MOH bei Migräne: Wenn Akutmedikamente zu oft nötig werden
Woran du Medikamentenübergebrauch erkennen kannst
Zur Erkennung von MOH zählt nicht nur, welche Akutmedikamente du nimmst, sondern auch, an wie vielen Tagen im Monat du sie einnimmst. Als Orientierung gilt: Triptane oder Kombinationsschmerzmittel sollten meist nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat eingesetzt werden. Für einfache Schmerzmittel gilt: nicht an mehr als 15 Tagen pro Monat.
Vielleicht merkst du auch: Migräneattacken werden häufiger oder unberechenbarer. Du nimmst Medikamente zur Behandlung einer akuten Attacke, um im Alltag funktionsfähig zu bleiben. Gleichzeitig steigt die Schmerzempfindlichkeit – und der Bedarf an Medikamenten nimmt weiter zu. Genau dieser Schmerzmittel-Teufelskreis kann ein Hinweis darauf sein, dass deine Therapie Aufmerksamkeit braucht.
Was jetzt hilft
Behalte deine Einnahmetage im Blick. Dabei kann ein Kopfschmerztagebuch helfen: Du musst dich beim nächsten Termin nicht erinnern, sondern kannst nachsehen, wann du Kopfschmerzen hattest, wann du Akutmedikamente genommen hast und wie gut sie geholfen haben.

Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du regelmäßig an die Orientierungswerte herankommst oder sie überschreitest. Denn das ist eine wichtige Information für deine Behandlung. Gemeinsam könnt ihr besprechen, wie sich der Kreislauf durchbrechen lässt. Manchmal kann eine Anpassung der Akuttherapie sinnvoll sein – zum Beispiel mit Akutmitteln, für die bislang kein relevantes MOH-Risiko beschrieben wurde. Manchmal geht es auch darum, Migräneattacken im Rahmen einer Prophylaxe früher vorzubeugen, damit Akutmedikamente seltener nötig werden.
Wenn deine Ärztin oder dein Arzt empfiehlt, Akutmedikamente zu reduzieren oder zeitweise abzusetzen, kann das Angst machen. Diese Sorge, bei der nächsten Attacke schutzlos zu sein, ist verständlich und vollkommen nachvollziehbar. Wichtig zu wissen: Eine solche Umstellung passiert nicht von heute auf morgen. Sie wird gemeinsam mit dir geplant, ärztlich begleitet und kann von alternativen Maßnahmen unterstützt werden. Du bist dabei nicht allein.
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Kopfschmerztagebuch: dein Überblick für den nächsten Termin
Notiere kurz und regelmäßig:
- an welchen Tagen du Kopfschmerzen oder Migräneattacken hattest
- welche Akutmedikamente du genommen hast
- wie gut sie geholfen haben
- ob Nebenwirkungen aufgetreten sind
So entsteht ein Bild, das dir und deiner Ärztin oder deinem Arzt hilft, die nächsten Schritte besser einzuordnen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung durch Ärztinnen und Ärzte.
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