8405

Psoriasis bei Kindern: früh erkennen, gut begleiten

Psoriasis oder Schuppenflechte betrifft nicht nur Erwachsene. Tatsächlich kann die chronisch-entzündliche Hauterkrankung bereits im Kindesalter auftreten. Für viele Familien kann das überraschend sein – und vor allem belastend. Denn für die betroffenen Kinder ist die Erkrankung weit mehr als nur ein „Hautthema“: Sichtbare Stellen können das Selbstwertgefühl beeinflussen, zu sozialer Ausgrenzung führen und den Alltag (Schlaf, Sport, Schwimmen) spürbar beeinträchtigen. Zusätzlich kann sie das Risiko für verschiedene Begleiterkrankungen erhöhen.

Die gute Nachricht: Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Insbesondere moderne Systemtherapien eröffnen neue Perspektiven für Kinder mit moderater bis schwerer Psoriasis.

Woran kann man Psoriasis bei Kindern erkennen?

Die ersten Anzeichen unterscheiden sich teilweise von denen Erwachsener. Häufig betroffen sind:

  • Kopfhaut
  • Ellenbogen und Knie
  • Gesicht
  • Nabelregion
  • Genital- und Analbereich

Bei einem begründeten Verdacht gilt: Die Veränderungen frühzeitig von einer Dermatologin oder einem Dermatologen abklären lassen. Eine eindeutige Diagnose ist die Grundlage für eine optimale Therapie.

Mehr als eine Hauterkrankung

Psoriasis ist eine systemische Erkrankung. Das heißt, Entzündungsprozesse können den gesamten Körper betreffen. Das gilt nicht nur für Erwachsene.2 Auch bei Kindern treten bestimmte Begleiterkrankungen, sogenannte Komorbiditäten, häufiger auf als bei gesunden Gleichaltrigen. Zum Beispiel Übergewicht, Bluthochdruck, Psoriasis-Arthritis
Stoffwechselstörungen sowie psychische Belastungen wie Angst oder depressive Symptome.

Welche Therapien gibt es für Kinder mit Psoriasis?

Welche Therapie sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad ab. Dermatolog*innen orientieren sich dabei an genauen Kriterien und an der Frage, wie stark die Erkrankung das Kind im Alltag beeinträchtigt.
Typische Bausteine sind

  • Äußerliche Behandlung (Cremes/Salben): häufig bei leichter Ausprägung. Sie kann Beschwerden lindern, reicht bei stärker ausgeprägten Verläufen aber manchmal nicht aus.2
  • Lichttherapie (UVB): kann bei Jugendlichen zum Einsatz kommen und kann bei ausgedehnteren Hautveränderungen helfen, wenn Cremes allein nicht genug wirken.2
  • Moderne Systemtherapien greifen direkt im Entzündungsprozess an und blockieren gezielt bestimmte Botenstoffe des Immunsystems. So können die Entzündungen präzise gehemmt und die Symptome gut kontrolliert werden. In den letzten Jahren haben sich diese Möglichkeiten weiterentwickelt und auch für Kinder und Jugendliche gibt es zunehmend passende Optionen.

Warum frühes Eingreifen sinnvoll sein kann

Im Rahmen einer optimalen Therapie sollte die Entzündung möglichst schnell und effektiv kontrolliert werden. Der Gedanke dahinter: Je schneller die Erkrankung gut eingestellt ist, desto eher können langfristige Schäden verhindert werden1 und das Kind kann wieder unbeschwerter am Alltag teilnehmen.
Eine frühe Behandlung kann1,2 …

  • das Risiko für Begleiterkrankungen senken. Wird eine systemische Entzündung in Schach gehalten, könnte das Risiko für Folgeerkrankungen wie Übergewicht, Psoriasis Arthritis oder Diabetes minimiert werden.
  • die Haut schneller beruhigen und soziale Belastungen wie Ausgrenzung oder Mobbing reduzieren.
  • die Lebensqualität und damit die Teilhabe verbessern. Weniger Scham heißt hier mehr Aktivität. Das Kind kann weiter am Sport, an Schwimmbadbesuchen oder an sozialen Aktivitäten teilhaben.

Gut zu wissen: Welche Therapie für das betroffene Kind früh und passend ist, ist individuell. Gemeinsam mit der Dermatologin oder dem Dermatologen wird diese Entscheidung abgewogen. Dabei spielen u. a. das Alter, die Beschwerden, die betroffenen Körperstellen und der Alltag des Kindes eine Rolle.

Was Eltern tun können

  • Früh abklären lassen (wenn möglich bei Kinder-/Jugenddermatolog*innen).
  • Verlauf dokumentieren: Fotos, betroffene Stellen, Juckreiz, Schlaf, Auslöser (Infekte, Stress, Reibung).
  • Gezielt fragen im Termin:
  • • Wie wird der Schweregrad eingeschätzt – und warum?
    • Welche Ziele setzen wir (z. B. Juckreiz, Schlaf, sichtbare Stellen, Schule/Sport)?
    • Welche Optionen gibt es, wenn Cremes nicht reichen?
    • Was sind Nutzen, Aufwand und Kontrollen der jeweiligen Therapie?

Fazit: Psoriasis bei Kindern ist nicht selten und kann körperlich wie emotional stark belasten. Gleichzeitig haben sich die Behandlungsmöglichkeiten verbessert. Dank moderner Therapieoptionen – insbesondere der heute verfügbaren modernen Systemtherapien – haben Kinder mit moderater bis schwerer Psoriasis bessere Aussichten denn je, die Erkrankung früh kontrollieren zu können und mehr Leichtigkeit im Alltag zurückzuerlangen.

Hilfreiche Tipps für Eltern, deren Kinder von Schuppenflechte betroffen sind, gibt es hier.

Psoriasis bei Kindern: keine Seltenheit
Neben der Neurodermitis zählt Psoriasis zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen weltweit. Bei Kindern und Jugendlichen liegt die Prävalenz in Europa je nach Studie bei etwa 0,4 bis 0,7 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit.1 Bei rund einem Drittel aller Menschen mit Psoriasis zeigen sich erste Symptome bereits im Kindes- oder Jugendalter. Bei ca. 15 Prozent beginnt die Erkrankung vor dem 15. Lebensjahr.1

Referenzen
1. Hamm H, Höger PH. Psoriasis im Kindes- und Jugendalter: Kurzes Update und leitliniengerechte Therapie. Dermatologie 2023;74(5):340–9.
2. AWMF-S2k-Leitlinie (013-094). Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Online verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-094l_S2k_Therapie-der-Psoriasis-bei-Kindern-und-Jugendlichen_2022-04-verlaengert.pdf. Letzter Aufruf: 08.07.2026.

Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?