Leben mit Hepatitis C

Hepatitis C kann manchmal über Jahre hinweg Einfluss auf viele Lebensbereiche haben. Die Erkrankung kann Sie im Alltag vor verschiedene Herausforderungen stellen.

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Selbstbewusst durchs Leben gehen mit Hepatitis C

Eine chronische Erkrankung wie Hepatitis C können Sie über Jahre, häufig sogar über Jahrzehnte haben. In vielen Bereichen kann das mit Unsicherheiten verbunden sein. Je besser Sie sich mit Ihrer Erkrankung auskennen, desto leichter wird Ihnen der Umgang damit fallen.

Ein Leben mit Hepatitis C kann viele Herausforderungen mit sich bringen. Gerade was den Umgang mit Ihrer Krankheit betrifft, ist es oft schwierig, den richtigen Weg für sich zu finden. Eine chronische Hepatitis C kann für lange Zeit, manchmal sogar über Jahrzehnte hinweg, ein Teil Ihres Lebens werden. Das kann viele Unsicherheiten und Fragen aufwerfen. Was bedeutet die Erkrankung für Ihre beruflichen Pläne? Wird sie Auswirkungen auf Ihre Partnerschaft haben? Wie können Sie sich und andere schützen? Es kann Ihnen im Umgang mit Ihrer Krankheit helfen, sich umfassend darüber zu informieren. Je mehr Sie über Hepatitis C wissen, umso mehr Sicherheit werden Sie gewinnen. Das gilt auch im Hinblick auf Aspekte der Krankheit, die Sie vielleicht als beängstigend empfinden. Werden Sie ein Experte in eigener Sache. So werden Sie sich Ihrer Erkrankung gegenüber nicht hilflos ausgeliefert fühlen, sondern sind eher in der Lage, wichtige Entscheidungen, zum Beispiel hinsichtlich der Therapie, gemeinsam mit Ihrem Arzt zu treffen und besser nachvollziehen zu können und damit auch zu unterstützen.

Informationen und Anregungen für das Leben mit Hepatitis C

Natürlich ist es wichtig, verantwortungsvoll mit Ihrer Erkrankung umzugehen und eventuelle Risiken, vor allem hinsichtlich einer Ansteckung, zu bedenken. Wenn Sie jedoch auf einige wichtige Dinge achten, können Sie auch mit Hepatitis C ein weitgehend normales Leben führen. Wir haben auf dieser Seite einige Informationen für Sie zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihr Leben mit Hepatitis C ein Stück einfacher zu machen.

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Hepatitis C und Berufstätigkeit

Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung im Beruf? Das Hepatitis-C-Virus wird hauptsächlich durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Prinzipiell ist die Gefahr, sich oder andere im normalen Berufsalltag zu infizieren sehr klein. Deshalb gibt es bei Hepatitis C keine Berufsverbote. Allerdings gibt es Berufsgruppen, bei denen das Risiko höher ist als bei anderen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Risiken bestehen und auf was Sie bei der Arbeit besonders achten sollten. Eine Meldepflicht einer Hepatitis-C-Virus-Infektion gegenüber Ihrem Arbeitgeber besteht nicht. Sie sind also nicht verpflichtet, ihn über Ihre Erkrankung zu informieren.

Berufe im medizinischen Bereich

Eine Ausnahme stellen Berufe im medizinischen Bereich dar. Zwar gibt es auch hier wegen der geringen Ansteckungsgefahr im Berufsalltag keinen Grund für ein Berufsverbot und auch keine rechtliche Grundlage dafür. Die bestehenden Hygienestandards sind einzuhalten, um sich und andere zu schützen. Es sind Handschuhe bei Tätigkeiten zu tragen, bei denen es möglicherweise zu Blutkontakt kommen kann. Ansonsten gelten für Ärzte und medizinisches Personal die üblichen Hygienemaßnahmen. Falls Sie im medizinischen Bereich tätig sind und Kontakt zu Patienten haben, so beachten Sie die jeweiligen Vorschriften Ihres Arbeitgebers.

