Axiale Spondyloarthritis: Diagnose

Eine axiale Spondyloarthritis sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden. Unterschiedliche Untersuchungen tragen zur Diagnose bei.
Frau mit schwarzen Haaren und Zopf sitzt am Flussufer
Mann mit Hemd und Brille macht sich Notizen
Junger Mann sitzt beim Frühstück und schaut etwas im Laptop nach

Wie wird axiale Spondyloarthritis diagnostiziert?

Die Symptome einer axialen Spondyloarthritis können unterschiedliche Ursachen haben. Daher vergeht häufig viel Zeit bis zur Diagnose von axialen Spondyloarthritiden wie Morbus Bechterew. Die Erkrankung früh zu erkennen und konsequent zu behandeln ist jedoch wichtig, um mögliche Folgen wie die Schädigungen der Wirbelsäule zu vermeiden bzw. aufzuhalten.

Unterschiedliche Untersuchungen führen zur Diagnose des Morbus Bechterew.

Die Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen tragen zur Diagnose einer axialen Spondyloarthritis, z. B. Morbus Bechterew, bei. Dabei wird auch festgestellt, wie stark die Erkrankung ausgeprägt und wie weit sie bereits fortgeschritten ist. Auch nach der Diagnose erfolgen regelmäßige Untersuchungen für die Verlaufs- und Therapiekontrolle.

Rheumatologische Diagnose und Behandlung

Internistische Rheumatolog*innen sind auf die Diagnose und Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie axiale Spondyloarthritis spezialisiert. Sie können alle notwendigen Untersuchungen veranlassen und für die passende Behandlung sorgen.

  • Arztsuche

    Sie sind auf der Suche nach einer Rheumatologin bzw. einem Rheumatologen in Ihrer Nähe?

    Hier geht’s zur Arztsuche!

Selbstbestimmt mit Rheuma

Erfahrungsberichte, Infos und Tipps, wie nach der Diagnose ein guter Weg mit der Erkrankung gefunden werden kann, bietet Ihnen Mein Rheuma Kompass.

Zu Mein Rheuma Kompass

Untersuchungen bei axialer Spondyloarthritis

Gespräch und körperliche Untersuchung

  • In einem ausführlichen Gespräch erfragt die Rheumatologin bzw. der Rheumatologe die Krankengeschichte (Anamnese), etwa wann die Beschwerden begonnen haben oder ob es in der Familie rheumatische Erkrankungen gibt.

    Bei der körperlichen Untersuchung kann u. a. die Beweglichkeit der Wirbelsäule überprüft und festgestellt werden, ob bestimmte Bewegungen Schmerzen verursachen.

Laboruntersuchungen

  • Einen einzelnen Laborwert für den eindeutigen Nachweis einer axialen Spondyloarthritis gibt es nicht. Bestimmte Blutwerte können jedoch Hinweise für die Diagnose geben und z. B. zeigen, ob eine EntzündungAbwehrreaktion des Immunsystems, z. B. gegen Eindringlinge im Körper (etwa Viren oder Bakterien); Zeichen einer Entzündung sind Wärme, Rötung, Schwellung und Schmerzen; ist die Abwehrreaktion erfolgreich abgeschlossen, klingt die Entzündung ab (Ausnahme: chronische Entzündung). im Körper vor sich geht.

CRP zählt zu den sogenannten Entzündungswerten. Es handelt sich um ein Eiweiß, das bei einer Entzündung im Körper verstärkt gebildet wird. Ist der CRP-Wert im Blut erhöht, weist das auf eine Entzündung hin.

Die BSG ist ein Entzündungswert, der zeigt, wie schnell die roten Blutkörperchen innerhalb einer Stunde in einer Blutprobe absinken. Eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit kann auf eine Entzündung im Körper hinweisen.

Der HLA-B27 ist ein Erbfaktor, der sich bei einigen Menschen an der Oberfläche fast aller Zellen befindet. Er ist bei vielen Menschen mit axialer Spondyloarthritis nachweisbar. Ein positiver Test auf den Erbfaktor HLA-B27 kann in Verbindung mit weiteren Symptomen ein Hinweis auf die Erkrankung sein. Da er jedoch auch bei Gesunden vorkommen kann, ist er kein sicherer Nachweis für eine axiale Spondyloarthritis wie Morbus Bechterew.

Bildgebende Verfahren

  • Bildgebende Verfahren ermöglichen eine genaue Einschätzung, wie z. B. der Zustand der Wirbelsäule oder anderer Gelenke ist. Die Entzündungen bei der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis können nur mithilfe von MRT sichtbar gemacht werden, auf dem Röntgenbild sind sie nicht zu sehen.

