Leben mit Schuppenflechte

Mit der Schuppenflechte leben. Die Krankheit ist chronisch, aber gut behandelbar. Die Ärzte und auch die Patienten haben viele Möglichkeiten.

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Seien Sie gut zu sich: So beeinflussen Sie Ihr Wohlbefinden

Eine individuell abgestimmte Therapie ist die Grundlage für den erfolgreichen Umgang mit Psoriasis. Die Krankheit kann auch viele andere Organe betreffen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers wahr und sprechen Sie bei Auffälligkeiten mit Ihrem Arzt.

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Krankheit, das heißt: Sie ist nicht heilbar und wird Sie ein Leben lang begleiten. Aber Sie können die Einschränkungen durch die Erkrankung reduzieren und die Symptome kontrollieren.

Begegnen Sie Ihrer Erkrankung aktiv

Es gibt vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, die Ihr Arzt individuell mit Ihnen abstimmen wird. Darüber hinaus können auch Sie selbst viel für Ihr Wohlbefinden tun. Eine erfolgreiche Therapie erfordert Ihre Mitarbeit – dazu gehört zum Beispiel die gewissenhafte Einnahme der Medikamente. Sprechen Sie die Änderung der Dosis oder die Häufigkeit der Einnahme mit Ihrem Arzt ab.

Bleiben Sie bei der Therapie aufmerksam und interessiert. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Probleme auftauchen, wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, oder wenn Sie Nebenwirkungen fürchten. Notieren Sie Veränderungen und Auffälligkeiten oder wenn Sie neue Fragen haben. So gehen Sie sicher, dass Sie bei Ihrem Termin keine wichtigen Informationen vergessen. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie herausfinden, was geändert werden kann, ob es Alternativen gibt.

Stellen Sie Fragen:

  • Warum ist Ihre Therapie für Sie geeignet?
  • Wann ist eine Wirkung zu erwarten?
  • Wie lange ist die Behandlung vorgesehen?
  • Welches Ziel der Behandlung ist realistisch?

Lassen Sie keine Fragen offen, informieren Sie sich, und werden Sie zum Experten in eigener Sache. So ist es wichtig zu wissen: Schuppenflechte ist zwar eine Hautkrankheit, kann aber auch völlig andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Man spricht von einer „systemischen Krankheit“. Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht können Begleiterkrankungen sein, aber auch der Darm und die Augen sind unter Umständen betroffen.

Regelmäßige Anpassung der Therapie

In 20 bis 30 Prozent der Fälle wirkt sich die Psoriasis auf die Gelenke aus. Man spricht dann von der Psoriasis-Arthritis. Es kommt zu Schwellungen oder Versteifungen. Tauchen diese Symptome auf, sollten Sie neben einem Dermatologen auch einen Rheumatologen zu Rate ziehen. Die Therapie muss dann eventuell angepasst werden.

Sie haben es auch selbst in der Hand, Ihr Wohlbefinden zu beeinflussen. Der Umgang mit Stress, eine ausgewogene bewusste Ernährung oder regelmäßige Bewegung: Das sind Möglichkeiten, mit denen Sie Ihr Leben anpassen und auf die Krankheit reagieren können. Die richtigen Schritte können auch positive Auswirkungen auf die Begleiterkrankungen haben.

Ein wichtiger Teil des Umgangs mit der Krankheit findet im Kopf statt. Viele Betroffene leiden psychisch unter den sichtbaren Folgen der Krankheit. Sie schämen sich, haben Ängste. Diese Folgen müssen unbedingt ernst genommen werden. Bestimmt die Krankheit den Alltag, ist sie das alles überlagernde Thema, dann kann ein Gespräch mit einem Psychologen oft hilfreich sein. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, er weiß Rat, und er kennt die richtigen Psychologen.

In der Folge finden Sie zu einer Vielzahl von Themen, die Ihr Leben und Ihren Alltag mit der Erkrankung betreffen können, Informationen, Anregungen und praktische Tipps.

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Reisen mit Schuppenflechte

Urlaub ist die schönste Jahreszeit und auch mit Schuppenflechte steht dem Traumurlaub nichts im Weg. Wie der aussieht, kann ganz unterschiedlich sein. Von der Wanderreise auf Mallorca über die Städtetour in New York bis zum Wellnessurlaub an der Ostsee – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, dem Fernweh nachzugeben. Empfehlenswert mit Schuppenflechte ist eine gute Reiseplanung. Je ferner und exotischer das Reiseziel, desto mehr Dinge gibt es vor der Abfahrt zu bedenken. Klimatisch günstig für Menschen mit Psoriasis sind etwa warme und trockene Küstengebiete, Mittelgebirge zwischen 400 und 700 Metern oder auch Hochgebirgsklima wie in den Alpen.

Welches Klima ist angenehm mit Psoriasis?

  • Stabile Wetterlage
  • Sonnig, warm und trocken
  • Geringe Temperaturunterschiede
  • Niedrige Luftfeuchtigkeit

Gut versichert unterwegs

Reiseversicherungen gibt es für die unterschiedlichsten Lebenslagen. Welche sinnvoll ist, muss persönlich abgewogen werden. Wichtig für Menschen mit Psoriasis ist es, vor Versicherungsabschluss zu klären, ob die Versicherung auch greift, wenn es durch die chronische Erkrankung zum Schadensfall kommt. Oft ist das nämlich nicht der Fall. Ein umfassender Krankenversicherungsschutz sollte in jedem Fall im Urlaub bestehen – entweder durch die deutsche Krankenversicherung oder eine spezielle Reisekrankenversicherung.

Erkundigen Sie sich, welche Leistungen im Urlaubsland durch Ihre deutsche Krankenversicherung abgedeckt sind. Die Jahrespolicen für eine Reisekrankenversicherung sind oft kostengünstig und bieten u. U. sinnvolle Zusatzleistungen.