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Hepatitis C und Stigmatisierung

Wenn Sie an Hepatitis C erkrankt sind, kann irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie sich überlegen, wie Sie mit Ihrer Erkrankung umgehen wollen. Möchten Sie Ihre Erkrankung für sich behalten? Oder kann es Ihnen vielleicht helfen, Ihnen nahestehende Personen ins Vertrauen zu ziehen? Viele Menschen machen sich Gedanken, ob eine Hepatitis-C-Virus-Infektion sie stigmatisieren, also von Umfeld und Gesellschaft als Makel wahrgenommen werden könnte. Macht Hepatitis C einsam? Sie kann jedenfalls zu Diskriminierung führen. Das kann von Klatsch und Tratsch bis hin zu Mobbing und Kündigung des Arbeitsplatzes reichen. Letztere ist in der Regel allerdings unwirksam. Meist steckt hinter der ablehnenden Haltung Unsicherheit oder Angst vor Ansteckung. Grundlage aller negativen Reaktionen ist in den meisten Fällen Unwissenheit. Denn obwohl Hepatitis C sehr verbreitet ist, wissen nur wenige Menschen wirklich über die Krankheit Bescheid.

Ein offener Umgang mit Hepatitis C kann für manche Betroffene befreiend wirken und ein lästiges Versteckspiel beenden. Häufige Arztbesuche müssen nicht länger erklärt, Medikamente nicht mehr heimlich eingenommen werden. Wenn es Ihnen krankheitsbedingt einmal nicht gut geht und Sie weniger leistungsfähig sind, können Sie unter Umständen auf Verständnis hoffen. Therapien sind heute meist so angelegt, dass Menschen mit der Erkrankung in der Regel während der Behandlung ihrem Leben und Beruf wie gewohnt nachgehen können. Tragen Sie nach erfolgreicher Therapie keine Hepatitis-C-Viren mehr im Körper, besteht zukünftig auch kein Ansteckungsrisiko für Ihr Umfeld.

Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen

Bei allen positiven Aspekten sollten Sie jedoch immer bedenken, dass Sie einen einmal gewagten Schritt in die Öffentlichkeit nicht mehr rückgängig machen können. Sie allein entscheiden daher, ob, wen und wann Sie über Ihre Erkrankung informieren möchten. Wenn Sie sich für einen offenen Umgang mit Hepatitis C entscheiden, kann es oft schon genügen, einige wenige Menschen ins Vertrauen zu ziehen, um den Alltag ein Stück einfacher zu machen. Das können Familienmitglieder, enge Freunde oder ausgewählte Kollegen sein. Bedenken Sie aber auch: Je mehr Menschen von Ihrer Hepatitis-C-Virus-Infektion wissen, umso weniger können Sie kontrollieren, wer noch davon erfährt. Am Arbeitsplatz können Sie sich bei Betriebsrat oder Betriebsarzt Unterstützung holen. Beide haben eine Verschwiegenheitspflicht. Der Betriebsrat kann Ihnen darüber hinaus auch bei einem klärenden Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber zur Seite stehen. Wenn Sie Ihren Arbeitgeber informieren, hat dieser Ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu wahren. Es besteht keine Pflicht, weitere Kollegen zu informieren. Um Missverständnisse zu vermeiden, können Sie das Ihrem Arbeitgeber gegenüber direkt ansprechen. Wie auch immer Sie sich entscheiden: Ihr behandelnder Arzt oder eine Selbsthilfegruppe kann Ihnen beratend zur Seite stehen und Sie unterstützen.

