eine sorgsame Pflege die natürliche Hautfunktion. „In der Apotheke sind verschiedene Pflegeserien für stark fettende Haut erhältlich. Am besten lässt man sich individuell beraten, welche zu einem passt“, sagt die Fachärztin. „Kommt es trotzdem zu einer Entzündung, sollten die geröteten, schuppenden Stellen mit spezifischen Produkten behandelt werden.“ Betroffene sollten hierzu ihren Arzt nach einer Empfehlung fragen. Bleiben die Hautprobleme bestehen, sollten sie auch darüber mit ihrem Arzt sprechen.

Dem Schwitzen begegnen

Auch die Schweißdrüsen in der Haut werden vom vegetativen Nervensystem angeregt. „Durch den beeinträchtigten Dompaminhaushalt sind die Temperaturmessfühler in der Haut verstellt und die Betroffenen schwitzen viel, ja haben regelrechte Schweißausbrüche – besonders in der Nacht, wenn der Dopaminmangel am größten ist“, erläutert Dr. Csoti.

Wer viel schwitzt, sollte den Flüssigkeitsverlust ausgleichen und ausreichend Wasser trinken.

Das Schwitzen kann auch mit motorischen Besonderheiten zusammenhängen. So kann es sein, dass der Körper im Schlaf gegen eine Unterbeweglichkeit ankämpft. Ratsam ist daher eine Überprüfung der Parkinson-Therapie. Ist das Schwitzen vegetativ bedingt, sollte es nicht zu stark verhindert werden. „Es schützt den Körper vor Überhitzung“, hält die Medizinerin fest. „Aber ein Zuviel stört natürlich. Betroffene können daher vor allem für die Nacht ein schweißhemmendes Antitranspirant aus der Apotheke auftragen. Ebenso bieten sich Hautpflegeprodukte gegen übermäßiges Schwitzen an.“ Auch Bäder mit Eichenrinde und Thymian könnten regulierend wirken. Wer stark schwitzt, sollte zudem weit geschnittene, atmungsaktive Schlafkleidung aus Naturfasern wie Leinen oder atmungsaktive Funktionstextilien tragen.

Pflaster hautschonend anwenden

  • Die Hautpartie, die bepflastert werden soll, mit warmem Wasser waschen und mit einem Handtuch gut abtrocknen.
  • Die Klebefläche des Pflasters bei der Anwendung nicht mit den Fingern berühren – dann bleibt es frei vom Hautfett der Finger und haftet auf der frisch gereinigten Haut besser.
  • Nach dem Aufkleben etwa eine Minute mit einer warmen Hand auf das Pflaster drücken. Es saugt sich dann besser an die Haut an.
  • Nach Entfernen eines Pflasters die betreffende Hautstelle mit warmem Wasser waschen und sanft trocknen. Anschließend eine hautschützende Creme oder Salbe auftragen.

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