Verlauf

Wie gut wirkt meine Therapie?

Ein älteres Ehepaar unterhält sich über die aktuelle Parkinson-Therapie

Stellen Sie die Wirksamkeit Ihrer Parkinson-Medikamente regelmäßig auf den Prüfstand: Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt hilft das, gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Behandlungsstrategie zu finden. Unsere Tipps für Ihren Therapie-Check.

Quelle: Redaktion
8 Min. Lesezeit
Selbsttest

Veränderungen frühzeitig erkennen

Der Selbsttest unterstützt Sie dabei, die Wirksamkeit Ihrer Therapie mit Tabletten besser einzuschätzen und vorbereitet ins Arztgespräch zu gehen.

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Wenn Sie sich regelmäßig fragen, ob Ihre Parkinson-Tabletten die Krankheitssymptome ausreichend in Schach halten, bedeutet das nicht, sich ängstlich selbst zu beobachten und ständig in Sorge zu sein, ob alles gut ist. Vielmehr nutzen Sie die Chance, Veränderungen der Therapiewirkung frühzeitig zu erkennen und zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt angemessen darauf zu reagieren.

Im Alltag fällt die Frage „Wie gut wirkt meine aktuelle Therapie?“ allerdings häufig unter den Tisch. Vielleicht fallen Veränderungen anfangs nicht auf. Oder mit dem Fortschreiten der Krankheit wird eine nachlassende Medikamentenwirkung als gegeben hingenommen. Mitunter fällt es schlichtweg schwer, wahre Veränderungen von Symptomen oder der Therapiewirkung zu erkennen, anzunehmen und anzusprechen. Manchmal schrecken Betroffene auch vor neuen Medikamenten, anderen Einnahmezeiten oder dem Wechsel auf eine nicht-orale Folgetherapie zurück.

Doch es lohnt sich, Hemmnisse wie diese zu überwinden und sich regelmäßig zu fragen, wie gut die aktuelle Therapie die Krankheit in ihre Schranken verweist: Fällt eine unzureichende Medikamentenwirkung frühzeitig auf und wird die Therapie daraufhin angepasst, kann das ein großes Plus für die Lebensqualität sein:

  • Eine gut wirkende Therapie trägt dazu bei, dass Ihre Tage besser planbar sind. Ist Ihre Beweglichkeit zum Beispiel durchgehend gut, können Sie Aktivitäten zeitlich so legen, wie Sie es möchten. Das kann auch für Ihre Angehörigen und im gemeinsamen Alltag Freiräume eröffnen.
  • Rechtzeitige Therapieanpassungen helfen, Fähigkeiten und Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Wer unter Einschränkungen leidet, zieht sich eher zurück, verzichtet auf Hobbys und Sport oder benötigt im Alltag mehr Unterstützung. Später soziale Kontakte wieder aufzunehmen oder an die frühere Bewegungssicherheit und Ausdauer anzuknüpfen, wenn das Rad länger im Hof stand, gestaltet sich oft schwierig.

Die Krankheit schreitet voran – die Therapie geht mit

Wie wichtig es ist, die Wirkung der aktuellen Therapie aufmerksam zu beobachten, verdeutlicht auch ein Blick auf die mit der Parkinson-Krankheit verbundenen Besonderheiten:

  • Im Krankheitsverlauf nimmt im Gehirn die Anzahl der Zellen ab, die den für Bewegungen benötigten Botenstoff Dopamin produzieren. Zugleich können die Zellen immer weniger zugeführtes Dopamin speichern und abgeben.
  • In den ersten Krankheitsjahren lässt sich der Dopaminmangel mit Tabletten gut ausgleichen und die Parkinson-Symptome sind unter Kontrolle.
  • Im weiteren Verlauf kann die Wirkung der Parkinson-Medikamente zunehmend schwanken. Levodopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Mit fortschreitender Erkrankung kann das Gehirn dieses Dopamin immer weniger gleichmäßig speichern und bereitstellen. Dadurch kann die Beweglichkeit im Tagesverlauf stärker schwanken: Phasen guter Beweglichkeit können sich mit Phasen schlechter Beweglichkeit oder Überbewegungen abwechseln.
  • Im Verlauf können die Dosis, die Einnahmeintervalle oder die Kombination der oral einzunehmenden Medikamente ärztlich angepasst werden. Das kann beispielsweise mehrere Einnahmezeitpunkte am Tag erforderlich machen.
  • Irgendwann kann die Behandlung allein mit Tabletten die Parkinson-Symptome nicht mehr zufriedenstellend eindämmen. Nicht-orale Folgetherapien sind dann weitere Optionen.