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Hepatitis C: Psychische Gesundheit

Hepatitis C kann nicht nur Ihren Körper belasten. Für Betroffene stellen sich oft viele Fragen, auf die sie erst einmal keine Antwort wissen. Wird Hepatitis C Auswirkungen auf Beziehung oder Sexualität haben? Was bedeutet die Erkrankung für das Berufsleben? Wie hoch ist das Risiko einer Infektion für nahestehende Menschen? Wie wird das Umfeld auf die Erkrankung reagieren? Werden Partner, Familie, Freunde und Kollegen Verständnis aufbringen oder mit Ablehnung und Ausgrenzung reagieren? Die Diagnose Hepatitis C kann das Leben ganz schön auf den Kopf stellen. Hinzu kommen die Unsicherheit gegenüber der neuen Situation und die Sorge um die Reaktion nahestehender Menschen. Viele Menschen mit Hepatitis C kommen damit nicht gut zurecht. Einige berichten von psychischen Beschwerden, Einschränkungen der Konzentrationsfähigkeit, Depressionen und Angstzuständen. Auch Erschöpfung und Müdigkeit sind häufige Beschwerden bei einer Hepatitis C.

Verschiedene Gründe für seelische Belastungen

Seelische Belastungen können auch direkte Folge der Hepatitis-C-Virus-Infektion sein. Chronisch Erkrankte fühlen sich oft müde und erschöpft, oft wird auch eine eingeschränkte Konzentrations- und Merkfähigkeit beobachtet. Depressive Verstimmungen können, je nach eingesetzten Wirkstoffen, auch die Folge einer medikamentösen Hepatitis-C-Therapie sein. Nach Beendigung der medikamentösen Therapie verschwinden diese Symptome wieder und dank moderner Therapiemöglichkeiten ist diese Nebenwirkung auch seltener geworden. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie dazu Fragen haben. Er hilft Ihnen gerne.

Unterstützung finden

Denken Sie daran: Sie stehen mit Ihrer Erkrankung nicht alleine da. Einer Ihrer wichtigsten Ansprechpartner ist Ihr behandelnder Arzt. Er kennt Sie und den Krankheitsverlauf und kann Sie im Umgang mit Hepatitis C unterstützen. Darüber hinaus können beispielsweise auch Selbsthilfegruppen eine große Stütze für Betroffene sein. Hier können Sie sich mit Menschen in einer ähnlichen Situation austauschen und von deren Erfahrungen profitieren. Informationen zu Organisationen in Ihrer Nähe erhalten Sie unter anderem hier:

Deutsche Leberhilfe e. V.

Deutsche Leberhilfe e. V.: Die Deutsche Leberhilfe ist die größte Patientenorganisation, die sich der Behandlung und Vorbeugung von Leberkrankheiten widmet. Auf der Internetseite der Deutschen Leberhilfe finden sich vielfältige Informationsangebote und Erfahrungsberichte zu Hepatitis C sowie eine Liste lokaler Selbsthilfegruppen und ärztlicher Schwerpunktpraxen. Der gemeinnützige Verein ist ein guter Ansprechpartner bei Fragen zu Erkrankung oder Therapie.

Deutsche AIDS-Hilfe e. V.

Deutsche AIDS-Hilfe e. V.: Die Deutsche AIDS-Hilfe ist vor allem bei einer HIV/HCV_Konfektion ein guter Ansprechpartner. Der Verein bietet neben einer kostenlosen Onlineberatung auch eine telefonische Beratung an. Darüber hinaus finden Sie auf der Internetseite viele Informationen zu Beratungsmöglichkeiten, Selbsthilfegruppen oder Schwerpunktärzten vor Ort.

Lebertransplantierte Deutschland e. V.

Lebertransplantierte Deutschland e. V.: Der gemeinnützige Patientenselbsthilfeverband Lebertransplantierte Deutschland e. V. ist ein bundesweit tätiger Verband für Lebertransplantierte, Wartelistenpatienten und Angehörige und der derzeit mit über 1.400 Mitgliedern größte Verband speziell für Transplantationspatienten und deren Angehörige in Deutschland.

