Vitiligo (Weißfleckenkrankheit): Krankheitsbild

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist eine chronische Hautkrankheit, bei der die pigmentbildende Zellen zerstört werden. Dadurch entstehen scharf abgegrenzten weißen Hautbereiche.

Was ist Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)?

Vitiligo ist eine chronische Hauterkrankung, die zu den Autoimmunerkrankungen gezählt wird. Es kommt zu einem Entzündungsprozess, bei dem das Immunsystem pigmentbildende Zellen (Melanozyten) angreift und zerstört.

Junge Frau mit Vitiligo blickt zuversichtlich aus dem Fenster

Auf der Haut entstehen dadurch die charakteristischen scharf abgegrenzten weißen Flecken. Vitiligo ist eine chronische Krankheit, d. h., sie ist nicht ursächlich heilbar bzw. kann in der Regel nicht komplett geheilt werden. Mit modernen Therapien ist es heute jedoch möglich, sie gut zu behandeln.

  • Ist Vitiligo gefährlich?

    Vitiligo ist nicht gefährlich. Trotzdem ist die Weißfleckenkrankheit mehr als eine „harmlose“ Hautkrankheit, denn sie kann zu einer starken psychischen Belastung führen und die Lebensqualität wesentlich einschränken.

Zahlen und Fakten zur Vitiligo

  • In Deutschland sind bis zu 660.000 Menschen von Vitiligo betroffen.
  • Vitiligo kann in jedem Alter beginnen, häufig tritt sie jedoch zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr erstmals auf.
  • Vitiligo ist nicht ansteckend.
  • Vitiligo kann die psychische Gesundheit belasten. Bei 65 % der Menschen mit Vitiligo aus Deutschland zeigten sich in einer Studie moderate bis schwere depressive Symptome.
  • Ein anderer Begriff für Vitiligo ist Weißfleckenkrankheit.

Vitiligo-Symptome und ihre Folgen

Die charakteristischen Vitiligo-Symptome sind scharf begrenzte weiße bzw. helle Hautbereiche. Die weißen Flecken sind unregelmäßig geformt, können unterschiedlich groß sein und verschiedene Körperregionen betreffen.

Eine Frau mit Vitiligo sitzt auf dem Sofa und entspannt sich

Vitiligo: Psychische Gesundheit

Die gut sichtbaren weißen Hautveränderungen bedeuten für viele Menschen mit Vitiligo vor allem eine wesentliche Belastung der psychischen Gesundheit. Beruf, Freizeit, die Partnerschaft oder soziale Kontakte – die Weißfleckenkrankheit kann viele Lebensbereiche belasten.

Hinzu kommt, dass Vitiligo häufig bereits im Kindes- und Jugendalter auftritt und sich so in besonders sensiblen Lebensabschnitten bemerkbar macht. Das Gefühl der Stigmatisierung kann die Psyche und auch das Sozialleben beeinflussen. Bei der Behandlung sollte daher auch das psychische Wohlbefinden beachtet werden.

  • Psychosoziale Unterstützung

    Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt auch über die psychischen Belastungen durch die Vitiligo. Wenn die Erkrankung zu einer sehr großen Last wird oder es Anzeichen für eine Depression oder Ängste gibt, kann eine psychologische Mitbehandlung sinnvoll sein, um neue Strategien im Umgang mit der Weißfleckenkrankheit zu finden.

Formen der Vitiligo: Segmental und nicht segmental

Es gibt verschiedene Formen der Vitiligo, die sich durch die Verteilung der weißen Flecken, den Verlauf und die Therapiemöglichkeiten unterscheiden.

Nicht segmentale Vitiligo (NSV)

Die nicht segmentale Vitiligo ist die häufigste Form der Weißfleckenkrankheit. Die hellen Flecken sind symmetrisch auf beiden Körperseiten verteilt. Bei der nicht segmentalen Vitiligo sind vor allem das Gesicht (z. B. um den Mund und die Augen), die Streckseiten von Armen und Beinen, die Hände und Füße oder auch der Intimbereich betroffen. Der Verlauf ist unterschiedlich, die weißen Hautbereiche können sich verschieden schnell entwickeln.