Mit Medikamenten auf Reisen

Die Behandlung der Schuppenflechte sollte natürlich auch im Urlaub nahtlos weitergehen. Dafür ist es wichtig, alle nötigen Medikamente in ausreichender Menge dabeizuhaben. Etwas Reserve ist empfehlenswert, sollte es einmal zu Verzögerungen kommen.

Lassen Sie sich vor der Reise von Ihrem behandelnden Arzt beraten, wie Sie vorgehen können, wenn es während des Urlaubs unverhofft zu einem Schub oder einer Verstärkung der Beschwerden kommt.

Wenn es per Flugzeug in den Urlaub geht, sollten alle Medikamente im Handgepäck verstaut sein. Gehören auch Injektionshilfen oder Spritzen zur Therapie der Schuppenflechte, ist es wichtig, sich vorher über die Vorgaben beim Transport und auch für die Mitnahme von Flüssigkeiten zu informieren. So kommt es nicht zu unangenehmen Überraschungen an der Sicherheitskontrolle. Einige Medikamente, z. B. Biologika, müssen zudem gekühlt werden. Über kurze Strecken leistet eine kleine Kühltasche dafür gute Dienste. Ob die Möglichkeit besteht, das Medikament für einen begrenzten Zeitraum bei Raumtemperatur (d. h. nicht über 25 °C) zu lagern, ist in der jeweiligen Packungsbeilage beschrieben. Die Lagerungsbedingungen des jeweiligen Herstellers sollten in jedem Fall beachtet werden.

Lassen Sie sich bei Flugreisen, wenn Sie Injektionshilfen oder Spritzen dabeihaben, von Ihrem Arzt ein Attest – am besten in Deutsch und Englisch, idealerweise auch in der Sprache des Urlaubslandes – ausstellen, welches bescheinigt, dass Sie die mitgeführten Medikamente und das Zubehör benötigen. Falls eine permanente Kühlung der mitgeführten Arzneimittel notwendig ist, sollte auch dies im Attest vermerkt sein. Einige Hersteller von Medikamenten bieten entsprechende Vordrucke an.

Sonne und Sonnenschutz bei Schuppenflechte

Sonne wirkt sich günstig auf die Schuppenflechte aus. Beim Sonnenbaden ist das Motto „viel hilft viel“ jedoch fehl am Platz. Denn zu viel Sonne oder sogar ein Sonnenbrand kann der Haut schaden und die Schuppenflechte verschlimmern.

Tipps fürs Sonnenbad

  • Nutzen Sie Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Filtern
  • Tragen Sie den Sonnenschutz mindestens 30 Minuten vor dem Sonnen auf
  • Denken Sie an alle Körperpartien – Ohren und Füße werden gern einmal vergessen
  • Erneuern Sie den Sonnenschutz nach dem Baden oder Schwitzen
  • Nutzen Sie Kleidung als Sonnenschutz
  • Sonnen Sie sich im Schatten – das ist verträglicher für die Haut
  • Meiden Sie zu lange Sonnenbäder insbesondere zwischen 11 und 16 Uhr
  • Vergessen Sie auch bei bedecktem Himmel den Sonnenschutz nicht
  • Erkundigen Sie sich vor dem Urlaub bei Ihrem Hautarzt, ob eines Ihrer Medikamente zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führt

Reiseimpfungen

Abhängig vom Reiseziel kann es notwendig sein, sich rechtzeitig um die empfohlenen Reiseimpfungen zu kümmern. Auch der Standardimpfschutz sollte überprüft werden. Die aktuellen Empfehlungen sind über die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut erhältlich. Über Reiseimpfungen passend zum Urlaubsziel informiert das Auswärtige Amt.

Schwitzen und Psoriasis

Beim Wandern oder am Strand – im Urlaub kann man auch schon mal ins Schwitzen geraten. Auch mit Schuppenflechte ist das eigentlich unproblematisch. Nur übermäßig starkes Schwitzen oder gar ein Hitzestau kann sich ungünstig auf die Psoriasis auswirken und etwa Juckreiz auslösen. Eine lockere, luftige und atmungsaktive Kleidung kann dafür sorgen, dass es nicht unnötig zu Reibungen und damit Reizungen der Haut kommt.

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  • Titel der Broschüre Checkliste für die Urlaubsplanung
    Checkliste für die Urlaubsplanung
    Info-Blatt
    124.76 KB

  • Titel der Broschüre Reisen mit Psoriasis
    Reisen mit Psoriasis
    Info-Broschüre
    2.31 MB

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Bewusste Ernährung bei Schuppenflechte

Eine Psoriasis-Diät? Nein, das gibt es nicht. Wie jedoch auch andere Faktoren des Lebensstils – etwa Sport, Stress oder Rauchen – steht die Ernährung ebenfalls im Zusammenhang mit der Schuppenflechte. Eine ausgewogene und bewusste Ernährung kann auf unterschiedliche Weise Einfluss auf die Psoriasis nehmen.

Gute Gründe für eine bewusste Ernährung bei Psoriasis

  • Übergewicht hat einen negativen Einfluss auf den Erkrankungsverlauf und die Wirkung der Therapie. Die Ernährung – kombiniert mit Bewegung – ist der Schlüssel zur Gewichtskontrolle.
  • Schuppenflechte ist mit einem erhöhten Risiko für Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte verbunden. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung kann diesem Risiko entgegenwirken.
  • Bei einigen Menschen mit Schuppenflechte können bestimmte Lebensmittel für einen neuen Schub oder eine Verschlechterung der Erkrankung sorgen. Es kann hilfreich sein, herauszufinden, ob es solche persönlichen Auslöser – Trigger genannt – gibt.
  • Zu guter Letzt: Eine ausgewogene und gesunde Ernährung trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei und sorgt für Genuss und Lebensfreude.

