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Leben mit Migräne

Migräne und Wechseljahre – Wenn die Hormone Achterbahn fahren

7 min · August 2026 · Tanja ·

Bei mir ist die Migräne mit den Wechseljahren gekommen. Während ich hier schreibe, habe ich gerade wieder 12 Migräne-Tage im Monat - ich stecke mittendrin. Aber was passiert da eigentlich? Und warum trifft es manche von uns so hart?

Kennst du das? Zu viel Stress – Migräneattacke. Endlich Entspannung, ausschlafen, Urlaub – Migräneattacke. Selbst starke Temperaturschwankungen können bei mir eine Attacke auslösen. Da kann man sich vorstellen, was die hormonelle Achterbahn der Wechseljahre mit einem Migräne-Gehirn anstellt. Denn die Migräne mag generell keine großen Ausschläge.

Das Problem ist nicht das niedrige Östrogen an sich, sondern die Schwankungen. Wenn bei mir das Östrogen plötzlich abfällt, kann dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflussen. Kein Wunder also, dass mein Körper verrücktspielt. Nach den Wechseljahren, wenn sich der Hormonspiegel auf niedrigem Niveau eingependelt hat, kommt hoffentlich die Stabilität wieder, die mein Migräne-Gehirn so dringend braucht.

Wie es sich bei mir zuspitzte

Vor drei Jahren starb meine Mutter. Kurz darauf musste mir die Gebärmutter entfernt werden – mit starkem Blutverlust und schwerem Eisenmangel. Zunächst hieß es: „Erhole dich, verarbeite die Trauer, baue das Eisen auf. Dann wird die Migräne besser“. Aber so einfach war es nicht. Mein Körper war gleichzeitig in der Trauer, im Eisenmangel und im hormonellen Umbruch – und die Migräne-Tage pro Monat nahmen stetig zu.

Durchhalten. Zähne zusammenbeißen, funktionieren. Aber die Migräne hat mich immer weiter in die Knie gezwungen. Und irgendwann musste ich mir eingestehen: So wie früher geht es nicht mehr.
Migränepatientin Tanja

H2: „Reduziere deinen Stress.“ Klingt so einfach
Das war der erste Ratschlag, den ich bekam: Aber ich fühlte mich durch die Wechseljahre viel leichter gestresst ist als früher und die ständige Angst vor der nächsten Migräneattacke setzte mich zusätzlich unter Druck.

Der zweite Ratschlag meiner Hausärztin: „Du musst mehr schlafen.“ Auch das stimmt – Schlafmangel ist bei mir einer der stärksten Migräne-Trigger überhaupt. Aber bis ich hormonell eingestellt war, war an guten Schlaf nicht zu denken. Meine Migräneattacken starten in der Regel nachts. Durch die Schmerzen waren meine Stresshormone ständig erhöht. Ich wachte nachts auf, grübelte und fand keinen Schlaf mehr. Schlafstörungen, emotionale Instabilität und Hormonschwankungen waren bei mir gleichzeitig am Start und haben die Migräne begünstigt.

Blutzuckerschwankungen – damit hatte ich nicht gerechnet

Dass mein Blutzucker etwas mit der Migräne zu tun haben könnte, hatte ich lange nicht auf dem Schirm. Ich wachte nachts auf, weil er abfiel – zusätzlich zum Cortisol also noch ein weiterer Grund für gestörten Schlaf. Und auch tagsüber führten starke Schwankungen bei mir schneller zu Attacken.

Als ich angefangen habe, meinen Blutzucker zu tracken, war ich ehrlich überrascht, wie stark er bei mir schwankte. Heute achte ich bewusst darauf. Manchmal heißt das, morgens ein Croissant zum Cappuccino zu essen, weil es bei mir den Blutzucker stabil hält.
Migränepatientin Tanja

Hormonersatztherapie – bei mir kein Selbstläufer

Als ich mit der Hormonersatztherapie begann, dachte ich: Jetzt wird alles besser. Stattdessen gab es erstmal noch mehr Chaos. Der Wendepunkt kam, als ich vom Östrogen-Gel auf Pflaster umstieg. Bei mir hat das einen echten Unterschied gemacht: Stabilität statt Schwankung. Wenn das für dich auch ein Thema sein könnte, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.

Wenn ich älteren Migräne-Betroffenen erzähle, dass ich mit den Wechseljahren Migräne bekommen habe, höre ich meistens: „Bei mir ist es danach viel besser geworden – oder sogar ganz verschwunden.“ Das macht mir Hoffnung. Ehrlich gesagt klammere ich mich manchmal daran.

Eure Tanja

Kurzportrait

Ich bin Tanja Multinu, Migränikerin und Gesundheitsexpertin
Meine Ausbildungen zur Heilpraktikerin, Physiotherapeutin und Mental Coach helfen mir, den Menschen – und damit auch Schmerzsymptome – als Ganzes zu betrachten.
Das Thema beschäftigte mich schon lange, als ich mit 49 Jahren, zu Beginn der Wechseljahre, selbst Migräne bekam. Seither weiß ich, vor welchen Hürden man als Migränepatient steht und welche Lösungen es gibt.
Vieles lässt sich selbst beeinflussen, aber jeder darf akzeptieren, wenn die Migräne einfach da ist – ohne dass man etwas „falsch“ gemacht hat. Diese Erkenntnis und mein Migränemanagement haben mir sehr viel innere Ruhe geschenkt.

Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um die persönlichen Erfahrungen der betroffenen Person. Die Aussagen basieren auf individuellen Erlebnissen und stellen keine allgemeingültigen Empfehlungen dar.

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