Wann ist eine Monotherapie mit Tabletten möglich?
Veränderungen frühzeitig erkennen
Der Selbsttest unterstützt Sie dabei, die Wirksamkeit Ihrer Therapie mit Tabletten besser einzuschätzen und vorbereitet ins Arztgespräch zu gehen.
Selbsttest startenWas versteht man unter einer Monotherapie?
PD. Dr. Martin Wolz: Als Monotherapie bezeichnet man die Behandlung einer Erkrankung mit nur einem Medikament. Bei der Parkinson-Krankheit sind die Behandlung mit Levodopa oder mit einem Dopaminagonisten die Hauptsäulen. Welche Wirkstoffgruppe bei welcher Patientin oder welchem Patienten wann zum Einsatz kommt, ist in den medizinischen Leitlinien festgehalten, nach denen Ärzte Patienten gemeinhin behandeln. Bei der Parkinson-Krankheit sollte der Einstieg in die Behandlung möglichst eine orale Monotherapie sein.
Monotherapie bei der Parkinson-Krankheit
- Als Monotherapie wird die Behandlung einer Krankheit mit nur einem Medikament bzw. Wirkstoff bezeichnet.
- Der Vorteil ist u. a., dass Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit weiteren Arzneimitteln gegen andere Krankheiten besser beurteilt werden können.
- Eine Monotherapie mit Tabletten ist nur im frühen Krankheitsstadium möglich.
- Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann die Monotherapie mit einer Medikamentenpumpe möglich sein.
- Eine Medikamentenpumpe bringt den Wirkstoff direkt unter die Haut oder in den Dünndarm.
Welche Vorteile hat die Behandlung mit nur einem Medikament?
PD. Dr. Martin Wolz: Die Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Parkinson-Symptome mit dem einen Medikament ausreichend in den Griff bekommen lassen. Gelingt das, hat eine Monotherapie den Vorteil, dass sie im Alltag einfach zu handhaben ist, da die oder der Betroffene nur an das eine Arzneimittel denken muss. Gerade für Berufstätige ist das ein Pluspunkt. Darüber hinaus hilft eine übersichtlich gehaltene Therapie, sich überhaupt erst einmal daran zu gewöhnen, regelmäßig Medikamente einzunehmen. Aus Studien wissen wir zudem: Je weniger Medikamente und Einnahmen am Tag nötig sind, umso besser können Patientinnen und Patienten die verordneten Einnahmezeitpunkte einhalten. Die Therapie kann dann entsprechend gut wirken und die Therapieeffekte sind für Betroffene klar erkennbar.
Eine Monotherapie ist darüber hinaus von Vorteil, wenn jemand zusätzlich weitere Medikamente gegen andere Erkrankungen einnimmt. Denn je mehr Arzneistoffe zusammenkommen, desto eher können Wechselwirkungen auftreten und die Medikamente wirken nicht oder nicht so wie gewünscht. Und letztlich lassen sich bei einer Monotherapie Wirkung, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen besser zuordnen. Das kann auch für Therapieanpassungen und Therapieentscheidungen hilfreich sein.
Wirkung der Parkinson-Therapie: Worauf achten?
- Eine schleichend nachlassende Tabletten-Wirkung fällt anfangs oft nicht auf.
- Fragen Sie sich darum:
o Nehmen Sie täglich 5 oder mehr Levodopa-Tabletten ein?
o Oder sind Sie täglich mindestens 2 Stunden schlecht beweglich?
o Oder haben Sie täglich mindestens 1 Stunde störende Überbewegungen? - Wenn Sie mindestens eine Frage mit „Ja“ beantworten, sollten Sie im Arzttermin über die Wirkung Ihrer Parkinson-Therapie sprechen.
- Bei der Einschätzung, wie gut Ihre Tabletten wirken, hilft auch ein Selbsttest mit fünf einfachen Fragen.
- Informieren Sie sich frühzeitig, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, wenn Parkinson-Tabletten nicht mehr ausreichend wirken.
Ist eine Monotherapie in Tablettenform in jedem Stadium der Erkrankung möglich?
PD. Dr. Martin Wolz: Nein, sie hat ihren Stellenwert ausschließlich in der frühen Phase. Ab dem mittleren Erkrankungsstadium werden mehrere Medikamente eingesetzt. Ziel ist unter anderem, verschiedene Wirkansätze miteinander zu kombinieren oder eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten möglichst gering zu halten.
