Vitiligo: Behandlung

Vitiligo kann heute mit modernen Medikamenten gut behandelt werden. Ziel ist es, den Farbverlust aufzuhalten sowie die Pigmentierung zurückzugewinnen und zu erhalten.

Therapieziele: Vitiligo stoppen

Die Folgen der Vitiligo sind weitreichend, vor allem für die psychische Gesundheit und die Lebensqualität. Es gibt heute jedoch moderne Behandlungsoptionen, mit denen die Weißfleckenkrankheit wirksam behandelt werden kann. Ein wichtiges Ziel der Therapie ist es, neben der Verbesserung der Hautsymptome auch der mentalen Belastung und den Einschränkungen der Lebensqualität entgegenzuwirken.

Älterer Mann mit Bart infomiert sich in einem Termin über Vitiligo

Therapieziele bei Vitiligo

  1. Den Entzündungsprozess unterbrechen und damit die Zerstörung der MelanozytenPigmentzellen in der Haut; Melanozyten produzieren den Farbstoff Melanin, der zur Färbung der Haut führt; werden bei Vitiligo durch das Immunsystem angegriffen und zerstört. und den Pigmentverlust in der Haut stoppen
  2. Dafür sorgen, dass wieder Pigmente gebildet werden und die Haut Farbe zurückgewinnt (Repigmentierung)
  3. Die gewonnene Pigmentierung langfristig aufrechterhalten

Das Therapieziel bei der Vitiligo-Behandlung festzulegen hilft dabei, den Erfolg der Behandlung zu messen. Gemeinsam mit Ihrer Hautärztin bzw. Ihrem Hautarzt können Sie anschließend verfolgen, ob die Therapie die gewünschte Wirkung zeigt oder ob sie eventuell angepasst bzw. eine neue Lösung gefunden werden muss.

  • Ihr persönliches Therapieziel

    Was bedeutet ein Therapieerfolg für Sie und Ihr alltägliches Leben? Überlegen Sie sich auch Ihr persönliches Therapieziel, z. B. den Alltag unbeschwert zu gestalten oder mit neuem Selbstbewusstsein durchs Leben zu gehen.

Die passende Vitiligo-Behandlung wählen

Das Therapiespektrum bei Vitiligo erweitert sich stetig. Es stehen Behandlungen zur äußerlichen (topischen) und zur innerlichen (systemischen) Behandlung zur Verfügung. Eine neue Generation von Medikamenten wirkt gezielt auf den Entzündungsprozess im Immunsystem.

Junger Mann mit Vitiligo liest ein Buch in einem Cafe

Die Vitiligo-Therapie wird stets individuell ausgewählt. Die Behandlung orientiert sich u. a. an der Form der Weißfleckenkrankheit, ihrer Ausprägung und den persönlichen Bedürfnissen. Ergänzende Maßnahmen können die Behandlung der Vitiligo und den Umgang mit der Weißfleckenkrankheit unterstützen.

Kortisonpräparate

Kortisonpräparate unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Sie werden bei Vitiligo äußerlich, z. B. als Creme oder Salbe angewendet, wenn die Erkrankung weniger als 3 % der Körperoberfläche betrifft.

Kortisonpräparate können auch systemisch, als Tabletten, zur Behandlung der Weißfleckenkrankheit eingesetzt werden. Das kommt infrage, wenn die Vitiligo rasch fortschreitet.

Da die Therapie mit Kortisonpräparaten zu Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen führen kann, sollte die Anwendung, abhängig vom Wirkstoff, zeitlich begrenzt sein.

Calcineurinhemmer

Calcineurinhemmer zählen zu den Medikamenten bei Vitiligo, die äußerlich aufgetragen werden. Sie wirken auf das Immunsystem der Haut und dadurch gegen die Entzündung. Die Therapie kann zur RepigmentierungProzess, bei dem die Haut ihre natürliche Farbe zurückerhält; Therapieziel bei Vitiligo. beitragen und helfen, die Pigmentierung der Haut zu erhalten.

Calcineurinhemmer kommen bei begrenzter Ausprägung der Erkrankung zum Einsatz. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Juckreiz, Brennen und Rötungen an den behandelten Hautbereichen.

Lichttherapie

Bei dieser Form der Vitiligo-Therapie wird die Haut mit ultravioletter Strahlung (UV-Licht) bestrahlt. Die Lichttherapie kann bei großflächiger Ausprägung der Weißfleckenkrankheit am ganzen Körper angewendet werden, um das Fortschreiten einzudämmen und die Repigmentierung zu fördern. Mit einem speziellen Laser können einzelne Hautbereiche behandelt werden.

Die Lichttherapie erfolgt in der Regel mehrmals in der Woche über einen längeren Zeitraum in der Arztpraxis. Sie kann mit bestimmten systemischen Therapien kombiniert werden. Leichte Hautrötungen und trockene Haut können zu den Nebenwirkungen zählen. Die langfristige Anwendung kann mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs in Verbindung stehen.

JAK-Hemmer

JAK-Hemmer werden u. a. bei nicht segmentaler VitiligoHäufigste Form der Vitiligo; die weißen Flecken treten symmetrisch auf beiden Körperseiten auf. eingesetzt und sind eine neue Generation von Medikamenten. Sie greifen sehr gezielt in das Immunsystem ein, indem sie bestimmte Enzyme, die Januskinasen (JAK), hemmen. JAK-Enzyme sind an der Signalweiterleitung von entzündungsfördernden BotenstoffenSteuern gezielt das Immunsystem, indem sie Signale an Zellen weitergeben und so z. B. Entzündungen beeinflussen. beteiligt. JAK-Hemmer binden an diese Signalvermittler. Dadurch wird die Weiterleitung von Entzündungssignalen gehemmt und das Immunsystem reguliert. So kann der Verlust der Pigmente aufgehalten und die RepigmentierungProzess, bei dem die Haut ihre natürliche Farbe zurückerhält; Therapieziel bei Vitiligo. erreicht werden. JAK-Hemmer gibt es zur topischen und zur systemischen Anwendung.

