Schuppenflechte: Behandlung

Schuppenflechte kann gut behandelt werden. Wählen Sie mit Ihrem Hautarzt die für Sie passende Therapie für einen optimalen Erfolg.

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Psoriasis: Überblick Behandlungsmöglichkeiten

Für die Therapie der Plaque-Psoriasis stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Welche für Sie die passende ist, richtet sich nach der genauen Form der Schuppenflechte, nach dem Schweregrad sowie danach, welche Therapie zu Ihren persönlichen Lebensumständen passt. Oft ist das wichtigste Ziel der Psoriasis-Therapie eine möglichst erscheinungsfreie Haut.

Leichte Schuppenflechte wird von außen (topisch), zum Bespiel mit Cremes oder Salben behandelt. Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte werden Lichttherapie und innerliche (systemische) Therapien angewendet. Unabhängig vom Schweregrad und von der Wahl der Therapie ist zudem eine gründliche Hautpflege als Basistherapie fester Bestandteil der Behandlung.

Formen der Psoriasis-Therapie

  • Äußerliche (topische) Behandlung, zum Beispiel mit Cremes oder Salben
  • Physikalische Behandlung mit UV-Strahlen
  • Konventionelle innerliche (systemische) Behandlung
  • Biologika

Neben der Psoriasis-Therapie können Sie durch ergänzende Maßnahmen positive Impulse setzten. Nach Bedarf können etwa Psychologische Unterstützung, der Austausch in der Selbsthilfe oder eine Anpassung des Lebensstils zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen und die Therapie positiv unterstützen.

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Schuppenflechte: Äußerliche Therapie

Für die äußerliche (topische) Therapie der Schuppenflechte stehen zum Beispiel Cremes, Salben, Gele oder Lotionen zur Verfügung, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Sie werden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Eine äußerliche Behandlung kommt in der Regel bei leichten Formen der Plaque-Psoriasis zum Einsatz. Ganz egal, wie schwer die Schuppenflechte ist und welches Medikament ausgewählt wird, eine gründliche Hautpflege ist immer fester Bestandteil der Therapie.

Wirkstoffe für die äußerliche Schuppenflechte-Behandlung

Wirkung: Hemmt die beschleunigte Zellvermehrung und wirkt entzündungshemmend

Einsatz: Oft als sogenannte „Minutentherapie“ (wird nach kurzer Einwirkzeit wieder abgewaschen); kann mit anderen äußerlichen Wirkstoffen oder mit Lichttherapie kombiniert werden

Besonderheit: Führt zu starken Verfärbungen von Haut und Kleidung; löst Hautreizungen aus (leichte Reizung ist ein Zeichen für die Wirksamkeit der Behandlung)

Auch Kortikoide, Glukokortikoide oder Kortison genannt

Wirkung: Unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und wirken stark entzündungshemmend, ihre Wirkung tritt schnell ein, in unterschiedlichen Wirkstärken von schwach bis sehr stark erhältlich

Einsatz: Insbesondere bei starken Entzündungen

Besonderheit:
Sollten nicht dauerhaft angewendet werden, da langfristig Nebenwirkungen wie zum Beispiel Dünnerwerden oder Rötung der Haut auftreten können; sollten nicht abrupt abgesetzt werden, da es dann zu einem starken Wiederaufflammen der Schuppenflechte kommen kann

Wirkung: Hemmen die beschleunigte Zellvermehrung und wirken entzündungshemmend

Einsatz: Können mit anderen topischen Wirkstoffen oder mit Lichttherapie kombiniert werden; in der Regel auch längerfristig gut verträglich

Besonderheit: Für großflächige Anwendung nicht geeignet, mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen, Brennen, Juckreiz und Rötungen

Wirkung: Wirken entzündungshemmend und schuppenlösend, lindern Juckreiz

Einsatz: Werden heute jedoch nur noch sehr selten angewendet

Besonderheit: Haben einen unangenehmen Geruch und verfärben Haut bzw. Kleidung; führen zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut

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Schuppenflechte: Physikalische Therapie

Zur physikalischen Behandlung der Schuppenflechte zählen die Licht- und die Badetherapie. Sie wirken durch physikalische Effekte auf die Haut. Beide Behandlungsformen können nur in einer Klinik oder speziell ausgestatteten Hautarztpraxis durchgeführt werden.

