Leben mit Psoriasis-Arthritis

Die Krankheit kann nahezu alle Lebensbereiche betreffen. Wir möchten Ihnen mit wichtigen Tipps weiterhelfen.

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So leben Sie besser mit Psoriasis-Arthritis

Ob in der Arbeitswelt oder in der Freizeit, ob bei der Ernährung oder auf Reisen. Wir unterstützen Sie im Alltag mit der chronisch-entzündlichen Systemerkrankung.

Der Alltag mit Psoriasis-Arthritis (PsA) verlangt viel von Ihnen. Das Leben kann anstrengend und voller Belastungen sein, dennoch ist es wichtig, dass Sie aktiv an der Therapie mitwirken. Dazu gehört die regelmäßige Einnahme Ihrer Medikamente. Wichtig ist aber auch, dass Sie informiert sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er ist ihr erster Ansprechpartner. Stellen Sie ihm Fragen über die Therapie: Wie lange soll sie gehen? Welches Ziel hat die Behandlung? Fürchten Sie Nebenwirkungen?

Die PsA kann alle Bereiche des Alltags betreffen. Hindert die Krankheit etwa daran, den bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Manchmal können schon kleine Dinge einen großen Unterschied machen – wie ein ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatz. Es ist also wichtig, dass Sie den Blick darauf lenken, was möglich ist und welche Alternativen Ihnen offenstehen, sollte die Erkrankung Ihnen Hürden in den Weg legen. Wir geben Ihnen wertvolle Hinweise für ein Leben mit der PsA in der Arbeitswelt.

Eine weitere zentrale Rolle beim Leben mit PsA spielt die Ernährung. Eine spezielle PsA-Diät gibt es nicht. Es kann jedoch durch eine bewusste Ernährung und gezielte Auswahl von Lebensmitteln gelingen, Einfluss auf die entzündlichen Vorgänge im Körper zu nehmen. Wir sagen Ihnen, was Sie beachten sollten

Sport und Psoriasis-Arthritis, das ist kein Widerspruch. Regelmäßiger Sport ist auch für Menschen mit PsA wichtig. Bewegung sorgt dafür, dass Ihre Gelenke beweglich bleiben. Sportliche Bewegung fördert Kraft, Ausdauer und stärkt darüber hinaus das Selbstbewusstsein. Im Vordergrund steht dabei nicht die Leistung, sondern der Spaß. Wir geben Ihnen wichtige Tipps zur Motivation und Empfehlungen für Sportarten mit geringem Verletzungsrisiko, die Ihre Gelenke schonen. Wie wäre es mit Schwimmen oder Tanzen?

Sie wollen mit PsA verreisen, in Urlaub fahren? Das ist kein Problem, wenn Sie einige Dinge beachten. Mittelmeer oder Mittelgebirge? Sprechen Sie schon bei der Planung mit Ihrem Arzt, er kennt den Verlauf Ihrer Erkrankung am besten, er kann Ihnen die entscheidenden Ratschläge geben. Auch was Sie beim Transport und der Einnahme Ihrer Medikamente beachten sollten, erfahren Sie hier.

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Reisen mit Psoriasis-Arthritis – der Traumurlaub ist möglich

Erholung gehört zum Leben und ein schöner Urlaub ist gut für Körper und Seele. Das gilt auch für Menschen mit Psoriasis-Arthritis (PsA). Wie bei allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollten Sie Ihre Reise besonders gründlich planen. Ein Vorgespräch mit Ihrem Arzt ist im Zweifel die beste Idee. Er kann Ihnen auch individuelle Fragen beantworten. Ganz grundsätzlich aber gilt: Ob ans Meer oder in die Berge, ob heimische Mittelgebirge oder ferne Länder – der Traumurlaub mit PsA ist möglich. Wichtig ist, dass Sie Ihre individuelle Krankheitsaktivität berücksichtigen.

Schon vor der Wahl Ihres Traumziels sollten Sie einige Dinge klären. Greift Ihre Reiserücktrittsversicherung auch dann, wenn der Grund des Rücktritts auf Ihre chronische Erkrankung zurückzuführen ist? Haben Sie einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz im Ausland? Was ist beim Transport Ihrer Medikamente zu beachten?

