Krankheit kontrollieren: Remission - AbbVie Care
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Remission: Rheuma unter Kontrolle

Mehr gute Tage, weniger Beschwerden: Genau darauf zielt die Behandlung bei Rheuma ab. Dieses Ziel heißt Remission – eine Zeit, in der die Entzündungsaktivität sehr gering ist und mehr Lebensqualität im Alltag möglich wird.

Remission: Rheuma unter Kontrolle

Mehr gute Tage, weniger Beschwerden: Genau darauf zielt die Behandlung bei Rheuma ab. Dieses Ziel heißt Remission – eine Zeit, in der die Entzündungsaktivität sehr gering ist und mehr Lebensqualität im Alltag möglich wird.

Das Wichtigste im Überblick1

  • Remission ist ein wichtiges Ziel der Behandlung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma. Die Entzündung ist dann gut kontrolliert und typische Beschwerden treten kaum oder gar nicht auf.
  • Eine wirksame Therapie, regelmäßige Kontrollen und ein aufmerksamer Blick auf Veränderungen im Alltag helfen, die Remission zu erreichen und zu erhalten.
  • Ob eine Remission vorliegt, wird durch medizinische Untersuchungen und Labortests beurteilt, aber auch anhand deiner Beschwerden.
  • Medizinische Fachkräfte sprechen von „in Remission sein“.

Gut zu wissen: Remission bedeutet nicht Heilung. Auch in Remission können Restbeschwerden bestehen bleiben und die entzündlich-rheumatische Erkrankung kann wieder aktiver werden.

Remission bei Rheuma: Was bedeutet das genau?

Remission bedeutet, dass das Rheuma kaum aktiv ist und damit die Entzündungen im Körper fast vollständig abgeklungen sind – die Erkrankung also gut kontrolliert ist.1 Für dich bedeutet das zum Beispiel:

  • weniger Schmerzen und weniger Schwellungen
  • weniger Gelenksteifigkeit nach dem Aufstehen
  • mehr Energie und Beweglichkeit

Remission: weniger Beschwerden, mehr Lebensqualität

In Remission zu sein, kann deine Lebensqualität deutlich verbessern. Neben weniger Schmerzen und Müdigkeit kann sich auch deine psychische/mentale Verfassung bessern. So berichten Betroffene, dass sich dunkle Gedanken aufhellen und sich das Leben leichter anfühlt. Wenn Schmerzen abklingen, kann auch deine Schlafqualität steigen. Das kann dein Energielevel sowie deine alltägliche Leistungsfähigkeit verbessern2 – und sich positiv auf deine Zufriedenheit im Arbeitsalltag auswirken. Du merkst: Es gibt viele gute Gründe, mit deinen behandelnden Ärzt*innen über Remission als Therapieziel zu sprechen.

Wie wird Remission bei Rheuma gemessen?

Remission ist kein reines „Gefühl“ – die nachlassende Krankheitsaktivität lässt sich auch durch medizinische Untersuchungen messen. In der Praxis ergibt sich die Einschätzung aus verschiedenen Bausteinen. Dazu gehören beispielweise:1

  • 1) Deine Symptome und dein Alltag
    Wie stark sind Schmerz, Steifigkeit, Erschöpfung? Was geht (wieder) besser – was noch nicht?
  • 2) Körperliche Untersuchung in der Praxis
    Gibt es geschwollene Gelenke und/oder Gelenke, die auf Druck mit Schmerzen reagieren?
  • 3) Laborwerte – Entzündungszeichen im Blut
    Ist im Blut ein Anzeichen für Entzündungen (CRP) nachweisbar?

Entzündungswert CRP – einfach erklärt

Das C-reaktive Protein, kurz CRP, ist ein Eiweiß, das in der Leber gebildet und ins Blut abgegeben wird. Hier kann es mit einer einfachen Blutuntersuchung gemessen werden. Bei akuten Entzündungen steigt der CRP-Wert im Blut rasch an. Klingt die Entzündung ab, sinkt der Wert ebenso schnell wieder.

Ein erhöhter CRP-Wert ist unspezifisch; das bedeutet, er gibt keine Auskunft darüber, was die Ursache der Entzündung ist. Bei Rheuma kann ein hoher CRP-Wert auf einen akuten Rheumaschub hinweisen; stabile niedrige Werte im Normbereich sprechen für eine Remission.

Warum ist Remission ein wichtiges medizinisches Therapieziel?

Remission ist vor allem wichtig, um langfristige Schäden an den Gelenken zu vermeiden. Denn entzündlich-rheumatische Erkrankungen verlaufen oft in besseren und schlechteren Phasen. Das bezeichnen Mediziner*innen als schubförmigen Verlauf.



Bei einem akuten Rheumaschub treten die typischen Symptome der entzündlich-rheumatischen Erkrankung in neuer Stärke auf. Es ist wichtig, auf deine behandelnden Ärzt*innen zuzugehen, um mithilfe einer für dich passenden und wirksamen Therapie gegenzusteuern und die Entzündungsaktivität zu stoppen – also in Remission zu kommen. Wenn die Entzündung unter Kontrolle ist, klingen viele Symptome ab und du fühlst dich wahrscheinlich besser.