  • Topische JAK-Hemmer

    Als Creme kann mit JAK-Hemmern äußerlich therapiert werden, wenn auch das Gesicht betroffen ist. Das Medikament wird auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen.

    Es können maximal 10 % der Körperoberfläche behandelt werden. Im Anwendungsbereich kann es als häufigste Nebenwirkung zu Akne kommen.

  • Systemtherapie mit JAK-Hemmern

    Als SystemtherapieInnerliche Behandlung mit Medikamenten, z. B. mit Tabletten. werden JAK-Hemmer als Tablette eingenommen. Sie wirken so von innen gezielt auf den Entzündungsprozess im ganzen Körper, unabhängig vom Umfang der betroffenen Körperoberfläche. Sie können auch langfristig eingenommen werden, um die Repigmentierung aufrechtzuerhalten.

    Während der Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Häufigste mögliche Nebenwirkungen sind Hals-Nasen-Infektionen und Akne.

Systemische Medikamente, wie JAK-Hemmer, die das Immunsystem beeinflussen, können das Infektionsrisiko erhöhen. Vor der Therapie müssen daher bestehende Infektionen, z. B. Tuberkulose oder Hepatitis B, ausgeschlossen werden. Es sollte auch überprüft werden, ob ein ausreichender Standardimpfschutz besteht oder ob Impfungen aufgefrischt werden müssen. Bestimmte Vorerkrankungen können Nebenwirkungen beeinflussen. Die Ärztin bzw. der Arzt informiert individuell darüber, ob mögliche Sicherheitshinweise infrage kommen.

Ergänzende Maßnahmen

  • Sonnenschutz bei Vitiligo:
    Die weißen Hautbereiche bei Vitiligo sind besonders empfindlich gegenüber Sonne. Achten Sie auf gründlichen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor von mindestens 50.
  • Camouflage:
    Spezielles Make-up, das Hautveränderungen abdeckt, kann helfen, kleinere Vitiligo-Flecken z. B. im Gesicht zu verbergen. Von Permanent-Make-up wird u. a. wegen möglicher Narbenbildung abgeraten.
  • Psychische Unterstützung:
    Vitiligo kann die psychische Gesundheit stark beeinträchtigen. Wenn sie zu einer Belastung wird, die das ganze Leben bestimmt, kann eine psychosoziale Mitbehandlung sinnvoll sein. Sie kann Ihnen die Chance geben, neue positive Strategien zur Bewältigung der Erkrankung zu aktivieren.
  • Bewusster Lebensstil:
    Mit einem bewussten und ausgewogenen Lebensstil können Sie Ihre Behandlung zusätzlich unterstützen und zu Ihrem Wohlbefinden beitragen. Stressbewältigung, Sport und Bewegung oder eine gesunde Ernährung – finden Sie heraus, was Ihnen guttut.

Therapietreue: Ihr Beitrag zum Erfolg der Vitiligo-Therapie

Sie haben gemeinsam mit Ihrer Hautärztin bzw. Ihrem Hautarzt die passende Therapie ausgewählt. Nun kommt es darauf an, die besten Voraussetzungen für den Erfolg der Vitiligo-Behandlung zu schaffen. Indem Sie für eine gewissenhafte Umsetzung der Behandlung sorgen, legen Sie die Basis für die Wirksamkeit.

  • Halten Sie sich an Ihren Therapieplan! Ändern Sie die Dosierung oder Häufigkeit der Anwendung Ihrer Vitiligo-Medikamente nicht – es sei denn, es ist mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt besprochen.
  • Geben Sie der Behandlung eine Chance! Bei der Vitiligo-Therapie ist Geduld gefragt. Die Repigmentierung braucht Zeit, denn es ist ein längerer Prozess, bis sich neue Melanozyten gebildet haben und wieder Pigmente produzieren können. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt darüber, wann eine Wirkung zu erwarten ist.
  • Bleiben Sie dran! Wenn Ihre Therapie darauf ausgelegt ist, die Pigmentierung in der Haut langfristig wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten, lassen Sie nicht nach. Bei diesen Vitiligo-Medikamenten ist es für den anhaltenden Erfolg wichtig, dabeizubleiben.
  • Behalten Sie Ihr Therapieziel im Blick! Achten Sie darauf, was sich bereits durch die Therapie der Weißfleckenkrankheit verändert hat. Zu sehen, was Sie erreicht haben, kann für die weitere Therapie motivieren.

AbbVie Care-Begleitprogramm

Hier finden Sie Informationen über das AbbVie Care-Begleitprogramm zur Unterstützung der Therapie mit einem AbbVie-Arzneimittel.

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    Vitiligo verstehen & behandeln
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Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG). S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Vitiligo“. Version 1.0, Stand 23.04.2021. AWMF-Registernummer: 013-093.
van Geel N, Speeckaert R, Taïeb A et al. Worldwide expert recommendations for the diagnosis and management of vitiligo: Position statement from the International Vitiligo Task Force Part 1: towards a new management algorithm. J Eur Acad Dermatol Venereol 2023; 37: 2173–2184.
Böhm M, Tanew A. Vitiligo. JDDG 2025 ;23: 968–988.
DE-IMMD-260058

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