Migräne mit Aura: Meine Warnzeichen, bevor die Attacke beginnt
Eigentlich bin ich ein Wintermensch. Kalte, klare Luft vertrage ich deutlich besser als drückende Sommerhitze. In den meisten Jahren geht es mir im Winter sogar besser. Doch dieser Winter war anders.
Sobald Schnee fiel, meldete sich mein Kopf. Bleibt das Wetter konstant kalt, ist alles gut. Doch Schneefall scheint bei mir ein klarer Migräne-Trigger zu sein. Und mit ihm kehrte dieses Jahr eine alte Bekannte zurück: die Aura.
Was ist eine Aura – und wie fühlt sie sich an?
Viele denken bei einer Migräne-Aura sofort an flimmernde Augen oder Lichtblitze. Aber eine Aura kann sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Bei mir wurde vor einigen Jahren eine chronische Migräne mit Aura diagnostiziert. Lange Zeit wusste ich allerdings gar nicht, wie meine Aura eigentlich aussieht.
Ich habe das nie mit Migräne in Verbindung gebracht, sondern einfach hingenommen. Rückblickend weiß ich, dass ich in dieser Zeit keine gute Verbindung zu meinem Körper hatte.
Heute erkenne ich diese Zeichen. Sie sind so vertraut geworden, dass ich sie manchmal kaum noch bewusst wahrnehme. Und doch weiß ich: Eine Migräneattacke kündigt sich an. Manchmal innerhalb von 30 Minuten. Manchmal erst am nächsten Tag.
Wenn die Aura Angst macht – und warum ich trotzdem hinsehe
Ich habe Jahre gebraucht, um diese Symptome einordnen zu können. Sie kommen nicht immer gleich, verändern sich, sind mal lauter, mal leiser. Seit über 20 Jahren lerne ich meine Migräne kennen – und wahrscheinlich werde ich nie auslernen. Aber ich habe eine gewisse Routine entwickelt. Ein Gespür.
In den letzten Tagen wurde dieses Gespür allerdings auf eine harte Probe gestellt.
Kurz vor der eigentlichen Migräneattacke wurde mir schwindelig, ich musste mich übergeben. Meine rechte Gesichtshälfte wurde taub, Augen und Nase tränten. Für einen Moment war ich überzeugt, dass etwas ganz anderes nicht stimmt. Ich war kurz davor, einen Krankenwagen zu rufen.
Ich legte mich hin. Wie viel Zeit vergangen ist, weiß ich nicht. Als ich wieder wach wurde, hatte ich eine massive Migräneattacke. Erst da wurde mir klar: Das war eine starke Aura.
Was viele Betroffene nicht wissen: Symptome der Aura, wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen können ähnlich aussehen wie die Anzeichen eines Schlaganfalls oder einem Schub bei Multipler Sklerose.
Symptome ernst nehmen. Immer.
So vertraut mir meine Migräne auch ist: Nicht jedes Symptom sollte einfach abgetan werden. Wenn Beschwerden neu, ungewöhnlich stark oder anhaltend sind, sollte das auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. Punkt.
Mitgefühl statt Durchhalten
Migräne lehrt Geduld. Mit dem Körper. Mit sich selbst. Aura-Symptome sind Warnsignale, keine Schwäche. Je besser wir sie verstehen, desto eher können wir uns schützen. Und je offener wir darüber sprechen, desto weniger allein fühlen wir uns damit.
Hör auf deinen Körper. Nimm deine Symptome ernst.
Und hab Mitgefühl mit dir – auch an den Tagen, an denen dein Kopf lauter ist als die Welt um dich herum.
Eure Lena
Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um die persönlichen Erfahrungen der betroffenen Person. Die Aussagen basieren auf individuellen Erlebnissen und stellen keine allgemeingültigen Empfehlungen dar.
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