Essen und Trinken bei Schuppenflechte: ausgewogen, gesund und abwechslungsreich

Gesund ernähren, was bedeutet das genau? Die wichtigste Regel dabei lautet: Verbieten ist verboten! Verzicht und Verbote sind fehl am Platz. Stattdessen geht es darum, den Speiseplan bewusst zu gestalten.

Gemüse und Obst, Getreide- und Milchprodukte, Fleisch und Fisch – sorgen Sie für Abwechslung auf dem Teller. So erhält Ihr Körper alle wichtigen Nährstoffe, die er braucht!

Merken Sie sich „5 am Tag“! Damit sind fünf Portionen Gemüse und Obst täglich gemeint. Eine Portion entspricht etwa einer Handvoll. Greifen Sie dabei eher zu Gemüse, da Obst einen höheren Fruchtzuckergehalt hat. Die Antioxidantien in Gemüse und Obst können übrigens schützend bei Schuppenflechte wirken, da es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung handelt.

Brot, Getreide, Nudeln, Reis – am besten aus Vollkorn – sowie Kartoffeln sorgen für Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe auf Ihrem Speiseplan. Gerade bei wenig Bewegung sollten Sie Getreideprodukte jedoch maßvoll genießen – so können Sie eine Gewichtszunahme verhindern.

Milch- und Milchprodukte können Sie täglich genießen, Fisch sollte ein- bis zweimal wöchentlich auf Ihrem Speiseplan stehen. 300 bis 600 g Fleisch und Wurstwaren in der Woche sowie Eier in Maßen gehören dazu. Achten Sie bei Fleisch- und Milchprodukten auf fettarme Sorten. Bei Fisch hingegen liefern die fettreichen Arten (z. B. Lachs, Hering oder Makrele) Omega-3-Fettsäuren. Sie können eine positive antientzündliche Wirkung haben.

Bei Fetten und Ölen greifen Sie lieber zu pflanzlichen Varianten. Besonders geeignet für Menschen mit Psoriasis sind etwa Raps-, Lein-, Walnuss- oder Olivenöl. Es enthält ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken können. Zu frittiertem Essen oder fettreichem Gebäck wie Blätterteig sollten Sie hingegen selten greifen.

Zucker und Süßigkeiten – gelegentlich und in Maßen sind sie kein Problem. Beschränken Sie sich auf eine kleine Portion pro Tag, wenn Sie zu den Naschkatzen gehören. Durch einen kreativen Umgang mit Gewürzen und Kräutern können Sie Salz sparen. Denn nur 5 Gramm am Tag sind empfehlenswert.

Sparen Sie nicht beim Trinken. 1,5 bis 2 Liter sollten Sie pro Tag Ihrem Körper gönnen. Am besten ist Wasser. Denken Sie daran, dass sich in vielen Getränken – etwa Säften, Eistee, Limonade – jede Menge Zucker versteckt. Das sind Kalorien, die Sie sich sparen können.

Bei der Zubereitung des Essens können Sie dafür sorgen, dass viel Geschmack und wichtige Nährstoffe erhalten bleiben: Nutzen Sie möglichst niedrige Temperaturen und hochwertige Pflanzenöle. Besser ist zudem Dünsten als Braten oder Frittieren.

Auch auf das Drumherum beim Essen kommt es an. Nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeiten, sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre und genießen Sie Ihr Essen bewusst. Essen Sie nur so viel, bis Sie satt sind, und denken Sie daran: Erst 15 bis 20 Minuten nach Beginn des Essens setzt das Sättigungsgefühl ein.

Sorgen Sie nicht nur für eine ausgewogene Ernährung, sondern auch für ausreichend Bewegung. Beides zusammen verhilft Ihnen, das Wunschgewicht zu halten oder zu erreichen. So können Sie auch das Risiko für viele Begleiterkrankungen der Schuppenflechte reduzieren.

Auf Trigger in der Ernährung achten

Nicht bei jedem Menschen mit Schuppenflechte, aber bei einigen, können bestimmte Lebensmittel oder Inhaltsstoffe im Essen und Trinken Auslöser für einen erneuten Schub der Schuppenflechte oder auch eine Verstärkung der Beschwerden sein. Diese auslösenden Faktoren werden Trigger genannt. Es kann sich also lohnen herauszufinden, ob es persönliche Trigger gibt. Hilfreich dabei ist ein Ernährungstagebuch, in dem notiert wird, was wann gegessen und getrunken wurde und ob im Anschluss eine Veränderung der Haut bemerkt wurde. Nicht empfehlenswert hingegen sind spezielle Diäten oder Ernährungskuren bei Psoriasis – auch wenn diese im Zusammenhang mit der Schuppenflechte immer wieder erwähnt werden. Oft sind diese zwar kostspielig, aber wirkungslos. Eine einseitige Diät kann sogar gesundheitsschädlich sein.

Lebensmittel, die bei einigen Menschen mit Psoriasis als Trigger wirken können

  • Alkohol – insbesondere Wein und hochprozentige alkoholische Getränke
  • Kaffee
  • Nüsse
  • scharfe Gewürze (z. B. Chili, Pfeffer, Curry)
  • Säurereiche Speisen (z. B. Zitrusfrüchte oder sauer eingelegte Lebensmittel)

Alkohol und Schuppenflechte

Ein regelmäßiger oder hoher Alkoholkonsum zählt zu den auslösenden Faktoren der Schuppenflechte und ebenso zu den möglichen Triggern unter den Lebensmitteln. Im Umgang mit Alkohol sollte daher jeder Mensch mit Psoriasis Vorsicht walten lassen. Auf einen gelegentlichen maßvollen Alkoholkonsum reagiert jeder anders. Daher sollte individuell herausgefunden werden, ob ein bedachter Alkoholkonsum Teil der Ernährung mit Schuppenflechte sein sollte. Wird der Griff zum Glas jedoch zur Gewohnheit, ist es an der Zeit, sich Hilfe zu holen – etwa bei einer Beratungsstelle oder beim behandelnden Arzt.

