Was ist Uveitis

Uveitis ist eine entzündliche Erkrankung, die verschiedene Bereiche des inneren Auges betreffen kann. Einige Formen der Erkrankung können auch chronisch, also dauerhaft werden.

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Augenentzündung mit verschiedenen Ursachen

Es gibt verschiedene Faktoren, die Ursache für eine Uveitis sein können. Häufig tritt eine Uveitis als Begleiterkrankung einer systemischen Erkrankung auf. Systemisch bedeutet, dass eine Erkrankung ein gesamtes Organsystem betrifft.

Was ist Uveitis?

Uveitis ist eigentlich ein Sammelbegriff für verschiedene Augenentzündungen, bei denen die mittlere Augenhaut (Uvea) betroffen ist. Man unterscheidet zwischen infektiöser und nicht infektiöser Uveitis. Je nachdem, welcher Bereich des Auges betroffen ist, wird zwischen vier verschiedenen Formen der Uveitis unterschieden.

Vier Formen der Uveitis

Die häufigste Form der Uveitis ist die vordere (anteriore) Uveitis. Sie bezeichnet Uveitis-Erkrankungen, die den vorderen Augenbereich betreffen. Darunter fallen Entzündungen der Regenbogenhaut (Iritis), des Strahlenkörpers (Zyklitis) oder beider Bereiche (Iridozyklitis). Mit 50 bis 60 Prozent macht die anteriore Uveitis den größten Anteil der Uveitis-Erkrankungen aus.

Die mittlere (intermediäre) Uveitis benennt Entzündungen im mittleren Augenbereich. Davon können der Glaskörper, der Bereich zwischen Netzhaut und Strahlenkörper (Pars plana) sowie der vordere Abschnitt der Netzhaut betroffen sein. Der Anteil der intermediären Uveitis an allen Uveitis-Erkrankungen liegt bei 13 bis 19 Prozent.

Entzündungen im hinteren Augenbereich fallen unter den Begriff hintere (posteriore) Uveitis. Hierzu zählen Entzündungen der Aderhaut (Chorioiditis), der Netzhaut (Retinitis) oder beider Bereiche (Chorioretinitis). Bei 15 bis 20 Prozent aller Uveitis-Erkrankungen liegt eine posteriore Uveitis vor.

Sind mindestens zwei Bereiche des Auges gleichzeitig betroffen, spricht man von einer Panuveitis. Sie macht 7 bis 16 Prozent der Erkrankungen aus.

Verschiedene Ursachen für Ausbruch verantwortlich

Generell kann jeder Mensch in jedem Alter an einer Uveitis erkranken. Am häufigsten tritt die Augenentzündung jedoch zwischen dem 20. und dem 59. Lebensjahr auf.

Die Ursachen für eine Uveitis sind unterschiedlich. Bei etwa 40 Prozent der Betroffenen tritt Uveitis als Begleiterkrankung einer Systemerkrankung, wie beispielsweise einer rheumatischen Erkrankung, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, multipler Sklerose oder Sarkoidose auf. Etwa 19 Prozent aller Uveitis-Erkrankungen sind auf Infektionen zurückzuführen, die durch Viren, Bakterien, Pilzinfektionen oder Parasiten im Auge ausgelöst werden. Man spricht dann von einer infektiösen Uveitis. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen liegt eine idiopathische Uveitis vor, das heißt, dass die Augenentzündung weder auf eine Infektion noch auf eine andere Erkrankung zurückzuführen ist.

Bedeutung des Immunsystems

Das Immunsystem kann eine wichtige Rolle für die Entstehung einer Uveitis spielen. Die körpereigene Abwehr erkennt und bekämpft Eindringlinge wie Viren oder Bakterien im Körper. Diese Abwehrreaktion äußert sich in Form einer Entzündung. Nach einer erfolgreichen Bekämpfung kommt das Immunsystem wieder zur Ruhe, die Entzündung klingt ab. Bei einer autoimmunen Uveitis gerät dieser Mechanismus aus dem Gleichgewicht und das Immunsystem richtet sich gegen körpereigenes Gewebe im Auge. Diese Fehlsteuerung des Immunsystems kann einer Uveitis ebenfalls zugrunde liegen.

