Wie wird Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen behandelt

Wie wird Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen behandelt? Welche Cremes und Medikamente helfen und was kann man sonst noch tun, um die Erkrankung gut im Griff zu haben?

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Welche Behandlung der Schuppenflechte ist die richtige?

Cremes, Medikamente zum Einnehmen – Ärzte haben unterschiedliche Möglichkeiten, die Schuppenflechte zu behandeln. Hier erfährst Du, welche Therapieformen es gibt.

Wann helfen Cremes bei Schuppenflechte?

In den allermeisten Fällen zeigen sich die Symptome der Schuppenflechte auf der Haut. Die sogenannte Plaque-Psoriasis ist hierbei die häufigste Form. Bei ihr bilden sich die typischen glänzenden, silbrig-weißen Schuppen, von denen die Erkrankung ihren Namen hat. Eine rein oberflächliche, leichte Form der Schuppenflechte kann man unter anderem mit speziellen Cremes behandeln. Die gängigen Produkte sind zum Beispiel sogenannte Vitamin-D3-Abkömmlinge, welche die Entzündung hemmen und das übermäßige Zellwachstum bremsen.

Für das Gesicht oder Körperstellen, an denen man leicht schwitzt, sind diese Cremes aber nicht geeignet, weil es durch die Wärmeentwicklung und Schweißbildung in Verbindung mit der Salbe zu Hautreizungen kommen kann. Hierfür werden eher Kortisonprodukte eingesetzt. Kortison ist ein Wirkstoff, der vor allem die überschießende Reaktion Deines Abwehrsystems unterdrücken soll. Dieses System mischt bei der Schuppenflechte mit und greift irrtümlicherweise die eigenen Hautzellen an. Das nennt man Autoimmunerkrankung, weil das Immunsystem statt eingedrungener Fremdkörper, wie Bakterien und Viren, den eigenen Körper attackiert. So entstehen die Entzündungen. Die Kortisonsalben dürfen allerdings nicht dauerhaft angewendet werden, weil die Haut davon dünn werden kann. Da weniger neue Hautzellen nachgebildet werden, wird die Haut empfindlich, es können sich Rötungen bilden. Mehr zum Thema äußerliche Anwendung findest Du hier.

Wann helfen Medikamente zum Einnehmen bei Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist zwar in erster Linie die Sache eines Hautarztes. Da sie aber eine sogenannte systemische Erkrankung ist, also das gesamte Organsystem betreffen kann, ist es notwendig, dass Dein Kinderarzt oder Hausarzt von der Schuppenflechte weiß. Sollte es nämlich dazu kommen, dass sich Begleiterkrankungen zusätzlich zu der Schuppenflechte auf der Haut entwickeln, kann Dein Arzt eine ergänzende Therapie in die Wege leiten.

Bei der Psoriasis guttata, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen auftritt, gelten im Prinzip dieselben Therapieansätze wie bei den anderen Formen. Ein Unterschied beispielsweise zur Plaque-Psoriasis ist, dass sich die auffälligen roten Punkte sehr gleichmäßig über den gesamten Körper verteilen und kleiner sind. Bei der Plaque-Psoriasis tauchen die auffälligen Stellen eher als Flecken und nur an bestimmten Körperstellen auf. Deshalb ist es relativ aufwendig, hier mit Cremes zu arbeiten. In den meisten Fällen wird der Haut- oder Hausarzt daher eine innere Therapie empfehlen.

Außer der Haut können auch innere Organe, Gelenke und Fingernägel Anzeichen der Schuppenflechte zeigen. In diesen Fällen helfen vor allem Medikamente zum Einnehmen. Für diese Therapie von innen kommen zum Beispiel sogenannte Immunsuppressiva zum Einsatz. Wie der Name Dir vielleicht verrät, handelt es sich hierbei um Medikamente, welche die übersteigerte Reaktion des Immunsystems (Abwehrsystems) unterdrücken („suppressiv“ bedeutet unterdrückend, hemmend) und damit die Entzündung hemmen. Wie genau diese Medikamente wirken und welche sonst noch infrage kommen, erfährst Du hier.

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Welche äußerlichen Therapien gegen Schuppenflechte helfen.

