Was ist Schuppenflechte

Psoriasis, besser bekannt als Schuppenflechte, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Was genau ist das für eine die Krankheit?

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Schuppenflechte: Nicht nur eine Hauterkrankung

Schuppenflechte – nur eine Hauterkrankung? Das stimmt nur auf den ersten Blick: Die typischen Beschwerden zeigen sich zwar an der Haut, von der Erkrankung ist jedoch der gesamte Körper betroffen. Daher wird Schuppenflechte zu den chronisch-entzündlichen Systemerkrankungen gezählt. Chronisch bedeutet, dass sie nicht heilbar ist. Es gibt heute jedoch unterschiedliche Behandlungen der Psoriasis, mit denen sich die Beschwerden gut kontrollieren lassen. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung in Schüben auf. Das bedeutet, Phasen mit und ohne Beschwerden wechseln sich ab. Ansteckend ist die Schuppenflechte nicht.

Psoriasis ist der medizinische Begriff für Schuppenflechte. Er kommt vom griechischen Wort „psao“, was „kratzen“ bedeutet.

Psoriasis vulgaris und weitere Formen der Schuppenflechte

Psoriasis kann sich unterschiedlich äußern. Die häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris, also die „gewöhnliche“ Schuppenflechte. Sie wird auch Plaque-Psoriasis genannt, da bei ihr die charakteristischen Hautveränderungen – Plaques – auftreten. Bei ca. 85 % der Menschen mit Schuppenflechte handelt es sich um eine Psoriasis vulgaris. Seltener sind die weiteren Formen der Schuppenflechte, bei denen die Hautveränderungen anders aussehen. Darüber hinaus haben viele Menschen mit Psoriasis gleichzeitig Nagelveränderungen. Kommt es neben den Hautbeschwerden zusätzlich zu einer Entzündung der Gelenke, spricht man von Psoriasis-Arthritis. Doch nicht nur Gelenke können – abgesehen von der Haut – durch die Schuppenflechte beeinträchtigt werden. Psoriasis kann auch sogenannte Begleiterkrankungen mit sich bringen, zum Beispiel Augen-, Darm- oder Herz-Kreislauf-Probleme.

Fünf Fakten zur Psoriasis

  1. Psoriasis ist eine Systemerkrankung, sie betrifft den ganzen Körper und nicht nur die Haut.
  2. Schuppenflechte ist chronisch, sie kann nicht geheilt, in der Regel aber gut behandelt werden.
  3. Schuppenflechte verläuft meistens in Schüben.
  4. Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Plaque-Psoriasis.
  5. Die Entstehung der Psoriasis hängt eng mit dem Immunsystem zusammen.

Beschleunigte Hauterneuerung bei Schuppenflechte

Gerötet, verdickt und mit silbrig weißen Schuppen bedeckt – die Plaques der Schuppenflechte entstehen, weil der Erneuerungsprozess der Haut durcheinandergerät. Zellteilung und Wachstum sind um ein Vielfaches beschleunigt. Die hornbildenden Zellen (Keratinozyten) können nicht richtig reifen, sammeln sich an der Hautoberfläche und es entstehen die typischen Schuppen. Darüber hinaus bilden sich vermehrt kleine Blutgefäße, eine entzündliche Rötung entsteht. Angestoßen wird dieser Prozess durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems.

Verlauf der Schuppenflechte: Vorhersage nicht möglich

Egal wie sich die Psoriasis äußert, die sichtbaren Hautveränderungen können eine große psychosoziale Belastung sein, die sich auf viele Lebensbereiche auswirkt. Eine frühzeitige, wirksame und langfristige Behandlung der Schuppenflechte ist daher auch wichtig, um Einschränkungen der Lebensqualität zu verhindern. Es ist nicht möglich vorherzusehen, wie sich die Psoriasis mit der Zeit entwickelt. Ihr Ausmaß, wie stark die Entzündung ist, wie lange Schübe oder schubfreie Zeiten dauern oder ob es zu Begleiterkrankungen kommt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

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Schuppenflechte: Ursachen, Auslöser und Häufigkeit

Die genaue Ursache für Schuppenflechte ist bislang nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es eine genetische Veranlagung gibt. Haben auch andere Familienangehörige Schuppenflechte, ist die Wahrscheinlichkeit selbst zu erkranken, erhöht. Aber auch, wenn die Veranlagung da ist, tritt die Erkrankung nicht zwingend auf. Ausgelöst wird die Erkrankung durch sogenannte Trigger. Sie sorgen sowohl dafür, dass die Schuppenflechte erstmals auftritt als auch, dass es zu einem neuen Schub kommt. Sie können von außen kommen (z. B. Umwelteinflüsse oder Medikamente) oder auch von innen (z. B. Hormone, Infektionen). Welcher Mensch mit Psoriasis jedoch auf welchen Trigger reagiert, ist sehr unterschiedlich und nicht bei jedem lassen sich diese Auslöser für Psoriasis feststellen.

