Hepatitis C: Virus und Infektion

Hepatitis C bezeichnet eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus. Das Virus vermehrt sich in den Zellen der Leber und löst dadurch eine Entzündung im Lebergewebe aus.

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Hepatitis C: Virus mit vielen Gesichtern

Eine chronische Hepatitis-C-Virus-Infektion kann unbehandelt bleibende Leberschäden verursachen. Ca. 160 Millionen Menschen weltweit haben Hepatitis C. Jedes Jahr stecken sich drei bis vier Millionen Menschen mit dem Virus an.

Allein in Deutschland werden jährlich ca. 5.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Dabei sind Männer beinahe doppelt so häufig von der Erkrankung betroffen wie Frauen. In der Allgemeinbevölkerung ist über die Erkrankung noch immer wenig bekannt. Dabei wäre Aufklärung über die Erkrankung und mögliche Übertragungswege ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Hepatitis C. Wer über die Krankheit informiert ist, kann sich vor einer Infektion schützen.

Moderne Therapien eröffnen neue Möglichkeiten

Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, die durch das Hepatitis-C-Virus ausgelöst wird. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für Leber „hepar“ und der Endung „-itis“ für Entzündung ab und bedeutet „Leberentzündung“. Die Entzündung im Lebergewebe wird durch das Virus verursacht, das sich in den Leberzellen vermehrt. Da das Virus sehr wandlungsfähig ist und sein Erbgut immer wieder verändert, ist der Körper meist nicht in der Lage, es wirksam zu bekämpfen. Bei 75 bis 85 % der Betroffenen wird aus einer akuten Infektion eine chronische Erkrankung. Die Fähigkeit des Virus, sich ständig zu verändern, erschwert darüber hinaus die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs. So gibt es bislang nicht die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis C impfen zu lassen. Dennoch sind inzwischen viele Details über Hepatitis C bekannt, auf deren Basis neue Behandlungsmöglichkeiten entwickelt wurden.

Übertragung meist durch Blut-zu-Blut-Kontakt

Eine Ansteckung mit Hepatitis C erfolgt in den meisten Fällen durch Blut-zu-Blut- Kontakt. Das kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Vielen Betroffenen ist nicht bewusst, wo und bei welcher Gelegenheit sie sich angesteckt haben. Hinzu kommt, dass die Erkrankung meist symptomlos und schleichend beginnt. Sie kann lange ohne eindeutige Anzeichen verlaufen. Erste Symptome wie beispielsweise Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Juckreiz, Leistungsabfall und Gelenkschmerzen sind so unspezifisch, dass sie nur sehr selten direkt mit Hepatitis C in Verbindung gebracht werden.

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Was ist Hepatitis C

Was ist Hepatitis C? Hepatitis C bezeichnet eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus in deren Folge es zu einer Entzündung im Lebergewebe kommt. Das Typische an Hepatitis-C-Symptomen ist, dass sie sehr unspezifisch sind. Erste Anzeichen der Erkrankung sind oft grippeähnlich. Dazu zählen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Die wenigsten Betroffenen bringen diese Beschwerden mit Hepatitis C in Verbindung. Bis die Krankheit erkannt wird, können daher Jahre oder sogar Jahrzehnte vergehen. Meist geschieht das im Rahmen von Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen. Stellt der Arzt dabei erhöhte Leberwerte (Transaminasen) fest, können weiterführende Tests die Diagnose sichern. Bleibt eine Hepatitis C unbehandelt, kann die Leber dauerhaft geschädigt werden. Frühzeitige Diagnose und anschließende Behandlung können das verhindern. Hinzu kommt, dass Betroffene, die das Hepatitis-C-Virus unbemerkt in sich tragen, unwissentlich auch andere Menschen damit infizieren können. Ein entsprechender Test kann Sicherheit geben und weiteren Ansteckungen vorbeugen. Bedenken Sie, dass es bei Hepatitis C keine Immunität gibt: Auch nach einer ausgeheilten Hepatitis-C-Virus-Infektion können Sie sich wieder neu infizieren.

