Therapieoptionen

So kann es weitergehen – nicht-orale Folgetherapien

Illustration zu einem Video zu nicht oralen Therapieoptionen

Nicht-orale Therapien zur Behandlung der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit sind keine „letzte Möglichkeit“, wenn Tabletten nicht mehr ausreichend wirken.

7 Min. Lesezeit
Selbsttest

Veränderungen frühzeitig erkennen

Der Selbsttest unterstützt Sie dabei, die Wirksamkeit Ihrer Therapie mit Tabletten besser einzuschätzen und vorbereitet ins Arztgespräch zu gehen.

Selbsttest starten

Worauf kommt es an?

Erfahren Sie in unserem Video mehr über die zur Verfügung stehenden nicht-oralen Folgetherapien:

Erfahren Sie in unserem Video, warum Parkinson-Tabletten und -Kapseln an Grenzen stoßen. Lernen Sie auch die Grundzüge der aktuell vier Therapiemöglichkeiten kennen, die Parkinson-Symptome dann wieder besser kontrollieren können – die sogenannten „nicht-oralen Folgetherapien“:

Medikamentenpumpen verabreichen den Parkinson-Wirkstoff entweder unter die Haut oder direkt in den Dünndarm. Bei der Tiefen Hirnstimulation werden in bestimmte Gehirnbereiche zwei Elektroden eingesetzt, um diese Hirnareale elektrisch zu stimulieren.

Besprechen Sie mit Ihrer Neurologin oder Ihrem Neurologen, ob eine und wenn ja, welche dieser Therapieformen für Sie geeignet sein könnte und worauf Sie bei Ihrer Entscheidung achten sollten. Hierbei ist es wichtig, frühzeitig Optionen zu bedenken und zu besprechen.

Solche nicht-oralen Therapien können Ihnen deutlich mehr Lebensqualität ermöglichen: Es kann sehr entlasten, nicht mehr täglich an viele Tablettendosen denken zu müssen. Damit geht einher, unabhängig von den Mahlzeiten zu sein und essen zu können, wann und was Sie möchten. Wenn längere Phasen mit schlechter Beweglichkeit wegfallen, ist auch das ein Gewinn: Nutzen Sie Ihre Zeit sinnvoll, statt Einschränkungen „auszusitzen“. Bleiben unkontrollierbare Überbewegen (Dyskinesien) aus, erleichtert Ihnen das ebenfalls, Ihre Tage zu planen und mit Aktivitäten zu füllen, die Ihnen Freude machen.

Folgende vier Therapieoptionen stehen bei der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit zur Verfügung:

Subkutane Therapie mit Apomorphin

Der Wirkstoff Apomorphin ahmt die Wirkung des körpereigenen Dopamins nach (Dopamin-Agonist). Mit Hilfe einer Medikamentenpumpe lässt er sich über eine Kanüle, die über einen dünnen Schlauch mit der Pumpe verbunden ist, kontinuierlich direkt unter die Haut verabreichen.

Subkutane Therapie mit Levodopa

Über eine Dauerinfusion in das Fettgewebe unter der Haut (subkutan) lässt sich der Wirkstoff Levodopa dem Körper kontinuierlich zuführen. Von dort aus gelangt er gleichmäßig ins Blut. Dazu wird in der Bauchregion eine kleine Kunststoffkanüle in die Haut eingebracht. Sie ist über einen dünnen Schlauch mit einer Medikamentenpumpe verbunden. Die Pumpe gibt rund um die Uhr Levodopa ab.

Intestinale Therapie mit Levodopa

Der Wirkstoff Levodopa kann über eine Dauerinfusion direkt in den Dünndarm eingebracht werden. Dazu wird in einem kurzen operativen Standardeingriff eine Sonde durch die Bauchdecke gelegt. Sie ist über einen dünnen Schlauch mit der Medikamentenpumpe verbunden. Die Pumpe gibt kontinuierlich Levodopa ab. So lässt sich ein gleichmäßiger Wirkstoffspiegel erreichen.

Tiefe Hirnstimulation

Bei der tiefen Hirnstimulation werden im Rahmen eines mehrstündigen operativen Eingriffs zwei Elektroden millimetergenau durch die Schädeldecke in jenen Teil des Gehirns eingesetzt, der für die Bewegungen zuständig ist. Über dünne, unter der Haut verlaufende Kabel sind sie mit einem kleinen Gerät verbunden, das im Bereich des Schlüsselbeins implantiert wird. Dieser Stimulator gibt kleine elektrische Impulse an die Elektroden ab, deren Stärke sich von außen regulieren lässt

Frühzeitig – nicht als „letzter Ausweg“

Durch die Verringerung der Symptome und die Linderung der Beschwerden kann eine individuell an Ihre Bedürfnisse angepasste Parkinson-Therapie Ihnen helfen, bestmöglich mit der Erkrankung zu leben. Die klinische Erfahrung zeigt: Nicht-orale Folgetherapien entfalten die beste Wirkung, wenn sie früh im Krankheitsverlauf eingesetzt werden. Dann deutet vieles darauf hin, dass sie über einen längeren Zeitraum besser wirken. Und wenn sie in der beginnenden Phase der Wirkschwankungen eingesetzt werden, kann das einen großen Gewinn an Lebensqualität bedeuten. Da die nicht-oralen Folgetherapien einen unmittelbaren Effekt zeigen, können sie Sie dabei unterstützen, den Alltag wieder vermehrt in die eigene Hand zu nehmen und aktiver sein zu können.

Bleiben Sie aufmerksam – nehmen Sie alle Veränderungen wahr

Auch wenn der Ausgleich des Dopamin-Mangels im Gehirn der zentrale Ansatzpunkt der Behandlung ist, lassen sich weitere Beeinträchtigungen, die mit der Parkinson-Krankheit einhergehen, mittlerweile gut behandeln. Wichtig ist daher, dass Sie auf solche Beschwerden ein Augenmerk haben, die nicht mit der Bewegung zusammenhängen. Welche das sind, ist individuell sehr unterschiedlich. So können Müdigkeit und mangelnder Antrieb, aber auch eine nachlassende Gedächtnisleistung, Schlafstörungen oder Verstopfung mit der Parkinson-Krankheit in Zusammenhang stehen. Fassen Sie sich ein Herz und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, was Ihnen zu schaffen macht. Bringen Sie dabei auch Themen an, die auf den ersten Blick zunächst gar nichts mit der Parkinson-Krankheit zu tun haben. Auch wenn das manchmal nicht leichtfällt. Denn die gute Nachricht ist, dass es bei vielen Beschwerden Hilfe gibt.

Behalten Sie Ihre Symptome im Blick und notieren Sie regelmäßig, was Sie oder auch Ihre Angehörigen beobachten. Hier finden Sie Anregungen, wie Sie das unkompliziert angehen können.

Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?