Impfschutz nicht vergessen

Bevor Sie in den Urlaub fahren, sollten Sie sich vor allem bei exotischen Reisezielen über den empfohlenen Impfschutz informieren. Unter www.auswaertiges-amt.de erhalten Sie Informationen über Impfempfehlungen für einzelne Länder. Auch die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) veröffentlicht unter www.rki.de aktuelle Impfinformationen. Grundsätzlich sollten Sie überprüfen, ob der Standardimpfschutz gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie vor der Reise aufgefrischt werden muss.

Durch die Erkrankung und auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente kann es zu erhöhter Anfälligkeit für Infektionen kommen. Impfungen können daher besonders empfehlenswert sein. Nehmen Sie Medikamente ein, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), oder werden Sie mit Biologika behandelt, spielt die Art der Impfstoffe eine wesentliche Rolle. Dann sollten keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden. Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

Haben Sie diese Punkte geklärt, können Sie Ihre Reiseziele genauer unter die Lupe nehmen. Auch bei starken Bewegungseinschränkungen können Sie Ihren Urlaub übrigens individuell gestalten. Es gibt zahlreiche Veranstalter, die sich auf Reisen für Menschen mit Einschränkungen spezialisiert haben. Fragen Sie im Reisebüro nach barrierefreiem Zugang zum Pool, zum Speisesaal oder zum Zimmer. Verbände, wie der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter, haben einen Reiseservice und beraten bei der Urlaubsplanung.

Viele Menschen mit rheumatischen Erkrankungen beschreiben das Mittelmeer mit seinem trockenen und warmen Klima als wohltuend. Das gilt vor allem im Frühjahr und im Herbst, wenn die Hitze nicht so groß ist. Mittelgebirgslagen um die 700 Meter Höhe wirken sich oft günstig auf Gelenkbeschwerden aus, und auch Hochgebirgslagen zwischen 1.200 und 2.000 Metern sind empfehlenswert.

Auch die Anreise genau planen

Sie sollten auf ausreichend Bewegungsfreiheit, auch schon bei der Anreise, achten. Mit dem Auto empfehlen sich genügend Pausen. Sorgen Sie, wenn möglich, auch im engeren Reisebus für einen Platz mit genügend Beinfreiheit. Im Zug reservieren Sie einen Platz in einem Abteil statt im Großraumwagen, dort haben Sie erfahrungsgemäß mehr Platz. Und vergessen Sie die kleineren „Spaziergänge“ durch den Wagen nicht. Die kann man übrigens auch im Flugzeug machen, wenn die Reiseflughöhe erreicht ist.

Wenn Sie mit Medikamenten reisen, sollten Sie einige Dinge beachten. Biologika sollen laut Herstellerangaben stets dunkel und zwischen +2 und +8 Grad Celsius gelagert werden. Manche Hersteller bieten kostenfrei entsprechende Kühltaschen an. Bei Pens ist es in Einzelfällen auch möglich, sie über einen Zeitraum von maximal 14 Tagen ungekühlt zu transportieren. Wird dieser Zeitraum überschritten, sollte er jedoch nicht mehr verwendet werden. Nehmen Sie die Medikamente im Flugzeug mit ins Handgepäck, im Frachtraum ist es zu kalt. Erkundigen Sie sich beim Reiseveranstalter oder bei der Fluggesellschaft, ob Sie Kühlakkus, Pens, Fertigspritzen oder Schmerzmittel im Handgepäck mit sich führen dürfen.

Atteste erleichtern den Grenzübertritt

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ein Attest – am besten in Deutsch und Englisch, idealerweise auch in der Sprache des Urlaubslandes – ausstellen, welches bescheinigt, dass Sie die mitgeführten Medikamente und das Zubehör benötigen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, was Sie im Falle eines Schubs während des Urlaubs tun sollen. Erhöhen oder verändern Sie auf keinen Fall eigenmächtig die Dosis Ihrer Medikamente – und nehmen Sie für Rückfragen die Telefonnummer Ihres behandelnden Arztes mit.

