Leben mit Schuppenflechte

Mit der Schuppenflechte leben. Die Krankheit ist chronisch, aber gut behandelbar. Die Ärzte und auch die Patienten haben viele Möglichkeiten.

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Seien Sie gut zu sich: So beeinflussen Sie Ihr Wohlbefinden

Eine individuell abgestimmte Therapie ist die Grundlage für den erfolgreichen Umgang mit Psoriasis. Die Krankheit kann auch viele andere Organe betreffen. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers wahr und sprechen Sie bei Auffälligkeiten mit Ihrem Arzt.

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Krankheit, das heißt: Sie ist nicht heilbar und wird Sie ein Leben lang begleiten. Aber Sie können die Einschränkungen durch die Erkrankung reduzieren und die Symptome kontrollieren.

Begegnen Sie Ihrer Erkrankung aktiv

Es gibt vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, die Ihr Arzt individuell mit Ihnen abstimmen wird. Darüber hinaus können auch Sie selbst viel für Ihr Wohlbefinden tun. Eine erfolgreiche Therapie erfordert Ihre Mitarbeit – dazu gehört zum Beispiel die gewissenhafte Einnahme der Medikamente. Sprechen Sie die Änderung der Dosis oder die Häufigkeit der Einnahme mit Ihrem Arzt ab.

Bleiben Sie bei der Therapie aufmerksam und interessiert. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Probleme auftauchen, wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, oder wenn Sie Nebenwirkungen fürchten. Notieren Sie Veränderungen und Auffälligkeiten oder wenn Sie neue Fragen haben. So gehen Sie sicher, dass Sie bei Ihrem Termin keine wichtigen Informationen vergessen. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie herausfinden, was geändert werden kann, ob es Alternativen gibt.

Stellen Sie Fragen:

  • Warum ist Ihre Therapie für Sie geeignet?
  • Wann ist eine Wirkung zu erwarten?
  • Wie lange ist die Behandlung vorgesehen?
  • Welches Ziel der Behandlung ist realistisch?

Lassen Sie keine Fragen offen, informieren Sie sich, und werden Sie zum Experten in eigener Sache. So ist es wichtig zu wissen: Schuppenflechte ist zwar eine Hautkrankheit, kann aber auch völlig andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Man spricht von einer „systemischen Krankheit“. Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht können Begleiterkrankungen sein, aber auch der Darm und die Augen sind unter Umständen betroffen.

Regelmäßige Anpassung der Therapie

In 20 bis 30 Prozent der Fälle wirkt sich die Psoriasis auf die Gelenke aus. Man spricht dann von der Psoriasis-Arthritis. Es kommt zu Schwellungen oder Versteifungen. Tauchen diese Symptome auf, sollten Sie neben einem Dermatologen auch einen Rheumatologen zu Rate ziehen. Die Therapie muss dann eventuell angepasst werden.

Sie haben es auch selbst in der Hand, Ihr Wohlbefinden zu beeinflussen. Der Umgang mit Stress, eine ausgewogene bewusste Ernährung oder regelmäßige Bewegung: Das sind Möglichkeiten, mit denen Sie Ihr Leben anpassen und auf die Krankheit reagieren können. Die richtigen Schritte können auch positive Auswirkungen auf die Begleiterkrankungen haben.

Ein wichtiger Teil des Umgangs mit der Krankheit findet im Kopf statt. Viele Betroffene leiden psychisch unter den sichtbaren Folgen der Krankheit. Sie schämen sich, haben Ängste. Diese Folgen müssen unbedingt ernst genommen werden. Bestimmt die Krankheit den Alltag, ist sie das alles überlagernde Thema, dann kann ein Gespräch mit einem Psychologen oft hilfreich sein. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, er weiß Rat, und er kennt die richtigen Psychologen.

In der Folge finden Sie zu einer Vielzahl von Themen, die Ihr Leben und Ihren Alltag mit der Erkrankung betreffen können, Informationen, Anregungen und praktische Tipps.

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Unterwegs

Sie wollen verreisen, in den Urlaub fahren mit Schuppenflechte? Kein Problem, wenn Sie ein paar Regeln beachten. Klären Sie einige wichtige Dinge vorher. Deckt die Reiserücktrittsversicherung oder die Reiseabbruchversicherung Personen ab, die an chronischen Krankheiten leiden? Greift die Versicherung auch, wenn der Versicherungsfall mit der chronischen Krankheit in Verbindung steht? Fragen Sie nach. Einen Krankenversicherungsschutz im Urlaub sollten Sie in jedem Fall haben. Ihre Ferien sollen am ersten Reisetag beginnen; wenn alles vorab bedacht und geklärt ist, reisen Sie stressfrei.

Wohin soll die Reise gehen?

Sonne und Salzwasser wirken oft lindernd auf die Symptome der Psoriasis. Am Mittelmeer im Frühjahr und im Herbst, wenn die Hitze nicht mehr so extrem ist, finden Sie meist angenehme Bedingungen. Aber auch Mittelgebirgsregionen – zwischen 400 und 700 Metern Höhe – sind günstig für Menschen mit Schuppenflechte.

Sonne tut gut, aber Achtung: Viel hilft nicht viel – im Gegenteil. Vermeiden Sie unbedingt einen Sonnenbrand. Nehmen Sie den Sonnenschutz ernst und sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die richtigen Mittel. Weniger empfehlenswert sind Reiseziele, in denen Klimaextreme herrschen, schwülwarme tropische oder sehr heiße Regionen. Auch Orte, an denen dauerhaft Nebel herrscht, sind mit Schuppenflechte nicht ideal. Passen Sie Ihre Garderobe den Umständen an. Viele Menschen vertragen Naturfasern besser als Kunstfasern, die Kleider sollten nicht zu eng anliegen und luftig sein.

Medikation einplanen

Bedenken Sie auch die Auswirkungen Ihrer Medikation bei der Auswahl Ihres Reiseziels. Wenn Sie ein Arzneimittel einnehmen, das das Immunsystem schwächt, sind Sie anfälliger für Infektionen. Das bedeutet, Sie bekommen leichter eine Erkrankung und diese kann auch heftiger verlaufen. Impfungen sind hier umso wichtiger, doch auch hier ist eine genaue und rechtzeitige Abstimmung mit Ihrem Arzt sehr wichtig. Manche Impfstoffe können nicht eingesetzt werden, andere müssen mehrmals gegeben werden. Planen Sie hier mit genug Vorlauf um sicherzugehen, dass Ihnen die Zeit nicht davonläuft.