Ein weiterer, wichtiger Grund dafür, einen akuten Rheumaschub zu stoppen: Akute Schmerzen können chronisch werden, also lange anhalten, und entzündete Gelenke auf Dauer Schaden nehmen. Gerade zu Beginn der Erkrankung ist es entscheidend, frühzeitig zu behandeln und Schübe rechtzeitig zu stoppen, um langfristige Schäden zu vermeiden. Je früher die Erkrankung zielgerichtet behandelt wird, desto besser kann eine Remission erreicht werden.1

Darüber hinaus kann dein ganzer Körper vom Abklingen der Entzündungen profitieren: Die Rheumabehandlung kann sich positiv auf das Risiko für Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) wie Atherosklerose (eine chronische, entzündliche Erkrankung der Blutgefäßinnenwände), entzündliche Lungenerkrankungen oder Diabetes (eine Stoffwechselstörung) auswirken.3

Gesundheitssystem profitiert ebenfalls

Das Erreichen einer Remission könnte die Kosten für die medizinische Versorgung um 19 bis 52 Prozent senken2 – und damit mehr Kapazitäten für Behandlungen von Betroffenen schaffen. Die Details kannst du im Report der Global Alliance for Patient Access (GAfPA) nachlesen. GAfPA ist ein Zusammenschluss von Vertreter*innen aus der Gesundheitsversorgung und Betroffenen.

Report der Global Alliance for Patient Access (GAfPA)

Hörtipp: Remission als Therapieziel

Was bedeutet Krankheitskontrolle eigentlich im Alltag – und warum ist Remission mehr als ein guter Laborwert? In der Podcast-Folge „Rheuma besser im Griff: Therapieziel Remission verstehen“ sprechen Host Phil und Corinna Elling-Audersch, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, darüber, welche Hürden es auf dem Weg zur Remission geben kann und wie Selbsthilfe, Teilhabe und ein bewusster Blick auf den eigenen Verlauf unterstützen können.

Zur Podcast-Folge: Remission als Therapieziel

Wie kann ich Remission bei Rheuma erreichen?

Wie du eine Remission erreichen und möglichst lange erhalten kannst, ist individuell. Wichtig ist das Zusammenspiel aus einer für dich passenden Therapie, die Entzündungsprozesse wirksam kontrolliert, regelmäßigen ärztlichen Kontrollen und dem, was du selbst im Alltag zu deinem Krankheitsmanagement beitragen kannst. Ein offenes Gespräch mit deinen Behandler*innen hilft, Symptome, Bedürfnisse und Veränderungen verständlich zu kommunizieren – und gemeinsam passende nächste Schritte festzulegen.

Mit den folgenden Tipps kannst du deine Rheumabehandlung selbst unterstützen:

Rheuma-Therapie zuverlässig anwenden

Damit deine Therapie richtig wirken kann, ist es notwendig sie wie von deinen Ärzt*innen verordnet, einzunehmen. Nutze z. B. die Erinnerungsfunktion im Smartphone, wenn dir das schwer fällt.

Den eigenen Körper beobachten

Deine Behandler*innen sind auf deine Rückmeldung angewiesen, um herauszufinden, ob die Therapie gut anschlägt. Genaue Beobachtungen sind hilfreich. Notiere beispielsweise:

  • Schmerzen (Skala 0–10)
  • Steifigkeit
  • Funktion (Was ging heute gut? Was war schwierig?)
  • Nebenwirkungen, falls sie auftreten
  • Optional: Auslöser oder Trigger (Stress, Infekt, Schlafmangel)

Gut vorbereitet ins ärztliche Gespräch

Eine Frau hält ein Handy in der Hand und darauf ist eine Disk zu erkennen

Orientierung für deinen Alltag: Veränderungen besser erkennen

Auf dem Weg zur Remission ist es hilfreich, deine Beschwerden und deinen Alltag regelmäßig zu beobachten. Der Rheuma-Symptom-Selbsttest zeigt auf, welche Bereiche dich aktuell besonders belasten – zum Beispiel Schmerz, Fatigue (extreme Erschöpfung), Schlaf oder Stimmung. So kannst du Veränderungen leichter aufzeigen und gemeinsam mit deinem Behandlungsteam passende Strategien besprechen.

Rheuma-Symptom-Selbsttest starten

Auf sich achten

Kümmere dich fürsorglich um dich selbst. Finde heraus, was dir guttut. Verschiedene Stress- und Bewältigungsstrategien können dir ebenfalls Unterstützung im Alltag bieten und deine Lebensqualität verbessern.

