Eine Frau mit Migräne und kurzen braunen Haaren blickt auf Atommodel
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Migräne verstehen

Entstehung von Migräne – das passiert in deinem Körper

April 2025 · Redaktion ·

Forschende haben in den letzten Jahrzehnten viel Wissen über die Entstehung und Mechanismen von Migräne gesammelt. Dieses Wissen kann dir helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und zu behandeln. Hier wird erläutert, wie Migräneattacken ausgelöst werden können.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum bei dir eine Migräneattacke auftritt? Du hast bestimmt schon einiges über Auslöser wie Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder das Wetter gehört. Diese sogenannten Triggerfaktoren können zu einer Migräne beitragen.

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Wodurch wird Migräne ausgelöst?

Migräne ist bereits gut erforscht und die Wissenschaft weiß viel über ihre Entstehung. Trotzdem ist das Krankheitsbild komplex und es gibt noch verschiedene offene Fragen, sodass sich Expertinnen und Experten nicht in allen Punkten völlig einig sind. Es scheinen nicht nur ein Faktor, sondern viele Faktoren zu sein, die zusammenwirken, um die Migräne auszulösen.

Forschende der Kieler Schmerzklinik, eine der führenden Kliniken im Bereich Migräne, haben ein Modell für die Entstehung der Migräne erstellt, in das die meisten der Erklärungsansätze einfließen – die sogenannte Neurologisch-verhaltensmedizinische Migränetheorie.5 Klingt erstmal kompliziert – ist es aber gar nicht:

Was ist das „Migränegehirn“?

Die Basis dafür, dass Migräneattacken entstehen, ist eine Besonderheit in deinem Gehirn, für die eine erbliche Veranlagung besteht.1 Expertinnen und Experten nennen diese Besonderheit das „Migränegehirn“.2 Dahinter steckt, dass das Gehirn von Menschen mit Migräne ständig auf hohem Niveau arbeitet und dadurch immer unter „Hochspannung“ steht.

Wie entstehen Migräneattacken?

Bei einer Migräneattacke werden bestimmte Nervenbahnen im Kopf und im Hirnstamm übermäßig aktiv. Dabei wird der Botenstoff CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) freigesetzt, der Blutgefäße in den Hirnhäuten erweitert und dort eine Art entzündliche Reaktion auslöst. Dadurch werden Schmerzfasern empfindlicher, und die pulsierende Durchblutung der Gefäße wird als pochender Kopfschmerz wahrgenommen, der sich bei körperlicher Aktivität verstärkt. Gleichzeitig werden Hirnregionen aktiviert, die für Übelkeit, Erbrechen und Licht‑ oder Lärmempfindlichkeit zuständig sind, weshalb diese Beschwerden häufig zusammen mit der Migräne auftreten.3

Welche Rolle spielen die Botenstoffe?

Wenn zu der Hochspannung in deinem Migränegehirn noch zusätzliche Triggerfaktoren hinzukommen, läuft das Fass über: Alles zusammen führt bei Menschen mit Migräne dazu, dass viel zu viele Botenstoffe (Neurotransmitter) freigesetzt werden und im Gehirn wirken.1 Die bekanntesten Botenstoffe bei Migräne hast du vielleicht schon mal gehört: Serotonin (bekannt als das „Glückshormon“) und das oben erwähnte CGRP.1,4

Übelkeit durch Migräne

Das Gehirn von Menschen mit Migräne interpretiert die Freisetzung dieser Stoffe fälschlicherweise als Vergiftung und reagiert daher mit Übelkeit und Erbrechen. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um eine Vergiftung. Stattdessen ist es die Art und Weise, wie das Gehirn auf die ungewohnt hohe Konzentration dieser Botenstoffe reagiert. Diese körperlichen Reaktionen ähneln zwar denen einer Vergiftung, sind jedoch das Ergebnis einer kompletten Fehlregulation innerhalb des Nervensystems, die bei Migräne auftritt.5

Warum entsteht Migräne mit Aura?

Die übermäßig freigesetzten Botenstoffe können eine Art Dämpfung von manchen Nervenzellen im Gehirn auslösen. Das bewirkt eine lokale schlechtere Durchblutung, die Nervenzellen im Gehirn können nicht mehr richtig arbeiten. Die Folgen davon sind die typischen Aura-Symptome, die du vielleicht kennst. (z. B. Kribbeln in den Fingerspitzen).5

Migräne Grafik Ausgeschüttete Botenstoffe lösen Entzündung in den Hirnhäuten aus.
Abb.: Bei einer Migräneattacke werden übermäßig viele Botenstoffe (z.B. CGRP und Serotonin) freigesetzt. Dadurch kommt es zu einer Überaktivierung im Gehirn und zu einer Dämpfung mancher Nervenzellen, die wiederum Schmerzzellen anregen. Die Folge: Eine Entzündungsreaktion in den Blutgefäßen der Hirnhäute. Diese sogenannte neurogene Entzündung lässt den Schmerz entstehen.

Wie wird der Kopfschmerz bei einer Migräneattacke ausgelöst?

Durch die Dämpfung der Nervenzellen kommt es zu einer Störung im Gehirn. Schmerzzellen werden angeregt und es entsteht eine Art Entzündungsreaktion in den Blutgefäßen der Hirnhaut.5 Diese Entzündungsreaktion ruft den Kopfschmerz hervor, der sich über den ganzen Kopf ausbreiten kann.

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Zusammenfassung

Migräne entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dein Gehirn ist dabei besonders empfindlich und nimmt Reize intensiver wahr als bei anderen Menschen. Wenn dann noch Triggerfaktoren wie Stress, Wetterveränderungen oder Schlafmangel hinzukommen, kann dein Gehirn überfordert sein und dadurch eine Migräneattacke ausgelöst werden.

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1. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/migraene/ursachen/, zuletzt abgerufen am 05.12.2025
2. https://www.migraeneliga.de/migraene-fakten/, zuletzt abgerufen am 05.12.2025
3. https://schmerzklinik.de/schneller-denken-tiefer-empfinden-staendig-wahrnehmen/, zuletzt abgerufen am 05.12.2025
4. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie I Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, zuletzt abgerufen am 05.12.2025
5. https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/ursachen/, zuletzt abgerufen am 05.12.2025

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