Segmentale Vitiligo (SV)

Seltener ist die segmentale Vitiligo, bei der sich die weißen Flecken in der Regel nur auf einer Körperseite entwickeln. Sie tritt häufig sehr plötzlich auf und schreitet nicht weiter fort, wenn der betroffene Hautbereich keine Farbe mehr aufweist.

Neben der nicht segmentalen und der segmentalen Vitiligo gibt es gemischte Formen. Sie treten selten auf und haben Merkmale von beiden Formen der Weißfleckenkrankheit. Lässt sich eine Vitiligo keiner Form zuordnen, wird sie als nicht klassifizierbar bezeichnet.

Vitiligo: Flecken an verschiedenen Körperstellen

Illustration zweier Körper zur Unterscheidung von Vitiligo-Formen

Begleiterkrankungen von Vitiligo

Vor allem die nicht segmentale Vitiligo ist mit einem erhöhten Risiko für Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) verbunden. Zu den Begleiterkrankungen der Vitiligo zählen weitere Autoimmunerkrankungen, darunter:

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  • Schuppenflechte (Psoriasis)

Vitiligo: Ursache für die Pigmentstörung

Warum Vitiligo entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass verschiedene Ursachen an der Weißfleckenkrankheit beteiligt sind und dafür sorgen, dass das Immunsystem aktiviert wird.

  • Ist Vitiligo vererbbar?

    Es gibt genetische Faktoren bei der Weißfleckenkrankheit. Das bedeutet, nicht die Vitiligo ist vererbbar, sondern die Veranlagung dazu. Sind nahe Familienmitglieder an Vitiligo erkrankt, ist die Wahrscheinlichkeit, selbst auch zu erkranken, erhöht.

Neben der erblichen Veranlagung können auch äußere Einflüsse dazu beitragen, dass Vitiligo entsteht. Zu diesen sogenannten Umweltfaktoren bei Vitiligo zählen z. B. mechanische Reizungen der Haut, Stress oder auch bestimmte chemische Stoffe.

Fehlleitung des Immunsystems bei Vitiligo

Die Entstehung von Vitiligo hängt mit einer veränderten Funktion des Immunsystems zusammen. Die weißen Flecken zeigen sich auf der Haut, der Erkrankungsprozess spielt sich jedoch im Körper ab. Die Auslöser tragen dazu bei, dass eine Autoimmunreaktion beginnt.

Immunzellen, Botenstoffe und weitere Faktoren werden aktiv und eine Entzündungsreaktion beginnt, die sich gegen körpereigene Zellen, die Melanozyten, richtet. Diese pigmentbildenden Zellen werden angegriffen und zerstört. Dadurch entsteht ein Pigmentverlust und als Folge die weißen Hautbereiche der Vitiligo.

Wie entsteht Vitiligo?

Illustration die den Entzündungsprozess bei Vitiligo erklärt
  1. Unterschiedliche Faktoren führen zu gestressten MelanozytenPigmentzellen in der Haut; Melanozyten produzieren den Farbstoff Melanin, der zur Färbung der Haut führt; werden bei Vitiligo durch das Immunsystem angegriffen und zerstört.. Das Immunsystem wird aktiviert.
  2. Es beginnt eine Entzündungsreaktion. Immunzellen werden angeregt, entzündungsfördernde Botenstoffe auszuschütten.
  3. Melanozyten werden zerstört und es entstehen weiße, depigmentierte Hautbereiche.
  4. Zusätzlich werden in anderen Hautzellen, den KeratinozytenHornbildende Zellen der Haut; bei Vitiligo sind diese Hautzellen am Entzündungsprozess beteiligt., ebenfalls Botenstoffe ausgeschüttet, die weitere Immunzellen anlocken. Der Entzündungsprozess wird aufrechterhalten und verstärkt.

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