Mit Medikamenten unterwegs

Eine Umstellung der Therapie kurz vor der Reise ist nicht ratsam. Wichtig ist, dass Sie Ihre Medikamente in ausreichender Menge dabei haben – bedenken Sie eventuelle Verspätungen oder Flugausfälle. Nehmen Sie bei Flugreisen alle Medikamente ins Handgepäck. Empfindliche Medikamente können ihre Wirksamkeit verlieren, wenn sie unter null Grad gelagert werden. Müssen Medikamente gekühlt werden, zum Beispiel Biologika, nehmen Sie dafür eine kleine Kühltasche mit. Die Hersteller empfehlen eine Lagertemperatur von +2 bis +8 Grad Celsius.
Und noch ein Tipp für das Hotel: Achtung beim Lagern der Medikamente in der Minibar. Oft wird der Strom im Hotelzimmer komplett ausgeschaltet, wenn man die Zimmerschlüssel-Chipkarte abzieht. Die Präparate können dann ihre Wirksamkeit verlieren, wenn die Kühlung unterbrochen wird. Indem Sie diese Funktion ausschalten lassen, stellen Sie sicher, dass die Minibar ununterbrochen in Betrieb bleibt. Alternativ können Sie im Hotel nach einer zweiten Chipkarte fragen, die Sie auch beim Verlassen des Zimmers in der Vorrichtung lassen und somit eine durchgehende Stromversorgung sicherstellen können.

Benötigen Sie auch Injektionshilfen (PENs) oder Spritzen, dann erkundigen Sie sich bei der Fluggesellschaft oder beim Reiseveranstalter, wie die Bestimmungen an Bord und an den Sicherheitskontrollen sind. Besorgen Sie sich ein ärztliches Attest, aus dem hervorgeht, dass Sie die mitgeführten Medikamente benötigen. Es sollte in Deutsch und Englisch, möglichst auch in der Sprache des Reiselands abgefasst sein.

Wenn Sie Ihre Schuppenflechte mit bestimmten äußerlichen (topischen) Mitteln behandeln, dann ist Ihre Haut empfindlicher gegen Sonnenstrahlung. Nach dem Eincremen sollten Sie 30 Minuten warten, bevor Sie in die Sonne gehen. Dasselbe gilt bei Medikamenten wie Methotrexat oder Retinoiden. In manchen Fällen sollten Sie direkte Sonneneinstrahlung ganz vermeiden. Lassen Sie sich hier unbedingt von einem Arzt oder Apotheker beraten.

Und wenn ein Schub kommt?

Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt über Ihr Reiseziel und fragen Sie ihn, was im Falle eines Psoriasis-Schubs im Urlaub zu tun ist. Handeln Sie aber auf keinen Fall eigenmächtig und erhöhen die Dosis oder die vereinbarte Häufigkeit Ihrer Medikation. Das kann zu Nebenwirkungen führen.

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Ernährung

Ihr Lebensstil kann den Verlauf der Erkrankung beeinflussen – das gilt unter anderem für Ihren Speiseplan, da bei Schuppenflechte Ernährung eine wichtige Rolle spielen kann. Auch wenn es nicht „die“ Psoriasis-Diät gibt: Ihre Ernährung bei Psoriasis sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein. Dabei hilft der DGE-Ernährungskreis.

Wer an Psoriasis leidet, kann auch ein höheres Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes und Herzinfarkt haben. Wenn Sie Ihre Ernährung bei Schuppenflechte umstellen, können Sie diese Risiken mindern und zugleich ein gesundes Normalgewicht halten oder überflüssige Pfunde loswerden. Der Schlüssel zum Normalgewicht ist neben Bewegung eine gesunde Ernährung gemäß DGE-Ernährungskreis.

Ihre optimale Ernährung bei Schuppenflechte

Bei manchen Menschen fördern bestimmte Lebensmittel die Erkrankung, bei anderen spielt dies keine Rolle. Jeder Mensch mit Psoriasis kann das für sich herausfinden. Alkohol, scharfe Gewürze und bestimmte Nüsse haben häufiger einen schubfördernden Effekt. Da bei Schuppenflechte Ernährung ausschlaggebend sein kann, führen Sie am besten ein Ernährungstagebuch.

Wichtige Nahrungsbestandteile in der Ernährung bei Psoriasis

Antioxidantien kommen in Obst und Gemüse vor und spielen eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen – und für Ihre Ernährung bei Schuppenflechte. Empfohlen werden fünf Portionen pro Tag.

Ballaststoffe: Die unverdaulichen Ballaststoffe haben einen positiven Einfluss auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel.

Ungesättigte Fettsäuren: Einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren senken „schlechtes“ LDL-Cholesterin und erhöhen das „gute“ HDL-Cholesterin. Manche gesättigten Fettsäuren wirken hingegen entzündungsfördernd und sollten daher in der Ernährung bei Psoriasis nur selten verwendet werden, da sie einen schubfördernden Effekt haben können.

Allgemeine Tipps zur Schuppenflechte: Ernährung

Kochen Sie selbst, wann immer es möglich ist. Nur dann wissen Sie, was Sie verarbeitet haben.

Lieber garen und dünsten statt braten. Bei der schonenden Zubereitung bleiben wichtige Inhaltsstoffe erhalten – auch das ist für die Ernährung bei Schuppenflechte wichtig.

Essen Sie lieber Obst und Gemüse, statt Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate einzunehmen. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst gelten laut DGE-Ernährungskreis als ideal. Da bei Schuppenflechte Ernährung und Wohlbefinden zusammenhängen können, ist das für Sie sehr wichtig.

Verbieten verboten: Zu einer ausgewogenen Ernährung bei Psoriasis gehören auch Lebensmittel, die nicht in großem Umfang konsumiert werden sollten, wie zum Beispiel ein Stück Schokolade. Genießen Sie diese maßvoll und bewusst.

