Auszeiten stärken das Wohlbefinden

Autor: Petra Sperling | 04/2020

Wer einen anderen Menschen pflegt, übernimmt eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wie lässt sie sich mit der notwendigen Aufmerksamkeit für das eigene Wohl verbinden?

Sich um seine körperliche und seelische Gesundheit zu kümmern ist kein Luxus, sondern notwendig. In einem mitunter aufreibenden Pflegealltag gerät die Selbstsorge jedoch schnell in Vergessenheit. Oder sie wird vernachlässigt und immer wieder verschoben – auf später, auf morgen, auf nächste Woche. Bis der Gedanke, etwas für sich zu tun, womöglich ganz auf der Strecke bleibt. „Nicht selten hängt das mit einem falsch verstandenen Pflichtbewusstsein zusammen“, weiß Iris Gros, Landesbeauftragte Saarland der Deutschen Parkinson Vereinigung e. V. (dPV) und Leiterin der JuPa Saarland. „Jemanden zu pflegen darf aber nicht bedeuten, nur noch für den anderen da zu sein. Man muss auch auf sich selbst achten. Nur wer hin und wieder auftankt und für Ausgleich vom Pflegealltag sorgt, bleibt belastbar und kann sich einem anderen Menschen mitfühlend widmen.“

Damit das Vorhaben, sich um das eigene Wohlbefinden zu kümmern, nicht zu kurz kommt, plant man es am besten fest ein. Praktisch ist ein an die individuellen Bedürfnisse angepasster Tages- oder Wochenplan. Er enthält zum einen alle Aufgaben und Termine rund um Pflege und Haushalt. Wer möchte, kann sich bei der Planung von der Pflegeberatung unterstützen lassen. Zum anderen beinhaltet er den persönlichen „Selbstsorgefahrplan“ mit Freiräumen für Auszeiten und eigene Aktivitäten.

Hilfreiche Adressen
Informationen über Unterstützungsangebote und Angehörigenseminare erhalten Sie u.a. bei der Deutschen Parkinson Vereinigung e. V. (dPV) www.parkinson-vereinigung.de und deren Jungerkranktengruppe www.jupa-dpv.de, dem Bundesverband Parkinson Youngster für Selbsthilfe und Bewegungsstörungen e. V. www.parkinson-youngster.de, Jung & Parkinson – Die Selbsthilfe e. V. www.jung-und-parkinson.de und den Parkinson Nurses und Assistenten e. V. www.vpna-ev.de.

Vorhaben fest einplanen

Alles in einen Plan zu gießen hilft, den Überblick zu behalten und „eigene“ Vorhaben wie eine Walking-Runde, ein Treffen mit Freunden oder die Auszeit auf dem Sofa nicht zu verschieben. Natürlich lässt sich selbst der beste Plan nicht immer einhalten. Doch viel eher holt man nach, was ausgefallen ist, als dass man Freiraum für etwas schafft, was gar nicht geplant war. Noch etwas ist wichtig, um im Pflegealltag Zeit für sich zu finden. „Lassen Sie sich helfen, wenn Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen stoßen, zum Beispiel schlecht schlafen oder gereizt sind“, sagt Iris Gros. „Vielen fällt es schwer, Hilfe anzunehmen. Doch wer sich rechtzeitig um Unterstützung kümmert, zeigt keine Schwäche, sondern Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und den Pflegebedürftigen.“

Veränderungen im Blick behalten
Vertrauliche Beratung bietet z. B. das Pflegetelefon 030-20179131 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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