Psoriasis-Arthritis: Krankheitsbild

Rund 160.000 Menschen in Deutschland leben mit Psoriasis-Arthritis, einer chronisch-entzündlichen Systemerkrankung, welche sich auf der Haut und in den Gelenken zeigt.

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Psoriasis-Arthritis: Haut und Gelenke

Psoriasis-Arthritis zählt zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Es kommt sowohl zur Gelenkentzündung als auch zu den für die Schuppenflechte typischen Hautveränderungen. Die Gelenkentzündung kann vor, nach oder zeitgleich zu den Hautbeschwerden auftreten. Psoriasis-Arthritis, auch PsA oder Arthritis psoriatica genannt, ist nicht immer einfach zu erkennen, denn die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein.

Durch die Gelenkentzündung verändert sich die Gelenkinnenhaut und beginnt zu wuchern. Mit der Zeit werden Knorpel und Knochen zerstört und das Gelenk wird geschädigt. Eine frühe Diagnose und Therapie sind daher sehr wichtig, um diesen langsam voranschreitenden Prozess zu verhindern. Wenn Sie Psoriasis-Arthritis haben, sorgen Sie dafür, dass Sie die für Sie passende Therapie erhalten, damit die Entzündung der Haut und der Gelenke wirksam kontrolliert wird. Die Erkrankung kann heute gut behandelt werden, sodass in vielen Fällen ein beschwerdefreies Leben möglich ist.

Zahlen und Fakten zur Psoriasis-Arthritis

  • In Deutschland haben etwa 160.000 Menschen eine Psoriasis-Arthritis.
  • Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
  • Psoriasis-Arthritis tritt meistens zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Psoriasis-Arthritis bei Kindern und Jugendlichen

Psoriasis-Arthritis ist keine reine Erwachsenenkrankheit. Auch Kinder und Jugendliche können daran erkranken. Es handelt sich dann um eine Form von juveniler idiopathischer Arthritis bzw. Kinder- und Jugendrheuma.

Weitere Infos zu Kinder- und Jugendrheuma.

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  • Titel der Broschüre Psoriasis-Arthritis
    Psoriasis-Arthritis
    Info-Broschüre
    5.05 MB

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Ursachen für Psoriasis-Arthritis

Bis ins letzte Detail konnten die Ursachen für Psoriasis-Arthritis bislang nicht geklärt werden. Es wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Eine erbliche Veranlagung und bestimmte Auslöser können beteiligt sein. Zu diesen Auslösern, den sogenannten Triggern, zählen zum Beispiel Stress, Alkohol, Rauchen, Übergewicht, Hautverletzungen, hormonelle Umstellungen oder bestimmte Medikamente wie Betablocker gegen Bluthochdruck. Sie können zum ersten Auftreten von Psoriasis-Arthritis beitragen oder auch einen neuen Schub begünstigen. In der Folge wird das Immunsystem aktiviert.

Immunsystem im Ungleichgewicht

Das Immunsystem ist unsere körpereigene Abwehr gegen Eindringlinge wie Viren, Bakterien oder andere Fremdstoffe. Tritt es in Aktion, entsteht eine Entzündung, die wieder abklingt, sobald der „Feind“ bekämpft ist. Gesteuert wird das Immunsystem durch ein komplexes Zusammenspiel unter anderem von unterschiedlichen Botenstoffen (Zytokinen) und Zellen. Diese Reaktion gerät bei Psoriasis-Arthritis aus dem Gleichgewicht. Das Immunsystem richtet sich irrtümlich gegen körpereigenes Gewebe in den Gelenken. Darüber hinaus kommt es zu einem gestörten Hauterneuerungsprozess. Immer weitere entzündungsfördernde Botenstoffe werden ausgeschüttet. Die Entzündung klingt nicht wieder ab und bleibt dauerhaft bestehen – sie wird chronisch.