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  • Titel der Broschüre Ernährung und Psoriasis
    Ernährung und Psoriasis
    Info-Broschüre
    4.46 MB

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Sport & Bewegung

Bewegung tut gut – nicht nur Ihrem Körper. Sport ist auch Balsam für die Seele. Er ist ein ideales Mittel zur Stressbewältigung, er verschafft Selbstbewusstsein und gibt Kraft – das gilt auch für Menschen mit Schuppenflechte.

Ganz klar: Ausdauer, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen werden verbessert. Darüber hinaus tut Bewegung dem Herz-Kreislaufsystem gut, dem Stoffwechsel, dem Blutdruck und der Atmung. Und Sport kann dabei helfen ein gesundes Körpergewicht zu halten. Auch das ist für Menschen mit Psoriasis wichtig. Die Schuppenflechte erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen genau wie Übergewicht. Dem können Sie mit Sport entgegenwirken.

Auf die Plätze …!

Überwinden Sie alte Gewohnheiten und werden Sie aktiv. Schon die ersten kleinen Erfolge motivieren. Und denken Sie daran:

  • Ohne Spaß läuft nichts. Finden Sie eine Sportart, die zu Ihnen passt.
  • Setzen Sie sich Ihre sportlichen Ziele realistisch.
  • Hören Sie auf Ihren Körper und akzeptieren Sie Ihre Leistungsgrenzen.
  • Gemeinsam bewegen motiviert: Suchen Sie sich Trainingspartner.
  • Beginnen Sie langsam mit dem Training und steigern Sie sich.

Zwei- bis dreimal 30 Minuten pro Woche Sport sind ideal, aber kein Muss. Schon gar nicht von Anfang an. Denken Sie positiv, statt „Ich muss mich mehr bewegen“, lieber „Ich will etwas für meine Fitness tun“ oder „Ich will mich ab morgen noch wohler fühlen“.

Auch beim Sport gilt: Achten Sie auf Ihre Haut

Feste Regeln für Sport und Bewegung bei Schuppenflechte gibt es nicht. Probieren Sie aus, was Ihnen und Ihrer Haut gut tut. Schenken Sie der Hautpflege beim Sport besondere Aufmerksamkeit. Schwitzen ist kein Problem und eine gute Pflege nach dem Training schützt vor Irritationen. Eine kurze warme Dusche ist in der Regel besser als ein langes heißes Bad. Achten Sie im Freien auf einen ausreichenden UV-Schutz. Wenn Sie auf mechanische Reize wie Reibung oder einen Stoß mit neuen Psoriasis-Herden reagieren (Köbner-Phänomen), meiden Sie Sportarten, bei denen es zu Reibung auf der Haut kommt, zum Beispiel beim Fahrradfahren. Achten Sie bei der Sportbekleidung auf hautfreundliche, weiche und atmungsaktive Gewebe. Auch die Trainingsschuhe sollten nicht scheuern oder drücken.

Sichtbare Plaques: Für viele Menschen mit Psoriasis ist das sehr belastend, die Symptome der Krankheit zeigen zu müssen – im Schwimmbad, auf dem Tennisplatz, im Umkleideraum. Befürchten Sie, beim Sport auf Ihre Psoriasis angesprochen oder angestarrt zu werden? Versuchen Sie, selbstbewusst mit der Erkrankung umzugehen. Begegnen Sie kritischen Seitenblicken aktiv. Sagen Sie zum Beispiel: „Das ist nicht ansteckend, das ist nur eine Schuppenflechte.“ Und denken Sie daran: Sport wird Ihr Selbstbewusstsein stärken.

Psoriasis-Arthritis: Wenn Sie neben den Hautveränderungen auch Beschwerden in den Gelenken haben, sind gelenkschonende Sportarten die richtige Wahl. Von vielen Sportarten gibt es gelenkschonende Varianten, so können Sie zum Beispiel Nordic Walking anstatt Joggen probieren. Bewegung ist bei einer Psoriasis-Arthritis besonders wichtig, damit die Gelenke nicht versteifen.

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Psoriasis und Stress – wie hängt das zusammen?

Stress im Job und auch zu Hause geht mal wieder alles drunter und drüber – ausgerechnet dann macht sich die Schuppenflechte wieder bemerkbar. Viele Menschen mit Psoriasis machen die Erfahrung, dass die Krankheit bei Stress und Belastung wieder aufflammt. Tatsächlich gehört Stress zu den auslösenden Faktoren der Psoriasis. Belastungen können darüber hinaus für einen neuen Schub verantwortlich sein oder die Beschwerden verstärken. Doch nicht nur Belastungen von außen spielen dabei eine Rolle. Die Schuppenflechte selbst kann auch ein Stressfaktor werden: Sichtbare Plaques, eine zeitaufwendige Behandlung oder einfach die Angst vor dem nächsten Schub können belasten. Dieser Stress kann sich wiederum ungünstig auf die Schuppenflechte auswirken. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist es wichtig, positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln. Ob und wie stark sich Stress auf die Erkrankung auswirkt, ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Reagiert die Haut auf Stress, macht sich das in der Regel innerhalb von 3 bis 4 Wochen nach einer belastenden Situation bemerkbar.

Wenn Sie für sich selbst festgestellt haben, dass Stress und Belastungen Ihre Schuppenflechte zum Blühen bringen, sollten Sie besonders darauf achten, Stress wenn möglich zu vermeiden oder, z. B. durch eine gezielte Entspannungstechnik, dafür sorgen, dass Sie besser gegen Stress gewappnet sind.

