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Migräne verstehen

MOH bei Migräne: Wenn Akutmedikamente zu oft nötig werden

5 min · Juli 2026 · Redaktion ·

Wenn eine Migräneattacke beginnt, möchtest du schnell wieder in deinen Tag zurück. Akutmedikamente können dabei wichtig sein. Werden sie aber sehr häufig eingesetzt, kann sich mit der Zeit ein ungünstiger Kreislauf entwickeln: Die Kopfschmerzen nehmen zu, du brauchst häufiger Medikamente – und dadurch können wiederum mehr Kopfschmerzen entstehen. Fachleute sprechen dann von Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch, engl. Medication Overuse Headache, kurz MOH.

Woran du Medikamentenübergebrauch erkennen kannst

Zur Erkennung von MOH zählt nicht nur, welche Akutmedikamente du nimmst, sondern auch, an wie vielen Tagen im Monat du sie einnimmst. Als Orientierung gilt: Triptane oder Kombinationsschmerzmittel sollten meist nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat eingesetzt werden. Für einfache Schmerzmittel gilt: nicht an mehr als 15 Tagen pro Monat.

Vielleicht merkst du auch: Migräneattacken werden häufiger oder unberechenbarer. Du nimmst Medikamente zur Behandlung einer akuten Attacke, um im Alltag funktionsfähig zu bleiben. Gleichzeitig steigt die Schmerzempfindlichkeit – und der Bedarf an Medikamenten nimmt weiter zu. Genau dieser Schmerzmittel-Teufelskreis kann ein Hinweis darauf sein, dass deine Therapie Aufmerksamkeit braucht.

Eine Grafik, die den Schmerzmittel-Teufelskreis zeigt
MOH: Der Schmerzmittel-Teufelskreis. Häufige Migräneattacken führen zu häufigerem Medikamenteneinsatz – was die Schmerzempfindlichkeit steigert und langfristig selbst Kopfschmerzen verursachen kann.

Was jetzt hilft

Behalte deine Einnahmetage im Blick. Dabei kann ein Kopfschmerztagebuch helfen: Du musst dich beim nächsten Termin nicht erinnern, sondern kannst nachsehen, wann du Kopfschmerzen hattest, wann du Akutmedikamente genommen hast und wie gut sie geholfen haben.

Kopfschmerztagebuch
Mit dem Kopfschmerztagebuch kannst du unkompliziert deine Symptome, Dauer, Stärke und Begleitbeschwerden dokumentieren.
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Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du regelmäßig an die Orientierungswerte herankommst oder sie überschreitest. Denn das ist eine wichtige Information für deine Behandlung. Gemeinsam könnt ihr besprechen, wie sich der Kreislauf durchbrechen lässt. Manchmal kann eine Anpassung der Akuttherapie sinnvoll sein – zum Beispiel mit Akutmitteln, für die bislang kein relevantes MOH-Risiko beschrieben wurde. Manchmal geht es auch darum, Migräneattacken im Rahmen einer Prophylaxe früher vorzubeugen, damit Akutmedikamente seltener nötig werden.

Wenn deine Ärztin oder dein Arzt empfiehlt, Akutmedikamente zu reduzieren oder zeitweise abzusetzen, kann das Angst machen. Diese Sorge, bei der nächsten Attacke schutzlos zu sein, ist verständlich und vollkommen nachvollziehbar. Wichtig zu wissen: Eine solche Umstellung passiert nicht von heute auf morgen. Sie wird gemeinsam mit dir geplant, ärztlich begleitet und kann von alternativen Maßnahmen unterstützt werden. Du bist dabei nicht allein.

Empfehlungen für dich

In unseren Pocket Guides zur Prophylaxe und Akuttherapie findest du alle wichtigen Informationen, die du für das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt benötigst.

Kopfschmerztagebuch: dein Überblick für den nächsten Termin

Notiere kurz und regelmäßig:

  • an welchen Tagen du Kopfschmerzen oder Migräneattacken hattest
  • welche Akutmedikamente du genommen hast
  • wie gut sie geholfen haben
  • ob Nebenwirkungen aufgetreten sind

So entsteht ein Bild, das dir und deiner Ärztin oder deinem Arzt hilft, die nächsten Schritte besser einzuordnen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung durch Ärztinnen und Ärzte.

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