Beim Röntgen werden durch Röntgenstrahlung Bilder vom Inneren des Körpers erzeugt. Röntgenbilder können Veränderungen am Knochen (Strukturveränderungen) sichtbar machen, eine reine Entzündung hingegen nicht. Für die Diagnose der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis ist Röntgen daher nicht geeignet, denn es sind noch keine Knochenveränderungen vorhanden.

Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, erzeugt digitale Schnittbilder vom Körper. Sie macht entzündliche Veränderungen an Knorpel und Knochen sichtbar. Bei Verdacht auf axiale Spondyloarthritis werden in der Regel Aufnahmen der Wirbelsäule und der Kreuz-Darmbein-Gelenke gemacht.

Bei diesem strahlungsfreien bildgebenden Verfahren werden durch Ultraschallwellen Bilder vom Inneren des Körpers erzeugt. So können Entzündungen und Veränderungen u. a. an Knorpel, Knochen, Sehnen oder Sehnenansätzen erkannt werden. Für die Untersuchung der Wirbelsäule ist Ultraschall nicht geeignet, kann aber eingesetzt werden, wenn andere Gelenke beteiligt sind.

Bestimmung der Krankheitsaktivität

Die Krankheitsaktivität spielt eine Rolle bei der Auswahl der Therapie bei axialer Spondyloarthritis. Darüber hinaus kann durch die wiederholte Bestimmung der Krankheitsaktivität im Verlauf überprüft werden, wie sich die Erkrankung entwickelt und ob eine Behandlung wirkt.

Die Krankheitsaktivität ist ein Kriterium bei der Auswahl der Morbus-Bechterew-Therapie.

Mit unterschiedlichen Fragebögen kann in Form von Punktwerten, sogenannten Scores, eine einheitliche Bewertung der Krankheitsaktivität und der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule bzw. weiterer Gelenke erfolgen. Dafür werden mit ausgewählten Fragen einzelne typische Merkmale von der axialen Spondyloarthritis bewertet. Häufig verwendet werden der BASDAI und der BASFI.

  • Der BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) beurteilt die Krankheitsaktivität anhand von sechs Fragen, u. a. zu Schmerzen, Müdigkeit und Morgensteifigkeit. Daraus ergibt sich ein Punktwert von 0 (niedrige Krankheitsaktivität) bis 10 (hohe Krankheitsaktivität).
  • Beim BASFI (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index) geht es vor allem um die Einschränkungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit. Mit zehn Fragen werden Beeinträchtigungen im Alltag durch die Erkrankung ermittelt. Ist es ohne Hilfe möglich, aus der Rückenlage vom Boden aufzustehen? Ist ein Beugen nach vorn möglich, um einen Kugelschreiber vom Boden aufzuheben? Diese und weitere Fragen umfasst der BASFI. Sein Wert kann zwischen 0 (keine Einschränkung) und 10 (sehr starke Einschränkung) liegen.
  • Sie sollen beim Arzttermin einen Fragebogen zur Krankheitsaktivität ausfüllen? Bei der Beantwortung gibt es kein Richtig oder Falsch! Es kommt darauf an, ehrlich wiederzugeben, wie Sie die Erkrankung und ihre Folgen empfinden.

AbbVie Care-Begleitprogramm

Hier finden Sie Informationen über das AbbVie Care-Begleitprogramm zur Begleitung einer Therapie mit einem AbbVie-Arzneimittel.

Zum Begleitprogramm

Infomaterialien zum Download

  • Titelbild Morbus Bechterew verstehen & behandeln
    Morbus Bechterew verstehen & behandeln
    Info-Broschüre
    4.49 MB

Ihr Warenkorb

Quellen:
Kiltz U, Braun J, Becker A et al. Langfassung zur S3-Leitlinie Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen. Update 2019. AWMF-Leitlinien, Registernummer: 060/003.
Schöffel D. Axiale Spondyloarthritis: Am Anfang steht der entzündliche Rückenschmerz. Orthopädie & Rheuma 2019; 22 (2): 20–27.
Garrett S, Jenkinson T, Kennedy LG et al. A new approach to defining disease status in ankylosing spondylitis: the Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index. J Rheumatol 1994; 21 (12): 2286–2291.
Calin A, Garrett S, Whitelock H et al. A new approach to defining functional ability in ankylosing spondylitis: the development of the Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index. J Rheumatol 1994; 21 (12): 2281–2285.
DE-IMM-250192

Online Angebote