Stressbewältigung oder -vermeidung

Ein erster Schritt, etwas gegen Stress zu unternehmen, ist es, Stressquellen aufzudecken. Ursachen können etwa Termindruck sein, Überforderung, Schlafmangel oder ein konkretes Ereignis, etwa eine Kündigung oder eben die Schuppenflechte. Ist die Ursache gefunden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich aus der Stressfalle zu befreien. Die effektivste ist Stressvermeidung. Manchmal können schon kleine Veränderungen einen großen Unterschied machen. Leider lässt sich jedoch nicht jede Stressquelle einfach ausschalten. Stressbewältigung ist daher ein weiteres wichtiges Stichwort im Umgang mit Belastungen. Durch Stressbewältigung wird nicht die Stressquelle, sondern die eigene Einstellung zu ihr verändert.

Tipps im Umgang mit Stress

  • Ziele verdeutlichen
  • Prioritäten setzen
  • Sich auf das Wesentliche konzentrieren
  • Realistische Ziele setzen
  • Nach Hilfe fragen und annehmen
  • Pausen einlegen
  • Einen Schritt zurücktreten
  • Wichtiges von Nebensächlichem trennen
  • Lösungen finden

Entspannung gegen Stress

Einen besonderen Stellenwert bei der Stressbewältigung nimmt die Entspannung ein. Die Stressreaktion des Körpers kann dadurch entschärft werden und negative Spannungen abgebaut. Entspannung löst Spannung und baut dadurch Stress ab. Dabei hat jeder sein eigenes Rezept, wie er am besten zur Ruhe kommt: Sport, ein Hobby, der Spaziergang mit dem Hund, Gartenarbeit oder sich in ein Buch vertiefen können Wege sein. Mit dem Erlernen einer gezielten Entspannungstechnik kann es ebenfalls gelingen, für mehr Ausgeglichenheit im Leben zu sorgen.

Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Qigong oder Tai Chi, Meditation – es gibt viele unterschiedliche Entspannungstechniken. Jede enthält andere Elemente und Schwerpunkte. Probieren Sie aus, welche am besten zu Ihnen passt. Das Erlernen einer Entspannungstechnik benötigt vielleicht etwas Geduld und Zeit, es kann Ihnen jedoch damit gelingen, dauerhaft mehr Ruhe und Gelassenheit in Ihr Leben zu bringen.

Aktiv mit Psoriasis umgehen

Manche Menschen fühlen sich durch die Psoriasis nicht beeinträchtigt, andere empfinden die Erkrankung als große Belastung. In vielen Fällen kann ein aktiver und offener Umgang mit der Schuppenflechte dazu beitragen, dass die Erkrankung weniger als Belastung wahrgenommen wird. Eine positive Krankheitsbewältigung bedeutet, dass die Psoriasis als Teil des Lebens akzeptiert, aber das Leben nicht von ihr bestimmt wird. Sich gut über die Erkrankung zu informieren, kann einen positiven Umgang fördern und Ängste und Unsicherheiten abbauen. Auch der Erfahrungsaustausch in einer Selbsthilfegruppe – oder online in Chats oder Foren – kann unterstützen.

Strategien zur Krankheitsbewältigung

Geeignet Ungünstig
Akzeptanz der Erkrankung Resignation
Aktive Problemlösung Passive Grundhaltung
Eigenverantwortlich mit der Psoriasis umgehen Herunterspielen von Problemen
Selbstermutigung Selbstbeschuldigung, Selbstzweifel
Suche nach Unterstützung Sozialer Rückzug
Informationssuche Grübeln
Gefühle zulassen Gefühle unterdrücken
Ablenkung suchen Selbstmitleid

Wenn die Psyche aus dem Gleichgewicht gerät

Gibt es einen merklichen Zusammenhang zwischen Stress und dem Erkrankungsverlauf oder führt die Schuppenflechte in eine Situation, die als Tief erlebt wird, aus dem es nicht gelingt, sich aus eigener Kraft wieder zu befreien, kann eine Psychotherapie eine große Hilfe sein. Solche Situationen sollten sehr ernst genommen werden. Eine Depression oder auch Angststörung verschwindet nicht durch „Sich-Zusammenreißen“ oder „Gut-Zureden“. Ziel einer Psychotherapie ist es, Menschen dabei zu unterstützen, mit dem eigenen Leben und mit dem Umfeld besser zurechtzukommen.

  • Andauernde niedergeschlagene, gedrückte Stimmung
  • Antriebslosigkeit
  • Freudlosigkeit
  • Panikattacken (plötzliche Angst mit Herzrasen, Schwindel oder Schwitzen)
  • Meiden bestimmter Situationen
  • Endloses Grübeln

Wenn Sie bei sich Zeichen einer Depression oder Angststörung feststellen oder das Gefühl haben, im Umgang mit Psoriasis überfordert zu sein, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Hautarzt oder wenden Sie sich direkt an einen Psychotherapeuten. Eine Arztsuche, über die sich auch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten finden lassen, bietet z. B. die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) an.

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Psoriasis und Beruf: Uneingeschränkt durchs Arbeitsleben

Arbeit und Beruf – das bedeutet für viele Menschen nicht nur Broterwerb, sondern steht auch für Lebensqualität und Selbstverwirklichung. Eine chronische Erkrankung wie die Schuppenflechte kann viele Lebensbereiche und eben auch das Berufsleben beeinflussen. Umso wichtiger ist es, ein Augenmerk darauf zu haben, dass die Psoriasis die berufliche Entfaltung nicht behindert. Grundsätzlich kann mit Schuppenflechte jeder Beruf ausgeübt werden. Es gibt jedoch ein paar Punkte, denen Beachtung geschenkt werden sollte.

