HIV – Virus und Infektion

HIV und Aids haben viel von ihrem Schrecken der vergangenen Tage verloren. Heute kann eine HIV-Infektion gut behandelt, jedoch noch nicht geheilt werden. HIV-positive Menschen haben im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung eine nahezu normale Lebenserwartung. Ein HIV-Test schafft schnell Klarheit, ob eine Infektion mit dem Virus vorliegt.

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Was ist HIV?

Die HIV-Infektion wird durch das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ausgelöst. Hauptsächlich wird das Virus beim Sex übertragen. In Deutschland lebten 2014 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts rund 83.000 Menschen mit HIV, 68.000 von ihnen sind männlich. Schätzungsweise 3.200 Menschen haben sich im selben Jahr neu mit HIV infiziert. Das größte Infektionsrisiko haben Männer, die Sex mit Männern haben.

HIV ist heute sehr gut erforscht, und es gibt deutliche Fortschritte in der Behandlung. So haben bei frühzeitiger Diagnose und rechtzeitiger Therapie HIV-Infizierte heute eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität. Viele Kampagnen, unter anderem der Aidshilfen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), regen an, sich über HIV und die Übertragungswege zu informieren – denn Wissen ist wichtig, um sich vor einer Infektion schützen und auch um mit einer HIV-Infektion gut leben zu können. Hier finden Sie wichtige Informationsquellen.

HIV und das Immunsystem

Das menschliche Immunsystem ist ein hoch komplexes Netzwerk. Seine Aufgabe ist, Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Viren zu bekämpfen und abgestorbene oder kranke Zellen zu zerstören. HIV schädigt dieses ausgeklügelte System, indem es bestimmte Immunzellen angreift. Vor allem befällt es die Helferzellen, auch T-Helferzellen oder CD4-T-Zellen genannt, um sich in ihnen zu vermehren. Die Helferzellen haben bei der Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Aufgabe: Sie steuern weitere Immunzellen bei ihrer Arbeit. Sind sie durch HIV geschwächt, können sie diese Funktion nicht mehr erfüllen. Je weiter die Zahl leistungsfähiger Helferzellen im Blut sinkt, umso weniger kann das Immunsystem den Körper schließlich vor Krankheitserregern schützen.

Im Körper, aber unter Kontrolle

Ist HIV in den Körper gelangt, wehrt sich das Immunsystem gegen den Eindringling mit der gleichen Strategie, die es auch im Kontakt mit anderen Erregern verfolgt. Doch die Abwehrstoffe und Immunzellen, die es dabei bildet, können HIV nicht mehr vollständig beseitigen: Das Virus verbindet seine Erbinformation mit dem Genmaterial der Zelle, in die es eingedrungen ist. Es kann daher nicht mehr herausgelöst werden.

Ein Virus und seine Geschichte

Das HI-Virus gehört zu der Gruppe der Retroviren. Sie können ihr Erbgut in das Genmaterial ihrer Wirtszelle einbauen und verschmelzen auf diese Weise untrennbar mit ihr. Das HI-Virus gehört zu den am besten erforschten Viren. Zu seiner Geschichte bestehen mehrere Lehrmeinungen. Am häufigsten akzeptiert wird die Ansicht, HIV sei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Primaten auf den Menschen übertragen worden. Erste Infektionen traten sehr wahrscheinlich in Afrika auf. Von dort aus lässt sich die Verbreitung des Virus über Haiti und später in die USA verfolgen. Dort wurden HIV-Fälle ab 1981 beschrieben, in Europa ab 1982. Im Jahr 1983 konnte das Virus erstmals isoliert werden. HIV-Tests – basierend auf dem Nachweis virusspezifischer Antikörper im Blut – werden seit 1985 erfolgreich eingesetzt.

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Was ist Aids?

Die vier Buchstaben Aids kürzen den englischen Begriff Acquired Immune Deficiency Syndrome ab, was sich mit Erworbenes Immundefektsyndrom übersetzen lässt.

Wird eine Infektion mit HIV nicht behandelt, schädigt das Virus das Immunsystem immer mehr. Irgendwann kann das körpereigene Abwehrsystem eindringende Krankheitserreger, die für Gesunde kein Problem sind, nicht mehr abwehren. Es kann zu bestimmten, teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Krebs kommen. Man spricht bei diesem letzten Stadium einer HIV-Infektion von der Erkrankung Aids.