Ihre Ernährung bei Schuppenflechte: der DGE-Ernährungskreis

Eine ausgewogene Ernährung bei Psoriasis versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Wie sich der Bedarf an unterschiedlichen Lebensmitteln zusammensetzt, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) im DGE-Ernährungskreis zusammengefasst.

Der DGE-Ernährungskreis teilt Lebensmittel in sieben Gruppen ein. Die unterschiedlichen Segmente im DGE-Ernährungskreis verdeutlichen, wie groß der Anteil der verschiedenen Lebensmittel bei einer vollwertigen Ernährung sein sollte: Je größer das Feld im DGE-Ernährungskreis, desto öfter darf man Lebensmittel aus diesem Bereich wählen. Obwohl es keine spezielle Schuppenflechte-Ernährung gibt, gelten diese Empfehlungen auch für Ihre Ernährung bei Schuppenflechte.

Getränke bilden die Grundlage der Ernährung: Täglich bis zu zwei Liter Wasser stehen im Zentrum des DGE-Ernährungskreises. Gesüßte Getränke oder Alkohol werden nicht empfohlen, was aber nicht bedeutet, dass diese Lebensmittel grundsätzlich nicht verzehrt werden dürfen.

Süßigkeiten, Snacks und Alkohol sind im DGE-Ernährungskreis nicht gänzlich verboten, sollten aber nur in Maßen genossen werden. Im Umgang mit Alkohol sollten Menschen mit Psoriasis sehr vorsichtig sein. Regelmäßiger oder übermäßiger Konsum zählt zu den auslösenden Faktoren der Schuppenflechte, Ernährung hat hier einen unmittelbaren Einfluss auf das Krankheitsbild. Auch die Wirkung von Medikamenten kann durch vermehrten Alkoholkonsum gemindert werden.

Nach den Getränken folgen im DGE-Ernährungskreis Getreideprodukte und Kartoffeln, die mit Obst und Gemüse die Grundlage zum Sattessen bieten. Hier sind Vollkornprodukte empfehlenswert, da sie viele Ballaststoffe enthalten. Es gibt eine Vielzahl von Getreide- und Zubereitungsarten, sodass auch mit Schuppenflechte Ernährung nie langweilig wird. Vom Müsli bis zum Roggenbrot, vom geschälten Reis über den Quinoa-Salat bis hin zu Salzkartoffeln – diese ballaststoffreichen Lebensmittel im DGE-Ernährungskreis sind wichtige Energielieferanten und sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. So kann auch bei Schuppenflechte Ernährung abwechslungsreich und schmackhaft zusammengestellt werden.

Gemüse und getrocknete Hülsenfrüchte wie Bohnen, Kichererbsen oder Linsen bilden die nächste Lebensmittelgruppe im DGE-Ernährungskreis. Täglich sollten Sie davon drei Portionen genießen. Schonend zubereitet liefern sie wichtige Vitamine, Mineral-, Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe. Auch enthalten sind Antioxidantien: Sie fangen freie Radikale ab, die durch den Entzündungsprozess bei Schuppenflechte vermehrt entstehen können. Diese Stoffe können in der Ernährung bei Psoriasis Ihr Wohlbefinden beeinflussen.

Obst sollte laut DGE-Ernährungskreis zweimal täglich verzehrt werden, zum Beispiel als Snack für zwischendurch, als Saft, Smoothie oder als Nachtisch. Auch Nüsse gehören botanisch gesehen zum Obst (Schalenobst), unterscheiden sich jedoch erheblich von anderen Obstarten. Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung gemäß DGE-Ernährungskreis wird empfohlen, Nüsse aufgrund ihres hohen Energiegehalts nur in Maßen zu genießen. Eine Portion Nüsse (25 g) kann eine Portion Obst ersetzen.

Milchprodukte spielen eine wichtige Rolle für die Nährstoffversorgung und Ihre Ernährung bei Schuppenflechte. Sie sollten täglich, aber dennoch maßvoll und bestenfalls fettarm verzehrt werden. Der tägliche Orientierungswert im DGE-Ernährungskreis liegt bei 200–250 g fettarmen Milchprodukten sowie 50–60 g fettarmem Käse.

Fleisch, Wurst, Fisch und Eier stehen im DGE-Ernährungskreis seltener und in kleineren Einheiten auf dem Speiseplan. Gesättigte Fettsäuren in Fleisch- und Wurstprodukten können schubfördernd wirken bei Schuppenflechte – Ernährung kann also auch hier Ihr Wohlbefinden beeinflussen.

Ein regelmäßiger Fischgenuss ist empfehlenswert für Ihre Ernährung bei Schuppenflechte, denn Fisch hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Bestimmte Formen dieser Fettsäuren wirken entzündungshemmend, da sie die Bildung entzündungsvermittelnder Substanzen im Körper mindern.

Bei Fleisch und Wurst sollte man zurückhaltender sein und diese Lebensmittel laut DGE-Ernährungskreis nicht täglich verzehren. Kleinere Mengen, fettarme Sorten und schonende Zubereitung sollten auf dem Speiseplan Ihrer Ernährung bei Psoriasis berücksichtigt werden.

Fette und Öle bilden das kleinste Segment im DGE-Ernährungskreis und sollten sparsam verwendet werden. Bei der Zubereitung von Speisen sollte auf pflanzliche Fette zurückgegriffen und besonders auf deren Qualität geachtet werden.

Letztlich gilt: Probieren Sie für sich persönlich aus, welche Ernährung Ihnen guttut. Beobachten Sie, ob es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und der Krankheitsaktivität gibt, und passen Sie Ihren Speiseplan daran an. Es kann auch hilfreich sein, für einen bestimmten Zeitraum ein Ernährungstagebuch zu führen.

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Schuppenflechte und die Liebe

Eine Schuppenflechte betrifft nicht nur Ihre Haut. Auch Ihre Partnerschaft kann davon beeinflusst werden. Gerade auch, weil sich manche Psoriatiker weniger attraktiv fühlen, sobald einzelne Hautpartien gerötet, rissig oder schuppig aussehen. Um weiterhin eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu führen, ist es wichtig, immer wieder offene und ehrliche Gespräche zu führen.