Es ist belastend für Sie, mit sichtbaren Plaques den Arbeitsalltag zu bestreiten? Machen Sie sich klar, dass es ganz unterschiedliche Perspektiven gibt. Die anderen nehmen unter Umständen Ihre Hautveränderungen viel weniger stark wahr, als Sie vermuten. Wenn Ihre Kollegen oder Kunden ganz normal mit Ihnen umgehen, muss das daher nicht bedeuten, dass es ein unausgesprochenes Problem gibt.

Berufswahl mit Psoriasis: die eigenen Ziele verfolgen

Wurde die Psoriasis bereits festgestellt, bevor die Entscheidung für die Berufswahl gefallen ist, sollte die Erkrankung dabei berücksichtigt werden. Das bedeutet keinesfalls, dass der Traumberuf außer Reichweite rückt. Es ist sogar wichtig, die eigenen Ziele nicht aus dem Blick zu verlieren. Nicht die Schuppenflechte, sondern die eigenen Fähigkeiten, Talente und Interessen sollten ausschlaggebend für die Berufswahl sein. Manchmal können auch schon kleine Anpassungen helfen, Einschränkungen durch die Psoriasis zu vermeiden, oder es lassen sich Alternativen finden. Das gilt auch, wenn es in der bestehenden Berufsausübung zu Herausforderungen kommt.

Hautschutz im Beruf

Bei manchen Menschen mit Psoriasis reagiert die Haut bei Reizungen mit neuen Plaques. Das sollte berücksichtigt werden, wenn es im Beruf zu einer Beanspruchung der Haut kommen kann. Der Umgang mit Chemikalien, Feuchtigkeit oder Reibung können Ursachen dafür sein. Ist es nicht möglich, eine Beanspruchung der Haut zu vermeiden, sollte auf einen gründlichen Hautschutz geachtet werden. Das Tragen von Schutzhandschuhen oder von weichen, feuchtigkeitsregulierenden Geweben unter der Berufskleidung kann helfen.

Psoriasis-Arthritis: Gelenkschutz nicht vergessen!

Menschen mit Psoriasis-Arthritis sollten ganz besonders auf die Ergonomie am Arbeitsplatz und gelenkschonende Bewegungsabläufe achten. Das kann z. B. eine ergonomische Tastatur bei der Büroarbeit sein oder achsengerechtes Arbeiten bei Bewegungen und Belastungen – d. h., dass Gelenke nicht verdreht oder abgewinkelt werden.

Über die Psoriasis offen reden?

Die Entscheidung, wie offen über die Schuppenflechte am Arbeitsplatz gesprochen wird, ist eine sehr persönliche. Sie sollte individuell und entsprechend der Situation im beruflichen Umfeld getroffen werden. Generell kann ein offener Umgang dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden und Konflikten vorzubeugen. Häufig ist es nur durch einen offenen Umgang möglich, Lösungen für Schwierigkeiten am Arbeitsplatz zu finden und nötige Veränderungen anzustoßen. Flexiblere Arbeitszeiten oder Hautschutzmaßnahmen sind Beispiele dafür. Verständnis kann oft nur entstehen, wenn andere wissen, was es mit der Psoriasis auf sich hat. Es ist vielleicht auch möglich, freier im Beruf agieren zu können und selbst weniger Stress durch die Erkrankung zu haben, wenn diese nicht verheimlicht werden muss.

Muss ich meinen Arbeitgeber über die Psoriasis informieren?

Grundsätzlich muss eine Erkrankung und auch eine Schwerbehinderung – selbst auf Nachfrage – beim Arbeitgeber nicht angegeben werden. Eine Angabe kann nur dann notwendig sein, wenn zum Zeitpunkt der Nachfrage des Arbeitgebers ein Kündigungsschutz besteht (nach der Probezeit) oder die Arbeit am konkreten Arbeitsplatz durch die Erkrankung nicht (mehr) ausgeführt werden kann.

Rechte kennen und nutzen

Das Sozialrecht sieht für chronisch kranke Menschen einen Ausgleich für Benachteiligungen durch ihre Erkrankung vor. Auch bei Psoriasis können solche Rechte und Leistungen infrage kommen. Es handelt sich dabei nicht um besondere Vorteile, die erhalten werden, sondern um einen Ausgleich für die Nachteile, die durch die chronische Erkrankung entstehen. Beispiele dafür sind z. B. die Feststellung eines Grads der Behinderung (GdB), durch den unter bestimmten Voraussetzungen etwa Steuerfreibeträge oder ein erweiterter Kündigungsschutz gewährt werden. Auch die medizinische oder berufliche Rehabilitation zählen dazu. Ziel der medizinischen Rehabilitation ist es, körperliche Funktionen zu erhalten oder wiederherzustellen, bei der beruflichen Reha ist es die Arbeitsfähigkeit. Welche Rechte und Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden können, hängt von der individuellen Situation ab.

Informieren Sie sich, welche Möglichkeiten und Rechte Ihnen zustehen, wenn Sie durch die Psoriasis beruflich eingeschränkt sind.

Die wichtigsten Ansprechpartner

Ist zuständig für

  • berufliche Rehabilitation,
  • finanzielle Zuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes (z. B. bei Psoriasis-Arthritis),
  • Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz.

Ist zuständig für

  • berufliche Rehabilitation,
  • Erwerbsminderungsrente
  • medizinische Rehabilitation.

