Was ist Acne inversa

Acne inversa ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut. Chronisch bedeutet, dass die Symptome der Krankheit ohne Behandlung immer wiederkehren oder bestehen bleiben. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten, mit denen sich die Beschwerden unter Kontrolle bringen lassen.

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Acne inversa

In den meisten Fällen tritt Acne inversa in Schüben auf, das heißt Phasen mit Beschwerden wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab. Ebenso können sich Phasen mit starken Beschwerden mit weniger beschwerdereichen Phasen abwechseln. Beides ist möglich. Wichtig zu wissen für Patienten und Angehörige: Acne inversa ist nicht ansteckend.

Eine Fehlleitung des Immunsystems und verstopfte Haarwurzelkanäle können zur Entstehung von Acne inversa führen

In Deutschland leidet schätzungsweise 1% der Bevölkerung unter Acne inversa. Da die Diagnose nicht einfach ist, geht man davon aus, dass die Erkrankung tatsächlich sogar noch häufiger vorkommt. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung bei jungen Erwachsenen ab Anfang 20 auf. Ab einem Alter von 50 bis 55 Jahren nimmt die Häufigkeit ab. Frauen haben eine bis zu fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit, an Acne inversa zu erkranken, als Männer, wobei es bei Männern öfter zu einer schweren Form der Erkrankung kommt.

Was ist Acne inversa?

Acne ist generell eine Sammelbezeichnung für Krankheiten, die entweder mit den Talgdrüsen oder eben wie Acne inversa mit den Haarfollikeln zusammenhängen. Inversa leitet sich vom lateinischen „invers“ ab und bedeutet „umgekehrt“, was auf die innen liegenden Körperbereiche wie z. B. die Achseln hinweist, die häufig von der Erkrankung betroffen sind.

Acne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, von der insbesondere behaarte Hautbereiche und Körperregionen betroffen sind, an denen die Haut aneinanderreibt: Zum Beispiel die Achselhöhlen, der Genitalbereich, das Gesäß oder die Leisten. Generell können aber auch andere Körperstellen betroffen sein. An den entzündeten Stellen können je nach Ausprägung der Erkrankung Knoten, Abszesse, Fisteln oder Vernarbungen entstehen. Abszesse sind abgekapselte Eiteransammlungen im Gewebe, die durch eine Entzündung hervorgerufen werden, während sich Fisteln als entzündete röhrenförmige Gänge, unter anderem aus einem Abszess heraus, bilden können.

Schmerzhafte Hautveränderungen und Vernarbungen

Die Hautveränderungen bei Acne inversa können durch Entzündungen, Schmerzen und eiterbedingte Geruchsentwicklung sehr unangenehm sein. Wiederkehrende Entzündungen der gleichen Körperbereiche können im Verlauf der Erkrankung zu starken Vernarbungen führen. Die Ausprägung der Erkrankung ist jedoch von Patient zu Patient äußerst unterschiedlich.

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Die genaue Ursache von Acne inversa ist unbekannt

Wie Acne inversa entsteht, ist bis heute nicht ganz genau geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass die Hautveränderungen die Folge einer Fehlleitung des Immunsystems und einer Verstopfung am oberen Teil des Haarbalgs (Haarfollikels) sind. Dies führt zu einer Schwellung, die dafür sorgt, dass der Haarbalg aufreißt (Ruptur) und sich entzündet. In der Folge können sich dort dann Abszesse oder Fisteln bilden.

Wissenschaftler sind der Meinung, dass es keinen einzelnen Auslöser für die Acne inversa gibt, sondern vielmehr unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen können, wie z. B. eine erbliche Veranlagung. Wenn andere Familienmitglieder, wie beispielsweise ein Elternteil, an Acne inversa erkrankt sind, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, ebenfalls zu erkranken. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass das Alter, das Geschlecht und auch hormonelle Faktoren einen Einfluss auf die Krankheitsentstehung haben. Zudem scheint es auch einen Zusammenhang zwischen Acne inversa und unterschiedlichen Aspekten des Lebensstils, Rauchen und Übergewicht zu geben. Ebenso wird vermehrte Schweißbildung mit der Entstehung der Erkrankung in Verbindung gebracht. Sicher ist, dass Acne inversa keine Folge mangelnder Hygiene ist, was fälschlicherweise häufig angenommen wird.

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Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle

Das Immunsystem des Menschen ist der körpereigene Abwehrmechanismus, der Eindringlinge wie Viren oder Bakterien sowie Pilze und Parasiten erkennt und bekämpft. Wenn das Immunsystem in Aktion tritt, kann sich die Abwehrreaktion in Form einer Entzündung zeigen. Nach der erfolgreichen Bekämpfung eines Fremdstoffes kommt das Immunsystem wieder zur Ruhe und die Entzündung klingt ab. Das Immunsystem reagiert auf das Zusammenspiel unterschiedlicher Botenstoffe (Zytokine), die ausgeschüttet werden. Diese können eine Entzündung einleiten und aufrechterhalten oder auch wieder beenden. Gerät die körpereigene Abwehr wie bei Acne inversa aus dem Gleichgewicht, kann eine Entzündung dauerhaft bestehen bleiben.

