Leben mit rheumatoider Arthritis

Rheumatoide Arthritis wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Sie selbst haben die Möglichkeit, Ihre Krankheit durch einen bewussten Lebensstil positiv zu beeinflussen.

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Wie Sie im Leben mit rheumatoider Arthritis im Gleichgewicht bleiben

Eine individuell auf Sie abgestimmte Therapie ist die Basis, um gut mit rheumatoider Arthritis umzugehen. Sie selbst können durch Ihren Lebensstil darüber hinaus eine Menge dazu beitragen.

Leben mit rheumatoider Arthritis

Keine Frage: Das Leben mit rheumatoider Arthritis (RA) ist eine Herausforderung. Die Beispiele vieler Menschen mit RA zeigen jedoch, dass es gut möglich ist, ein aktives und erfülltes Leben zu führen. Dafür ist es zunächst wichtig, mit der Zeit zu lernen, im Gleichgewicht mit der Erkrankung zu leben. Sich zu informieren, kann Sicherheit in Bezug auf viele Aspekte geben, die vielleicht zunächst beunruhigend sind. Wenn Sie sich auskennen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt leichter und besser wichtige Entscheidungen treffen, zum Beispiel bei der Wahl der für Sie passenden Therapie. Welchen Einfluss nehmen Stress, Sport oder Ernährung auf die rheumatoide Arthritis? Auch das Wissen darüber, was sich im täglichen Leben positiv auf die Erkrankung auswirken kann und zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt, ist wichtig. Denn dies ist die Voraussetzung, um langfristig gut mit der RA zu leben.

„Rheumagerechter“ Lebensstil

Die rheumatoide Arthritis kann viele Lebensbereiche beeinflussen – andererseits haben Sie jedoch auch die Möglichkeit, durch eine gezielte Ausrichtung Ihres Lebensstils selbst positiv auf den Krankheitsverlauf und Ihr allgemeines Wohlbefinden Einfluss zu nehmen. So sind Sport und Bewegung wichtige Aspekte, denn sie wirken Bewegungseinschränkungen entgegen. Auch bei der Ernährung können Sie durch die bewusste Auswahl von Lebensmitteln Einfluss auf die entzündlichen Vorgänge im Körper nehmen. Hindert Sie Ihre Erkrankung daran, Ihren bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Manchmal können schon kleine Dinge einen großen Unterschied machen und den Berufsalltag mit Rheuma erleichtern – wie ein ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatz mit einer teilbaren Computer-Tastatur oder ein leicht bedienbarer Wasserhahn im Waschraum. Prämierte Beispiele kreativer Lösungen für ein Berufsleben mit Rheuma sind die Preisträger der Initiative RheumaPreis. Jährlich bewertet eine unabhängige Jury unterschiedliche Projekte und Konzepte, die es Menschen mit Rheuma erfolgreich ermöglichen, beruflich tätig zu sein, und würdigt damit gleichermaßen Betroffene und Arbeitgeber mit Vorbildcharakter.

Es ist also wichtig, dass Sie den Blick darauf lenken, was möglich ist und welche Alternativen Ihnen offenstehen, sollte die Erkrankung Ihnen Hürden in den Weg legen.

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Mit rheumatoider Arthritis auf Reisen

Eine gelungene Reise ist eine Wohltat für Körper und Seele. Ob es eine Trekkingreise in die Berge, eine Kulturreise nach Italien oder der Strandkorb an der Ostsee ist: Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Urlaub zu verbringen. Ihre rheumatoide Arthritis muss Sie daran nicht hindern.

Ein schöner Urlaub gibt Kraft und Lebensfreude und hat einen positiven Einfluss auf Körper, Gelenke und Psyche. Zieht es Sie auch in die Ferne? Dann ist es Zeit, Urlaubspläne zu schmieden. Schließlich gibt es unzählige Urlaubsangebote. Ihre rheumatoide Arthritis (RA) braucht dabei kein Hindernis zu sein. Entscheidend für eine unbeschwerte Reise ist, dass Sie sich gut vorbereiten und auch für die Zeit während des Urlaubs ein paar Punkte beachten.

Hat das Klima im Urlaubsland Einfluss auf Ihre Krankheit? Was ist beim Einpacken von Medikamenten zu berücksichtigen? Welche Impfungen sind ratsam? Im Folgenden beantworten wir Ihnen ein paar wichtige Fragen rund ums Reisen mit der entzündlich-rheumatischen Erkrankung.

Wichtig:

Sprechen Sie auch mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihre Urlaubspläne. Er kennt Sie wie auch Ihre Erkrankung sehr gut und kann Sie individuell beraten. Zum Beispiel auch für den Fall, wie Sie vorgehen sollten, falls es im Urlaub zu einem Krankheitsschub kommt. So kann er etwa eine Medikamentenkombination und eine Dosierungsvorgabe für Sie festlegen, mit der Sie einen Schub im Urlaub kurzfristig behandeln können.

Berge oder Meer?