Hinweis:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir im Text nur den Begriff „Partner“. Selbstverständlich sind Partnerinnen und Partner gemeint.

Eine gute Partnerschaft und ein ausgeglichenes Sexualleben schenken reichlich Glücksgefühle und Geborgenheit. Manche Menschen mit Schuppenflechte fragen sich aber, ob der Partner sie aufgrund ihrer Symptome weniger attraktiv findet. Das gilt besonders dann, wenn sich die Schuppenflechte gut sichtbar an Hautstellen wie den Händen (Nägeln), Ellenbogen oder Knien zeigt. Dabei sind solche Bedenken in den meisten Fällen unbegründet. Studien haben ergeben, dass vom gesunden Partner die Hautveränderungen als weit weniger gravierend empfunden werden, als so mancher erkrankte Partner vermutet. Trotzdem lassen sich diese Gedanken nicht einfach abschütteln. Sie können das Selbstwertgefühl und die Selbstwahrnehmung beeinträchtigen. Und genau das kann sich dann auf die Beziehung auswirken. Machen auch Sie sich Sorgen, was Ihr Partner vielleicht denkt? Dann fassen Sie sich ein Herz und sagen Sie ihm, welche Befürchtungen Sie haben. Die Erfahrung zeigt: Meist reagieren die angesprochenen Partner viel positiver und verständnisvoller auf die Symptome einer Schuppenflechte als erwartet.

Wer ist schon perfekt?

Eine Schuppenflechte verläuft von Mensch zu Mensch verschieden. Es wird in Ihrem Leben mit dieser Erkrankung normal sein, dass sich Zeiten mit besserer oder schlechterer Haut oft schubweise abwechseln. Keine Frage: Symptome wie Juckreiz und Spannungsgefühle auf der Haut können Ihren Alltag beeinflussen. Und auch Ihr Partner muss erst lernen, mit Ihrer Erkrankung richtig umzugehen. Dazu gehört zum Beispiel, dass er das richtige Maß an Fürsorge findet. Vielleicht möchte er Ihnen in einigen Angelegenheiten besonders helfen und nimmt Ihnen dann zu viel ab. Womöglich fühlen Sie sich dann hin und wieder leicht bevormundet und Ihre Paarbeziehung gerät in eine Schieflage. Die gemeinsame Bewältigung solcher Beziehungsprobleme hingegen kann vielen Paaren auch ein tiefes Vertrauensverhältnis schenken.

Wie geht man dabei genau vor? Zunächst gilt es, weiterhin eine gute und vertrauensvolle Partnerschaft zu führen. Auch hierfür ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und sagen Sie ihm konkret, wie viel Hilfe Sie sich wobei wünschen und wann es in Ihren Augen genug ist. Sie schützen damit nicht nur Ihre Beziehung, sondern auch Ihren Partner. Denn manche Partner stellen ihre Bedürfnisse sehr weit zurück und überfordern sich dann.

Das richtige Maß an Nähe und Distanz finden

Für Sie als Paar kann es zudem hilfreich sein, darauf zu achten, dass Ihre Erkrankung nicht Ihre Beziehung bestimmt. Im Gespräch zu bleiben, bedeutet nämlich nicht, permanent über Ihre Schuppenflechte zu sprechen. Natürlich sollen Sie Ihre Krankheit nicht ignorieren, aber es gibt noch andere Dinge in Ihrem Leben, die es zu genießen gilt: Urlaub, Konzert-, Kino- und Restaurantbesuche, sportliche Ziele, Treffen mit Familie und Freunden.

Und so aktiv Sie auch sein mögen, räumen Sie sich als Paar auch immer wieder genügend Zeiten für Erholung im Alltag ein. Das gleicht beide Partner seelisch aus und stärkt das harmonische Miteinander.

In guten Paarbeziehungen wechseln sich zudem Nähe und Distanz ab. Jeder kann seinen eigenen Interessen nachgehen. Und dann sind wieder gemeinsame Pläne dran, die Ihnen beiden Spaß und Freude bereiten.

Intime Momente genießen

Während eines Schubs kann ein starker Juckreiz auf der Haut lusthemmend wirken. Hinzu kommen Unsicherheiten, was die eigene Attraktivität angeht – vor allem, wenn die Schuppenflechte den Genitalbereich oder gut sichtbare Stellen betrifft.

Wichtig ist dann, dass Sie sich nicht unter Druck setzen, sondern Ihrem Partner gegenüber ehrlich sind. Erklären Sie ihm, dass Sie sich im Moment nicht so wohl fühlen, und bitten Sie um Geduld. Ihr Partner wird umso mehr Verständnis für Sie haben, wenn Sie Ihr Bedauern über die Situation ausdrücken. An besseren Tagen können Sie sinnliche Stunden zu zweit dann umso unbeschwerter erleben. Dabei gilt es auch, sich aus früheren Verhaltensmustern zu lösen und die Sexualität der aktuellen körperlichen und psychischen Situation anzupassen.

Und was können Sie tun, wenn Sie merken, dass kein offenes Gespräch zwischen Ihnen möglich ist? Dann kann es hilfreich sein, als Paar professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch wenn nur ein Partner erkrankt ist, haben beide das Bedürfnis, Wertschätzung und Anteilnahme zu erfahren und ernst genommen zu werden mit ihren Anliegen und Sorgen. Wie sich die Partner dies gegenseitig geben können, kann Inhalt einer solchen Paartherapie sein.

Da es viele Ursachen gibt, die zu Lustlosigkeit führen können, ist es zudem sinnvoll, das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt zu suchen. Er kann nicht nur bei Ihrer Schuppenflechte, sondern auch bei sexuellen Problemen helfen. Denn Störungen der Sexualität können sowohl durch die Krankheit selbst verursacht sein als auch durch eventuelle Nebenwirkungen verschiedener Medikamente. Wenn Sie die möglichen Frustquellen beseitigt haben, wird Ihre Beziehung meist sehr viel entspannter.

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Sport & Bewegung

Bewegung tut gut – nicht nur Ihrem Körper. Sport ist auch Balsam für die Seele. Er ist ein ideales Mittel zur Stressbewältigung, er verschafft Selbstbewusstsein und gibt Kraft – das gilt auch für Menschen mit Schuppenflechte.