Heute bestehen gute Möglichkeiten, mit einer sogenannten antiretroviralen Therapie (ART) die Vermehrung von HIV im Körper zu unterdrücken und somit die Entwicklung von Aids bereits im Vorfeld zu verhindern. Mit einer ART kann auch eine Aids-Erkrankung häufig wieder gestoppt werden. Das Immunsystem kann sich dann oftmals wieder bis zu einem gewissen Grad erholen. Aids-Erkrankungen sind heute sehr selten geworden und lassen sich durch einen rechtzeitigen Start mit einer Therapie zumeist vermeiden. Sie können zum Beispiel auch heute noch auftreten, wenn man zu spät zum Testen geht oder die ersten Symptome nicht erkannt werden.

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Übertragungswege

Im Vergleich mit anderen Krankheitserregern ist HIV schwer übertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur dann, wenn virushaltige Körperflüssigkeiten in ausreichender Menge in den Körper, auf die Schleimhäute oder direkt in eine offene Wunde kommen.

Solche virushaltigen Körperflüssigkeiten sind:

  • Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut
  • Sperma
  • Scheidenflüssigkeit
  • Blut (auch Menstruationsblut)
  • Muttermilch

Besonders hoch ist das Risiko für eine HIV-Übertragung, wenn sich viele Viren im Blut und den Körperflüssigkeiten befinden. Das ist zum Beispiel für einen kurzen Zeitraum bei einer frischen Infektion der Fall.

Ist die Menge an Viren in Blut und Körperflüssigkeiten gering, etwa weil ein HIV-positiver Mensch regelmäßig seine Medikamente nimmt, ist eine Übertragung des HI-Virus sehr unwahrscheinlich. Mehr Infos hierzu finden Sie hier.

Ungeschützter Sex – der häufigste Übertragungsweg

Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen. Über den intensiven Kontakt zwischen den Schleimhäuten von Penis und Enddarm oder Penis und Scheide kann das Virus in den Körper kommen. Das Risiko einer HIV-Infektion beim Oralverkehr ist im Vergleich zum Anal- und Vaginalverkehr sehr gering. Ein weiterer Ansteckungsweg ist der gemeinsame Gebrauch von Drogenutensilien wie Spritzen und Röhrchen zum Schnupfen von Drogen und das gemeinsame Benutzen von Spritzbesteck. Zudem kann eine HIV-positive Frau das Virus an ihr ungeborenes Kind weitergeben, wenn sie in der Schwangerschaft keine wirksamen HIV-Medikamente einnimmt.

Keine Infektionsgefahr geht von Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit aus. Es können darin zwar geringe Mengen von HI-Viren enthalten sein. Allerdings ist die jeweilige Virusmenge viel zu gering für eine Ansteckung. Ebenso besteht in den Industrienationen so gut wie keine Gefahr, sich über eine Bluttransfusion zu infizieren – Spenderblut wird über hochempfindliche Tests heutzutage sehr sorgfältig kontrolliert.
Wie Sie sich effektiv vor HIV schützen können, erfahren Sie hier.

Keine Ansteckung bei alltäglichen Kontakten

Zum Schutz vor HIV ist es wichtig, die Wege zu kennen, über die das Virus in den Körper gelangen kann. Es zählt aber auch, informiert zu sein, wie es nicht übertragen werden kann. Denn HIV ist nach wie vor mit vielen Ängsten und Vorurteilen verbunden. Wissen hilft, Sorgen und Vorbehalte auszuräumen.

Hierbei besteht kein Risiko, dass HIV übertragen wird:

  • Küssen, Händeschütteln und weitere Hautkontakte, Umarmen
  • Anhusten oder Anniesen
  • Teller, Gläser und Besteck gemeinsam verwenden
  • Toiletten, Waschräume, Handtücher gemeinsam benutzen
  • Schwimmbad- und Saunabesuche
  • mit HIV-positiven Menschen zusammenarbeiten oder zusammenwohnen
  • HIV-positive Menschen betreuen und pflegen
  • Erste Hilfe nach den üblichen hygienischen Vorschriften
  • medizinische und kosmetische Behandlungen nach allgemein geltenden Hygieneregeln
  • Tätowieren und Piercen unter hygienischen Bedingungen
  • Insektenstiche
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Symptome und Verlauf einer Infektion

Kurz nach der Ansteckung vermehrt sich das Virus besonders stark. Entsprechend finden sich in dieser Krankheitsphase auch besonders viele Viren im Blut, im Sperma, in der Scheidenflüssigkeit und den Schleimhäuten im Genital- und Analbereich. Das Risiko einer HIV-Übertragung bei ungeschütztem Sex ist bei einer frischen Infektion daher sehr hoch. Etwa zwei bis vier Wochen, nachdem HIV in den Körper gelangt ist, treten oft unklare, grippeartige Krankheitsanzeichen auf. Die Beschwerden halten ein bis zwei Wochen an und klingen dann in der Regel von allein wieder ab.