Häufige Trigger für Schuppenflechte

  • Stress und außergewöhnliche körperliche oder seelische Belastungen
  • Hautverletzungen oder Hautreizungen (etwa Sonnenbrand, Reibung oder Operationen)
  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Infektionserkrankungen (insbesondere Streptokokken)
  • Übergewicht oder extreme Gewichtsschwankungen
  • Hormonelle Umstellungen (u. a. die Wechseljahre oder die Pubertät)
  • Medikamente (z. B. Betablocker gegen Bluthochdruck oder Lithium gegen Depression)

Es gibt also nicht nur eine Ursache für Psoriasis, sondern es müssen immer mehrere Faktoren zusammenkommen. Diese Ursachen bzw. Auslöser führen zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Eine Voraussage, wann eine Schuppenflechte genau auftritt, lässt sich nicht machen.

Psoriasis in Zahlen

Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Grundsätzlich kann jeder Mensch in jedem Alter Psoriasis bekommen.

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Schuppenflechte: Entzündung und Immunsystem

Die auffälligsten Beschwerden der Schuppenflechte zeigen sich auf der Haut. Das Krankheitsgeschehen kann jedoch noch andere Stellen betreffen. Es kann sich auf den ganzen Körper auswirken und zu Begleiterkrankungen führen. Daher wird Psoriasis auch als Systemerkrankung bezeichnet. Im Mittelpunkt des Krankheitsprozesses steht eine chronische Entzündung. Sie entsteht durch eine Fehlleitung des Immunsystems.

Die körpereigene Abwehr gerät bei Psoriasis aus dem Gleichgewicht

Das körpereigene Abwehrsystem wird u. a. durch verschiedene Botenstoffe (Zytokine) gelenkt. Einige von ihnen fördern eine Entzündung, andere bremsen sie. Eine Entzündung ist die Reaktion des Immunsystems, z. B. auf Viren, Bakterien oder Verletzungen. Erkennt es einen Störfaktor, wird es aktiv, schüttet entzündungsfördernde Botenstoffe aus und bekämpft ihn. Ist das erfolgreich geschehen, werden entzündungshemmende Botenstoffe ausgeschüttet. Das Immunsystem kommt wieder zur Ruhe, die Entzündung klingt ab. Bei der Schuppenflechte gerät dieser Abwehrprozess aus dem Gleichgewicht, es werden immer mehr entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet und die Entzündung bleibt dauerhaft bestehen – sie wird chronisch. Eine Folge ist der beschleunigte Hauterneuerungsprozess.

Chronische Entzündung bei Schuppenflechte

  1. Durch einen auslösenden Reiz, beispielsweise eine Infektion, hormonelle Umstellung oder Hautverletzung, werden Immunzellen aktiviert.
  2. Die Immunzellen beginnen, Botenstoffe zu produzieren. Es werden vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet.
  3. Diese entzündungsfördernden Botenstoffe koppeln an Bindungsstellen (Rezeptoren) von Gewebezellen an. Botenstoff und Rezeptor passen zusammen wie ein Schlüssel und ein Schloss.
  4. Innerhalb der Gewebezellen wird dadurch ein Entzündungsprozess aktiviert, um Eindringlinge abzuwehren oder Gewebeschäden zu reparieren. In einem funktionierenden Immunsystem klingt die Entzündung wieder ab, sobald der Schaden repariert ist.
  5. Bei Psoriasis gerät dieser Prozess aus dem Gleichgewicht und es werden immer mehr Immunzellen angezogen und fortlaufend weitere Botenstoffe produziert. Die Entzündung bleibt bestehen. Dadurch wird unter anderem der Erneuerungsprozess der Haut gestört.
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Begleiterkrankungen bei Schuppenflechte: Erkennen und verhindern