Ganz klar: Ausdauer, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen werden verbessert. Darüber hinaus tut Bewegung dem Herz-Kreislaufsystem gut, dem Stoffwechsel, dem Blutdruck und der Atmung. Und Sport kann dabei helfen ein gesundes Körpergewicht zu halten. Auch das ist für Menschen mit Psoriasis wichtig. Die Schuppenflechte erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen genau wie Übergewicht. Dem können Sie mit Sport entgegenwirken.

Auf die Plätze …!

Überwinden Sie alte Gewohnheiten und werden Sie aktiv. Schon die ersten kleinen Erfolge motivieren. Und denken Sie daran:

  • Ohne Spaß läuft nichts. Finden Sie eine Sportart, die zu Ihnen passt.
  • Setzen Sie sich Ihre sportlichen Ziele realistisch.
  • Hören Sie auf Ihren Körper und akzeptieren Sie Ihre Leistungsgrenzen.
  • Gemeinsam bewegen motiviert: Suchen Sie sich Trainingspartner.
  • Beginnen Sie langsam mit dem Training und steigern Sie sich.

Zwei- bis dreimal 30 Minuten pro Woche Sport sind ideal, aber kein Muss. Schon gar nicht von Anfang an. Denken Sie positiv, statt „Ich muss mich mehr bewegen“, lieber „Ich will etwas für meine Fitness tun“ oder „Ich will mich ab morgen noch wohler fühlen“.

Auch beim Sport gilt: Achten Sie auf Ihre Haut

Feste Regeln für Sport und Bewegung bei Schuppenflechte gibt es nicht. Probieren Sie aus, was Ihnen und Ihrer Haut gut tut. Schenken Sie der Hautpflege beim Sport besondere Aufmerksamkeit. Schwitzen ist kein Problem und eine gute Pflege nach dem Training schützt vor Irritationen. Eine kurze warme Dusche ist in der Regel besser als ein langes heißes Bad. Achten Sie im Freien auf einen ausreichenden UV-Schutz. Wenn Sie auf mechanische Reize wie Reibung oder einen Stoß mit neuen Psoriasis-Herden reagieren (Köbner-Phänomen), meiden Sie Sportarten, bei denen es zu Reibung auf der Haut kommt, zum Beispiel beim Fahrradfahren. Achten Sie bei der Sportbekleidung auf hautfreundliche, weiche und atmungsaktive Gewebe. Auch die Trainingsschuhe sollten nicht scheuern oder drücken.

Sichtbare Plaques: Für viele Menschen mit Psoriasis ist das sehr belastend, die Symptome der Krankheit zeigen zu müssen – im Schwimmbad, auf dem Tennisplatz, im Umkleideraum. Befürchten Sie, beim Sport auf Ihre Psoriasis angesprochen oder angestarrt zu werden? Versuchen Sie, selbstbewusst mit der Erkrankung umzugehen. Begegnen Sie kritischen Seitenblicken aktiv. Sagen Sie zum Beispiel: „Das ist nicht ansteckend, das ist nur eine Schuppenflechte.“ Und denken Sie daran: Sport wird Ihr Selbstbewusstsein stärken.

Psoriasis-Arthritis: Wenn Sie neben den Hautveränderungen auch Beschwerden in den Gelenken haben, sind gelenkschonende Sportarten die richtige Wahl. Von vielen Sportarten gibt es gelenkschonende Varianten, so können Sie zum Beispiel Nordic Walking anstatt Joggen probieren. Bewegung ist bei einer Psoriasis-Arthritis besonders wichtig, damit die Gelenke nicht versteifen.

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Mit Schuppenflechte aktiv im Beruf bleiben

Wie beeinflusst mich meine Schuppenflechte im Job? Diese Frage stellen sich viele Menschen, sobald sie die Diagnose erhalten. Die gute Nachricht: Wer sich um die richtige Unterstützung und konsequente, effektive Therapie kümmert, kann auch besser durch seinen Joballtag kommen.

Der Beruf ist für viele Menschen mehr als nur „Geld verdienen“. Er kann Lebensinhalt, Erfüllung und Teil der Identität sein. Neben finanzieller Unabhängigkeit bringt er im besten Fall Selbstbewusstsein und soziale Kontakte mit sich und kann dazu beitragen, das seelische Wohlbefinden zu verbessern.
Fakt ist aber auch: Jobbedingter Stress kann sich ungünstig auf eine Psoriasis auswirken. Und sobald Symptome an sichtbaren Körperstellen wie an den Händen, Nägeln, Ellenbogen oder Knien auftreten, gilt es womöglich mit den neugierigen Blicken und Fragen der Kollegen umzugehen. Nicht jedem fällt das leicht. Mancher schämt sich sogar für seine sichtbare Schuppenflechte und fühlt sich stigmatisiert. Doch es gibt auch Wege, besser mit der Situation zurechtzukommen.

Sich den Kollegen öffnen – ja oder nein?

Eine Psoriasis kann dazu führen, dass Sie bei schweren Schüben oder psychischen Problemen krankgeschrieben werden. Sie sollten sich daher überlegen, wie Sie mit möglichen Problemen am Arbeitsplatz umgehen, und auch, ob Sie Ihre Kollegen und Vorgesetzten über Ihre Erkrankung aufklären möchten. Grundsätzlich müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber Ihre Erkrankung jedoch nicht angeben.
Ein offener Umgang kann viele Situationen erleichtern und Missverständnisse vermeiden helfen. So kann es sein, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen während der Arbeit eine besondere Regelung mit dem Chef getroffen haben – etwa das Tragen anderer Kleidung, weil die eigentliche Berufskleidung zu sehr scheuert.
Das Verhältnis zu den Kollegen kann sich deutlich entspannen, wenn sie den Grund dieser Extra-Regelung kennen. Und vielleicht fällt es Ihnen dann auch leichter, die betroffenen Hautpartien am Arbeitsplatz zu zeigen. So können Sie dem Wetter angepasste Kleidung tragen, etwa im Sommer luftige Tops, statt aus Scham Ihre Schuppenflechte in langärmligen Pullovern zu verstecken.

