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Mein Kind hat Psoriasis – was kann ich tun?

Das Wichtigste zuerst: 5 Dinge, die Eltern jetzt tun können

  1. Termin bei einer Hautärztin/einem Hautarzt vereinbaren (möglichst mit Erfahrung in Kinder- und Jungenddermatologie)
  2. Verlauf notieren: Seit wann, wo am Körper, Juckreiz/Schmerzen, Schübe?
  3. Fotos machen
  4. Fragen aufschreiben
  5. Dem Kind Sicherheit geben: „Du ist nicht ansteckend. Du hast nichts falsch gemacht. Wir kümmern uns darum.“

Psoriasis erkennen: Wann sollte ich aufmerksam werden?

Psoriasis kann in jedem Alter auftreten. Und tatsächlich zeigen sich erste Symptome bei rund einem Drittel aller Menschen mit Psoriasis bereits im Kindes- oder Jugendalter. Typische Symptome sind:

  • gerötete und schuppende Hautstellen
  • Juckreiz
  • trockene Haut sowie
  • Veränderungen an Kopfhaut, Ellenbogen, Knien oder Nägeln, bei Kindern aber auch oft im Gesicht oder im Genitialbereich.
  • Bei einigen Kindern treten vielen kleine, tropfenförmigen Hautveränderungen auf (Tröpfchen-Psoriasis; med. Psoriasis guttata)1

Wenn Eltern den Verdacht haben, ihr Kind könnte betroffen sein, sollten sie einen Termin bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt vereinbaren.

Gut vorbereitet ins Arztgespräch

Eine gesicherte Diagnose ist der wichtigste Schritt zu einer optimalen Behandlung. Je besser der Termin vorbereitet ist, desto leichter fällt der Dermatologin oder dem Dermatologen die Einschätzung. Am besten ist es, Notizen zu folgenden Punkten im Arztgespräch bereitzuhalten:

  • Seit wann bestehen die Hautveränderungen?
  • Wie haben sie sich entwickelt?
  • Leidet das Kind an Juckreiz oder Schmerzen?
  • Treten die Beschwerden in Schüben auf?
  • Hat jemand in der Familie Psoriasis oder andere Autoimmunerkrankungen?
  • Gab es kurz vor dem Auftreten der ersten Symptome Infekte oder besondere Belastungen?

Auch eigene Fragen an den Arzt oder die Ärztin sollte man idealerweise im Vorfeld sammeln, um sie im Termin stellen zu können. Nicht selten vergisst man in der Aufregung wichtige Punkte.

Die Diagnose annehmen – auch als Familie

Viele Eltern erleben die Diagnose zunächst als Schock. Wichtig ist hier, Ruhe zu bewahren und die Situation objektiv zu betrachten. Kinder spüren sehr genau, wie ihre Eltern mit der Situation umgehen. Wer selbst ruhig und informiert bleibt, vermittelt Sicherheit. Psoriasis ist weder ansteckend noch die Folge schlechter Hygiene oder Ähnlichem. Niemand trägt Schuld und es gibt mittlerweile gute Behandlungsmöglichkeiten, die ein nahezu unbeschwertes Leben ermöglichen können. Zudem zählt die innere Haltung, die Eltern ihrem Kind vermitteln können: „Ja, du hast Psoriasis. Das gehört zu dir – aber es bestimmt nicht, wer du bist.“

Offen über die Erkrankung zu sprechen ist wichtig. Je besser ein Kind versteht, was mit seinem Körper passiert, desto weniger Angst hat es und desto leichter kann es mit der Erkrankung umgehen.

Selbstbewusstsein stärken: Umgang mit Fragen

Kinder mit sichtbaren Hautveränderungen erleben nicht selten neugierige Blicke oder Kommentare. Das kann unangenehm sein und ist leider nicht immer vermeidbar. Gemeinsam können Eltern und Kinder sich aber vorbereiten, z. B. mit Sätzen wie „Ich habe Psoriasis. Das ist aber nicht ansteckend“ oder „Meine Haut sieht manchmal anders aus, sonst ist alles normal“.

Lob, Hobbys, Freundschaften: All das stärkt das Selbstwertgefühl und hilft, dass die Krankheit nicht zum Mittelpunkt wird.

Schule und Kita: früh informieren, Mobbing ernst nehmen

Gerade in der Schule reagieren Kinder sensibel auf Unterschiede. Hier kann ein frühzeitiges Gespräch mit Lehrkräften und Betreuungspersonen helfen.

  • Was ist die Diagnose?
  • Gibt es Arzttermine oder Behandlungen, die den Alltag beeinflussen?
  • Bestehen Juckreiz oder Schlafprobleme, die die Konzentration erschweren können?

Wenn Kinder Ausgrenzung erleben oder gehänselt werden, sollten Eltern offen mit ihrem Kind sprechen und ihre Gefühle ernst nehmen. Wichtig sind bestärkende Botschaften wie „Du bist nicht allein“, „Du hast nichts falsch gemacht“ und „Wir lösen das gemeinsam“.

Fazit: Die Diagnose Psoriasis wirft am Anfang viele Fragen auf. Doch mit einer guten medizinischen Betreuung, modernen Therapieoptionen, insbesondere bei moderater bis schwerer Ausprägung und einem unterstützenden Umfeld können Kinder lernen, selbstbewusst damit umzugehen. Psoriasis ist nur ein Teil des Lebens – nicht das ganze.

Buchtipp
https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/buecher/schuppenflechte-was-ist-los-in-emmas-haut-r529/

Referenzen
1. AWMF-S2k-Leitlinie (013-094). Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Online verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-094l_S2k_Therapie-der-Psoriasis-bei-Kindern-und-Jugendlichen_2022-04-verlaengert.pdf. Letzter Aufruf: 08.07.2026.

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