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Symptome bei Psoriasis-Arthritis

Die Reihenfolge, in der die Haut- und Gelenkbeschwerden bei Psoriasis-Arthritis auftreten, ist unterschiedlich. Häufiger ist jedoch zuerst die Haut betroffen. Bis zur Entwicklung der Gelenkprobleme können dann mehrere Jahre vergehen. Die Symptome der Psoriasis-Arthritis beginnen häufig schleichend, können in einigen Fällen aber auch sehr plötzlich, schubartig auftreten.

Als Symptome an der Haut zeigen sich bei Psoriasis-Arthritis die für Schuppenflechte typischen Plaques: scharf begrenzte gerötete Hautareale, die mit glänzenden, silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Sie treten insbesondere an der behaarten Kopfhaut, der Steißbeinregion bzw. der Gesäßfalte und den Außenseiten von Ellenbogen und Knien auf.

Die Gelenkentzündung beginnt häufig an den kleinen Gelenken der Finger- und Zehenenden. Generell kann jedoch jedes Gelenk betroffen sein, also auch Handgelenke, Knie oder Wirbelsäule. Häufig sind mehrere zur gleichen Zeit entzündet. In der Regel sind die Gelenke asymmetrisch betroffen, zum Beispiel die Gelenke des kleinen Fingers nur an einer Hand und nicht an beiden Händen. Es kann ebenfalls eine Entzündung der Sehnen oder Sehnenansätze vorkommen.

Die Entzündung führt zu Gelenkschmerzen und einer Schwellung. Typisch ist eine Einschränkung der Beweglichkeit in den Morgenstunden, die bei Bewegung nachlässt (sogenannte Morgensteifigkeit). Ebenfalls charakteristisch sind eine Entzündung und Schwellung aller Gelenke eines Fingers oder Zehs (Daktylitis).

Etwa 80 % der Menschen mit Psoriasis-Arthritis haben Veränderungen an den Nägeln. Bei der Nagelpsoriasis kann es zum Beispiel zu gelblichen Verfärbungen (Ölflecken) oder punktförmigen Einbuchtungen des Nagels (Tüpfelnägel) kommen.

Der Verlauf von Psoriasis-Arthritis

Der Verlauf von Psoriasis-Arthritis lässt sich nicht vorhersagen. Das Ausmaß der Hautveränderungen, wie viele Gelenke sich wie stark entzünden und die Häufigkeit von Schüben können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Generell wird bei der Schwere der Erkrankung zwischen leicht und mittelschwer bis schwer unterschieden.

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Begleiterkrankungen bei Psoriasis-Arthritis

Haut und Gelenke – darauf beschränkt sich die Psoriasis-Arthritis nicht in jedem Fall. Der Entzündungsprozess kann neben Schuppenflechte und Rheuma auch zu sogenannten Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) führen. Das bedeutet, dass Sie mit Psoriasis-Arthritis ein erhöhtes Risiko haben, zum Beispiel eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, eine Darm- oder Augenentzündung zu entwickeln. Die wichtigste Maßnahme gegen Begleiterkrankungen ist die wirksame Behandlung der Psoriasis-Arthritis. Wird die Entzündung langfristig und effektiv kontrolliert, kann sich das auch positiv auf mögliche Begleiterkrankungen auswirken.

Aber auch die Begleiterkrankungen selbst sind behandelbar. Informieren Sie sich, welche möglichen weiteren Beschwerden neben Rheuma und Schuppenflechte auftreten können. Wenden Sie sich an Ihren Rheumatologen bzw. Hautarzt, wenn Sie Symptome bemerken, die auf eine Begleiterkrankung hinweisen könnten. Er kann die Ursache feststellen und bei Bedarf zu einem weiteren Facharzt überweisen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, dass Sie auch Ihre weiteren behandelnden Ärzte – etwa den Augenarzt – über die Psoriasis-Arthritis informieren. Auf diese Weise können mögliche Begleiterkrankungen besser aufgedeckt werden.

Mögliche Begleiterkrankungen bei Psoriasis-Arthritis

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Depression
  • Augenentzündung (Uveitis)
  • Darmentzündung

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  • Titel der Broschüre Begleiterkrankungen erkennen, vorbeugen, behandeln
    Begleiterkrankungen erkennen, vorbeugen, behandeln
    Info-Broschüre
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