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Hepatitis C: Alkohol, Drogen und Nikotin

Die Leber ist die Entgiftungszentrale Ihres Körpers. Sie arbeitet hart, um Schad- und Abfallstoffe aus Ihrem Blut zu filtern. Durch eine Hepatitis-C-Erkrankung ist Ihre Leber sehr stark belastet. Im Lauf der Zeit kann es zu Leberschäden kommen. Alkohol belastet Ihre Leber zusätzlich, eine Schädigung der Leber wird dadurch weiter begünstigt. Auch Rauchen kann Folgen für die Leber haben. Nikotin wird über die Leber abgebaut und belastet das Organ ebenfalls. Mit einem weitgehenden Verzicht auf Alkohol und Nikotin können Sie Ihrer Leber die Arbeit erleichtern. Dadurch tragen Sie aktiv dazu bei, das Risiko bleibender Leberschäden zu senken. Ob mit oder ohne Hepatitis C: Es ist selten leicht, von heute auf morgen auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten, lassen Sie sich auch von eventuellen Rückschlägen nicht entmutigen – viele Menschen brauchen dazu mehrere Anläufe. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er kann Ihnen Anregungen und Tipps geben.

Drogen und Hepatitis C: Gefährliche Wechselwirkungen

Drogen wie Heroin, Amphetamin und Kokain können Ihrem ganzen Körper schaden. Da die Leber ein Großteil der schädlichen Substanzen wieder aus dem Blut filtern muss, ist sie besonders stark betroffen. Ein großes Problem ist auch der Gebrauch von Drogen während einer Hepatitis-C-Therapie. Bei zahlreichen Drogen kann es nämlich zu gefährlichen Wechselwirkungen mit den Medikamenten kommen. Sprechen Sie auch Ihren Arzt auf das Thema Drogen und Hepatitis C an, er kann Ihnen wichtige Hinweise geben. Vielleicht denken Sie über einen Ausstieg nach? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

Den Weg zu einem Leben ohne Alkohol, Nikotin oder Drogen müssen Sie aus eigener Kraft gehen. Sie können sich dabei aber Unterstützung holen. In erster Linie steht Ihnen Ihr Arzt als Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Organisationen, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen können:

Keine Macht den Drogen e. V.

Keine Macht den Drogen e. V.: Der gemeinnützige Verein bietet auf seiner Internetseite umfassende Informationen zum Thema Sucht. Darüber hinaus sind hier sämtliche Landesstellen zur Suchtberatung aufgelistet, sowie wichtige Telefonnummern zur telefonischen Sucht- und Drogenberatung.

Alkohol? Kenn Dein Limit.

Alkohol? Kenn Dein Limit: Die Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Alkohol und Suchtprävention. Hier erhalten Sie umfangreiche Informationen, Beratungsangebote vor Ort sowie die Möglichkeit einer telefonischen Beratung.

Rauchfrei Programm

Rauchfrei Programm: In den Kursen des Rauchfrei Programms vom Institut für Therapieforschung finden Sie ebenfalls Unterstützung bei der Raucherentwöhnung. Auf den Internetseiten finden Sie eine Übersicht über das Angebot und Kurse in Ihrer Nähe.

Deutsches Krebsforschungszentrum

Deutsches Krebsforschungszentrum: Das deutsche Krebsforschungszentrum bietet telefonisch Informationen, Antworten auf Ihre Fragen und individuelle Beratung zur Raucherentwöhnung. Sie erreichen das Rauchertelefon unter der Nummer 06221/42 42 00.

Deutsche AIDS-Hilfe e. V.

Deutsche AIDS-Hilfe e. V.: Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. ist ein unabhängiger und nicht profitorientierter Verband autonomer Mitgliedsorganisationen – Aids- und Drogenhilfen, Präventionsprojekte, Schwulen- und Lesbenzentren, Wohn- und Pflegeprojekte -, die sich gemeinsam auf vielfältige Weise in der strukturellen Prävention und Interessenvertretung engagieren.