Ist zuständig für

  • finanzielle Zuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes (z. B. bei Psoriasis-Arthritis),
  • Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz.
  • Ist zuständig für medizinische Rehabilitation
  • Ist zuständig für Beratung zur beruflichen und medizinischen Rehabilitation
  • Ist zuständig für gerichtliche Angelegenheiten des Sozialrechts
  • Ist zuständig für Feststellung des Grads der Behinderung bzw. Schwerbehinderung

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  • Titel der Broschüre Ansprechpartner und Anlaufstellen: chronisch-entzündlichen Erkrankungen
    Ansprechpartner und Anlaufstellen: chronisch-entzündlichen Erkrankungen
    Info-Broschüre
    1.81 MB

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Raucherentwöhnung

Löst Rauchen Schuppenflechte aus? Rauchen gehört zu den Risikofaktoren für Schuppenflechte, und Zigarettenkonsum wirkt sich möglicherweise ungünstig auf den Verlauf der Erkrankung aus. Als systemische Erkrankung, die nicht nur die Haut betrifft, führt die Psoriasis oft zu Begleiterkrankungen. Menschen mit Psoriasis haben häufiger Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen. Sie haben häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Rauchen erhöht dieses Risiko nochmals. Der blaue Dunst schädigt die Haut und fördert Hautalterung. Raucher haben eine schlechter durchblutete Haut. Zudem baut Nikotin Kollagen ab, einen körpereigenen Eiweißstoff, der die Haut straff und elastisch hält. Das alles sind gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Mit einem Rauchstopp haben Sie die Möglichkeit, selbst aktiv etwas zu tun, um positiv auf den Erkrankungsverlauf einzuwirken.

Als Nichtraucher haben Sie ein deutlich geringeres Risiko für Lungenkrebs oder Atemwegserkrankungen. Auch Impotenz und Unfruchtbarkeit sind seltener. Und das trifft nicht nur auf lebenslange Nichtraucher zu. Auch wer aufhört, kann diese Risikofaktoren deutlich senken.

Sie gewinnen Freiheit und Anerkennung

Was aber noch wichtiger ist: Sie belohnen sich auf vielfältige Weise. Sie vermindern das Herzinfarkt – und das Schlaganfallrisiko. Sie schalten einen Risikofaktor für Schuppenflechte aus und haben eine bessere Lebensqualität. Sie sind als Nichtraucher fitter und leistungsfähiger. Sie sehen gesünder und frischer aus. Sie können frei durchatmen. Sie selbst, Ihre Kleidung und Ihre Umgebung riechen nicht nach Rauch. Sie können besser riechen und schmecken.

Nichtrauchen ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Sie leben befreiter, mit weniger Risiko für viele ernsthafte Erkrankungen und vor allem ohne das stets vorhandene, drängende Verlangen nach der nächsten Zigarette. Sie können stolz auf sich sein, weil sie den Ausstieg geschafft haben. Ihre Freunde und die Familie freuen sich, wenn sie nicht mehr eingenebelt werden. Sie sind ein Vorbild. Und zu guter Letzt: Sie sparen richtig viel Geld.

Werden Sie aktiv

Warum fällt es so schwer, auf den Griff zur Zigarette zu verzichten? Rauchen ist eine Sucht, und die Droge heißt Nikotin. Die Abhängigkeit besteht sogar im doppelten Sinn, körperlich und psychisch. Das macht zunächst einmal wenig Mut. Doch das Bewusstsein dafür, dass eine Sucht überwindbar ist, kann die Motivation steigern.

Sie haben schon darüber nachgedacht, das Rauchen aufzugeben, aber der richtige Zeitpunkt ist noch nicht gekommen? Sie möchten aufhören, wissen aber noch nicht, wie Sie es anfangen sollen? Egal, in welcher dieser Phasen Sie sich gerade befinden: Wenn Sie sich mit dem Thema beschäftigen, ist der erste Schritt bereits getan. Bleiben Sie am Ball und werden Sie aktiv.

Atmen Sie nur noch reine Luft

Es gibt verschiedene Arten der Unterstützung, die eine Entwöhnung erleichtern und die Erfolgsaussichten steigern können. Ein Wundermittel, um von der Sucht geheilt zu werden, gibt es nicht. Den Weg aus der Abhängigkeit muss jeder Raucher aus eigener Kraft gehen. Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg ist also die eigene Motivation.

Auf dem Weg in ein rauchfreies Leben müssen alte Rauchgewohnheiten durchbrochen und viele alltägliche Verhaltensweisen, die mit dem Rauchen zusammenhängen, geändert werden. Daher haben sich verhaltenstherapeutische Konzepte als wirksame Unterstützung bei der Entwöhnung gezeigt. So bieten z. B. die Kurse des „Rauchfrei Programms“ vom Institut für Therapieforschung eine bewährte Hilfestellung. Über sechs bis acht Wochen werden die Kursteilnehmer für den Ausstieg motiviert, Strategien für die Zeit nach der letzten Zigarette entwickelt, die vor einem Rückfall schützen können, und das Rauchverhalten wird bewusst gemacht. Unter www.rauchfrei-programm.de finden Sie Kurse in Ihrer Nähe.

Viele Krankenkassen bieten Ihren Versicherten ebenfalls Unterstützung auf dem Weg in ein rauchfreies Leben an. Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse und fragen Sie dort nach entsprechenden Angeboten und Hilfeleistungen zur Raucherentwöhnung. Unter bestimmten Voraussetzungen, die der Versicherte erfüllen muss, werden die Entwöhnungsmaßnahmen gegebenenfalls von der Krankenkasse bezahlt.

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Partnerschaft, Beziehung, Sexualität … und Schuppenflechte

Psoriasis kann auf viele Lebensbereiche Einfluss nehmen. Auch in der Partnerschaft kann die Erkrankung eine Rolle spielen. Wichtig ist es, sich durch die Schuppenflechte nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Das bedeutet einerseits, die Erkrankung nicht zu ignorieren, und andererseits, sie auch nicht zum alles bestimmenden Thema werden zu lassen. Ein offener Umgang kann helfen, diese Balance zu erreichen. Sich bewusst Zeit füreinander nehmen, gemeinsame Aktivitäten oder Erlebnisse haben, kann die Beziehung zueinander stärken.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner über die Psoriasis. Darüber, wie Sie, aber auch wie er die Erkrankung empfindet. Offenheit hilft, Schamgefühle und Missverständnisse zu vermeiden oder aus dem Weg zu räumen, und stärkt das gegenseitige Vertrauen.