So wie die Parkinson-Krankheit sich im Laufe der Zeit verändert, bleibt auch Ihre Behandlung in Bewegung. Idealerweise hinkt sie dabei Veränderungen nicht hinterher, sondern hält mit ihnen Schritt – oder geht sogar ein Stück voraus: Frühzeitige Therapieanpassungen können unter anderem dazu beitragen, dass negative Folgen einer nachlassenden Medikamentenwirkung schon zu Beginn ausgebremst werden und sich gar nicht erst verfestigen können.

Auf Papier, digital und gemeinsam: Helfer für Ihre Dokumentation

Im Alltag können Sie auf nützliche Hilfen setzen, um die Wirkung Ihrer Parkinson-Therapie ohne viel Aufwand im Blick zu behalten. Ziehen Sie auch Personen hinzu, die Sie gut kennen. Die Beobachtungen Außenstehender sind wertvolle Ergänzungen.

  • Therapietagebuch: Halten Sie wesentliche Punkte fest: Um wie viel Uhr haben Sie Ihr Parkinson-Medikament eingenommen? Wann haben Sie gegessen? Zu welchen Zeiten waren Sie gut, schlecht oder nicht beweglich, wann überbeweglich? Vorlagen hierfür bietet unser Dokumentations-Tagebuch zur Wirksamkeit Ihrer Parkinson-Therapie.
  • Apps für das Smartphone: Für alle, die digitale Varianten bevorzugen: Überall dort, wo Sie Apps laden können, finden Sie auch Gesundheits-Apps für die Dokumentation von Symptomen und Medikamenteneinnahmen. Einige Krankenkassen bieten ebenfalls entsprechende Angebote. Wichtig ist: Achten Sie bei der Auswahl auf einen vertrauenswürdigen Anbieter und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ihren Gesundheitsdaten.
  • Parkinson Check: Der Parkinson-Check ist ein kurzer Selbsttest zur Wirksamkeit Ihrer oralen Therapie. Ihr Ergebnis können Sie als PDF speichern und ausdrucken oder per E-Mail direkt in Ihre Arztpraxis schicken. Im nächsten Termin können Sie das Testergebnis besprechen.
  • Handyvideos: Verwenden Sie die Videofunktion Ihres Smartphones, um Symptome wie Überbeweglichkeit oder schlechte Beweglichkeit und damit verbundene Schwierigkeiten im Alltag aufzunehmen. Fällt Ihnen selbst das Filmen schwer, können Sie andere um Unterstützung bitten. Im Arzttermin ergänzen die Aufnahmen Ihre Dokumentation und Ihre Beschreibungen.
  • „Dokumentations-Buddys“: Beziehen Sie Angehörige und Ihnen nahestehende Menschen ein. Sie nehmen Veränderungen oder Zusammenhänge zwischen Medikamenteneinnahme und Ihren Parkinson-Symptomen anders und oft sogar früher als Sie selbst wahr. Entsprechend aufschlussreich sind ihre Hinweise für die Beurteilung Ihrer aktuellen Parkinson-Therapie.

Die „heiße“ Phase: 3-5 Tage vor dem Arzttermin

  • Niemand muss sich permanent selbst beobachten, um die Wirkung der Parkinson-Tabletten einschätzen zu können. Es reicht, immer mal wieder einige Tage Medikamenteneinnahme und Symptome zu protokollieren.
  • Besonders ratsam ist eine sorgfältige Dokumentation vor einem Arztbesuch. Im Termin können Sie alle Notizen und Daten besprechen.
  • Auch der Parkinson-Check zur Überprüfung der Therapiewirksamkeit bietet sich im Vorfeld eines Arzttermins an.

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