Ohne Behandlung steigt die Viruslast

Das Immunsystem bildet in dieser Krankheitsphase Antikörper. Sie sollen das Virus bekämpfen. Anders als bei einer Erkältung gelingt es ihnen aber nicht, das Virus zu besiegen und die Viren können sich weiterhin im Körper vermehren. Dieser Prozess kann längere Zeit ohne feststellbare Beschwerden ablaufen. Doch das Immunsystem ist durch diese Entwicklung bereits geschädigt. Besonders stark betroffen ist der Darm, der innerhalb der körpereigenen Abwehrmechanismen eine bedeutende Rolle spielt.

Unbehandelt mündet eine HIV-Infektion in das Aids-Stadium. Jeder Mensch reagiert sehr unterschiedlich auf die Infektion. Das Aids-Stadium kann sowohl in recht kurzer Zeit nach der Infektion auftreten oder auch erst nach einigen Jahren. Dank moderner Entwicklung und antiretroviraler Therapie lässt sich diese Entwicklung heute jedoch sehr erfolgreich verhindern. Allerdings müssen mit HIV infizierte Menschen ihre Therapie regelmäßig und ein Leben lang einnehmen. Man spricht von einer Chronifizierung der Erkrankung. Bei den meisten vermag die Behandlung die Zahl der Viren im Körper so weit abzusenken, dass sie mit gängigen Mess-methoden nicht mehr nachzuweisen sind. Das Immunsystem kann sich erholen und wird nicht weiter geschädigt. Man spricht dann davon, dass der Betroffene „unter der Nachweisgrenze“ ist.

Rechtzeitige Therapie kann HIV ausbremsen

Dieses Wissen um den Verlauf einer HIV-Infektion legt nahe, rechtzeitig auf die Möglichkeiten der modernen Medizin zurückzugreifen. Schädliche Entwicklungen bis hin zu Aids lassen sich dann besser stoppen beziehungsweise auch ganz verhindern. Wer ein Infektionsrisiko hatte oder regelmäßig hat, sollte daher überlegen, ob er einen HIV-Test machen soll. Je früher die Infektion bekannt ist, umso besser kann eine Behandlungsstrategie mit dem Arzt festgelegt werden.

HIV – behandelbar, aber nicht heilbar

Seit 1996 kann HIV mit einer Kombination verschiedener antiretroviraler Medikamente behandelt werden, so genannten Virostatika. Diese Kombinationstherapie wurde in intensiven medizinischen Forschungen im Laufe der Jahre immer weiter verbessert. Heute haben HIV-Medikamente deutlich weniger Nebenwirkungen als in der ersten Zeit. Sie ermöglichen Menschen mit HIV eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität. So gut HIV jedoch behandelt werden kann – heilbar ist die Infektion nach wie vor nicht. Die antiretrovirale Therapie muss ein Leben lang eingenommen werden, um die Vermehrung von HIV im Körper zu verhindern.

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Der HIV-Test

Bei den heute üblichen HIV-Tests wird eine Blutprobe im Labor entweder auf Antikörper gegen das Virus oder auf das Virus selbst untersucht. Ein sicheres Ergebnis können sie sechs bis spätestens zwölf Wochen nach der Ansteckung liefern. In dieser Zeit hat der Körper HIV-Antikörper gebildet, die sich nachweisen lassen. Umgekehrt bedeutet das: Eine HIV-Infektion lässt sich sicher ausschließen, wenn der Test drei Monate nach der letzten Risikosituation gemacht wird. Zeigen sich Symptome, die auf eine HIV-Infektion hinweisen, sollte jedoch direkt ein HIV-Test gemacht werden.

Findet man beim Test keine HI-Viren, liegt ein negatives Ergebnis vor. Weist der Test HIV-Antikörper oder in einem anderen Testverfahren das Virus selbst nach, spricht man von einem positiven Ergebnis.

Die Information „HIV-positiv“ besagt allerdings nur, dass eine Infektion mit HIV vorliegt. Sie sagt nichts darüber aus, ob und wann jemand an Aids erkranken wird. Die häufig verwendete Bezeichnung „Aids-Test“ ist daher nicht richtig.