Bin ich für meinen Partner attraktiv?

Psoriasis kann das Selbstbewusstsein beeinflussen und auch zu Scham führen. In der Beziehung können Bedenken auftauchen, ob die eigene Attraktivität unter der Erkrankung leidet. Tatsächlich empfindet der nicht betroffene Partner die Erkrankung häufig als weniger gravierend als der Erkrankte selbst. Und wenn es einmal zu Problemen in der Partnerschaft kommt? Dann ist es gut zu bedenken, dass die Psoriasis die Beziehung zwar beeinflussen kann, jedoch nicht alle Schwierigkeiten mit der Erkrankung in Verbindung stehen müssen. Es ist wichtig, auch andere mögliche Ursachen zu erkennen, damit diese aus dem Weg geräumt werden können.

Lange Partnerschaft oder frisch verliebt?

Tritt die Schuppenflechte in einer bestehenden Partnerschaft erstmals auf, kann dies Veränderung bedeuten. Auf einmal muss mit der Psoriasis umgegangen werden, das erfordert manchmal vielleicht auch ein Umdenken. Neugier und Mut, sich auf neuen Wegen zu bewegen und auch gemeinsam Herausforderungen zu meistern, kann die neue Situation erleichtern. Bahnt sich eine neue Beziehung an, stellt sich häufig die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, über die Schuppenflechte zu sprechen. Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, sondern das sollte ganz individuell entschieden werden.

Ich habe Schuppenflechte – den richtigen Zeitpunkt finden

Wenn Sie unsicher sind, wann Sie mit einem neuen Partner das Thema Psoriasis ansprechen sollen, überlegen Sie sich, wie Sie sich damit am wohlsten fühlen:

  • Sie sprechen es ganz spontan und ungeplant an, wenn sich im Gespräch die passende Gelegenheit ergibt.
  • Nicht gleich ganz am Anfang, Sie fühlen sich sicherer, wenn Sie den neuen Partner schon ein wenig kennengelernt haben.
  • Das Thema ist Ihnen wichtig und Sie möchten daher gleich am Anfang offen darüber reden und wissen, wie der neue Partner dazu steht.
  • Sie bereiten sich darauf vor, wie Sie das Thema ansprechen können – so fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie über die Schuppenflechte sprechen.

Psoriasis: Sexualität und Zweisamkeit

Sexualität ist ein menschliches Grundbedürfnis, Probleme mit dem Sexualleben können sich daher wesentlich auf die Lebensqualität auswirken. Eine wichtige Voraussetzung für ein zufriedenes Sexualleben ist, sich nicht vom Anspruchsdenken leiten zu lassen. Es gibt keine festen Vorgaben, wie ein befriedigendes Sexualleben aussieht. Jedes Paar gestaltet die Zweisamkeit ganz individuell. Was wünschen sich beide Partner und wobei fühlen sie sich wohl? Nur darauf kommt es an. Oft lässt sich das nur herausfinden, wenn man über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse spricht und ein offenes Ohr für die des Partners hat. Das Sexualleben auf die körperlichen und psychischen Gegebenheiten anzupassen, kann helfen.

Wenn Sie merken, dass Ihre Partnerschaft und Sexualität sehr stark von der Schuppenflechte belastet ist, scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Psychosoziale Beratungsstellen oder ein ärztlicher bzw. psychologischer Psychotherapeut sind dann die richtigen Ansprechpartner. Eine Arztsuche, über die sich auch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten finden lassen, bietet z. B. die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) an.

Schuppenflechte im Genitalbereich: keine Seltenheit

Kommt die Schuppenflechte auch an intimen Körperbereichen vor, ist das häufig besonders belastend. Bei mehr als 60 % der Menschen mit Psoriasis ist der Genitalbereich zumindest zeitweise von der Erkrankung betroffen. Die Leisten, die Gesäßfalte, bei Männern der Penis und die Hoden, bei Frauen der Schamhügel und die Schamlippen können Hautveränderungen aufzeigen. Rötung, Jucken, Brennen und Schmerzen sind die häufigsten Beschwerden. Die typische Schuppung bleibt bei Schuppenflechte im Genitalbereich häufig aus. Durch Schamgefühle oder auch Beschwerden beim Geschlechtsverkehr kann Genitalpsoriasis auch die sexuelle Gesundheit beeinträchtigen. Es ist wichtig, die Beschwerden im Intimbereich beim Hautarzt anzusprechen – auch wenn es Überwindung kostet. Denn das ist die Voraussetzung dafür, eine wirksame Behandlung zu finden.

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Die Schuppenflechte selbst hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit oder Zeugungsfähigkeit. Sie stellt auch kein Risiko für den Verlauf einer Schwangerschaft oder für das Ungeborene dar. Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten, wenn die Familienplanung verwirklicht werden soll. Es ist daher gut, frühzeitig das Gespräch mit dem behandelnden Haut- wie auch Frauenarzt zu suchen. Sie können beraten, ob z. B. die Behandlung angepasst werden muss oder ob sich eine Schwangerschaft auf die Psoriasis auswirken kann. Es kann sowohl zu einer Verbesserung als auch zu einer Verschlechterung der Beschwerden während einer Schwangerschaft kommen. Vermutet wird, dass der veränderte Hormonhaushalt dafür verantwortlich ist. Es gibt Medikamente, die vor der Zeugung bzw. Schwangerschaft abgesetzt werden sollten. Das kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Der Hautarzt kann beraten, ob bei der Therapie etwas beachtet werden muss. Psoriasis hindert also nicht daran, den Kinderwunsch zu verwirklichen. Eine gute Planung hilft dabei, dass vor, während und nach der Schwangerschaft, die Behandlung, wenn nötig, individuell angepasst werden kann.

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