Sonne tut meistens gut bei Gelenk- oder Hautbeschwerden. Bedenken Sie aber, dass manche Medikamente die Empfindlichkeit gegen Sonneneinstrahlung erhöhen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt über Ihre individuellen Bedürfnisse. Tragen Sie den Sonnenschutz mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf und erneuern Sie ihn mehrmals am Tag, besonders nach dem Baden oder Schwitzen. Im Zweifel vermeiden Sie lieber lange Sonnenbäder.

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Bewusste Ernährung bei Psoriasis-Arthritis

Die Ernährung gibt Ihnen die Möglichkeit, selbst aktiv auf den Krankheitsverlauf einzuwirken. Eine „PsA-Diät“ im Sinne einer kurzfristigen und einseitigen Veränderung der Ernährung ist jedoch nicht der richtige Weg. Empfehlenswert für Menschen mit Psoriasis-Arthritis (PsA) ist eine langfristige „rheumagerechte“ Umstellung der Ernährung, um die chronisch-entzündlichen Vorgänge im Körper, die für die Erkrankung verantwortlich sind, positiv zu beeinflussen. Die Grundlage dabei bildet eine vollwertige Ernährung, das bedeutet ausgewogen, abwechslungsreich und gesund. Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die einen positiven, und solche, die einen ungünstigen Effekt auf die Erkrankung haben können. Diese sollten gezielt auf dem Speiseplan stehen bzw. vermieden werden.

Die PsA ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Für Menschen mit diesen Erkrankungen spielen Fettsäuren und Fette eine besondere Rolle. Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, ist Ausgangspunkt für die Bildung entzündungsfördernder Stoffe im Körper. Die Arachidonsäure ist in tierischen Lebensmitteln zu finden und sollte möglichst gemieden werden. Für die Bildung entzündungshemmender Stoffe sind hingegen die Omega-3-Fettsäuren (pflanzlich, Lein-, Raps- oder Walnussöl, Fisch) notwendig. Diese Lebensmittel sollten Sie bevorzugt auf den Speiseplan setzen. Generell sollten Sie bedenken, dass Fett sehr energiereich ist und schnell zu unerwünschten Pfunden führen kann.

Der Körper benötigt Vitamine und Spurenelemente für zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Da er bei PsA mit einer Entzündung zu kämpfen hat, ist der Bedarf erhöht. Die entzündlichen Prozesse setzen viele freie Radikale frei. Dabei handelt es sich um aggressive sauerstoffhaltige Verbindungen, die Zellen im Körper angreifen und zur Entstehung entzündungsfördernder Stoffe beitragen können. Antioxidantien sind Stoffe, die andere Stoffe vor Oxidation schützen, wie beispielsweise Vitamin C, Vitamin E und Carotinoide, die freie Radikale abfangen und unschädlich machen. Wichtige Lieferanten sind Obst, Gemüse und Nüsse.

Für eine ausgewogene Ernährung, für jeden Menschen, ob mit oder ohne PsA, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zehn Regeln aufgestellt:

  1. Vielseitig essen
  2. Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln
  3. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“, das heißt fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart
  4. Täglich Milch und Milchprodukte; ein- bis zwei Mal in der Woche Fisch; Fleisch und Wurstwaren sowie Eier in Maßen
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  6. Zucker und Salz in Maßen
  7. Reichlich Flüssigkeit: ca. 2 Liter am Tag, bevorzugt Wasser, Kräutertees oder verdünnte Säfte
  8. Speisen schmackhaft und schonend zubereiten
  9. Zeit nehmen und das Essen genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Nicht nur auf die Auswahl der Lebensmittel kommt es an, auch bei der Zubereitung können Sie für eine gesündere Ernährung sorgen. Kochen Sie selbst, dann wissen Sie, welche Zutaten in Ihren Mahlzeiten sind. Wenn Sie dünsten oder garen statt braten oder frittieren, bleiben wichtige Inhaltsstoffe erhalten und es werden weniger Fette verwendet.