Wann ist ein Test sinnvoll?

Viele Gründe sprechen für einen HIV-Test. Dazu gehören vor allem:

  • ein konkreter Verdacht, sich angesteckt zu haben, zum Beispiel nach ungeschütztem Sex,
  • den HIV-Status abzuklären, um in der Partnerschaft das Kondom weglassen zu können,
  • Ein Kinderwunsch,
  • HIV rechtzeitig erkennen und optimal behandeln zu können,
  • ein Routinetest wird bei mehr als zehn Sexpartnern/Jahr einmal im Jahr empfohlen.

Wo kann man sich testen lassen?

Gesundheitsämter, die örtlichen Aids-Hilfen, Gesundheitsläden und Einrichtungen für schwule Männer bieten anonyme und oftmals kostenlose HIV-Tests an. Manche offerieren Schnelltests: Statt wie üblich erst in einigen Tagen liegt das Ergebnis schon nach einer halben Stunde vor. Ein Test ist auch beim Hausarzt möglich.

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HIV und STI

Es gibt eine Reihe weiterer sexuell übertragbarer Infektionen – auch STI genannt, abgeleitet von dem englischen Begriff Sexually Transmitted Infections. Hierzulande am weitesten verbreitet sind Chlamydien, Feigwarzen (Humanes Papillomvirus (HPV)), Tripper (Gonorrhö), Syphilis, Trichomonaden, Pilzerkrankungen und Herpes. Im Gegensatz zu HIV sind diese Infektionen gut behandelbar und meist heilbar. Sie erhöhen allerdings das Risiko, sich mit HIV zu infizieren oder das Virus zu übertragen. Zum einen gelangt infizierte Körperflüssigkeit über die entzündeten Schleimhäute leichter in den Körper. Zum anderen schickt das Immunsystem gewissermaßen als Verstärkung zusätzliche Abwehrzellen in die Entzündungsherde. Sie können das Virus leicht aufnehmen und in den Körper einschleusen. Bei HIV-positiven Menschen befinden sich in den entzündeten Schleimhäuten zudem besonders viele HI-Viren.

Mit Beschwerden zum Arzt

Neben HIV gibt es noch viele andere sexuell übertragbare Infektionen (STI). Je schneller diese erkannt werden, umso besser können sie behandelt werden. Wer unsicher ist, ob er sich angesteckt hat oder wer konkrete Beschwerden hat, sollte daher nicht zögern und zum Arzt gehen. Zu den möglichen Anzeichen für eine sexuell übertragbare Infektion gehören unter anderem Brennen beim Wasserlassen und Juckreiz, Ausfluss oder Hautveränderungen im Genital- und Analbereich. Manchmal kann eine Infektion allerdings auch beschwerdelos bleiben. Vor allem wer Sex mit wechselnden Partnern hat, sollte sich darum mindestens einmal im Jahr auf unentdeckte Infektionen untersuchen lassen. Dies gilt besonders für Menschen mit HIV – bei ihnen können einige der Erkrankungen schwerer verlaufen.

Schutz vor STI

Kondome helfen, das Risiko einer Ansteckung mit STIs zu verringern.

Mehr Information, Beratung und Hilfe zu dem Thema sexuell übertragbare Infektionen gibt es bei Ärzten, Gesundheitsläden, Aids-Beratungsstellen, der Online– und Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen AIDS-Hilfe.

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Koinfektion HIV – Hepatitis C

Das Hepatitis-C-Virus, kurz HCV, vermehrt sich in den Zellen der Leber und verursacht eine Leberentzündung. In Deutschland leben schätzungsweise 10.000 Menschen sowohl mit HIV als auch mit HCV. Das entspricht etwa 15 Prozent der Menschen, die mit HIV leben. Mediziner sprechen von einer Koinfektion. Die größte Gruppe der Koinfizierten sind Drogengebraucher. Aber auch bei Männern, die Sex mit Männern haben, steigt seit einigen Jahren deutlich die Zahl derer, die sich mit beiden Viren angesteckt haben.

