Symptome & Behandlung

Haut und Hautpflege bei der Parkinson-Krankheit

Ältere Frau mit Parkinson hält einen Spiegel in der Hand und berachtet ihre Haut.

Eine Parkinson-Krankheit beeinflusst auch die Haut. Welche Veränderungen möglich sind und worauf Betroffene bei der Hautpflege achten können, erläutert Prof. Dr. David Weise. Er ist Chefarzt der Klinik für Neurologie und Schmerztherapie und stellvertretender Direktor am Asklepios Fachklinikum Stadtroda.

Quelle: PARKOUR
11 Min. Lesezeit
Selbsttest

Veränderungen frühzeitig erkennen

Der Selbsttest unterstützt Sie dabei, die Wirksamkeit Ihrer Therapie mit Tabletten besser einzuschätzen und vorbereitet ins Arztgespräch zu gehen.

Selbsttest starten

Inwiefern wirkt sich die Parkinson-Krankheit auf die Haut aus?

Prof. Dr. David Weise: Die Parkinson-Krankheit ist gekennzeichnet durch den Mangel am Botenstoff Dopamin. Das ist unter anderem Folge einer Ablagerung des Proteins Alpha-Synuklein im zentralen Nervensystem. Es sind aber auch Nervenzellen außerhalb des Gehirns betroffen. Eine Auswirkung ist, dass sich das veränderte Eiweiß u. a. in Nervenzellen der Haut ablagert. Gewebeproben der Haut können daher womöglich sogar hilfreich für die Diagnose der Erkrankung sein. Die Eiweißablagerungen finden sich zudem auch in den Zellen des autonomen Nervensystems, das willentlich nicht zu beeinflussende Körperfunktionen wie Verdauung, Herzschlag, Wärmeregulation und Schweißproduktion steuert. Bei der Parkinson-Krankheit ist die Schweißregulation gestört. Betroffene schwitzen vermehrt, häufig nachts. Zugleich ist die Regulation der Talgzellen in der Haut durch den Dopaminmangel gestört. Die Haut kann dadurch fettiger werden, besonders im Gesicht. Darüber hinaus besteht bei der Parkinson-Krankheit ein erhöhtes Risiko für den schwarzen Hautkrebs. Aus diesem Grund empfiehlt sich für Betroffene ein regelmäßiges Haut-Screening.

Parkinson-Krankheit und Haut

  1. Der Dopaminmangel, den die Parkinson-Krankheit verursacht, kann die Funktion der Haut stören. Sie kann trockener, oder auch fettiger werden, vor allem im Gesicht (Salbengesicht).
  2. Betroffene schwitzen oft stärker, weil die Parkinson-Krankheit die Schweißregulation beeinträchtigen kann. Trockene Haut kann dann weiter austrocknen.
  3. Trockene oder fettige Haut ist anfälliger für Infektionen (z. B. durch Bakterien). Deshalb ist eine regelmäßige, milde Hautpflege wichtig. Bei der Therapie mit einer Medikamentenpumpe sind besonders die Infusionsstellen sanft zu reinigen und zu desinfizieren.
  4. Eine gut angepasste Parkinson-Therapie kann die Haut positiv beeinflussen.
  5. Die Parkinson-Krankheit erhöht das Risiko für schwarzen Hautkrebs. Betroffene sollten regelmäßig zum Hautscreening gehen.

Welche Konsequenzen hat das für die Beschaffenheit und die Funktionen der Haut?

Prof. Dr. David Weise: Die Haut ist eine natürliche Barriere zur Umwelt und bewahrt den Körper vor übermäßigem Wärme- und Flüssigkeitsverlust. Die Veränderungen durch die Parkinson-Krankheit schwächen sie in ihrer Schutzfunktion. Durch vermehrtes Schwitzen geht Flüssigkeit verloren und Haut und Körper können austrocknen. Generell haben Parkinson-Betroffene unabhängig vom individuellen Hauttyp oft eine trockene, mitunter schuppige Haut. Sie kann jucken und zum Kratzen verleiten, was die Haut noch mehr strapaziert und ihre Barrierefunktion weiter herabsetzt. Trockene Haut kann außerdem Mikroorganismen wie Bakterien oder allergieauslösende Substanzen weniger effektiv abwehren. Entsprechend steigt das Risiko für Hautinfektionen. Aber auch eine erhöhte Talgproduktion kann dazu führen, dass sich bestimmte Erreger in der Haut wohlfühlen.

Portrait Dr. Weise

Prof. Dr. David Weise, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Schmerztherapie am Asklepios Fachklinikum Stadtroda

Lässt sich mit einer guten Hautpflege gegensteuern?

Prof. Dr. David Weise: Auf jeden Fall. Sie bekämpft zwar nicht die Ursachen für Hautveränderungen bei der Parkinson-Krankheit, aber unterstützt die Haut in ihrer natürlichen Funktion. Daneben sollte aber auf alle Fälle die Krankheit optimal eingestellt sein, denn das kann sich auch auf unsere äußere Hülle positiv auswirken.

Eine sorgfältige Pflege unterstützt die Haut in ihren natürlichen Funktionen.