Was ist im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung besonders?
PD. Dr. Martin Wolz: Das therapeutische Fenster als der Bereich, in dem ein Medikament gut wirkt, wird zunehmend kleiner. Die eingenommenen Tabletten wirken dann nicht mehr so gleichmäßig über den ganzen Tag. Eine der Folgen der aufkommenden Wirkschwankungen sind Probleme mit der Beweglichkeit. Im fortgeschrittenen Stadium können auch sogenannte nicht-motorische Beschwerden wie Schlafprobleme oder Halluzinationen zunehmen. Alles zusammen beeinträchtigt die Lebensqualität deutlich. Über die Kombination verschiedener Medikamente lässt sich bis zu einem gewissen Stadium gegensteuern.
Was gilt für nicht-orale Therapieformen?
PD. Dr. Martin Wolz: Wenn die eingenommenen Tabletten bei der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit nicht mehr zufriedenstellend wirken, bestehen weitere Behandlungsmöglichkeiten. Strebt man eine Monotherapie an, kann der Einsatz einer Medikamentenpumpe in Betracht kommen. Bei dieser Therapieform gelangt das Medikament kontinuierlich über eine Sonde direkt in den Dünndarm. So kann es gleichmäßig wirken. Mit der Tiefen Hirnstimulation lässt sich die täglich benötigte Tablettenmenge im Schnitt um die Hälfte reduzieren. Bei dieser Behandlungsoption werden zwei Elektroden in bestimmte Hirnareale eingebracht, um überaktive Gehirnbereiche zu regulieren. Eine dritte Option ist der Einsatz der Apomorphin-Pumpe. Sie verabreicht den Wirkstoff direkt unter die Haut. Auch bei dieser Therapie kann die Menge der täglich benötigten Anti-Parkinson-Tabletten verringert werden.
Veränderungen im Blick behalten
Sie nehmen mehr als fünfmal am Tag Tabletten ein? Machen Sie den Parkinson-Check und sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf mögliche Therapieoptionen an.
Wo erhalten Betroffene Informationen rund um die Parkinson-Therapie?
„Gute Quellen finden sich im Internet, hier bietet unter anderem die Selbsthilfe Aufklärung oder auch den direkten Draht zu den Gruppen vor Ort“, empfiehlt PD Dr. Martin Wolz. „Zudem sollten Betroffene nicht zögern und ihre Fragen mit ihrem Neurologen besprechen. Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson sollten darüber hinaus ab und zu einen Termin bei einem Parkinson-Spezialisten wahrnehmen.“
Parkinson-Therapie mit nur einem Medikament
- Was ist eine Monotherapie bei der Parkinson-Krankheit?
Bei einer Monotherapie wird nur mit einem Medikament bzw. einem Wirkstoff behandelt. Bei der Parkinson-Krankheit ist im frühen Stadium eine Monotherapie mit Tabletten, im fortgeschrittenen Stadium mit einer Medikamentenpumpe möglich. - Welche Vorteile hat die Behandlung der Parkinson-Krankheit mit nur einem Medikament?
Eine Monotherapie ist im Alltag einfach zu handhaben. Zudem lassen sich ihre Wirkung, eventuelle Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit weiteren Arzneimitteln gegen andere Krankheiten besser beurteilen. - Wann ist eine Monotherapie bei der Parkinson-Krankheit möglich?
Im frühen Krankheitsstadium kann die Parkinson-Krankheit in der Regel mit einem Medikament bzw. einem Wirkstoff behandelt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Monotherapie mit einer Medikamentenpumpe infrage kommen. - Wie bringt eine Medikamentenpumpe den Wirkstoff in den Körper?
Bei dieser Therapieform gelangt der Wirkstoff über eine kleine Kanüle unter die Haut oder über eine Sonde durch die Bauchdecke in den Dünndarm. Für die Infusion werden Kanüle oder Sonde und Medikamentenpumpe mit einem dünnen Schlauch verbunden. - Welche Vorteile hat eine Medikamentenpumpe bei fortgeschrittener
Mithilfe einer Medikamentenpumpe gelangt der verabreichte Wirkstoff kontinuierlich und gleichmäßig in den Körper. Damit liegt jederzeit ausreichend Wirkstoff vor und die Parkinson-Symptome sind durchgehend unter Kontrolle.