Migräne und Wechseljahre: was Darm, Psyche und Alltag für mich verändern
Während der Wechseljahre haben sich meine Verdauungsbeschwerden verstärkt. Ich hatte häufiger mit Blähungen zu tun und das Gefühl, bestimmte Lebensmittel nicht mehr so gut zu vertragen wie früher. Ob diese Veränderungen tatsächlich unmittelbar mit den Wechseljahren zusammenhängen, kann ich nicht sicher sagen. Für mich waren sie aber ein Anlass, genauer hinzuschauen.
Mein Darm und meine Migräne in den Wechseljahren
Ich habe schon früher stark mit dem Darm reagiert – meine Hausärztin sagt sogar, das war früher meine Form der Migräne. Die Veränderungen während der Wechseljahre haben das nach meinem Empfinden noch verstärkt.
Wenn der Darm nicht läuft, fühle ich mich insgesamt belasteter. Blähungen erzeugen bei mir ein unangenehmes Druckgefühl, und manchmal habe ich den Eindruck, dass sich diese körperliche Unruhe auch auf meinen Kopf überträgt.
Welche Ernährung meinem Darm guttut
Ich achte deshalb besonders auf eine Ernährung, die meine Darmtätigkeit unterstützt, ohne Blähungen zu verursachen – zum Beispiel gekochtes Gemüse statt Rohkost am Abend und fermentierte Lebensmittel in kleinen Mengen.
Wenn sich mein Körper „sauer“ anfühlt
Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, mein Körper sei regelrecht „sauer“ geworden – im übertragenen und manchmal auch im wörtlichen Sinn. Ich fühlte mich verspannt, schwer und insgesamt wenig ausgeglichen. Auch häufige Migräneattacken, viel Liegen und die Einnahme von Schmerzmitteln waren für mich körperlich belastend. In diesem Zusammenhang bin ich auf das Thema Säure-Basen-Haushalt gestoßen und habe verschiedene Dinge ausprobiert. Ob meine Beschwerden tatsächlich etwas damit zu tun hatten, kann ich nicht beurteilen.
Warum mir Abendrituale helfen
Was mir konkret hilft: abends möglichst basisch essen – viel Gemüse und wenig tierisches Eiweiß. Wenn ich mich verspannt und unruhig fühle, mache ich ein Basenfußbad oder ein Vollbad mit basischem Badesalz. Klingt simpel, macht für mich aber einen spürbaren Unterschied – ich schlafe danach ruhiger und wache weniger verspannt auf.
Meine Belastbarkeit in den Wechseljahren
Aus meiner Sicht sind die Wechseljahre nicht nur ein Wechsel der Hormone, sondern eine Lebensphase des Übergangs – von der Macherin zur Weisen. Früher saßen die Frauen, die in die Wechseljahre kamen, bildlich gesprochen am Feuer und berieten die Jüngeren.
Bei mir waren Brain Fog und nachlassende Belastbarkeit schon früh ein Thema. Ich habe versucht, trotzdem normal wie gewohnt weiterzumachen, bis die Migräne mich eines Besseren belehrt hat.
Was ich von meiner Ayurveda-Kur mitgenommen habe
Letztes Jahr war ich für zwei Wochen auf einer Ayurveda-Kur. Ich bin ohne große Erwartungen hingereist – und zurückgekommen mit einem Puzzlestück, das mir vorher fehlte.
Was mich besonders beeindruckt hat: In der ayurvedischen Lehre gibt es die Beobachtung, dass in den Wechseljahren eine bestimmte Energie – das sogenannte Vata – ansteigt. Vata steht für Bewegung und Leichtigkeit, aber eben auch für Unruhe und Zerstreuung.
Das kenne ich gut: ein unruhiger Geist, das Gefühl, ständig etwas zu vergessen. Mir wurde erklärt, typisch sei, dass man zwei- oder dreimal zurückkommt, bevor man das Haus verlässt, weil man immer wieder etwas vergessen hat. Ich musste lachen – das war genau mein Alltag. Diese innere Unruhe empfinde ich auch im Zusammenhang mit meiner Migräne als belastend.
Ayurveda ist sicher nicht für jeden der richtige Weg. Aber für mich war es eine wertvolle Ergänzung – vor allem die Betonung von Ruhe, Regelmäßigkeit und warmer, leicht verdaulicher Nahrung.
Schluss mit dem Therapie-Hopping
Lieb gemeint sind sie alle, die Tipps. Und trotzdem können sie überfordern. Ich hatte ständig das Gefühl: Wenn ich mich jetzt nicht richtig entscheide, wird es nicht besser.
Und mit einem Gehirn, das zeitweise an mehr als 20 Tagen im Monat von Migräne belegt war, ist Entscheiden besonders schwer. Es gab kaum klare Tage. Das allein war und ist manchmal immer noch ein enormer Stress für mich.
Jeder hat einen neuen Tipp. Eine neue Therapie. Einen Kniff, der die Migräne angeblich wegzaubern soll. Ich habe dies probiert, mich so ernährt, bin zu dieser oder jener Behandlung gegangen. Ein bisschen Psyche, ein bisschen Körper, ein neues Nahrungsergänzungsmittel.
Dann habe ich die Notbremse gezogen. Nicht gleichzeitig ein neues Medikament, eine Kur, Akupunktur und eine Ernährungsumstellung. Sondern eins nach dem anderen. Mit Geduld. Manchmal reicht es mir, für vier Wochen nur eine neue Atemübung konsequent zu üben und zu beobachten, was sie verändert.
Wie meine Ernährung sich verändert hat
Bei der Ernährung bin ich konsequent: morgens esse ich ein gekeimtes oder fermentiertes Müsli, das meinen Darm gut in den Tag starten lässt. Abends gibt es häufig eine leicht verdauliche Suppe mit glutenfreiem Brot. Blutzucker stabil halten, nichts Schweres. So ist mein Körper nachts nicht mit Verdauung belastet und kann sich um das kümmern, was er wirklich braucht: Regeneration.
Warum ich zwischen Terminen eine Pause brauche
Auch meinen Tagesablauf habe ich umgestellt. Früher habe ich Termine logisch aneinandergereiht: Wenn ich ohnehin schon in Wiesbaden bin, kann ich doch auch noch zur Szintigrafie, dann zur Osteopathie und danach eine ehemalige Kollegin treffen.
Heute plane ich bewusst Lücken ein. Zwischen zwei Terminen brauche ich Zeit, um wieder bei mir anzukommen. Das fühlt sich manchmal ineffizient an – aber es ist für mich der Unterschied zwischen einem Tag mit und einem Tag ohne Migräneattacke.
Mein Fazit: weniger ist mehr
Die Wechseljahre und meine Migräne haben mich gelehrt, was ich als Leistungssportlerin nie lernen musste: Weniger ist mehr. Nicht alles auf einmal. Nicht gegen den Körper kämpfen, sondern versuchen, mit ihm zu gehen.
Das klingt einfach und ist im Alltag für mich trotzdem die größte Herausforderung. Aber es lohnt sich. Schritt für Schritt.
Eure Tanja
Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um die persönlichen Erfahrungen der betroffenen Person. Die Aussagen basieren auf individuellen Erlebnissen und stellen keine allgemeingültigen Empfehlungen dar.
Das könnte dich auch interessieren
-
Migräneattacke: Wann deine Akuttherapie ein Update brauchen könnte
-
Migräne-Medikamente: Kostenübernahme, Zuzahlung und Befreiung einfach erklärt
DE-NEUM-260124