HCV wird hauptsächlich durch Blut übertragen. Bereits eine winzige Menge reicht für eine Ansteckung aus. Zudem kann das Virus längere Zeit außerhalb des Körpers überleben, in getrocknetem Blut beispielsweise oder auch in Wasser oder Gleitgel. Solange dieses Wissen fehlte und medizinische Hygienestandards nicht so hoch waren wie heute, wurde HCV hauptsächlich über unzureichend sterilisierte Kanülen und Spritzen übertragen. Bis 1990 wurde das Virus auch über Blutprodukte weitergegeben. Für einen zweiten Verbreitungsschub sorgte der intravenöse Drogengebrauch mit Spritzen und Spritzbesteck, die von mehreren Personen gemeinsam benutzt werden. Das Hepatitis-C-Virus kann zudem auch über Schnupfröhrchen übertragen werden: Beim Konsum von Drogen über die Nase werden die Schleimhäute gereizt und können bluten.

Hepatitis C gilt nicht als sexuell übertragbare Infektion (STI). Dennoch kann das Virus bei bestimmten Sexpraktiken übertragen werden – vor allem, wenn Blut im Spiel ist. So können bei intensiven Praktiken wie Fisten oder S/M-Spielen und bei der Verwendung von Toys und Analduschen kleine Verletzungen im Anal- und Genitalbereich entstehen. Bluten diese Stellen, kann HCV übertragen werden. Insbesondere Sex mit mehreren Partnern gleichzeitig erhöht das Risiko. Auch Entzündungen in der Scheide oder im Enddarm können einer Ansteckung Vorschub leisten, da entzündetes Gewebe leichter blutet. Ebenso besteht während der Menstruation ein erhöhtes Übertragungsrisiko.

Schutzstrategien gegen Hepatitis C

Folgende Verhaltensweisen helfen, eine Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus zu verhindern:

Beim Sex

  • Kondome schützen bei Vaginal- und Analverkehr. Bei einem Partnerwechsel auch das Kondom wechseln.
  • Sextoys, Analduschen und Dildos immer nur allein nutzen oder vor der Weitergabe an andere mit einem neuen Kondom versehen bzw. desinfizieren.
  • Bei Gleitmitteln auf fettfreie Produkte achten – fetthaltige können Kondome beschädigen. Nur das eigene Gleitmittel verwenden und es nicht mit anderen teilen, da HCV darin bis zu drei Wochen überleben kann.
  • Bei der Verwendung von Handschuhen für jeden Partner einen neuen Handschuh nehmen.
  • Verletzungen und Entzündungen im Genital- und Analbereich vollständig abheilen lassen, vor allem auch nach einer Operation.

Beim Drogengebrauch

  • Beim Spritzen von Drogen (intravenöser Gebrauch, Slammen) immer die eigene Spritze verwenden. Weder die Spritze noch verwendete Filter zum Auffüllen der Spritze mit anderen teilen.
  • Beim Schnupfen von Drogen (nasaler Gebrauch, Sniefen) immer das eigene Röhrchen benutzen und es nicht mit anderen teilen.
  • Wasser zum Aufbereiten von Drogen und Utensilien nicht gemeinsam benutzen – HCV kann darin bis zu drei Wochen überleben.

Neue Medikamente gegen Hepatitis C

Derzeit findet eine rasante Entwicklung hin zu neuen Medikamenten für die Behandlung einer HCV-Infektion statt. Die modernen Mittel haben deutlich weniger Nebenwirkungen und bieten Therapieerfolge bei nahezu allen Patienten, unabhängig vom HIV-Status. Menschen, die auch mit HIV infiziert sind, benötigen daher heute keine längere oder intensivere Behandlung mehr als Menschen, die ausschließlich eine Hepatitis-C-Infektion haben. Wichtig ist in jedem Fall, HIV- und Hepatitis-C-Medikamente gut aufeinander abzustimmen, um Wechselwirkungen zwischen ihnen zu vermeiden.

Mehr Informationen zu Hepatitis C finden Sie hier.

Anders als HIV ist Hepatitis C heilbar

Das HI-Virus verschmilzt mit seiner Wirtszelle und kann nach bisherigem Stand der Medizin nicht wieder aus dem Körper entfernt werden. HIV erfordert damit eine lebenslange Therapie. Anders HCV: Das Hepatitis-C-Virus kann mit modernen Medikamenten bekämpft und die Infektion vollständig geheilt werden. Das gilt sowohl für Menschen, die nur mit HCV infiziert sind, als auch für jene, die zusätzlich auch HIV haben. Allerdings macht die erfolgreiche Behandlung einer HCV-Infektion nicht immun – man kann sich jederzeit wieder neu anstecken. Darum ist es immer wichtig, sich auch gegen HCV zu schützen.

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