In Bezug auf die Hautbeschwerden bei Psoriasis-Arthritis können Sie versuchen herauszufinden, ob es Lebensmittel oder Inhaltsstoffe in der Nahrung gibt, die zu einem neuen Schub der Plaques führen oder die Hautbeschwerden verstärken. Das kann, muss aber nicht bei jedem Menschen mit PsA der Fall sein. Alkohol, scharfe Gewürze und bestimmte Nüsse haben diesen Effekt häufiger. Am besten führen Sie ein Ernährungstagebuch. Notieren Sie dafür über einen längeren Zeitraum detailliert, was Sie gegessen oder getrunken haben, sowie den Verlauf Ihrer Erkrankung. So finden Sie heraus, ob und wenn ja, welche Nahrungsmittel oder Gewürze sich bei Ihnen negativ auf die Erkrankung auswirken.

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Psoriasis-Arthritis und die Liebe

Eine Psoriasis-Arthritis (PsA) betrifft nicht nur Ihre Haut und Gelenke, sondern auch andere Bereiche des Lebens. Zum Beispiel Ihre Partnerschaft. Um weiterhin im Gleichgewicht zu sein und eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen, ist es wichtig im Gespräch zu bleiben.

Hinweis:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir im Text nur den Begriff „Partner“. Selbstverständlich sind Partnerinnen und Partner gemeint.

Eine gute Partnerschaft und ein ausgeglichenes Sexualleben schenken Energie, Geborgenheit und Wohlgefühl. Manche Menschen mit PsA fragen sich aber, ob der Partner sie aufgrund ihrer Schuppenflechte oder Gelenkschmerzen weniger attraktiv findet. Gehören auch Sie dazu? Studien haben ergeben, dass vom gesunden Partner die Hautveränderungen als weit weniger gravierend empfunden werden als so mancher kranke Partner vermutet.

Trotzdem lassen sich diese Gedanken nicht einfach abschütteln. Sie können das Selbstwertgefühl und die Selbstwahrnehmung beeinträchtigen. Und genau das kann sich auf die Beziehung auswirken. Wichtig ist es darum, dem Partner gegenüber ehrlich zu sein. Erzählen Sie ihm, was mit Ihnen los ist. Welche Befürchtungen Sie haben. Er wird Sie dann vielleicht besser verstehen und kann Ihnen möglicherweise Ihre Sorgen nehmen.

Die Balance zwischen Rücksicht und Rückzug finden

Es wird in Ihrem Leben mit PsA normal sein, dass es gute und schlechte Tage gibt. Juckreiz, Spannungsgefühle auf der Haut, Gelenkschmerzen oder ein Schub können Ihren Alltag beeinflussen. Für Ihren Partner kann es dann schwer werden, das richtige Maß an Fürsorglichkeit zu finden. Vielleicht möchte er oder sie Ihnen besonders beistehen, und nimmt Ihnen dann zu viele Aufgaben ab. Doch was gut gemeint ist, kommt nicht immer gut an. Womöglich fühlen Sie sich hin und wieder leicht bevormundet und Ihre Paarbeziehung gerät dann aus dem Gleichgewicht.

Um weiterhin eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen, ist es auch hier wichtig im Gespräch zu bleiben. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und sagen Sie ihm, wie viel Hilfe Sie sich wünschen und wann es in Ihren Augen genug ist. Sie schützen damit nicht nur Ihre Beziehung, sondern auch Ihren Partner: Manche stellen ihre eigenen Bedürfnisse sehr weit zurück und überfordern sich dann.

Miteinander reden ja – aber nicht nur über die Krankheit

Als Paar sollten Sie zudem darauf achten, dass die rheumatische Erkrankung nicht die ganze Zeit Ihre Beziehung bestimmt. Im Gespräch zu bleiben bedeutet nämlich nicht, die ganze Zeit über Ihre PsA zu sprechen. Natürlich sollen Sie Ihre Krankheit nicht ignorieren, aber es gibt noch andere Dinge in Ihrem Leben, die es zu genießen gilt: Gemeinsame Projekte wie ein Urlaub, ein Restaurantbesuch, Träume verwirklichen, Treffen mit Familie und Freunden.

Bei aller Aktivität ist es auch wichtig, immer wieder genügend Zeit für Erholung im Alltag einzuplanen. Das fördert die Ausgeglichenheit und stärkt das Miteinander. In guten Paarbeziehungen wechseln sich zudem Nähe und Distanz ab. Jeder kann seinen eigenen Interessen nachgehen. Und dann sind wieder gemeinsame Unternehmungen dran. Sie stärken die Beziehung und schenken Lebensfreude.