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Hepatitis C: Schutz vor (Re)Infektion

Die Entwicklung neuer Therapieformen in den letzten Jahren hat zu enormen medizinischen Fortschritten in der Behandlung der Hepatitis C geführt. Im Unterschied zu vielen anderen Viruserkrankungen sind Sie durch eine ausgeheilte Hepatitis C jedoch nicht vor einer erneuten Ansteckung geschützt. Ist ein Mensch nach einer Masernerkrankung beispielsweise sein Leben lang gegen eine erneute Infektion immun, ist es nach einer Hepatitis-C-Virus-Infektion jederzeit möglich, sich wieder neu mit dem Virus anzustecken. Es besteht nach der Heilung also kein Antikörper-Schutz. Darüber hinaus gibt es bislang auch keinen wirksamen Impfstoff gegen Hepatitis C, was daran liegt, dass das Virus sich ständig verändert.

Reinfektionsrisiko verringern

Hepatitis C wird durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Zu einer Wieder-Ansteckung, auch Reinfektion genannt, kommt es also, wenn über verletzte Haut oder Schleimhaut das Blut eines Menschen mit Hepatitis C in den Körper gelangt. Es ist ebenfalls möglich, dass infiziertes Blut direkt in die Blutbahn gelangt. Für eine bessere Prävention vor einer Wieder-Ansteckung können Sie einige einfache Dinge beachten: Einer der häufigsten Gründe für eine Reinfektion ist das „Needlesharing“, also das Teilen von Nadeln beim Drogengebrauch. Um sich vor einer Reinfektion zu schützen, sollten Sie daher darauf achten, immer nur das eigene Spritzbesteck  zu benutzen. Das Aufziehen oder Aufbereiten von Drogen aus dem gleichen Gefäß, Fläschchen oder vom gleichen Löffel sollten Sie vermeiden. Beim „Schniefen“ von Drogen immer ein eignes Röhrchen benutzen. Auch ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einer an Hepatitis C erkrankten Person kann zu einer Infektion führen, wenn es dabei zu Blutkontakt kommt: Besonders bei verletzungsanfälligen Sexualpraktiken wie Analverkehr, S-/M-Praktiken und Fisten oder bei Verkehr während der Menstruation besteht also ein erhöhtes Infektionsrisiko. Achten Sie auf geschützten Geschlechtsverkehr und verwenden Sie Kondome sowie Einweghandschuhe.

Ansteckungswege kennen

Die Ansteckungswege der Hepatitis-C-Infektion sind vielfältig, Ansteckungsgefahr besteht jedoch hauptsächlich bei Blut-zu-Blut-Kontakten. Es kann z.B. bei verletzungsanfälligen Sexualpraktiken zu einer Übertragung des Virus kommen. Um das Hepatitis-C-Infektionsrisiko beim Geschlechtsverkehr zu senken, verwenden Sie daher bitte Kondome und Einweghandschuhe. Ein weiterer Ansteckungsweg sind Nadelstichverletzungen in medizinischen Berufen. Das Infektionsrisiko kann aber auch hier durch verschiedene Maßnahmen gesenkt werden. Technische Maßnahmen, wie die Bereitstellung von sicherem medizinischem Gerät, und organisatorische Maßnahmen, zum Beispiel geregelte Abläufe bei der Blutentnahme, geben mehr Sicherheit. Auch personenbezogene Maßnahmen, wie das Tragen von Handschuhen, sind für medizinisches Personal eine wichtige Präventionsmethode. Medizinische Eingriffe mit unsterilem Gerät, Akupunktur mit verunreinigten Nadeln sowie Piercings oder Tätowierungen, bei denen die Hygiene vernachlässigt wurde, bergen ebenfalls ein hohes Infektionsrisiko. Achten Sie unbedingt auf die Einhaltung hygienischer Standards. Sind diese nicht gegeben, sollten Sie auf einen Eingriff oder eine Behandlung verzichten.

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Hepatitis C: Piercings und Tattoos

Die Übertragung der Hepatitis-C-Viren findet fast immer durch Blut-zu-Blut-Kontakt statt. Dieser Kontakt kann auch entstehen, wenn bestimmte Werkzeuge verwendet werden. Medizinische Eingriffe, Bluttransfusionen, Akupunktur-Behandlungen, Tätowierungen und Piercings oder auch intravenöser Drogenkonsum mit Werkzeug, das mit infiziertem Blut in Berührung gekommen und danach nicht sterilisiert worden ist, stellen ein hohes Infektionsrisiko dar. Hepatitis-C-Viren überleben auch an Gegenständen wie zum Beispiel Nadeln oder Kanülen, weshalb schon winzige Mengen Blut zu einer Infektion führen können.