Starke Wandlungsfähigkeit des Virus

Das Hepatitis-C-Virus wurde 1989 entdeckt. Es ist ein sehr wandlungsfähiges Virus, das sein Erbgut immer wieder verändern kann. Bis heute sind sechs verschiedene Variationen des Hepatitis-C-Virus bekannt, auch Genotypen genannt. In Deutschland sind besonders die Genotypen 1 und 3 verbreitet, wobei der Genotyp 1 mit rund 62 % die meisten Hepatitis-C-Fälle ausmacht. Bei etwa 75 bis 85 % der Betroffenen wird die Hepatitis-C-Infektion chronisch. Die Fähigkeit des Virus, sich zu verändern, erschwert die Entwicklung wirksamer Impfstoffe. Deshalb gibt es bis heute keine Impfung gegen das Virus. Inzwischen sind jedoch viele Details über Hepatitis C bekannt, so dass neue Therapiemethoden entwickelt werden konnten.

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Erkrankung und Verlauf

Hepatitis C beginnt meist unbemerkt. Eine Infektion löst am Anfang keine eindeutigen Krankheitszeichen aus. Meist 7 bis 8 Wochen nach der Ansteckung können grippeähnliche Symptome auftreten. Diese Zeit bezeichnet man als Inkubationszeit. Vielleicht fühlen Sie sich müde und abgeschlagen, haben Kopf- oder Gliederschmerzen. Es kann auch sein, dass Sie Schmerzen im rechten Oberbauch bemerken. Dieser anfängliche Hepatitis-C-Verlauf ist sehr unspezifisch und wird meist nicht direkt mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Bei etwa 75 % der Betroffenen verläuft die Hepatitis-C-Ansteckung daher unbemerkt. Sie kann über Jahre, manchmal sogar über Jahrzehnte unerkannt bleiben. Häufig wird Hepatitis C daher eher zufällig entdeckt, beispielsweise im Rahmen einer gewöhnlichen Vorsorgeuntersuchung. Stellt Ihr Arzt dabei erhöhte Leberwerte fest, können weitere Tests die Diagnose sichern.

Von der akuten zur chronischen Phase

Die ersten sechs Monate der Hepatitis-C-Erkrankung werden als akute Phase bezeichnet. Bei 15 bis 25 % der Betroffenen besiegt der Körper das Virus in dieser Phase ohne Behandlung. Meist gelingt es jedoch nicht, die Viren innerhalb dieser Zeit zu beseitigen. Die Infektion bleibt bestehen und wird als chronisch bezeichnet. Einen solchen chronischen Hepatitis-C-Verlauf haben etwa 75 bis 85 % aller Betroffenen. Unbehandelt kann eine chronische Hepatitis C Ihre Leber nachhaltig schädigen. Zunächst kann sich in der Leber vermehrt Bindegewebe bilden, ähnlich wie bei vernarbten Stellen nach einer Verletzung. Dieser Prozess wird als Leberfibrose bezeichnet und geht mit einer zunehmenden Verschlechterung der Leberfunktion einher. Schreitet die Vernarbung im weiteren Krankheitsverlauf fort, kann dies zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) führen. Dieser Prozess dauert zwischen 20 und 30 Jahre, kann unter Umständen aber auch schneller ablaufen. Bei einer Leberzirrhose kann die Funktion der Leber soweit gestört sein, dass eine Lebertransplantation notwendig wird. In sehr seltenen Fällen kann eine Leberzirrhose bei Menschen mit Hepatitis C die Entwicklung von Leberkrebs begünstigen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dieses Risiko minimieren.

Mögliche Begleiterkrankungen

Bei einem Teil der Betroffenen richten die Hepatitis-C-Viren auch außerhalb der Leber Schaden an. Da die Viren im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten vorhanden sind, können sie sich im Körper ausbreiten und unterschiedliche Erkrankungen oder Beschwerden auslösen. Dazu zählen beispielsweise Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Haut oder Schilddrüse, aber auch Depressionen. Nehmen Sie auch diese Beschwerden ernst und sprechen Sie Ihren Arzt offen darauf an. Er wird Sie dazu beraten und Ihre Begleiterkrankungen behandeln oder Sie gegebenenfalls an den richtigen Facharzt verweisen.

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Übertragung und Schutz

Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wurde 1989 erstmals entdeckt. Es wird durch Blut-zu- Blut-Kontakte übertragen, wobei es unterschiedlichste Infektionswege gibt. Vor 1991 waren Bluttransfusionen ein häufiger Übertragungsweg, seitdem gibt es Labortests, die Antikörper gegen das HCV im Blut des Spenders nachweisen können. Später wurden auch Tests eingeführt, welche das Virus direkt nachweisen können. Deshalb werden in Deutschland alle Blut- und Plasmaspender seitdem auf Hepatitis C untersucht. Manchmal kann es Jahrzehnte dauern, bis eine Erkrankung festgestellt wird. Aus diesem Grund können heute diagnostizierte Erkrankungen unter Umständen auf lange zurückliegende Bluttransfusionen mit infiziertem Blut zurückzuführen sein. Betroffene wissen oft nicht, wann und wobei sie sich angesteckt haben.