Wer ganzjährige Hautpflege ernst nimmt, bekommt die Schuppenflechte meist gut in den Griff. Zusätzlich kann der Arzt Medikamente verschreiben, die auf die Haut aufgetragen werden.

Auch wenn Schuppenflechte in Schüben kommt, die man meist nicht vorhersehen kann, ist das Pflegebedürfnis der Haut das ganze Jahr über gleichbleibend hoch. Das bedeutet: Auch wenn man nicht alles beeinflussen kann, wer seiner Schuppenflechte genügend Aufmerksamkeit schenkt, kann viel dazu beitragen, mit der Erkrankung gut zurechtzukommen.

Welche besondere Pflege benötigt die Haut bei Schuppenflechte? In Sachen Hautpflege gibt es in Apotheken diverse Möglichkeiten, der Haut etwas Gutes zu tun. Ideal sind zum Beispiel rückfettende Ölbäder. Sie verbessern die körpereigene Schutzfunktion und helfen, trockene Hautstellen ausreichend zu pflegen. Duschöle und Fettsalben oder fettreiche Cremes sind ebenfalls geeignet. Auch Produkte mit Harnstoff wirken sich positiv auf die Haut aus. Welche Inhaltsstoffe Dir am besten helfen, musst Du für Dich gemeinsam mit Deinem Arzt herausfinden, da die Haut bei jedem anders ist. Am effektivsten wirken die Pflegeprodukte, wenn sie in die tägliche Pflegeroutine eingebaut und auch in beschwerdefreien Zeiten angewendet werden. Besondere Aufmerksamkeit benötigen sensible Hautpartien wie das Gesicht, die Haut zwischen den Fingern, der Genitalbereich und das Gesäß.

Die Hautpflege ist ein wichtiges Fundament für eine gut funktionierende Therapie der Schuppenflechte. Es gibt medizinische Salben mit unterschiedlichen Wirkstoffen, die Dir Dein Hautarzt verschreiben kann. Zugleich solltest Du auch andere Hautpflegeprodukte wie Duschgels, Shampoo oder Reinigungslotionen mit ihm besprechen, um unnötige Hautreizungen zu vermeiden.

Für die Behandlung der Haut kommen Produkte infrage, die zum Beispiel Kortison oder Vitamin D3 enthalten. Kortisonsalben sind das am meisten verschriebene äußerliche Medikament bei Schuppenflechte. Kortison wirkt gegen die Entzündung und unterdrückt die unkontrollierte Immunreaktion des Körpers. Allerdings ist das Mittel nicht für den langfristigen Einsatz geeignet, da es unter anderem die Haut ausdünnt. Dadurch wird diese anfälliger für Infektionen, außerdem ist der natürliche Schutz vor Sonnenstrahlen nicht mehr gegeben. Salben, die Kortison enthalten, sollten nicht länger als vier bis sechs Wochen angewendet werden.

Alternativ gibt es Produkte mit dem Wirkstoff Salicylsäure, der entzündungshemmend wirkt und dazu beitragen kann, Schuppen von der Haut abzulösen. Manche Stärkegrade der Salben sind zwar für Kinder und Jugendliche zugelassen, aber mit Vorsicht zu verwenden. Denn sie können zu trockener oder gereizter Haut führen. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf Salicylsäure. Daher wird Dein Arzt eher mit einer entsprechend niedrigeren Dosierung beginnen und testen, ob diese die gewünschte Wirkung erzielt.

Wer abgesehen von den Salben etwas gegen die Schuppenflechte tun möchte, kann auf unterschiedliche natürliche Möglichkeiten zurückgreifen: Manche Menschen mit leichter Schuppenflechte setzen auf einfache Hausmittel. So können Speiseöle, wie Mandelöl, Nachtkerzenöl oder Traubenkernöl, für die tägliche Pflege verwendet werden. Nach dem Baden oder Duschen kannst Du damit den Körper wie mit einer Creme einreiben. Dies ist interessant für diejenigen, die bestimmte Bestandteile fertiger Hautpflegeprodukte, zum Beispiel Parfum, nicht vertragen. Manche Patienten empfehlen Sheabutter, ein besonders reichhaltiges Fett, das die Haut vor dem Austrocknen schützt. Auch Quarkwickel können in einigen Fällen leichte Symptome lindern – sie versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und wirken beruhigend. Hierzu bestreichst Du einfach ein sauberes Geschirrhandtuch oder anderes Leinentuch mit zwei bis drei Esslöffeln Quark. Das wickelst Du dann um die entzündete Hautpartie und lässt es einwirken, bis der kühlende Effekt nachlässt.

