„Es gibt immer einen Weg“
Was bedeutet es, mit der Parkinson-Krankheit zu leben? Wie schaffe ich es, mit meiner Erkrankung zurechtzukommen? Kathrin Wersing, Podcasterin und Autorin, hat in Gesprächen mit anderen Betroffenen positive Antworten gesucht – und gefunden.
Autor: Petra Sperling | 12/2025
Was bedeutet es, mit der Parkinson-Krankheit zu leben? Wie schaffe ich es, mit meiner Erkrankung zurechtzukommen? Kathrin Wersing, Podcasterin und Autorin, hat in Gesprächen mit anderen Betroffenen positive Antworten gesucht – und gefunden.
„Mit 40 die Diagnose ‚Parkinson‘ zu erhalten, war ein ziemlicher Schock“, blickt Kathrin Wersing zurück. „Ich wusste zwar endlich, was mit mir los ist, und konnte mir Hilfe suchen. Auch mein Mann und meine Söhne, damals 7 und 10 Jahre alt, haben sehr unterstützend reagiert. Trotzdem tat sich zunächst ein großes Loch auf.“
Ersten Halt findet die Sozialarbeiterin, die bei einem Selbsthilfeverband angestellt ist und Familien mit rheumakranken Kindern begleitet, in einer Gesprächsgruppe für Früherkrankte.
Schon bald lässt sie ein Gedanke nicht mehr los: „Es muss doch Betroffene geben, die positive Geschichten aus ihrem Leben mit der Parkinson-Krankheit erzählen können“, so ihre Überlegung. „Menschen, die mir mit ihren Bewältigungsstrategien helfen können.“ Als Podcast-Fan beschließt sie, selbst ein solches Format zu starten und darin mit Parkinson-Betroffenen zu sprechen.
Positiv leben mit Parkinson
„Jetzt erst recht – Positiv leben mit Parkinson“ nennt Kathrin Wersing ihren Podcast. Nach der ersten Folge im Oktober 2020 findet sie rasch Kontakt zu weiteren Gesprächsinteressierten. Mittlerweile hat sie über 100 Folgen veröffentlicht und ein Buch mit Auszügen aus den ersten 50 Gesprächen herausgebracht. „Oft geht es um kleine Alltagshelden-Geschichten“, beschreibt die Münsteranerin ihre Gespräche. „Oder wie Menschen, die bereits stärker betroffen sind, ihre Lebensfreude behalten, aktiv bleiben und anderen Mut machen. Alle Geschichten sind verschieden, jede ist besonders und immer finde ich darin etwas, das mich bereichert.“
Wichtig für einen positiven Umgang mit der Parkinson-Krankheit findet die heute 46-Jährige, aus jedem Tag das Beste zu machen. „Wir können nicht ändern, was war, und wir wissen nicht, was kommt“, betont sie. „Aber die Gegenwart können wir nutzen, um unser Schicksal in die Hand zu nehmen und etwas dafür tun, dass es uns so gut wie möglich geht.“ Natürlich kenne sie auch schlechte Tage, räumt sie ein. „Im Leben, ob mit oder ohne Parkinson-Krankheit, läuft nun mal nicht immer alles glatt. Es darf auch mal nicht so gut sein. Nur sollte man versuchen, in diesem Denken nicht steckenzubleiben. Ich sage mir dann: Okay, heute ist es nicht so gut. Aber morgen kann ich neu starten und wieder nach vorne schauen.“ Zudem sei Selbstfürsorge wichtig. „Wenn es gelingt, sich Gutes zu tun, nicht zu viel abzufordern, Unterstützungsbedarf zu äußern und Hilfe anzunehmen, ist das sehr wertvoll für den Alltag.“
Darüber hinaus rät Kathrin Wersing Betroffenen und Angehörigen, Angebote der Selbsthilfe zu nutzen. „Es ist enorm hilfreich, sich mit Menschen auszutauschen, die aus eigener Erfahrung mitfühlen können.“ Ihre vielfältigen Begegnungen haben sie zudem überzeugt: „Positives Denken, Humor und Zuversicht können den Verlauf der Krankheit günstig beeinflussen. Und egal, wie schwer die Diagnose ist: E s gibt immer einen Weg.“ [ ps ]

Alle Podcast-Folgen, das von Kathrin Wersing (Foto) zusammen mit Claudia Eyd, ebenfalls Parkinson- Patien-tin, herausgegebene Buch „Jetzt erst recht“ und weitere Infos auf: jetzt-erst-recht.info