Wenn andere von Ihrer Schuppenflechte wissen, können Sie bei der Arbeit auch leichter um Hilfe bitten, etwa immer dann, wenn Sie einen Arztbesuch haben. Letztlich bleibt es aber natürlich Ihre persönliche Entscheidung, wann und mit wem Sie über Ihre Erkrankung sprechen möchten. Die Entscheidung kann auch davon abhängen, wie schwer Ihre Schuppenflechte ist und wie stark sie sich auf Ihre Arbeit auswirkt.

Dazu lohnt es sich auch, das Integrationsamt hinzuzuziehen. Es kann Ihnen als Arbeitnehmer beratend zur Seite stehen und gegenüber dem Arbeitgeber vermittelnd auftreten. Voraussetzung: ein gutes, kollegiales Betriebsklima.

Eine Kur beantragen

Falls Ihre Gesundheit durch die Psoriasis so stark beeinträchtigt ist, dass sie ein unabhängiges Alltagsleben verhindert, kann eine medizinische Rehabilitation (kurz: Reha) für Sie sinnvoll sein. Während einer Reha nehmen sich Fachleute intensiv Ihrer körperlichen und auch seelischen Beschwerden an und vereinen dabei mehrere Komponenten. So kann Ihr Therapieplan neben Bädern, Bestrahlungen und Entspannungstraining auch Beratungen über Hautpflege, Ernährung oder den Umgang mit Ihrer Erkrankung beinhalten. Eine Reha dauert in der Regel drei Wochen.
Aktuell haben Sie alle vier Jahre den rechtlichen Anspruch auf eine solche Maßnahme. Ansprechpartner ist Ihre Krankenkasse. Bei ihr können Sie sich über die geltenden Regelungen informieren und erhalten die notwendigen Antragsformulare.

Zeigen Sie Eigeninitiative!

Hindert Ihre Schuppenflechte Sie daran, den bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. So kann es vorkommen, dass die Arbeitsbedingungen Ihre Psoriasis auf Dauer sehr verschlimmern (zum Beispiel durch den ständigen Kontakt mit hautreizenden Substanzen). Dann gilt es die Arbeitsweise so zu ändern, dass die problematischen Aspekte umgangen werden können. Klappt das nicht, und ist auch intern kein alternativer Jobeinsatz möglich, ist es an der Zeit, über eine Umschulung nachzudenken. Das gilt auch dann, falls sich Ihre Erkrankung dauerhaft so verschlechtert, dass die bisherige Arbeit nicht mehr ausgeführt werden kann. Informationen rund um dieses Thema erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch eines ist auf dem Weg zum optimalen Arbeitsplatz besonders wichtig: Eigeninitiative zu zeigen! Denn Veränderung braucht oft Mut und kostet auch Kraft. Doch ein erfülltes Berufsleben ist den Einsatz wert, denn es leistet einen wichtigen und langfristigen Beitrag zu einem Leben im Gleichgewicht.

Die Unterstützung für die Erhaltung von Arbeitskraft und Beschäftigung ist vielfältig gesetzlich geregelt. Welche Ansprüche bestehen und umgesetzt werden können, hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Eine Beratung durch einen Rechtsanwalt, der sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat, kann Sie darüber aufklären, welche Möglichkeiten in Ihrer persönlichen Situation bestehen. Doch es gibt noch weitere wichtige Anlaufstellen, die beraten und unterstützen.

Seit 2001 sind die Gesetze und Regelungen für behinderte Menschen im Sozialgesetzbuch IX festgehalten. Auch wenn es vielen schwerfällt, sich amtlich bestätigen zu lassen, dass die chronisch-entzündliche Erkrankung auch Behinderungen mit sich bringt, so hat dies auch Vorteile.

Was versteht der Gesetzgeber unter Behinderung?

Zunächst gilt es zu klären: Was versteht der Gesetzgeber eigentlich unter einer Behinderung nach dem Sozialgesetzbuch IX? Darunter fallen Einschränkungen in der körperlichen Funktion, den geistigen Fähigkeiten oder der seelischen Gesundheit, die mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate anhalten.

Auch wenn viele mit den Begriffen „Schwerbehinderung“ und „Behinderung“ falsche Vorstellungen und negative Gefühle verbinden, so sind sie doch die Grundlage, um die vom Staat angebotenen Rechte und Leistungen in Anspruch nehmen zu können.

Wichtig zu wissen: Schwerbehindert oder behindert zu sein, ist nicht gleichbedeutend mit pflegebedürftig oder hilflos zu sein. Auch ein Mensch, der wie Sie im Leben steht und für sich selbst sorgt, kann (schwer-)behindert sein.

Abhängig davon, wie stark die Einschränkungen durch die Erkrankung sind, wird der Grad der Behinderung (GdB) bestimmt. Ab einem GdB von 50 liegt eine Schwerbehinderung vor und ein Schwerbehindertenausweis kann ausgestellt werden. Hier ein kleiner Überblick:

  • GdB 10
    Ohne wesentliche Einschränkungen
  • GdB 20–40
    Mit geringen Einschränkungen
  • GdB 50–70
    Mit mittelgradigen Einschränkungen
  • GdB 80–100
    Mit schweren Einschränkungen

Steuerfreibeträge

Ab einem GdB von 25 gibt es einen Steuerfreibetrag, dessen Höhe vom GdB abhängig ist. Dies schafft einen Ausgleich zu den durch die Krankheit verursachten Kosten. Einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung können Sie beim zuständigen Versorgungsamt stellen (Adressen unter www.versorgungsaemter.de).

Ein GdB von 50 und mehr ermöglicht weitere Nachteilsausgleiche:

  • Erweiterter Kündigungsschutz
  • Eine Woche zusätzlicher Urlaub
  • Finanzielle Unterstützung für Arbeitshilfen (einkommensunabhängig)

Detaillierte Infos zu finanziellen Zuschüssen und Ihren Rechten am Arbeitsplatz bekommen Sie über das Integrationsamt unter: www.integrationsaemter.de

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Stressbewältigung

Stress gehört zu den Faktoren, die Schuppenflechte auslösen können. Stress kann für einen neuen Schub sorgen oder Ihre Beschwerden verstärken. Doch der Mechanismus funktioniert auch umgekehrt. Psoriasis kann selbst Stress auslösen. Sichtbare Plaques, aufwändige Behandlungen, Angst vor einem neuen Schub – all das kann belastend sein. Wirkt die Schuppenflechte als Stressfaktor, kann sich die Erkrankung verstärken, was zu noch mehr Stress führt – ein Teufelskreis. Wir zeigen wie Sie ihn durchbrechen.
Ob und wie stark sich Stress auf die Schuppenflechte auswirkt, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Kommt es zu einem solchen Ereignis, zeigt sich eine Reaktion der Haut in der Regel drei bis vier Wochen nach dem belastenden Ereignis.