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Welche Medikamente zum Einnehmen helfen mir bei Schuppenflechte?

Wenn die Schuppenflechte großflächig auftritt oder mehr als nur die Haut betroffen ist, wirken Cremes und Lotionen oft nur noch begrenzt. Medikamente zum Einnehmen können helfen, die Erkrankung wieder in den Griff zu bekommen.

Bei den meisten leichten bis mittelschweren Formen der Schuppenflechte kann man die Symptome meist mit Cremes und Lotionen gut behandeln. Wenn allerdings äußerliche Methoden nicht mehr helfen, wird Dein Arzt Dir möglicherweise empfehlen, auch Medikamente zum Einnehmen zu verwenden.

Bei einer Schuppenflechte teilen und vermehren sich unter anderem die Zellen der oberen Hautschicht an den betroffenen Stellen schneller als gewöhnlich. Hier setzt die Medikamentengruppe der Retinoide an. Sie hemmen die übermäßige Zellvermehrung bei Schuppenflechte sowie die Entzündung der Haut oder anderer betroffener Körperstellen. Die Hautschuppen lösen sich schneller ab, Deine Haut erholt sich. Die Wirkung tritt allerdings erst nach etwa sechs Wochen ein.

Bei einer Schuppenflechte ist Dein Immunsystem, das den Körper vor Eindringlingen wie Bakterien oder Viren schützen soll, besonders aktiv. Dadurch kommt es unter anderem zu einer chronischen Entzündung. Das heißt, dass das Immunsystem zu viele entzündungsfördernde Stoffe produziert. Wenn Du Dich beispielsweise in den Finger schneidest und die Wunde verschmutzt wird, sorgen diese Botenstoffe dafür, dass er anschwillt, besser durchblutet wird und sich entzündet, um die Eindringlinge besser bekämpfen zu können. Bei einer Schuppenflechte ist diese Entzündung chronisch, sie tritt also auch auf, wenn Du Dich nicht verletzt hast.

Bestimmte Medikamente, die sogenannten Immunsuppressiva, unterdrücken Dein Immunsystem, wodurch die chronische Entzündung beendet wird. Dadurch helfen sie gegen die unangenehmen Symptome der Schuppenflechte. Ihr Name kommt vom englischen Wort „suppress“ für „unterdrücken“. Nach etwa vier bis acht Wochen tritt in der Regel die Wirkung der Immunsuppressiva ein. Allerdings muss die Einnahme eng mit dem Arzt abgestimmt werden, da durch die Unterdrückung der körpereigenen Abwehr auch die Anfälligkeit für Krankheitserreger wie zum Beispiel Grippeviren erhöht ist.

Schließlich gibt es noch die Medikamentengruppe der Biologika. Sie wirken ebenfalls auf Dein Immunsystem: Sie blockieren gezielt einige der entzündungsfördernden Stoffe, durch welche die Entzündung ausgelöst und gefördert wird. Dadurch können der Entzündungsprozess unterbrochen und die Erkrankung langfristig kontrolliert werden. Die Voraussetzung für eine Biologika-Therapie ist, dass eine mittelschwere bis schwere Form der Schuppenflechte vorliegt und äußerliche Therapien, wie Salben und Cremes, nicht mehr ausreichen. Manche Biologika können auch ohne diese vorausgehenden Therapien angewendet werden, wenn der Patient für eine Systemtherapie infrage kommt.

Da diese Mittel wie alle Medikamente Nebenwirkungen haben können, sollten Dein Arzt und Du diesen Schritt genau überlegen. Wenn Du eine Therapie von innen beginnst, solltest Du Deinen Körper und seine Reaktionen auf die Medikamente gut im Auge behalten. Wenn Du ungewöhnliche Auswirkungen bemerkst, solltest Du sofort mit Deinen Eltern oder Deinem Arzt sprechen.

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