Formen der physikalischen Therapie bei Psoriasis

Auch Fototherapie genannt; Behandlung der Haut mit ultravioletter Strahlung (UV-A- oder UV-B)

Wirkung: Wirkt entzündungshemmend

Einsatz: Insbesondere bei großflächiger Erkrankung

Besonderheit: Sollte nicht langfristig angewendet werden, da die Hautalterung gefördert werden kann; sollte nicht mit Medikamenten zur innerlichen Anwendung kombiniert werden

Kombination aus UV-A-Licht und Psoralen, einem Wirkstoff, der die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht

Wirkung: Wirkt entzündungshemmend

Einsatz: Insbesondere bei großflächiger Erkrankung

Besonderheit: Erhöht das Hautkrebsrisiko

Kombination aus Solebädern und UV-B-Bestrahlung

Wirkung: Wirkt entzündungshemmend

Einsatz: Insbesondere bei großflächiger Erkrankung

Besonderheit: Bei der natürlichen Bade-Licht-Therapie wird die positive Wirkung von Licht und Salzwasser auf die Psoriasis in Form von Meerwasser und Sonneneinstrahlung, zum Beispiel bei Kuraufenthalten, genutzt

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Schuppenflechte: Konventionelle innerliche Therapie

Bei der konventionellen innerlichen (systemischen) Behandlung werden Medikamente als Tabletten oder Injektionen gegen Schuppenflechte verabreicht. Sie beeinflussen auf unterschiedliche Weise das körpereigene Immunsystem und damit den Entzündungsprozess der Psoriasis. Die innerliche Behandlung der Psoriasis muss mit besonderer Sorgfalt erfolgen, damit mögliche Nebenwirkungen vermieden oder frühzeitig erkannt werden. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt notwendig. Diese Schuppenflechte-Medikamente werden bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt.

Wirkstoffe für die konventionelle innerliche Behandlung

Wirkung: Unterdrücken das Immunsystem und wirken dadurch entzündungshemmend; Wirkung tritt erst nach Wochen oder Monaten ein, daher muss u. U. die Zeit bis zum Wirkungsbeginn mit anderen Medikamenten überbrückt werden

Einsatz: Werden als Tabletten oder Injektionen verabreicht; können langfristig eingesetzt werden, um neue Schübe möglichst zu verhindern

Besonderheit: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind notwendig, da die langfristige Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann

Wirkung: Beeinflussen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die beim Krankheitsprozess der Psoriasis eine Rolle spielen; Wirkung tritt in der Regel nach ca. 6 Wochen ein

Einsatz: Können auch längerfristig eingesetzt werden

Besonderheit: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind notwendig, da die langfristige Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann

Wirkung: Hemmen die übermäßige Zellvermehrung; wirken entzündungshemmend; Wirkung tritt in der Regel nach 4 bis 8 Wochen ein

Einsatz: Meist kombiniert mit anderen Behandlungen, z. B. Licht-Therapie

Besonderheit: Dürfen von Frauen wie auch Männern nur genommen werden, wenn sicher verhütet wird, da sie das ungeborene Leben schädigen können

Wirkung: Hemmen bestimmte Enzyme, die innerhalb von Zellen eine Rolle im Entzündungsprozess spielen

Einsatz: Werden als Tabletten verabreicht

Besonderheit: Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann

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Biologika-Therapie bei Schuppenflechte

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Schuppenflechte-Medikamente. Sie greifen gezielt in die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems ein, indem sie bestimmte Botenstoffe blockieren, durch die die Entzündung ausgelöst und immer weiter angefacht wird. Bestimmte Interleukine, z. B. Interleukin-23 (IL-23), Interleukin 17 (IL-17) und auch TNF zählen zu den Botenstoffen, die eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Schuppenflechte spielen. Unter anderem auf diese Botenstoffe zielen einzelne Biologika: Es gibt IL-23-Blocker, TNF-Blocker und weitere Wirkstoffe die andere Interleukine hemmen. Durch die Botenstoff-Blockade wird der Entzündungsprozess der Schuppenflechte unterbrochen. Damit kann auch der beschleunigte Erneuerungsprozess der Haut gestoppt werden. So kann es im Idealfall gelingen, weitgehend oder ganz erscheinungsfreie Haut zu erreichen.

Biologika: Auch als Erstlinientherapie

Eingesetzt werden diese Schuppenflechte-Medikamente, wenn die Krankheit mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist. Einige Biologika sind für die Psoriasis zugelassen, ohne dass vorher eine andere innerliche Therapie angewendet wurde (sogenannte Erstlinientherapie). Andere Biologika sind bei Schuppenflechte nur zugelassen, wenn konventionelle innerliche Therapien nicht gewirkt haben, nicht vertragen wurden oder aus bestimmten Gründen nicht eingesetzt werden dürfen (sogenannte Zweitlinientherapie). Darüber hinaus können einige Biologika ebenfalls für die Behandlung der Psoriasis-Arthritis angewendet werden.

Biologika werden entweder durch eine Selbstinjektion unter die Haut gespritzt (subkutan) oder durch eine Infusion in die Armvene (intravenös) beim Arzt verabreicht. Da es sich bei Biologika um Eiweiße (Proteine) handelt, können sie nicht als Tabletten eingenommen werden. Die Magensäure würde den Wirkstoff zerstören, bevor er im Körper dort angekommen ist, wo er wirken soll.