Belastungen erkennen und begegnen

Die effektivste Strategie gegen Stress ist, ihn zu vermeiden. Nicht jede Stressquelle lässt sich jedoch einfach ausschalten – insbesondere nicht die Schuppenflechte selbst. Dann geht es darum, Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Wie bleibe ich im Gleichgewicht? Wie komme ich zur Ruhe? Nicht die Auslöser für den Stress sind der Ansatzpunkt, sondern die persönliche Einstellung dazu. Ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht. Sie müssen für sich selbst herausfinden, was Ihnen hilft. Was sind die persönlichen Auslöser von Stress? Die Psoriasis selbst, Termindruck, Überforderung oder Konflikte?
Bei der Stressbewältigung ist es manchmal von Vorteil, einen Schritt zurück zu machen und ein wenig Abstand zu gewinnen. Im Umgang mit Stress passiert es leicht, dass wir den Überblick verlieren oder das Wichtige nicht mehr vom Nebensächlichen unterscheiden können. Mit erlernten Entspannungstechniken, Sport oder gezieltem Zeitmanagement kann man dem entgegenwirken.
Einige Tipps für den Anfang: Konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche. verplanen Sie nicht den ganzen Tag, und fokussieren Sie sich im Tagesablauf auf die Dinge, die Ihnen wirklich wichtig sind.

Aktiver Umgang mit der Schuppenflechte

Die Psoriasis wirkt weniger belastend, wenn Sie aktiver und positiver damit umgehen können. Offenheit kann bei Ihren Verwandten, Freunden und Bekannten Missverständnisse ausräumen oder Vorurteile abbauen. Lernen Sie, die Erkrankung zu akzeptieren. Das kann Ihr Selbstbewusstsein stärken, Sie können auf andere selbstsicherer zugehen. Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus. Suchen Sie Kontakt zu Selbsthilfegruppen, informieren Sie sich gut über die Schuppenflechte.
Gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stress und dem Verlauf der Erkrankung, dann kann eine psychotherapeutische Unterstützung helfen. Fühlen Sie sich niedergeschlagen durch die Krankheit? Ziehen Sie sich aus der Öffentlichkeit zurück? Ihr Arzt hilft Ihnen sicher gerne mit Rat und Adressen weiter.

Entspannung: In der Ruhe liegt die Kraft

Zur Ruhe kommen ist eine wichtige Strategie gegen Stress. Es gibt verschiedene Wege, für Entspannung und Entlastung zu sorgen. Dazu gehören Bewegung und Sport. So verwandeln Sie Ihre Energie in positive Erfahrungen und Erfolgserlebnisse, Sie bauen Aggressionen ab, Sie erhöhen dadurch schließlich Ihre Stresstoleranz.

Es gibt eine Vielzahl von Entspannungstechniken. Meditation, Autogenes Training, Qigong oder Yoga – das Angebot ist groß. Haben Sie herausgefunden, welche Technik Ihnen am ehesten zusagt, dann geht es darum, sie regelmäßig anzuwenden.

Entspannungstechniken

Progressive Muskelrelaxation (PMR):

Bei den Übungen dieser Methode folgt der bewussten Anspannung bestimmter Muskelgruppen und das Halten der Spannung eine anschließende Entspannung. PMR ist besonders einfach zu erlernen und kann schon nach kurzer Zeit eine tiefe Entspannung erzeugen.

Autogenes Training:

Durch die eigene Vorstellungskraft werden gezielt bestimmte Funktionen des Körpers beeinflusst. Vorgestellte Wärme, Schwere oder Kühle führen so zu körperlicher Entspannung und innerer Ruhe. Zum Erlernen ist ein Kurs ideal.

Meditation:

Bei regelmäßiger Anwendung wirkt Meditation beruhigend, vertieft die Atmung und reduziert die Muskelspannung. Dabei fokussiert sich bei der Meditation die gesamte Aufmerksamkeit auf eine Sache. Sie kann zum Beispiel in einem Kurs erlernt werden.

Qigong:

Qi bedeutet Lebensenergie, Gong Übung. Bei der chinesischen meditativen Bewegungsform werden Atem- und Körperübungen mit Meditation verknüpft. Für den entspannenden Effekt ist eine regelmäßige Anwendung unter fachlicher Anleitung nötig.

Yoga:

Ziel dieser sanften Bewegungsmethode ist es, Spannungen abzubauen, neue Energie zu schöpfen und den Körper ganzheitlich zu vitalisieren. Sie enthält Entspannungs-, Atem- und Körperübungen. Wichtig ist eine qualifizierte Anleitung.

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Raucherentwöhnung

Löst Rauchen Schuppenflechte aus? Rauchen gehört zu den Risikofaktoren für Schuppenflechte, und Zigarettenkonsum wirkt sich möglicherweise ungünstig auf den Verlauf der Erkrankung aus. Als systemische Erkrankung, die nicht nur die Haut betrifft, führt die Psoriasis oft zu Begleiterkrankungen. Menschen mit Psoriasis haben häufiger Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen. Sie haben häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Rauchen erhöht dieses Risiko nochmals. Der blaue Dunst schädigt die Haut und fördert Hautalterung. Raucher haben eine schlechter durchblutete Haut. Zudem baut Nikotin Kollagen ab, einen körpereigenen Eiweißstoff, der die Haut straff und elastisch hält. Das alles sind gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Mit einem Rauchstopp haben Sie die Möglichkeit, selbst aktiv etwas zu tun, um positiv auf den Erkrankungsverlauf einzuwirken.

