Morbus Bechterew: Diagnose

Die ersten Symptome von Morbus Bechterew können sehr unterschiedlich sein und beginnen meist schleichend. Daher können sie nicht immer gleich richtig zugeordnet werden.

Menschen mit Morbus Bechterew in Alltagssituationen
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Morbus Bechterew erkennen

Die Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen helfen dem Rheumatologen bei der Diagnose von Morbus Bechterew. Dabei wird auch festgestellt, wie stark die Erkrankung ausgeprägt und wie weit sie bereits fortgeschritten ist. Morbus Bechterew früh zu erkennen und konsequent zu behandeln ist wichtig, um mögliche Folgen wie die Schädigungen der Wirbelsäule zu vermeiden bzw. aufzuhalten.

Auch nach der Diagnose werden regelmäßige Untersuchungen für die Verlaufs- und Therapiekontrolle gemacht, so werden z. B. die verschiedensten Laborwerte erhoben.

Diagnose und Behandlung beim Rheumatologen

  • Rheumatologen sind auf die Diagnose und Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew spezialisiert. Ein Rheumatologe kann alle notwendigen Untersuchungen veranlassen und für die angemessene Behandlung sorgen.

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Untersuchungen bei Morbus Bechterew

Gespräch und körperliche Untersuchung

  • In einem ausführlichen Gespräch erfragt der Rheumatologe die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten, etwa wann die Beschwerden begonnen haben oder ob es in der Familie andere Fälle von rheumatischen Erkrankungen gibt. Bei der körperlichen Untersuchung kann er bei Verdacht auf Morbus Bechterew u. a. die Beweglichkeit der Wirbelsäule überprüfen und feststellen, ob bestimmte Bewegungen Schmerzen verursachen.

Laboruntersuchungen

  • Einen einzelnen Laborwert für den eindeutigen Nachweis von Morbus Bechterew gibt es nicht. Bestimmte Werte, die im Blut gemessen werden, können jedoch Hinweise für die Diagnose geben. Zu den Werten, die gemessen werden, zählen:

CRP ist ein Eiweiß, das bei einer Entzündung im Körper verstärkt gebildet wird. Ein erhöhtes Vorkommen im Blut weist zunächst auf eine aktive Entzündung hin.

Die BSG gibt an, wie schnell die roten Blutkörperchen in einer Blutprobe absinken. Ein erhöhter Wert ist ein Hinweis auf eine aktive Entzündung im Körper.

Ein positiver Test auf den Erbfaktor HLA-B27 kann in Verbindung mit weiteren Symptomen ein wichtiger Hinweis auf Morbus Bechterew sein.

Der Hinweis auf HLA-B27 ist jedoch kein sicherer Nachweis. Nicht alle Menschen mit Morbus Bechterew sind HLA-B27-positiv und es gibt auch Gesunde, bei denen der Erbfaktor positiv ist.

Bildgebende Verfahren

  • Bildgebende Verfahren ermöglichen eine genaue Einschätzung, wie z. B. der Zustand der Wirbelsäule oder anderer Gelenke ist. Die Entzündungen bei der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis können nur mithilfe von MRT sichtbar gemacht werden, auf dem Röntgenbild sind sie nicht zu sehen.

Auf Röntgenbildern werden bereits eingetretene Veränderungen am Knochen, sogenannte strukturelle Veränderungen, sichtbar, eine reine Entzündung hingegen nicht.

MRT, auch Kernspintomografie genannt, macht Schäden am Knochen sowie entzündliche Veränderungen an Knorpel und Knochen sichtbar. Bei Verdacht auf Morbus Bechterew werden in der Regel Aufnahmen der Wirbelsäule und der Kreuz-Darmbein-Gelenke gemacht.

Mit einer Ultraschall-Untersuchung können Entzündungen und Veränderungen an Knorpel, Knochen, Sehnen oder Sehnenansätzen erkannt werden. Für die Untersuchung der Wirbelsäule ist Ultraschall jedoch nicht geeignet. Er kann aber eingesetzt werden, wenn andere Gelenke beteiligt sind.

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Bestimmung der Krankheitsaktivität

Die Krankheitsaktivität spielt eine Rolle bei der Auswahl der Therapie bei Morbus Bechterew. Darüber hinaus kann durch die wiederholte Bestimmung der Krankheitsaktivität im Verlauf überprüft werden, wie sich die Erkrankung entwickelt und ob eine Behandlung wirkt.

Mit unterschiedlichen Fragebögen kann in Form von Punktwerten, sogenannten Scores, eine einheitliche Bewertung der Krankheitsaktivität und der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule bzw. weiterer Gelenke erfolgen. Dafür werden mit ausgewählten Fragen einzelne typische Merkmale von Morbus Bechterew bewertet. Häufig verwendet werden der BASDAI und der BASFI.

BASDAI

Der BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) beurteilt die Krankheitsaktivität anhand von sechs Fragen, u. a. zu Schmerzen, Müdigkeit und Morgensteifigkeit. Daraus ergibt sich ein Punktwert von 0 (niedrige Krankheitsaktivität) bis 10 (hohe Krankheitsaktivität).

BASFI

Der BASFI (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index) beurteilt vor allem die Einschränkungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit durch Morbus Bechterew. Mit zehn Fragen werden Beeinträchtigungen im Alltag durch die Erkrankung ermittelt. Ist es ohne Hilfe möglich, aus der Rückenlage vom Boden aufzustehen? Ist ein Beugen nach vorn möglich, um einen Kugelschreiber vom Boden aufzuheben? Diese und weitere Fragen umfasst der BASFI. Sein Wert kann zwischen 0 (keine Einschränkung) und 10 (sehr starke Einschränkung) liegen.

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB) bietet unter www.bechterew.de Fragebögen zum Herunterladen an (Suchbegriff „BASDAI“ oder „BASFI“).

Infomaterialien zum Download


  • Titel der Broschüre Morbus Bechterew verstehen & behandeln
    Morbus Bechterew verstehen & behandeln
    Info-Broschüre
    5.34 MB


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