Intime Momente schenken Wohlgefühl

Gerade ein starker Juckreiz auf der Haut, aber auch Gelenkschmerzen während eines Schubs, werden von vielen Erkrankten als Lustkiller empfunden. Hinzu kommen Unsicherheiten, was die eigene Attraktivität angeht – vor allem, wenn die Schuppenflechte große Hautpartien oder den Genitalbereich betrifft.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich komplett von zärtlicher und sinnlicher Zweisamkeit abwenden müssen. Wichtig ist vielmehr, sich nicht unter Druck zu setzen, sondern auch hier dem Partner gegenüber ehrlich zu sein. Erzählen Sie ihm, was mit Ihnen los ist. Ihr Partner wird sicher Verständnis für Sie haben, wenn Sie ihn um Geduld bitten. An besseren Tagen können Sie Ihre Zweisamkeit dann umso unbeschwerter erleben. Dabei gilt es auch, sich aus früheren Verhaltensmustern zu lösen und die Sexualität den aktuellen körperlichen und psychischen Gegebenheiten anzupassen.

Sinnvoll ist auch, das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt zu suchen: Denn es gibt viele Ursachen, die zu Lustlosigkeit führen können. Ihr Arzt kann nicht nur bei Ihrer Haut und den Gelenkschmerzen, sondern auch bei sexuellen Problemen helfen. Grund: Störungen der Sexualität können sowohl durch die Krankheit selbst verursacht sein, als auch durch eventuelle Nebenwirkungen verschiedener Medikamente. Wenn Sie diese Punkte geklärt haben, können Sie sich wieder entspannt Ihrem Partner widmen.

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Sport und Psoriasis-Arthritis – immer in Bewegung bleiben

Ob mit oder ohne Psoriasis-Arthritis: Bewegung tut gut. Für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist Sport sogar besonders wichtig. Regelmäßiges Training kann Ihnen dabei helfen, Ihre Beweglichkeit zu erhalten.

Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Psoriasis-Arthritis-Therapie. Ihr Training ist hierzu die ideale Ergänzung. Während sich die physiotherapeutische Behandlung gezielt auf betroffene Gelenke richtet, können Sie durch regelmäßige Bewegung Ihre Mobilität trainieren. Darüber hinaus ist Sport auch in Bezug auf Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen ein Gewinn.

Sport aktiviert den ganzen Körper

Mit Sport bringen Sie nicht nur Ihren Stoffwechsel in Schwung. Auch auf Ihre Atmung und das Herz-Kreislauf-System kann sich die Bewegung positiv auswirken. Das regelmäßige Training stärkt neben Ihrem Körper auch Ihre Psyche. Sie bauen Stresshormone ab, steigern Ihre Stresstoleranz und können so Ihre Grundstimmung heben. Wer regelmäßig trainiert, kann sein Selbstbewusstsein steigern, sicherer und ausgeglichener werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, beim Sport hervorragend soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

Neben diesen positiven Effekten kann Bewegung – neben einer bewussten Ernährung – auch bei der Gewichtskontrolle eine wichtige Rolle spielen. Gerade bei Psoriasis-Arthritis machen sich ein paar Kilo zu viel auf der Waage schnell bemerkbar. Durch die Erkrankung sind Ihre Gelenke ohnehin belastet, jedes Mehr an Gewicht ist deshalb ungünstig. Wenn es Ihnen gelingt, Ihr Gewicht zu kontrollieren und Übergewicht zu vermeiden, bleiben Sie beweglicher. Sie können Schmerzen und Beschwerden reduzieren und sich so Ihre Lebensqualität erhalten.

Walken? Schwimmen? Radfahren?