Als Nichtraucher haben Sie ein deutlich geringeres Risiko für Lungenkrebs oder Atemwegserkrankungen. Auch Impotenz und Unfruchtbarkeit sind seltener. Und das trifft nicht nur auf lebenslange Nichtraucher zu. Auch wer aufhört, kann diese Risikofaktoren deutlich senken.

Sie gewinnen Freiheit und Anerkennung

Was aber noch wichtiger ist: Sie belohnen sich auf vielfältige Weise. Sie vermindern das Herzinfarkt – und das Schlaganfallrisiko. Sie schalten einen Risikofaktor für Schuppenflechte aus und haben eine bessere Lebensqualität. Sie sind als Nichtraucher fitter und leistungsfähiger. Sie sehen gesünder und frischer aus. Sie können frei durchatmen. Sie selbst, Ihre Kleidung und Ihre Umgebung riechen nicht nach Rauch. Sie können besser riechen und schmecken.

Nichtrauchen ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Sie leben befreiter, mit weniger Risiko für viele ernsthafte Erkrankungen und vor allem ohne das stets vorhandene, drängende Verlangen nach der nächsten Zigarette. Sie können stolz auf sich sein, weil sie den Ausstieg geschafft haben. Ihre Freunde und die Familie freuen sich, wenn sie nicht mehr eingenebelt werden. Sie sind ein Vorbild. Und zu guter Letzt: Sie sparen richtig viel Geld.

Werden Sie aktiv

Warum fällt es so schwer, auf den Griff zur Zigarette zu verzichten? Rauchen ist eine Sucht, und die Droge heißt Nikotin. Die Abhängigkeit besteht sogar im doppelten Sinn, körperlich und psychisch. Das macht zunächst einmal wenig Mut. Doch das Bewusstsein dafür, dass eine Sucht überwindbar ist, kann die Motivation steigern.

Sie haben schon darüber nachgedacht, das Rauchen aufzugeben, aber der richtige Zeitpunkt ist noch nicht gekommen? Sie möchten aufhören, wissen aber noch nicht, wie Sie es anfangen sollen? Egal, in welcher dieser Phasen Sie sich gerade befinden: Wenn Sie sich mit dem Thema beschäftigen, ist der erste Schritt bereits getan. Bleiben Sie am Ball und werden Sie aktiv.

Atmen Sie nur noch reine Luft

Es gibt verschiedene Arten der Unterstützung, die eine Entwöhnung erleichtern und die Erfolgsaussichten steigern können. Ein Wundermittel, um von der Sucht geheilt zu werden, gibt es nicht. Den Weg aus der Abhängigkeit muss jeder Raucher aus eigener Kraft gehen. Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg ist also die eigene Motivation.

Auf dem Weg in ein rauchfreies Leben müssen alte Rauchgewohnheiten durchbrochen und viele alltägliche Verhaltensweisen, die mit dem Rauchen zusammenhängen, geändert werden. Daher haben sich verhaltenstherapeutische Konzepte als wirksame Unterstützung bei der Entwöhnung gezeigt. So bieten z. B. die Kurse des „Rauchfrei Programms“ vom Institut für Therapieforschung eine bewährte Hilfestellung. Über sechs bis acht Wochen werden die Kursteilnehmer für den Ausstieg motiviert, Strategien für die Zeit nach der letzten Zigarette entwickelt, die vor einem Rückfall schützen können, und das Rauchverhalten wird bewusst gemacht. Unter www.rauchfrei-programm.de finden Sie Kurse in Ihrer Nähe.

Viele Krankenkassen bieten Ihren Versicherten ebenfalls Unterstützung auf dem Weg in ein rauchfreies Leben an. Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse und fragen Sie dort nach entsprechenden Angeboten und Hilfeleistungen zur Raucherentwöhnung. Unter bestimmten Voraussetzungen, die der Versicherte erfüllen muss, werden die Entwöhnungsmaßnahmen gegebenenfalls von der Krankenkasse bezahlt.

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Kinderwunsch

Was bedeutet die Diagnose Psoriasis für die Familienplanung? Auf die Erfüllung des Kinderwunsches muss wegen einer Schuppenflechte nicht verzichtet werden. Wie bei jeder chronischen Erkrankung gibt es jedoch einige Dinge zu beachten, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Falls Sie ein Kind planen, ist eine gute Vorbereitung der Schwangerschaft und auch der Stillzeit besonders wichtig. Oft verbessern sich die Symptome einer Psoriasis während einer Schwangerschaft von selbst. Dafür werden Veränderungen im hormonellen Gleichgewicht verantwortlich gemacht. Seltener kann es auch zu Verschlechterungen kommen.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Auch in der Stillzeit dürfen viele Medikamente nicht eingenommen oder angewendet werden, da einige Wirkstoffe in die Muttermilch gelangen. Es sollte beachtet werden, dass einige Medikamente noch nach dem Absetzen einige Monate im Körper verbleiben und so einen negativen Einfluss auf das ungeborene Kind haben können. Eine zuverlässige Empfängnisverhütung kann also auch über den Einnahmezeitraum der Psoriasis-Therapie hinaus notwendig sein. Es ist demnach wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt beraten, wie die Therapie vor, während und nach der Schwangerschaft gestaltet werden kann. Falls Sie einen Kinderwunsch haben, besprechen Sie dies ausführlich mit Ihrem Arzt.

Eng mit dem Arzt abstimmen

Allerdings kann die Haut während der Schwangerschaft empfindlicher auf die Strahlung reagieren. In allen Fällen gilt: Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt! Nur er kann entscheiden, welche Medikamente während der Schwangerschaft eingesetzt werden dürfen und welche möglichen Risiken bestehen.

Die Erfahrung zeigt, dass bei einem betroffenen Elternteil etwa 30 Prozent der Kinder an Psoriasis erkranken. Leiden beiden Elternteile an Schuppenflechte, steigt das Risiko auf zirka 65 Prozent. Diese Zahlen lassen darauf schließen, dass die Veranlagung dafür vererbt wird. Um an der Schuppenflechte zu erkranken, spielen weitere Faktoren eine Rolle. Eine Vorhersage darüber, ob, wann und wie schwer ein Kind an Psoriasis erkranken wird, ist im Einzelfall also nicht möglich.

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