Migräne und Wechseljahre – Wenn die Hormone Achterbahn fahren
Kennst du das? Zu viel Stress – Migräneattacke. Endlich Entspannung, ausschlafen, Urlaub – Migräneattacke. Selbst starke Temperaturschwankungen können bei mir eine Attacke auslösen. Da kann man sich vorstellen, was die hormonelle Achterbahn der Wechseljahre mit einem Migräne-Gehirn anstellt. Denn die Migräne mag generell keine großen Ausschläge.
Das Problem ist nicht das niedrige Östrogen an sich, sondern die Schwankungen. Wenn bei mir das Östrogen plötzlich abfällt, kann dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflussen. Kein Wunder also, dass mein Körper verrücktspielt. Nach den Wechseljahren, wenn sich der Hormonspiegel auf niedrigem Niveau eingependelt hat, kommt hoffentlich die Stabilität wieder, die mein Migräne-Gehirn so dringend braucht.
Wie es sich bei mir zuspitzte
Vor drei Jahren starb meine Mutter. Kurz darauf musste mir die Gebärmutter entfernt werden – mit starkem Blutverlust und schwerem Eisenmangel. Zunächst hieß es: „Erhole dich, verarbeite die Trauer, baue das Eisen auf. Dann wird die Migräne besser“. Aber so einfach war es nicht. Mein Körper war gleichzeitig in der Trauer, im Eisenmangel und im hormonellen Umbruch – und die Migräne-Tage pro Monat nahmen stetig zu.
H2: „Reduziere deinen Stress.“ Klingt so einfach
Das war der erste Ratschlag, den ich bekam: Aber ich fühlte mich durch die Wechseljahre viel leichter gestresst ist als früher und die ständige Angst vor der nächsten Migräneattacke setzte mich zusätzlich unter Druck.
Der zweite Ratschlag meiner Hausärztin: „Du musst mehr schlafen.“ Auch das stimmt – Schlafmangel ist bei mir einer der stärksten Migräne-Trigger überhaupt. Aber bis ich hormonell eingestellt war, war an guten Schlaf nicht zu denken. Meine Migräneattacken starten in der Regel nachts. Durch die Schmerzen waren meine Stresshormone ständig erhöht. Ich wachte nachts auf, grübelte und fand keinen Schlaf mehr. Schlafstörungen, emotionale Instabilität und Hormonschwankungen waren bei mir gleichzeitig am Start und haben die Migräne begünstigt.
Blutzuckerschwankungen – damit hatte ich nicht gerechnet
Dass mein Blutzucker etwas mit der Migräne zu tun haben könnte, hatte ich lange nicht auf dem Schirm. Ich wachte nachts auf, weil er abfiel – zusätzlich zum Cortisol also noch ein weiterer Grund für gestörten Schlaf. Und auch tagsüber führten starke Schwankungen bei mir schneller zu Attacken.
Hormonersatztherapie – bei mir kein Selbstläufer
Als ich mit der Hormonersatztherapie begann, dachte ich: Jetzt wird alles besser. Stattdessen gab es erstmal noch mehr Chaos. Der Wendepunkt kam, als ich vom Östrogen-Gel auf Pflaster umstieg. Bei mir hat das einen echten Unterschied gemacht: Stabilität statt Schwankung. Wenn das für dich auch ein Thema sein könnte, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.
Wenn ich älteren Migräne-Betroffenen erzähle, dass ich mit den Wechseljahren Migräne bekommen habe, höre ich meistens: „Bei mir ist es danach viel besser geworden – oder sogar ganz verschwunden.“ Das macht mir Hoffnung. Ehrlich gesagt klammere ich mich manchmal daran.
Eure Tanja
Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um die persönlichen Erfahrungen der betroffenen Person. Die Aussagen basieren auf individuellen Erlebnissen und stellen keine allgemeingültigen Empfehlungen dar.
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