Verbände geben Auskunft über seriöse Studios

Hält sich ein Tattoo– oder Piercingstudio an die gängigen Hygienevorschriften und arbeitet mit sterilen Geräten, ist eine Infektion nahezu ausgeschlossen. Wenn Sie sich tätowieren oder piercen lassen möchten, ist es daher wichtig, ein seriös arbeitendes Studio aufzusuchen. Es gibt in Deutschland verschiedene Verbände für Tätowierer und Piercer, die sich für die Einhaltung von Hygienestandards einsetzen. Studios, die hier Mitglied sind oder von diesen Verbänden qualifiziert wurden, verpflichten sich zur Einhaltung dieser Standards und unterliegen meist regelmäßigen Kontrollen. Zu diesen Verbänden zählen unter anderem der Bundesverband Tattoo e. V., der Verein Deutsche Organisierte Tätowierer e. V. sowie die Deutsche Gesellschaft für Piercing e. V.. Auf den Internetseiten dieser Organisationen erhalten Sie Informationen über entsprechende Studios in Ihrer Nähe. Die Deutsche Gesellschaft für Piercing bietet außerdem eine Checkliste für Kunden an, mit deren Hilfe Sie die Arbeitsweise eines Studios selbst überprüfen können.

Ein unverbindliches Beratungsgespräch vereinbaren

Über die Empfehlungen der Verbände hinaus sollten Sie darauf achten, dass der Piercer oder Tätowierer ausschließlich sterile und keimfrei verpackte Materialien verwendet. Das gilt für Kanülen und Nadeln ebenso wie für verwendetes Werkzeug und Farbe. Der Piercer oder Tätowierer sollte Handschuhe tragen und auf eine saubere Arbeitsweise achten. Die von der Behandlung betroffenen Körperstellen werden vorab desinfiziert. Ablageflächen werden vor und nach dem Eingriff ebenfalls desinfiziert. Abfälle, wie beispielsweise Hohlnadeln, werden sachgemäß entsorgt. Vor jedem Eingriff sollte außerdem ein ausführliches Beratungsgespräch stehen, in dem Sie der Tätowierer oder Piercer über die bestehenden Risiken aufklärt. In Deutschland unterliegen die Studios bestimmten Hygienevorschriften. Diese Standards fehlen in vielen anderen Ländern, so dass ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch verunreinigte und unsachgemäß verwendete Materialien besteht. Besondere Vorsicht ist deshalb bei Tattoos oder Piercings im Ausland geboten. In jedem Fall sollten Sie sich bei der Wahl Ihres Studios Zeit lassen. Informieren Sie sich im Vorfeld gut über die Bedingungen vor Ort und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin.

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Hepatitis C und Sex

Das alltägliche Miteinander ist bei Hepatitis C grundsätzlich kein Problem. Sie können gefahrlos Badezimmer, Toilette und Dusche, aber auch Besteck, Geschirr und Gläser mit anderen teilen. Eine Ansteckung ist dabei nahezu ausgeschlossen. Vorsicht ist geboten bei offenen Wunden sowie bei allen Gegenständen, die mit Blut in Berührung kommen könnten. Verzichten Sie daher auch auf die gemeinsame Nutzung von Zahnbürste oder Rasierer. Sie können Ihren Partner ohne Bedenken umarmen, küssen, miteinander kuscheln oder nebeneinander schlafen.

