Ernährung bei Colitis ulcerosa
Colitis ulcerosa betrifft den Verdauungstrakt, die Ernährung hat daher einen besonderen Stellenwert. Eine spezielle Colitis-ulcerosa-Diät gibt es jedoch nicht. Die wichtigste Ernährungsregel lautet: Erlaubt ist, was bekommt!
Es kommt also darauf an, die eigene Ernährung auf die persönlichen Bedürfnisse, die Krankheitsaktivität und eventuelle Komplikationen auszurichten. Wählen Sie als Basis eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Auf diese Weise kann es Ihnen gelingen, unterstützend positiv auf die Colitis ulcerosa und das eigene Wohlbefinden einzuwirken.
Individuelle Unverträglichkeiten bei Colitis ulcerosa
Ein wichtiger erster Schritt, um Ihren Speiseplan auf Ihre persönlichen Bedürfnisse auszurichten, ist es, herauszufinden, was Ihnen gut bekommt und was Sie nicht vertragen. Es gibt Lebensmittel, die eher gut oder eher nicht gut bekömmlich sind. Verallgemeinern lässt sich das jedoch nicht. Unverträglichkeiten können sich darüber hinaus mit der Zeit ändern, etwa im Schub oder wenn die Krankheitsaktivität nachlässt.
- Ernährungstagebuch
Ein Ernährungstagebuch kann Ihnen dabei helfen, Unverträglichkeiten aufzuspüren. Eine Vorlage mit Anleitung finden Sie weiter unten zum Download. Denken Sie daran, dass es von Zeit zu Zeit sinnvoll sein kann, erneut ein Ernährungstagebuch zu führen, falls Unverträglichkeiten sich geändert haben.
Ernährung während eines Schubs
Während eines Schubs kann der Körper bei Colitis ulcerosa mit der üblichen Ernährung überfordert sein. Oft werden dann weniger Speisen vertragen. Der Verzicht auf Ballaststoffe kann helfen, die entzündete Darmschleimhaut zu schonen. Leicht verdauliche und pürierte Speisen sind besonders gut verträglich. Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit, Nährstoffe und Kalorien aufzunehmen, wenn die Erkrankung aktiv ist.
Nährstoffmangel vorbeugen
Wenn der Körper mit einer Entzündung klarkommen muss, hat er einen erhöhten Nährstoff- und Flüssigkeitsbedarf. Auf der anderen Seite kann die Entzündung des Darms die Nährstoffaufnahme mindern, Durchfall zu Flüssigkeitsverlust führen und Appetitlosigkeit das Essen erschweren. Es ist daher wichtig, einer Unterversorgung mit einzelnen Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen sowie einem Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Der Mangel eines bestimmten Nährstoffs sollte stets von der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt festgestellt werden. Ein Blutbild kann aufdecken, ob es zu einem Mangel gekommen ist. Gelingt es nicht, genug zu essen, um die nötigen Kalorien aufzunehmen, kann Trinknahrung eine Unterstützung sein, um einen Gewichtsverlust zu vermeiden. Auch in diesem Fall sollten Sie sich ärztlich abstimmen.
Gesund ernähren bei Colitis ulcerosa
Bei Colitis ulcerosa wird eine gesunde und ausgewogene Ernährung unter Berücksichtigung der individuellen Unverträglichkeiten und Bedürfnisse empfohlen. Doch was bedeutet gesunde Ernährung? Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) geben eine gute Orientierung für einen ausgewogenen Speiseplan:
- Vielseitig essen: bunt und gesund und dabei die Umwelt schonen
- Am besten Wasser trinken: ca. 1,5 Liter Flüssigkeit täglich
- Gemüse und Obst – viel und bunt: 5 Portionen am Tag
- Hülsenfrüchte und Nüsse regelmäßig essen
- Vollkorn ist die beste Wahl bei Getreideprodukten
- Pflanzliche Öle bevorzugen
- Milch und Milchprodukte jeden Tag
- Fisch jede Woche
- Fleisch und Wurst – weniger ist mehr: nicht mehr als 300 g pro Woche
- Süßes, Salziges und Fettiges – besser stehen lassen
- Achtsam essen: Zeit nehmen und das Essen genießen
- In Bewegung bleiben und auf das Gewicht achten
Entzündungsbewusster Speiseplan
Neben einer ausgewogenen Ernährung kann sich eine bewusste Auswahl von Lebensmitteln positiv auf das Entzündungsgeschehen im Körper auswirken. Dabei sind es vor allem Fette, Vitamine und Spurenelemente, die eine besondere Rolle spielen.
- Fettsäuren: Aus Arachidonsäure, einer Omega-6-Fettsäure, werden entzündungsfördernde Stoffe im Körper gebildet. Sie ist in tierischen Fetten enthalten und sollte möglichst gemieden werden.
Bestimmte Omega-3-Fettsäuren hingegen haben eine entzündungshemmende Wirkung. Sie sind in Kaltwasserfisch sowie pflanzlichen Ölen wie Leinöl, Walnussöl, Rapsöl oder Sojaöl enthalten.
- Antioxidantien: Die entzündlichen Prozesse im Körper setzen freie Radikale frei. Dabei handelt es sich um sauerstoffhaltige Verbindungen, die Zellen im Körper angreifen und zur Entstehung entzündungsfördernder Stoffe beitragen können.
Antioxidantien fangen freie Radikale ab und machen sie unschädlich. Vitamin C, Vitamin E, Provitamin A, Selen und Zink sowie die sekundären Pflanzenstoffe Carotinoide, Flavonoide und Polyphenole zählen zu den Antioxidantien. Sie sind insbesondere in Obst, Gemüse und Nüssen enthalten.