Langfristige Behandlung mit Biologika

Zeigt ein Biologikum Wirkung und wird es vertragen, kann es langfristig eingesetzt werden, um die Erkrankung zu kontrollieren. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die Einnahme dieser Schuppenflechte-Medikamente mit Nebenwirkungen verbunden sein kann. Zu den unerwünschten Wirkungen bei der Therapie mit Biologika können Rötungen oder Juckreiz an der Einstichstelle der Injektion oder Infusion gehören, die jedoch in der Regel schnell wieder abklingen. Es kann auch zu schweren Infektionen kommen, da das Immunsystem durch die Behandlung geschwächt sein kann. Für genaue Informationen zum Sicherheitsprofil sprechen Sie bitte mit Ihrem Hautarzt.

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von Original-Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten chemischer Arzneimittel (Generika) sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ihm ähnlich, was jedoch keine klinischen Auswirkungen hat. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Infomaterialien zum Download


  • Titel der Broschüre Was sind Biologika?
    Was sind Biologika?
    Info-Broschüre
    1.61 MB

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Therapietreue: Ihre Psoriasis-Behandlung

Gemeinsam mit Ihrem Hautarzt haben Sie sich für ein vielversprechendes Psoriasis-Medikament entschieden. Auch Ihre Therapieziele haben Sie mit Ihrem Arzt festgelegt. Nun kommt es darauf an, dass die Behandlung Wirkung zeigt, um möglichst erscheinungsfreie Haut zu erreichen. Damit sich der Erfolg einstellt, ist die genaue Umsetzung Ihrer Therapie eine wichtige Voraussetzung. Doch manchmal ist es bei allen guten Vorsätzen gar nicht so einfach, bei der Therapietreue am Ball zu bleiben. Die Gründe dafür, dass es an der regelmäßigen Anwendung des Psoriasis-Medikaments in der richtigen Dosierung scheitert, können ganz unterschiedlich sein. Beugen Sie vor und sorgen Sie dafür, dass es mit Ihrer Therapie gut klappt. So legen Sie eine gute Basis für den Behandlungserfolg und für eine beschwerdefreie Haut.

Der Schuppenflechte-Therapie eine Chance geben

Zeigt eine Therapie Wirkung, kann es mal kurz, mal länger dauern, bis sich diese einstellt. Es hängt vom Psoriasis-Medikament, aber auch von Ihnen ab. Denn jeder Mensch bringt andere Voraussetzungen mit: Die Erkrankung selbst, die Erbanlagen und auch die Lebensweise sind unterschiedlich. Daher kann der Zeitraum bis zur Wirkung einer Behandlung variieren. Besprechen Sie mit Ihrem Hautarzt, wann für Ihr Psoriasis-Medikament der Erfolg zu erwarten ist. Oft schon kann Ihr Hausarzt bereits nach 12 Wochen beurteilen, ob die Behandlung wirkt. Oft tritt jedoch schon eher eine Besserung ein. Haben Sie Geduld und bleiben Sie dran.

Psoriasis langfristig behandeln

Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung und in der Regel wird sie auch langfristig behandelt. Die dauerhafte Therapie kann dafür sorgen, die lästigen Hautveränderungen anhaltend zu kontrollieren. Das bedeutet, auch wenn die Plaques längst verschwunden sind, kann das Psoriasis-Medikament nicht einfach abgesetzt werden. Nach Beenden der Behandlung kann es zu einem Wiederaufflammen der Hauterscheinungen kommen. Ihr Arzt weiß, wie lange Ihre Behandlung vorgesehen ist.

Gut über die Behandlung informieren

Was macht das Psoriasis-Medikament im Körper? Kann es zu Nebenwirkungen kommen? Ist die langfristige Anwendung unbedenklich? Lassen Sie keine Frage offen, informieren Sie sich gut über Ihre Behandlung und räumen Sie Bedenken aus dem Weg. Wenn Sie genau wissen, woran Sie mit Ihrer Therapie sind und wie sie funktioniert, fällt die Umsetzung oft leichter.

Unterstützung bei der Psoriasis-Therapie nutzen

Manchmal kann schon ein wenig Unterstützung dafür sorgen, dass die Umsetzung der Schuppenflechte-Behandlung leichter fällt. Das Handy als Medikamentenwecker sorgt dafür, die Anwendung nicht zu vergessen. Wenn es einen Grund dafür gibt, dass Sie im Alltag einfach nicht mit Ihrer Behandlung klarkommen, sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt und suchen Sie mit Ihm gemeinsam eine Lösung.

Behandlungsziele ins Gedächtnis rufen

Erscheinungsfreie Haut, keine Einschränkungen durch die Schuppenflechte im Alltag – machen Sie sich von Zeit zu Zeit bewusst, welche Ziele Ihre Therapie hat und was sich durch die Behandlung bereits verändert hat. Sich vor Augen zu führen, welche Vorteile Sie durch die Behandlung haben, kann motivieren, dran zu bleiben.

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