Psoriasis ist keine reine Hautkrankheit, sondern eine sogenannte Systemerkrankung, von der viele Organe und Körperbereiche betroffen sein können. Dem Krankheitsgeschehen liegt eine chronische Entzündung zugrunde, bei der das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Daher zeigt sich die Schuppenflechte häufig zusammen mit anderen Krankheitsbildern. Sie werden Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) genannt. Das können z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen, das metabolische Syndrom, Depression oder eine Augenentzündung sein. Als metabolisches Syndrom bezeichnet man das Zusammentreffen verschiedener Störungen des Stoffwechsels. Merkmale sind Veränderungen bestimmter Blutfettwerte, Bluthochdruck, Übergewicht sowie eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Folge des metabolischen Syndroms können Diabetes oder wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Auch eine Gelenkentzündung, die Psoriasis-Arthritis, zeigt sich häufig bei Schuppenflechte.

Wo zeigt sich die Psoriasis?


Wenn Sie Psoriasis haben, ist es wichtig zu wissen, dass auch Beschwerden an völlig anderen Organen mit der Krankheit in Verbindung stehen können, damit Sie Ihren Arzt auf mögliche Symptome hinweisen können und frühzeitig gegengesteuert werden kann.

Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen bei Psoriasis

Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit und Atherosklerose gehören zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für die Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko haben. Auch das metabolische Syndrom zeigt sich häufiger in Verbindung mit Schuppenflechte. Schlüssel, um den genannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken, sind eine ausgewogene Ernährung und sportliche Aktivität.

Risiken erkennen und gegensteuern

Die Forschung hat in den letzten Jahren immer weitere Erkenntnisse zu den Begleiterkrankungen der Psoriasis dazugewonnen. Das ist ein entscheidender Vorteil für Menschen mit Schuppenflechte, denn so gibt es die Möglichkeit, Risiken zu erkennen und Folgen zu verhindern. Bei Beschwerden, die auf Begleiterkrankungen des Darms oder der Gelenke hinweisen, sollten auch umgehend weitere Untersuchungen folgen. Einige Medikamente zur Behandlung der Schuppenflechte können zudem ebenfalls eine positive Wirkung auf Begleiterkrankungen haben. Psoriasis und ihre Begleiterkrankungen können darüber hinaus die Psyche beeinflussen. So kommen etwa Depressionen bei Menschen mit Schuppenflechte gehäuft vor. Das kann daran liegen, dass der Hirnstoffwechsel aus dem Lot gerät oder die Psyche durch die Erkrankung stark belastet wird. Entscheidend ist es, zu handeln – eine psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe ist dann in der Regel sinnvoll und wichtig.

Fünf Tipps zu Begleiterkrankungen

  1. Denken Sie daran: Die Begleitkrankheiten der Psoriasis sind behandelbar. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, das Risiko, z. B. für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, durch einen gesunden Lebensstil zu mindern.
  2. Bei einer Reihe von Begleiterkrankungen ist es empfehlenswert, dass Sie sich an den passenden Facharzt wenden, etwa den Augenarzt bei Augenbeschwerden. Darüber hinaus sollten alle Ärzte, bei denen Sie in Behandlung sind, über die Schuppenflechte informiert sein.
  3. Eine Überprüfung der „Risikowerte“ für Stoffwechselerkrankungen alle zwei Jahre ist sinnvoll. Dazu zählt z. B. die regelmäßige Kontrolle Ihres Body-Mass-Index (BMI), Ihres Blutdrucks und Pulses sowie Ihrer Blutfett- und Blutzuckerwerte.
  4. Wenn Sie Schuppenflechte haben und zu den Rauchern gehören, ist eine Raucherentwöhnung empfehlenswert. Rauchen steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich. Mit einem Rauchstopp können Sie Ihrem Risiko für Begleiterkrankungen also aktiv gegensteuern.
  5. Übergewicht wirkt sich ungünstig auf den Verlauf der Schuppenflechte aus und auch Begleiterkrankungen können begünstigt werden. Wenn Sie überzählige Pfunde auf die Waage bringen, sollten Sie daher aktiv werden – am besten mit Sport und ausgewogener Ernährung.

Infomaterialien zum Download


  • Titel der Broschüre Begleiterkrankungen erkennen, vorbeugen, behandeln
    Begleiterkrankungen erkennen, vorbeugen, behandeln
    Info-Broschüre
    1.12 MB

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