Häufige Ansteckungsgründe

Gemeinsamer Gebrauch von Spritzen und Röhrchen

Einer der häufigsten Ansteckungsgründe ist aber beispielsweise auch der gemeinsame Gebrauch von Spritzen oder Röhrchen zum Konsum von Drogen wie Heroin oder Kokain. Besonders das „Needlesharing“, also das Teilen von Nadeln beim Drogengebrauch, birgt ein hohes Infektionsrisiko. Um sich vor einer Reinfektion zu schützen, sollte daher immer nur das eigene Spritzbesteck oder Röhrchen benutzt werden. Auch das Aufziehen oder Aufbereiten von Drogen aus dem gleichen Gefäß oder vom gleichen Löffel sollten Sie vermeiden.

Ungeschützter Geschlechtsverkehr

Auch ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer an Hepatitis C erkrankten Person kann zu einer Infektion führen, wenn es dabei zu Blutkontakt kommt: Besonders bei verletzungsanfälligen Sexualpraktiken wie Analverkehr oder bei Verkehr während der Menstruation.

Gemeinsame Verwendung von Gebrauchsgegenständen

Gebrauchsgegenstände, die mit Blut in Berührung kommen können, wie zum Beispiel Zahnbürste oder Rasierer, sollten nicht gemeinsam benutzt werden.

Infektion durch Nadelstichverletzungen

In medizinischen Berufen stellen Nadelstichverletzungen mit verunreinigten Spritzen ein Risiko dar. Wird bei medizinischen Eingriffen wie einer Operation oder bei Blutentnahmen, Infusionen oder einer Akupunktur-Behandlung kein ausreichend gereinigtes Gerät verwendet, kann es ebenfalls zu einer Virus-Übertragung kommen.

Infektionen durch verunreinigte Geräte

Ein verunreinigtes Gerät ist auch bei Piercings oder Tätowierungen ein Risikofaktor. Wenn Sie sich tätowieren oder piercen lassen möchten, informieren Sie vor Ort im Studio. Schauen Sie sich genau um: Arbeitet der Tätowierer mit Handschuhen? Sind die Geräte steril verpackt? Macht das Studio generell einen sauberen und gepflegten Eindruck? Im Zweifel informieren Sie sich beim örtlichen Gesundheitsamt.

Infektionsrisiko bei der Geburt von Mutter zu Kind

Eine Übertragung bei der Geburt von Mutter zu Kind ist ebenfalls möglich, die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt in Deutschland bei bis zu 4 %. Bei bestimmten Begleiterkrankungen der Mutter, wie beispielsweise einer HIV-Infektion, kann das Risiko jedoch höher sein. Einfache Maßnahmen schützen vor Infektion.

Wenn Sie an Hepatitis C erkrankt sind, gibt es viele Möglichkeiten, Ihr Umfeld vor einer Ansteckung zu schützen. Ihr behandelnder Arzt kann Sie dazu umfassend beraten. Dabei sollte Ihnen keine Frage unangenehm sein. Wenn es um Ihre Gesundheit und den richtigen Umgang mit Ihrer Erkrankung geht, sind alle Fragen wichtig. Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, sollten Sie alle Gegenstände, die mit Blut in Berührung kommen können, nicht mit anderen teilen: Dazu zählen etwa Zahnbürsten oder Rasierer. Blut auf Gegenständen, auch getrocknetes Blut, sollte mit Desinfektionsmittel aufgewischt werden. Tragen Sie dabei Handschuhe. Achten Sie auf geschützten Geschlechtsverkehr und verwenden Sie Kondome, insbesondere wenn Blut im Spiel ist. Mehr zum Thema Sexualität mit Hepatitis C finden Sie auch hier.

Keine Immunität durch ausgeheilte Hepatitis-C-Virus-Infektion

Erst wenn nachweislich alle Hepatitis-C-Viren aus Ihrem Körper beseitigt sind, ist eine Ansteckung anderer Menschen ganz ausgeschlossen. Sie sollten jedoch bedenken, dass Sie sich auch weiterhin vor einer Neuansteckung schützen sollten. Eine ausgeheilte Hepatitis-C-Virus-Infektion ist kein wirksamer Schutz vor einer erneuten Ansteckung.

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