Wie wird Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen behandelt

Wie wird Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen behandelt? Welche Cremes und Medikamente helfen und was kann man sonst noch tun, um die Erkrankung gut im Griff zu haben?

Kinder und Jugendliche mit Schuppenflechte in Alltagssituationen
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Von innen und von außen: Schuppenflechte behandeln

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Schuppenflechte zu behandeln. Dein Hautarzt wählt die für Dich passende Behandlung aus. Dabei achtet er zum Beispiel darauf, wie stark Deine Schuppenflechte ausgeprägt ist, wo die Hautveränderungen sind, wie alt Du bist und welche Behandlung am besten zu Deinem Leben passt. Ziel der Behandlung ist es, dass die Beschwerden der Schuppenflechte verschwinden und die Entzündung dauerhaft zum Stillstand gebracht wird. Es kommt aber auch darauf an, dass Dein Alltag – Hobbys, Schule oder Freunde treffen – möglichst nicht von der Erkrankung gestört wird.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Formen von Medikamenten, die bei Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden:

  • Behandlung von außen: Cremes, Salben oder Lotionen werden äußerlich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, ziehen in die Haut ein und wirken von dort.
  • Behandlung von innen: Es werden Tabletten oder Injektionen verabreicht, sodass der Wirkstoff direkt innerlich auf die Prozesse der Erkrankung im Körper, zum Beispiel die Entzündung, einwirken kann.

Meistens wird zunächst von außen behandelt. Wirkt die äußerliche Behandlung nicht oder ist die Schuppenflechte mittelschwer oder schwer ausgeprägt, kommen innerlich wirksame Medikamente zum Einsatz. Wenn es auch Beschwerden an den Gelenken gibt, also bei einer Psoriasis-Arthritis, ist meist eine Behandlung von innen notwendig, da Gelenkentzündungen in der Regel nicht von außen behandelt werden können. Doch egal welche Medikamente gegen Deine Schuppenflechte eingesetzt werden: Wichtig ist, dass Du bei der Behandlung mithilfst. Manchmal kann es ganz schön anstrengend sein, andauernd zu cremen, an die Arzneien zu denken oder regelmäßig zum Hautarzt zu gehen. Deine Behandlung ist jedoch die Grundlage dafür, dass Du möglichst wenig von der Schuppenflechte im Leben merkst.

Gründliche Hautpflege: Bei Schuppenflechte das A und O

Unabhängig davon, wie schwer Deine Schuppenflechte ist, wie sie sich genau zeigt oder ob sie gerade aktiv ist oder nicht: Eine gründliche Hautpflege gehört immer zur Behandlung dazu. Durch die Schuppenflechte hat Deine Haut ein besonderes Pflegebedürfnis. Für die Hautpflege gibt es Salben und Cremes, die keinen Medikamentenwirkstoff enthalten, sondern ausschließlich zur Pflege da sind. Einige enthalten Harnstoff (Urea) oder Salizylsäure. Sie dienen nicht nur der Hautpflege, sondern bereiten die Haut auch auf andere äußerliche Behandlungen vor. Die Pflege sollte genau zu Deinen Bedürfnissen passen, denn die Haut ist bei jedem anders. Welche Inhaltsstoffe Dir am besten helfen, kannst Du gemeinsam mit Deinem Arzt herausfinden.

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Welche äußerlichen Medikamente helfen bei Schuppenflechte?

Zur äußerlichen Behandlung zählen zum Beispiel Cremes oder Salben, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Der Unterschied zwischen Creme, Salbe, Lösung oder Gel ist, wie hoch ihr Anteil an Fett und an Wasser ist. Eine Salbe etwa enthält viel Fett und wenig Wasser, bei einem Gel ist es genau umgekehrt. Ärzte nennen die Behandlung von außen auch „topische Behandlung“.

Wirkstoffe für die Behandlung von außen

Sogenannte Vitamin-D3-Abkömmlinge hemmen die Entzündung und bremsen das übermäßige Wachstum der Hautzellen. Sie können auch längerfristig angewendet und mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden. Nicht geeignet sind sie jedoch für das Gesicht, für Körperstellen, an denen man leicht schwitzt, oder für große Hautflächen. Durch Wärmeentwicklung und Schweißbildung kann es zu Hautreizungen kommen.