Hepatitis C und Sex? Ja, aber mit Vorsicht

Hepatitis-C-Viren werden durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Eine Ansteckung beim Geschlechtsverkehr ist zwar möglich, kommt aber eher selten vor. Das Risiko steigt jedoch bei Sexualpraktiken, bei denen es zu Verletzungen kommen kann oder beim Verkehr während der Menstruation. Auch Entzündungen in Scheide oder Enddarm stellen ein erhöhtes Infektionsrisiko dar, weil es hier leicht zu Blutungen kommen kann. Grundsätzlich können Sie sich und Ihren Partner durch Kondome am besten schützen. Bei der Verwendung von Gleitmitteln sollten Sie immer Ihr eigenes Gleitgel benutzen und darauf achten, dass dieses die Kondome nicht angreift und porös werden lässt. Das ist bei fettfreien Gleitmitteln am ehesten gewährleistet.

Sich und andere schützen

Bei härteren Sexpraktiken sowie bei der Verwendung von Sexspielzeug kann es zu kleinen Verletzungen im Anal- und Genitalbereich kommen. Tritt dabei Blut aus, kann das zur Übertragung von Hepatitis-C-Viren führen. Lassen Sie Verletzungen und Entzündungen im Genital- und Analbereich vollständig abheilen. Besonders bei intensiven Sexpraktiken wie Fisten oder S/M-Spielen und bei der Verwendung von Toys können kleine Verletzungen im Anal- oder Genitalbereich entstehen, die ein zusätzliches Infektionsrisiko mit sich bringen. Auch Sex mit wechselnden oder mehreren Partnern kann unter Umständen das Risiko erhöhen. Sie sollten dabei bedenken, dass das Virus außen auf dem Kondom haften kann und somit nur den Träger schützt. Wenn das gleiche Kondom für verschiedene Sexualpartner eingesetzt wird, kann es dabei jedoch zu einer Übertragung zwischen den Partnern kommen. Um dieses zu minimieren, verwenden Sie für jeden Partner ein neues Kondom oder ziehen einen neuen Einweghandschuh an. Auch Sexspielzeug sollte möglichst immer nur von einer Person genutzt werden oder vor der Weitergabe mit einem neuen Kondom versehen werden.

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Hepatitis C und Co-Infektionen

Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen dem Hepatitis-C-Virus (HCV) und HI-Virus (HIV). Beide werden über Blutkontakt übertragen, verursachen chronische Viruserkrankungen und für beide gibt es bislang noch keine Schutzimpfung. Wenn ein Menschen mit HIV lebt, aber auch mit Hepatitis-C, spricht man von einer HIV/HCV-Koinfektion. Bei vielen Erkrankten wird die Hepatitis-C-Virus-Infektion im Rahmen eines HIV-Tests zufällig mitbestimmt. Inzwischen zählt der Hepatitis-C-Test bei Drogen gebrauchenden Menschen und Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), zu den empfohlenen Regeluntersuchungen.

Einfache Vorsichtsmaßnahmen bieten Schutz

Um eine HIV/HCV-Koinfektion zu verhindern, sollten beim Drogengebrauch keine Nadeln, Röhrchen oder ähnliches gemeinsam genutzt werden. Auch das Aufbereiten oder Aufziehen von Drogen vom gleichen Löffel oder aus dem gleichen Gefäß birgt ein Infektionsrisiko. Beim Geschlechtsverkehr können Kondome oder Einweghandschuhe Sie und andere vor eine Infektion schützen. Beim Verkehr mit mehreren Partnern sollten Sie für jeden Partner ein neues Kondom bzw. einen neuen Einweghandschuh verwenden. Achten Sie auch darauf, ausschließlich Ihr eigenes Gleitgel zu benutzen.

Folgen und Behandlung der Koinfektion

Hepatitis C kann durch eine gleichzeitige HIV-Erkrankung erheblich schneller voranschreiten. Es gibt Studien, die belegen, dass die Fibrose, also die Vernarbung der Leber, bei einer Koinfektion bis zu doppelt so schnell verläuft. Die Behandlung von Menschen mit einer HIV/HCV-Koinfektion war in der Vergangenheit oft schwieriger, verglichen mit der Therapie bei Menschen mit einer Hepatitis-C-Infektion. Die neuen Hepatitis-C-Therapien haben das Potential, auch diese besondere Patientengruppe zu erreichen.

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