Broschüre zu Stress- und Bewältigungsstrategien herunterladen

  • Jana lebt mit axialer Spondyloarthritis (Morbus Bechterew)
    „Auch mal was liegen lassen, selbst wenn sich die Arbeit türmt, der Stress groß ist – da sage ich mir: Halt Stopp, ich brauche jetzt eine Pause!“

Rheuma: Ein Auf und Ab

Wenn du in Remission bist, kannst du erst einmal durchatmen: Endlich ist wieder mehr Platz für Alltag, Pläne und die Dinge, die dir wichtig sind. Gleichzeitig kann die Angst bleiben, dass die Krankheitsaktivität wieder zunehmen könnte. Denn jede chronische Erkrankung bringt die Herausforderung mit sich, dass sie eine dauerhafte Begleiterin ist, auch wenn sie sich im Hintergrund hält.

Es kann helfen, Veränderungen bewusst wahrzunehmen, ohne jedes Signal sofort als Rückschritt zu werten. Sprich mit deinen behandelnden Ärzt*innen über deine Gedanken und Sorgen: Welche Veränderungen sollte ich beobachten? Wann sollte ich mich melden? Und was kann helfen, wenn die Krankheitsaktivität wieder zunimmt? Ein solcher Plan gibt Orientierung und kann dabei unterstützen, früh zu handeln, um die rheumatische Erkrankung langfristig zu kontrollieren. Wichtig bleibt generell, gut auf dich zu achten und deine Energie so einzuteilen, dass du selbst nicht zu kurz kommst.

  • Michaela lebt mit juveniler idiopathischer Arthritis
    „Heute bin ich dankbar dafür, wie es gekommen ist. Schlussendlich habe ich jetzt doch meinen Traumberuf gefunden, der ganz anders ist, als ich ursprünglich gedacht habe.“

Ideen für mehr Balance im Alltag

Was dir guttut, ist individuell. Die folgenden Strategien können Anregungen sein, um deine eigenen Wege zu finden und deine Kräfte bewusster einzuteilen:

  • Mach dir eine passende Planungshilfe zunutze Ein Wochenplan kann eine Möglichkeit sein, Aktivitäten, Ruhezeiten und persönliche Ziele wie Tagesvorhaben bewusster aufeinander abzustimmen.

    Wochenplan herunterladen

  • Pausen fest einplanen Erholung muss nicht erst kommen, wenn gar nichts mehr geht.
  • Prioritäten setzen Frage dich: Was ist heute wirklich wichtig – und was darf warten?
  • In Bewegung bleiben Sanfte Bewegung durch Yoga, Schwimmen oder Spaziergänge kann Beweglichkeit sowie Wohlbefinden fördern und sogar helfen, Schmerzen zu lindern.
  • Vorfreude schaffen Gespräche, Kreatives oder Zeit für etwas, das dir Freude macht, können neue Energie geben.

Remission ist ein wichtiges Therapieziel – und auf dem Weg dorthin bist du nicht allein. Eine passende Therapie kann die Entzündungsaktivität wirksam kontrollieren und dazu beitragen, Beschwerden zu verringern. Regelmäßige Kontrollen, ein offenes Gespräch mit deinem Behandlungsteam und ein guter Umgang mit deinen Kräften helfen dir dabei, Remission zu erreichen und möglichst lange zu erhalten – für mehr gute Tage und Lebensqualität im Alltag.

FAQ: Häufige Fragen zur Remission

Wie lange dauert es, bis man eine Remission erreicht?

Das ist individuell und hängt unter anderem von deiner Rheumaform (also der Form deiner entzündlich-rheumatischen Erkrankung), der Krankheitsaktivität zu Beginn und dem Ansprechen auf die Therapie ab. Entscheidend ist: regelmäßig ärztlich kontrollieren und die Behandlung bei Bedarf anpassen.

Kann ich in Remission sein, obwohl ich noch Schmerzen habe?

Ja. Schmerzen können auch andere Ursachen als eine aktive Entzündung haben, zum Beispiel bereits geschädigte Gelenke. Um die Beschwerden gezielt behandeln zu können, ist es wichtig, ihre Ursache zu klären.

Was ist der Unterschied zwischen Remission und niedriger Krankheitsaktivität?

Remission bedeutet eine (fast) vollständige Entzündungs- und Beschwerdefreiheit. Niedrige Krankheitsaktivität heißt, dass die Entzündungen und Beschwerden deutlich reduziert sind. Sie kann das Therapieziel sein, wenn eine Remission (noch) nicht erreichbar ist.

Muss ich meine Medikamente in Remission weiternehmen?

Gegebenenfalls kann sich die Dosierung der Therapie reduzieren. Dies ist aber immer eine individuelle Entscheidung und sollte nur in ärztlicher Abstimmung erfolgen. Du solltest deine Medikamente nie eigenständig absetzen!

Quellen
1. Smolen JS et al. EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease-modifying antirheumatic drugs: 2022 update. Ann Rheum Dis. 2023;82:3.
2. Ostor AJ et al. Value of Remission in Patients with Rheumatoid Arthritis: A Targeted Review. Adv Ther. 2022;39:75.
3. Schneider M et al. Management der frühen rheumatoiden Arthritis: Interdisziplinäre Leitlinie. Z Rheumatol. 2020;79:1.