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Uveitis bei Kindern und Jugendlichen

Die entzündliche Augenerkrankung betrifft meist Erwachsene, kann jedoch auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Insbesondere in Verbindung mit bestimmten Formen von Kinder- und Jugendrheuma (juvenile idiopathische Arthritis, JIA) besteht ein erhöhtes Risiko, eine Uveitis zu entwickeln. Bei etwa einem von zehn Kindern bzw. Jugendlichen mit Rheuma kommt es zu dieser Form der Augenentzündung. Doch auch ohne JIA kann Uveitis in jungen Jahren auftreten. Wie bei Erwachsenen kann eine Systemerkrankung mit ihr einhergehen, eine Infektion die Ursache sein oder eine idiopathische Uveitis vorliegen. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Uveitis ebenfalls danach unterschieden, welcher Teil des Auges von der Entzündung betroffen ist. Davon hängen auch die möglichen Beschwerden ab.

Uveitis bei Kindern und Jugendlichen: Diagnose und Behandlung

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind bei der Uveitis im Kindes- und Jugendalter besonders wichtig. Eine anhaltende Entzündung kann zur Schädigung des Auges führen und die Sehkraft beeinträchtigen. Der richtige Ansprechpartner für Uveitis bei jungen Patienten ist der Augenarzt. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Augenkliniken, die Uveitis-Sprechstunden anbieten. Steht die Uveitis mit einer Systemerkrankung in Verbindung, ist das Hinzuziehen anderer Fachärzte wichtig, etwa des Kinderarztes oder eines Kinder- und Jugendrheumatologen.

Kliniken mit Uveitis-Sprechstunden

Die Deutsche UVEITIS Arbeitsgemeinschaft DUAG e. V. bietet eine Übersicht von Kliniken mit Uveitis-Sprechstunden in ganz Deutschland.

Welche Behandlung für die Uveitis bei Kindern und Jugendlichen geeignet ist, wird individuell entschieden. Sie richtet sich nach der genauen Form und Ursache der Erkrankung. Wichtigstes Ziel ist es, die Entzündung im Auge langfristig einzudämmen und Schäden zu verhindern oder aufzuhalten.

Uveitis und JIA: Regelmäßig zum Augenarzt

Tritt die Uveitis bei Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit JIA auf, kommt es besonders häufig zu einer vorderen (anterioren) Uveitis. Sie verursacht oft zu Beginn keine Beschwerden und bleibt daher leicht unbemerkt. Je nach Alter kann es darüber hinaus auch passieren, dass Kinder mögliche Beschwerden nicht mitteilen können. Für Eltern ist es daher wichtig, auf mögliche Anzeichen einer Augenentzündung zu achten. Dazu gehören gerötete Augen, aber auch ungewöhnliches Verhalten des Kindes, etwa wiederholtes Zwinkern oder Augenreiben. Auch ohne Beschwerden am Auge ist bei einer JIA die regelmäßige Kontrolle durch den Augenarzt entscheidend. Wie oft diese durchgeführt werden sollte, hängt von der Form der JIA und weiteren Risikofaktoren ab, zum Beispiel einem JIA-Erkrankungsbeginn vor dem 6. Lebensjahr. Der behandelnde Kinderrheumatologe berät, wann eine Augenuntersuchung erfolgen soll.

Aktiv durchs Leben mit Uveitis

Das Leben mit Uveitis hält so manche Herausforderungen bereit. Doch einem aktiven und erfüllten Leben steht trotz der Erkrankung wenig im Weg. Basis dafür ist eine wirksame Therapie. Darüber hinaus kann ein offener und aktiver Umgang mit der Erkrankung bei einer positiven Krankheitsbewältigung helfen. Sich gut über Uveitis und ihre Behandlungsmöglichkeiten zu informieren hilft, Sicherheit im Leben mit der Erkrankung zu gewinnen. Dabei sollte auch das Kind bzw. der Jugendliche – altersgerecht – eingebunden werden. Schritt für Schritt Eigenverantwortung zu übernehmen bereitet auf einen selbstständigen Umgang mit der Erkrankung vor. Viele Menschen wissen nicht, was Uveitis ist. Das kann zu unbedachten Reaktionen oder auch Vorurteilen führen. Aufklärung im persönlichen Umfeld oder auch in der Schule bzw. im Kindergarten kann daher sinnvoll sein. Vielen Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern hilft der Austausch mit anderen Betroffenen bei der Krankheitsbewältigung. Das ist sowohl persönlich in Selbsthilfegruppen wie auch online in Internetforen oder Facebook-Gruppen möglich.

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