Welche Sportart für Sie die Richtige ist, hängt in erster Linie davon ab, welche Gelenke von Entzündungen betroffen sind. Macht Ihr Knie Probleme? Dann sind Schwimmen oder Aqua-Workout eeine gute Option, Laufen hingegen ist dann weniger empfehlenswert. Sind die Daumengrundgelenke entzündet? Dann ist Laufen wieder okay. Oder Sie setzen auf eine gelenkschonendere Variante wie Nordic Walking. Bevor Sie sich jedoch für eine Sportart entscheiden, sollten Sie sich in jedem Fall mit Ihrem Rheumatologen und Ihrem Physiotherapeuten beraten. Beide kennen Sie, Ihre Krankheit und eventuelle Einschränkungen und können Ihnen individuell für Sie geeignete Trainingsmethoden empfehlen. Eines gilt es aber im Hinterkopf zu behalten: Ein akut entzündetes Gelenk sollten Sie weiter bewegen, aber nicht übermäßig belasten. Denn durch die Entzündung sind Bänder, Kapselstrukturen, Knorpel und Knochen geschwächt. Das trifft auch dann zu, wenn die Entzündung gerade dabei ist abzuklingen. Nach der Entzündung gilt es deshalb, das Gelenk zunächst zu stabilisieren, damit es normale Belastungen wieder tragen kann.

Wenn sich die Symptome der PsA auch auf Ihrer Haut zeigen, sollten Sie einige weitere Dinge bedenken. Schenken Sie Ihrer Hautpflege auch beim Sport besondere Aufmerksamkeit. Schwitzen während des Sports ist kein Problem. Eine gute Pflege nach dem Training schützt vor Irritationen. Ziehen Sie eine kurze, warme Dusche nach dem Sport einem ausgedehnten heißen Bad vor. Beim Sport im Freien darf ein ausreichender UV-Schutz nicht fehlen. Wenn Sie auf mechanische Reize der Haut mit neuen Psoriasisherden reagieren (Köbner-Phänomen), meiden Sie Sportarten, bei denen es zu Reibung auf der Haut kommen kann (zum Beispiel beim Fahrradfahren). Auch die Trainingsschuhe sollten nicht scheuern oder drücken. Achten Sie bei der Sportbekleidung auf hautfreundliche, weiche und atmungsaktive Gewebe.

Trainieren mit Augenmaß

Haben Sie den passenden Sport für sich gefunden, sollten Sie darauf achten, sich nicht zu überfordern. Mit drei bis vier leichten Trainingseinheiten pro Woche können Sie Kraft, Kondition und Koordination verbessern. Wenn Sie bisher nur wenig oder gar keinen Sport getrieben haben, sollten Sie es langsam angehen lassen. Absolvieren Sie lieber mehrere kleinere Einheiten, anstatt sich gleich völlig zu verausgaben. Berücksichtigen Sie Ihre eigenen Leistungsgrenzen und bleiben Sie am Ball. Vor allem ist es wichtig, dass Sie bei allem sportlichen Ehrgeiz den Spaß nicht verlieren. Schließlich soll Ihnen das Training guttun und nicht zu einer zusätzlichen Belastung werden.

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Psoriasis-Arthritis: Hilfe am Arbeitsplatz

Der Beruf ist für viele Menschen erfüllender Lebensinhalt und Teil der eigenen Identität. Die finanzielle Unabhängigkeit ist dabei für viele Menschen, die eine Psoriasis-Arthritis (PsA) haben, oft nur ein Aspekt. Die Arbeit schenkt (meist) Selbstbewusstsein, vermittelt soziale Kontakte und lenkt zugleich von der Erkrankung ab. Das sind alles Punkte, die dazu beitragen können, die Krankheit besser zu bewältigen.

Die Entscheidung, wie Sie mit der Erkrankung am Arbeitsplatz umgehen, müssen Sie – entsprechend der Situation an Ihrem Arbeitsplatz – selbst treffen. Ein offener Umgang kann Missverständnisse vermeiden und Konflikten vorbeugen. Aber nicht jeder Vorgesetzte oder Arbeitgeber hat das Verständnis oder den Weitblick, die positiven Eigenschaften eines Mitarbeiters zu sehen, der eine rheumatische Erkrankung hat.
Andererseits schafft ein offener Umgang die Möglichkeit – auch mit einer rheumatischen Erkrankung –, langfristig an einem Arbeitsplatz zu bleiben. Denn nur so können Lösungen für Schwierigkeiten gefunden werden. Oft können schon mit kleinen Veränderungen wie flexibleren Arbeitszeiten oder einer ergonomischen Ausstattung des Arbeitsplatzes große Veränderungen für die Gesundheit des betroffenen Arbeitnehmers erreicht werden.
Dazu lohnt es sich auch, das Integrationsamt hinzuzuziehen. Es kann Ihnen als Arbeitnehmer beratend zur Seite stehen und gegenüber dem Arbeitgeber vermittelnd auftreten. Voraussetzung: ein gutes, kollegiales Betriebsklima.