Was ist für die Hautpflege zu beachten?

Prof. Dr. David Weise: Ratsam ist, die Haut regelmäßig, am besten täglich, schonend zu reinigen. Dabei sollte das Wasser nicht zu heiß sein, damit es die Haut nicht reizt und austrocknet. Geeignete Produkte sind milde Seifen und Duschgels ohne Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe. Nach der Wäsche sollte man die Haut gut abspülen und sanft, aber gründlich abtrocknen. Für die anschließende Pflege gilt: Je trockener die Haut, umso fetthaltiger die Pflege. Im Fettgehalt absteigend sind Fettsalben, Salben oder Fettcremes, Cremes, Lotionen. Für eine Rasur empfehlen sich die nasse Variante und ausreichend scharfe Klingen. Im Anschluss kann die Haut mit mäßig warmem Wasser abgespült und gegebenenfalls eingecremt werden.

Was ist bei einer subkutanen Pumpentherapie für die Pflege der Haut bzw. Infusionsstelle wichtig?

Prof. Dr. David Weise: An oberster Stelle steht eine sorgfältige Hygiene. Die für die Infusion verwendeten Hautstellen sollten mit mäßig warmem Wasser und einer milden Seife sanft gereinigt werden. Desinfizieren sollte man gründlich, aber nicht im Übermaß. Zu starke Reibung mit dem Desinfektionstuch zum Beispiel strapaziert die Haut. Am besten beobachtet man die Haut aufmerksam und tastet sich vorsichtig heran, was sie individuell gut verträgt. Generell ist es ratsam, als Infusionsstelle eher wenig behaarte Partien auszuwählen. Gereizte oder gerötete Hautbereiche sollten ausgespart werden. Zeigen sich Auffälligkeiten wie Rötungen oder Entzündungen, ist das ein Thema für das Arztgespräch.

Hautpflege-Tipps für Parkinson-Betroffene

  1. Reinigen Sie Ihre Haut täglich mit warmem (nicht heißem) Wasser.
  2. Verwenden Sie milde Seifen und Duschgels ohne Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe.
  3. Spülen Sie die gereinigte Haut sorgfältig ab. Trocknen Sie sie sanft, aber gründlich.
  4. Tragen Sie eine fetthaltige Pflege auf die gesäuberte Haut auf. Je trockener die Haut, desto höher sollte der Fettgehalt des Pflegemittels sein.
  5. Bei der Therapie mit einer subkutanen Medikamentenpumpe: Reinigen Sie die Haut an Infusionsstellen besonders sanft. Desinfizieren Sie die Einstichstelle ausreichend, aber maßvoll. Lassen Sie die Haut idealerweise an der Luft trocknen.

Medikamente können die Haut beeinflussen
Manche Medikamente können sich negativ auf die Haut auswirken, indem sie zum Beispiel die Schweißproduktion verstärken. Bekannt ist diese Wirkung zum Beispiel für bestimmte Schmerzmittel und Antidepressiva. Parkinson-Betroffene sollten daher auch mit Blick auf ihre Hautgesundheit mit ihrer Neurologin oder ihrem Neurologen darüber sprechen, welche Medikamente sie einnehmen.

Haut und Hautpflege bei der Parkinson-Krankheit

  • Wie wirkt sich die Parkinson-Krankheit auf die Haut aus?
    Der bei der Parkinson-Krankheit vorliegende Dopaminmangel kann die Regulation der Talgzellen in der Haut stören. Die Haut kann trockener oder auch fettiger werden, vor allem im Gesicht (Salbengesicht). Bewirkt der Dopaminmangel vermehrtes Schwitzen, kann die Haut zusätzlich austrocknen. Zudem ist das Risiko für den schwarzen Hautkrebs erhöht.
  • Warum schwitzen Parkinson-Betroffene mehr?
    Der bei der Parkinson-Krankheit vorliegende Dopaminmangel kann das autonome Nervensystem stören, das unter anderem die Schweißproduktion steuert. Es kann dadurch zu vermehrtem Schwitzen kommen, oft in der Nacht.
  • Was ist für die Hautpflege bei der Parkinson-Krankheit wichtig?
    Ratsam ist eine tägliche Reinigung mit mäßig warmem Wasser und milden Seifen oder Duschgels ohne Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe. Anschließend die Haut gut abspülen und sanft, aber gründlich abtrocknen. Die verwendete Pflege sollte umso fetthaltiger sein, je trockener die Haut ist.
  • Wie pflegt man bei der Parkinson-Therapie mit einer subkutanen Medikamentenpumpe die Infusionsstelle?
    Für die Infusion verwendete Hautstellen sollten regelmäßig mit mäßig warmem Wasser und einer milden Seife sanft gereinigt werden. Danach sollte die Haut gründlich, aber nicht im Übermaß mit einem Hautdesinfektionsmittel desinfiziert werden.
  • Haben Parkinson-Betroffene ein höheres Hautkrebsrisiko?
    Ja, die Parkinson-Krankheit geht mit einem erhöhten Risiko für den schwarzen Hautkrebs einher. Betroffene lassen daher am besten regelmäßig ein Haut-Screening durchführen.
Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?