Die passende Vitiligo-Behandlung wählen
Das Therapiespektrum bei Vitiligo erweitert sich stetig. Es stehen Behandlungen zur äußerlichen (topischen) und zur innerlichen (systemischen) Behandlung zur Verfügung. Eine neue Generation von Medikamenten wirkt gezielt auf den Entzündungsprozess im Immunsystem.
Die Vitiligo-Therapie wird stets individuell ausgewählt. Die Behandlung orientiert sich u. a. an der Form der Weißfleckenkrankheit, ihrer Ausprägung und den persönlichen Bedürfnissen. Ergänzende Maßnahmen können die Behandlung der Vitiligo und den Umgang mit der Weißfleckenkrankheit unterstützen.
Kortisonpräparate
Kortisonpräparate unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und haben eine entzündungshemmende Wirkung.
Sie werden bei Vitiligo äußerlich, z. B. als Creme oder Salbe angewendet, wenn die Erkrankung weniger als 3 % der Körperoberfläche betrifft.
Kortisonpräparate können auch systemisch, als Tabletten, zur Behandlung der Weißfleckenkrankheit eingesetzt werden. Das kommt infrage, wenn die Vitiligo rasch fortschreitet.
Da die Therapie mit Kortisonpräparaten zu Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen führen kann, sollte die Anwendung, abhängig vom Wirkstoff, zeitlich begrenzt sein.
Calcineurinhemmer
Calcineurinhemmer zählen zu den Medikamenten bei Vitiligo, die äußerlich aufgetragen werden. Sie wirken auf das Immunsystem der Haut und dadurch gegen die Entzündung. Die Therapie kann zur RepigmentierungProzess, bei dem die Haut ihre natürliche Farbe zurückerhält; Therapieziel bei Vitiligo. beitragen und helfen, die Pigmentierung der Haut zu erhalten.
Calcineurinhemmer kommen bei begrenzter Ausprägung der Erkrankung zum Einsatz. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Juckreiz, Brennen und Rötungen an den behandelten Hautbereichen.
Lichttherapie
Bei dieser Form der Vitiligo-Therapie wird die Haut mit ultravioletter Strahlung (UV-Licht) bestrahlt. Die Lichttherapie kann bei großflächiger Ausprägung der Weißfleckenkrankheit am ganzen Körper angewendet werden, um das Fortschreiten einzudämmen und die Repigmentierung zu fördern. Mit einem speziellen Laser können einzelne Hautbereiche behandelt werden.
Die Lichttherapie erfolgt in der Regel mehrmals in der Woche über einen längeren Zeitraum in der Arztpraxis. Sie kann mit bestimmten systemischen Therapien kombiniert werden. Leichte Hautrötungen und trockene Haut können zu den Nebenwirkungen zählen. Die langfristige Anwendung kann mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs in Verbindung stehen.
JAK-Hemmer
JAK-Hemmer werden u. a. bei nicht segmentaler VitiligoHäufigste Form der Vitiligo; die weißen Flecken treten symmetrisch auf beiden Körperseiten auf. eingesetzt und sind eine neue Generation von Medikamenten. Sie greifen sehr gezielt in das Immunsystem ein, indem sie bestimmte Enzyme, die Januskinasen (JAK), hemmen. JAK-Enzyme sind an der Signalweiterleitung von entzündungsfördernden BotenstoffenSteuern gezielt das Immunsystem, indem sie Signale an Zellen weitergeben und so z. B. Entzündungen beeinflussen. beteiligt. JAK-Hemmer binden an diese Signalvermittler. Dadurch wird die Weiterleitung von Entzündungssignalen gehemmt und das Immunsystem reguliert. So kann der Verlust der Pigmente aufgehalten und die RepigmentierungProzess, bei dem die Haut ihre natürliche Farbe zurückerhält; Therapieziel bei Vitiligo. erreicht werden. JAK-Hemmer gibt es zur topischen und zur systemischen Anwendung.
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Topische JAK-Hemmer
Als Creme kann mit JAK-Hemmern äußerlich therapiert werden, wenn auch das Gesicht betroffen ist. Das Medikament wird auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen.
Es können maximal 10 % der Körperoberfläche behandelt werden. Im Anwendungsbereich kann es als häufigste Nebenwirkung zu Akne kommen.
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Systemtherapie mit JAK-Hemmern
Als SystemtherapieInnerliche Behandlung mit Medikamenten, z. B. mit Tabletten. werden JAK-Hemmer als Tablette eingenommen. Sie wirken so von innen gezielt auf den Entzündungsprozess im ganzen Körper, unabhängig vom Umfang der betroffenen Körperoberfläche. Sie können auch langfristig eingenommen werden, um die Repigmentierung aufrechtzuerhalten.
Während der Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Häufigste mögliche Nebenwirkungen sind Hals-Nasen-Infektionen und Akne.
Systemische Medikamente, wie JAK-Hemmer, die das Immunsystem beeinflussen, können das Infektionsrisiko erhöhen. Vor der Therapie müssen daher bestehende Infektionen, z. B. Tuberkulose oder Hepatitis B, ausgeschlossen werden. Es sollte auch überprüft werden, ob ein ausreichender Standardimpfschutz besteht oder ob Impfungen aufgefrischt werden müssen. Bestimmte Vorerkrankungen können Nebenwirkungen beeinflussen. Die Ärztin bzw. der Arzt informiert individuell darüber, ob mögliche Sicherheitshinweise infrage kommen.
Ergänzende Maßnahmen
- Sonnenschutz bei Vitiligo:
Die weißen Hautbereiche bei Vitiligo sind besonders empfindlich gegenüber Sonne. Achten Sie auf gründlichen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor von mindestens 50. - Camouflage:
Spezielles Make-up, das Hautveränderungen abdeckt, kann helfen, kleinere Vitiligo-Flecken z. B. im Gesicht zu verbergen. Von Permanent-Make-up wird u. a. wegen möglicher Narbenbildung abgeraten. - Psychische Unterstützung:
Vitiligo kann die psychische Gesundheit stark beeinträchtigen. Wenn sie zu einer Belastung wird, die das ganze Leben bestimmt, kann eine psychosoziale Mitbehandlung sinnvoll sein. Sie kann Ihnen die Chance geben, neue positive Strategien zur Bewältigung der Erkrankung zu aktivieren. - Bewusster Lebensstil:
Mit einem bewussten und ausgewogenen Lebensstil können Sie Ihre Behandlung zusätzlich unterstützen und zu Ihrem Wohlbefinden beitragen. Stressbewältigung, Sport und Bewegung oder eine gesunde Ernährung – finden Sie heraus, was Ihnen guttut.