Eigeninitiative ist gefragt

Mit einer Psoriasis-Arthritis muss in verschiedenen Bereichen des Lebens manchmal ein neuer Weg eingeschlagen werden. Dieser Wandel macht vor der Arbeitswelt oft keinen Halt. Hindert die Krankheit Sie daran, den bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Doch eines ist auf dem Weg zum rheumagerechten Arbeitsplatz besonders wichtig: Eigeninitiative! Veränderung braucht oft Mut und kostet auch Kraft. Doch ein erfülltes Berufsleben leistet einen wichtigen und langfristigen Beitrag zu einem Leben im Gleichgewicht. Und: Sie sind nicht allein auf Ihrem Weg!

Umfangreiche Beratung ist sinnvoll

Die Unterstützung für die Erhaltung von Arbeitskraft und Beschäftigung ist vielfältig gesetzlich geregelt. Welche Ansprüche bestehen und umgesetzt werden können, hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Eine Beratung durch einen Rechtsanwalt, der sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat, kann Aufschluss darüber geben, welche Möglichkeiten in Ihrer individuellen Situation bestehen. Doch es gibt noch weitere wichtige Anlaufstellen, die beraten und unterstützen.

Seit 2001 sind die Gesetze und Regelungen für behinderte Menschen im Sozialgesetzbuch IX festgehalten. Manchen mag es schwerfallen, sich amtlich bestätigen zu lassen, dass die chronische Erkrankung auch Behinderung mit sich bringt. Und viele verbinden mit den Begriffen „Schwerbehinderung“ und „Behinderung“ falsche Vorstellungen und negative Gefühle. Dennoch hat es Vorteile, denn eine Bestätigung ist die Grundlage, um die vom Staat angebotenen Rechte und Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Abhängig davon, wie stark die Einschränkungen durch die Erkrankung sind, wird der Grad der Behinderung (GdB) bestimmt. Ab einem GdB von 50 liegt eine Schwerbehinderung vor und ein Schwerbehindertenausweis kann ausgestellt werden.

Ab einem GdB von 25 gibt es einen Steuerfreibetrag, dessen Höhe vom GdB abhängig ist. Dies schafft einen Ausgleich zu den durch die Krankheit verursachten Kosten. Einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung können Sie beim zuständigen Versorgungsamt stellen.

Ein GdB von 50 und mehr ermöglicht weitere Nachteilsausgleiche:

  • Erweiterter Kündigungsschutz
  • Eine Woche zusätzlicher Urlaub
  • Finanzielle Unterstützung für Arbeitshilfen (einkommensunabhängig)
  • Finanzielle Unterstützung beim Kauf eines behindertengerechten Autos mit beispielsweise Automatikgetriebe (einkommensabhängig)

RheumaPreis: Erfolgreich im Beruf mit Rheuma

Etwa fünf Prozent aller Menschen mit Rheuma, die im erwerbstätigen Alter sind, geben bereits im ersten Jahr Ihrer Erkrankung Ihren Arbeitsplatz auf. Nach drei Jahren sind es bereits 20 Prozent. Dabei können schon kleine Veränderungen am Arbeitsplatz dazu beitragen, dass Betroffene weiterhin aktiv am Berufsleben teilnehmen können. Der „RheumaPreis“ zeichnet jedes Jahr Arbeitnehmer und deren Arbeitgeber aus, die gemeinsam kreative Lösungen für eine Berufstätigkeit mit Rheuma gefunden haben. Diese gelungenen Beispiele beruflicher Integration laden zum Nachahmen ein. Sie setzen ein positives Zeichen und machen deutlich, dass beruflicher Erfolg auch mit Rheuma möglich ist.

Haben Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung gefunden, wie Sie auch mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung dauerhaft am Berufsleben teilnehmen können? Bewerben Sie sich für den RheumaPreis! Mehr Informationen finden Sie unter www.rheumapreis.de.

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