Kortisonpräparate (auch Kortikoide, Glukokortikoide oder Kortison genannt) hemmen die Entzündung und unterdrücken die Reaktion des Immunsystems bei Schuppenflechte. Ihre Wirkung tritt meist schnell ein. Es gibt unterschiedliche Wirkstärken, von schwach bis stark. Kortisonpräparate dürfen allerdings nicht dauerhaft angewendet werden, weil die Haut davon dünn werden kann. Da weniger neue Hautzellen nachgebildet werden, wird die Haut empfindlich, es können sich Rötungen bilden. Starke Kortisonpräparate sollten nicht im Gesicht oder an anderen empfindlichen Hautpartien angewendet werden.

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Welche innerlichen Medikamente helfen bei Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist zwar auf den ersten Blick eine Hauterkrankung, tatsächlich spielt sich die Entzündung jedoch im ganzen Körper ab. Daher gibt es nicht nur Medikamente, die von außen auf die veränderte Haut wirken, sondern auch solche, die von innen auf die Prozesse der Erkrankung im Körper einwirken. Sie beeinflussen zum Beispiel das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr, die bei der Schuppenflechte aus dem Gleichgewicht geraten ist. Innerliche Medikamente gegen Schuppenflechte gibt es zum Einnehmen als Tabletten und zum Spritzen. Der Fachbegriff für die Behandlung von innen ist „systemische Behandlung“.

Wirkstoffe für die Behandlung von innen

Immunsuppressiva sind Medikamente, die die überschießende Reaktion des Immunsystems unterdrücken und damit die Entzündung hemmen. „Suppressiv“ bedeutet unterdrückend oder hemmend. Bis eine Wirkung eintritt, dauert es in der Regel vier bis acht Wochen. Immunsuppressiva gibt es als Tabletten oder Spritzen. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen während der Behandlung, damit mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig erkannt werden. Wenn Dein Arzt Dir so ein Medikament verschreibt, kann er Dir genau erklären, worauf Du achten musst.

Retinoide sind sogenannte Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge. Bei Schuppenflechte teilen und vermehren sich unter anderem die Zellen der oberen Hautschicht an den betroffenen Stellen schneller als gewöhnlich. Retinoide hemmen die übermäßige Zellvermehrung und wirken gegen die Entzündung. Die Hautschuppen lösen sich schneller ab und die Haut erholt sich. Die Wirkung tritt meist nach vier bis acht Wochen ein.

Biologika sind eine weitere Gruppe von systemisch wirksamen Medikamenten, mit denen die Schuppenflechte behandelt wird. Sie unterscheiden sich von den übrigen Wirkstoffen, weil sie biotechnologisch hergestellt werden. Das bedeutet, dass bestimmte Zellen genutzt werden, um sie zu produzieren. Biologika greifen gezielt in die fehlerhafte Reaktion des Immunsystems ein, indem sie bestimmte Botenstoffe blockieren, die die Entzündung immer weiter vorantreiben. Dadurch kann die Entzündung möglichst gestoppt und die Erkrankung langfristig unter Kontrolle gebracht werden. Sie können bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte angewendet werden, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Manche Biologika können auch ohne diese vorausgehenden Behandlungen angewendet werden. Biologika werden unter die Haut gespritzt (subkutan). Da es sich bei ihnen um Eiweiße (Proteine) handelt, können sie nicht als Tabletten eingenommen werden. Die Magensäure würde den Wirkstoff zerstören, bevor er im Körper dort angekommen ist, wo er wirken soll. Wenn ein Biologikum wirkt und vertragen wird, kann es langfristig angewendet werden. Wichtig ist, dass der Arzt regelmäßig kontrolliert, ob alles in Ordnung ist, da auch hier Nebenwirkungen auftreten können. Dein Arzt kann Dir erklären, worauf Du achten sollst, wenn Du ein Biologikum erhältst.

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von Original-Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten chemischer Arzneimittel (Generika) sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ihm ähnlich, was medizinisch jedoch keine klinisch relevante Bedeutung hat. Weitere Infos zu Biosimilars gibt es auf www.biologika-info.de.

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