Der Entzündungsprozess

Zu Beginn einer Entzündung produzieren bestimmte Zellen des Immunsystems verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe, die an den Bindungsstellen von Zellen andocken und dadurch in diesen Zellen ein Signal auslösen. Damit wird der Entzündungsprozess gestartet und das Immunsystem aktiviert. Eine Fehlregulation wie bei Acne inversa sorgt dafür, dass anhaltend mehr Botenstoffe ausgeschüttet werden, sodass das Immunsystem aktiv bleibt und die Entzündung vorantreibt. Es entsteht eine sich ständig wiederholende Kettenreaktion und die Entzündungen können in diesem Fall nur noch durch eine gezielte Behandlung gestoppt werden.

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Acne inversa bei Jugendlichen

Acne inversa kommt nicht nur bei Erwachsenen vor. Auch Jugendliche können die chronisch-entzündliche Hauterkrankung bekommen: 35 % der Menschen mit Acne inversa haben die ersten Beschwerden bereits zwischen dem 11. und 20. Lebensjahr. Die typischen Beschwerden der Acne inversa ähneln sich bei Jugendlichen und Erwachsenen. Es kommt zu entzündeten Hautbereichen, häufig in den Achselhöhlen, am Gesäß, in den Leisten und im Genitalbereich. Abhängig vom Schweregrad können sich Knoten, Abszesse, Fisteln und Vernarbungen bilden.

Jugendliche mit Acne inversa: Diagnose und Behandlung

Für junge Menschen wiegt die ohnehin sehr belastende Erkrankung oft besonders schwer. Jugendliche befinden sich in einer sensiblen Lebensphase des Wachstums und der Entwicklung. Die Pubertät ist von zusätzlichen Veränderungen geprägt, da sich sowohl der Körper als auch das Gefühlsleben im Wandel befinden. Freunde treffen, zum Sport gehen, die Schule meistern – eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung sind wichtig, damit der Alltag möglichst wenig von der Acne inversa beeinträchtigt wird. Wird die Entzündung erfolgreich eingedämmt, kann das dazu beitragen, ein Fortschreiten der Acne inversa und ihre Folgen, zum Beispiel Narbenbildung, aufzuhalten. Der richtige Ansprechpartner für die Diagnose und Behandlung bei Jugendlichen ist ein auf Acne inversa spezialisierter Hautarzt. Für die Behandlung von Jugendlichen mit Acne inversa stehen die gleichen Therapieformen zur Verfügung wie bei Erwachsenen. Gemeinsam mit dem Patienten erstellt der Hautarzt ein individuelles Behandlungskonzept, das sich am Schweregrad und an den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen orientiert. Auch eine mögliche psychische Belastung durch die Acne inversa sollte dabei berücksichtigt werden. Abhängig vom Alter des Jugendlichen, ist es wichtig, die Eltern eng mit einzubinden.

Aktiv durchs Leben trotz Acne inversa

Acne inversa kann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder auch unangenehmer Geruchsentwicklung führen – Beschwerden, die besonders belastend sind und häufig zu Schamgefühlen führen. Eine frühzeitige und wirksame Behandlung ist die wichtigste Maßnahme, um den Folgen der Erkrankung etwas entgegenzusetzen. Zusätzlich kann ein offener und aktiver Umgang mit Acne inversa in der Familie und im persönlichen Umfeld helfen, einen positiven Weg mit der Erkrankung einzuschlagen:

  • Zum Experten in eigener Sache werden: Gut über Acne inversa informiert zu sein kann helfen, mehr Sicherheit im Alltag mit der Erkrankung zu gewinnen.
  • Selbstständigkeit lernen: Schritt für Schritt Eigenverantwortung zu übernehmen und selbstständig mit der eigenen Erkrankung umzugehen, ist für junge Menschen mit Acne inversa wichtig.
  • Offen reden: In der Familie offen über Gefühle oder auch Ängste und Sorgen zu sprechen, kann allen Beteiligten den Umgang mit der Erkrankung erleichtern.
  • Aufklärungsarbeit leisten: Acne inversa ist vielen Menschen nicht bekannt. Aufklärung im persönlichen Umfeld trägt dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden.
  • Erfahrungen austauschen: Zu erfahren, wie es anderen mit Acne inversa geht, und zu wissen, nicht allein mit der Situation zu sein, kann ebenfalls Kraft geben. Selbsthilfegruppen, Internetforen oder Facebook-Gruppen bieten die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.
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