Das trockene, warme Klima der Mittelmeerküste wird von vielen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen als wohltuend beschrieben. Besonders geeignet ist hier die angenehme, stabile Wetterlage im Frühjahr und Herbst, wenn die Hitze nicht zu intensiv ist. Gerade im Herbst bietet ein Urlaub in warmen Küstengebieten die Möglichkeit, dem nassen und kalten Wetter in Deutschland zu entfliehen. Das kann nicht nur den Gelenken, sondern auch Ihrem Gemüt guttun.
 Doch auch das Mittelgebirgsklima – zwischen 400 und 700 Meter über dem Meeresspiegel – ist mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung gut geeignet. Geringe Temperaturunterschiede und gleichmäßige, niedrige Luftfeuchtigkeit können sich positiv auf Ihr Allgemeinbefinden auswirken. Von Südtirol bis Tansania – die möglichen Reiseziele sind vielfältig.

Informieren Sie sich über die medizinische Versorgung vor Ort, um im Falle eines Krankheitsschubs bestmöglich versorgt werden zu können. Eine wichtige Rolle bei der Reiseplanung spielt auch Ihr Krankheitsverlauf. Ist die RA gerade aktiv, kann es besser sein, auf Fernreisen zu verzichten oder den Urlaub zu verschieben.

Auto, Flugzeug oder Bahn?

Reisen Sie am besten so stressarm wie möglich. Dafür kann auch die Wahl des Verkehrsmittels wichtig sein. Mit einer rheumatischen Erkrankung gilt es, darauf zu achten, dass Sie genügend Bewegungsspielraum während der Reisefahrt haben. Wenn Sie über längere Zeit an einen Sitzplatz gebunden sind, kann das sonst unangenehm werden. Mit einem Rollkoffer können Sie Ihr Gepäck gelenkschonend transportieren.

Die Palette der angebotenen Reiseversicherungen ist groß und deckt fast alle Eventualitäten ab, die Ihren Urlaub verdüstern könnten. Jetzt müssen Sie individuell für sich entscheiden, ob eine Reiseversicherung sinnvoll ist, und wenn ja, welche.

Achten Sie dabei darauf, dass Sie Ihre Ansprüche auch dann geltend machen können, wenn der Versicherungsfall mit Ihrer RA in Zusammenhang steht. Häufig ist das ausgeschlossen. Zudem ist es empfehlenswert, sich vor Versicherungsbeginn von Ihrem Arzt bescheinigen zu lassen, dass Ihr gesundheitliches Befinden eine Reise zulässt und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Reisezeitraum nicht zu erwarten ist.

In jedem Fall sollte im Urlaub ein Krankenversicherungsschutz bestehen. Erkundigen Sie sich im Rahmen der Reiseplanung, ob Ihre deutsche Krankenversicherung auch im Reiseland und über den gesamten Reisezeitraum greift. Aber auch, wenn die medizinische Grundversorgung im Urlaubsland durch die Krankenversicherung abgedeckt ist, kann eine Reisekrankenversicherung für zusätzliche Leistungen – zum Beispiel für einen medizinisch notwendigen Rücktransport ins Heimatland – sinnvoll sein.

Medikamente ins Handgepäck oder in den Koffer?

Auf Reisen mit RA sollten Sie grundsätzlich alle Medikamente im Handgepäck aufbewahren. Denken Sie auch daran, ausreichend Reserven einzupacken, um eventuelle Verzögerungen überbrücken zu können. Sie planen eine Flugreise? In der Regel ist bei Medikamenten in Tablettenform nichts Besonderes zu berücksichtigen. Ausnahme: Bei starken Schmerzmitteln, die zu der Gruppe der Opioide gehören, kann eine ärztliche Bescheinigung für die Einfuhr in einige Länder notwendig sein.

Wenn Sie Injektionshilfen bzw. PENs oder Spritzen dabei haben, ist bei Flugreisen eine besondere Planung notwendig. Die genauen Vorgaben, wie etwas transportiert werden darf, können je nach Fluggesellschaft variieren. Es ist daher wichtig, dass Sie dort rechtzeitig erfragen, was dabei zu beachten ist. Erkundigen Sie sich auch nach den aktuell geltenden Sicherheitsbestimmungen, was das Mitnehmen von Flüssigkeiten angeht. So können Sie Überraschungen an der Sicherheitskontrolle umgehen.

Kühlungspflichtige Medikamente, zum Beispiel Biologika, transportieren Sie am besten in einer Kühltasche im Handgepäck. Die geringen Temperaturen im Frachtraum können den Wirkstoff zerstören. Ein ärztliches Attest über den Medikamentenbedarf kann Missverständnissen bei Zoll und Sicherheitskontrolle vorbeugen. Lassen Sie sich dafür von Ihrem Arzt ein Attest – am besten in Deutsch und Englisch und wenn möglich auch in der Sprache des Urlaubslandes – ausstellen, welches bescheinigt, dass Sie die mitgeführten Medikamente und das Zubehör benötigen. Falls eine permanente Kühlung der mitgeführten Arzneimittel notwendig ist, sollte auch dies im Attest vermerkt sein. Einige Hersteller von Medikamenten bieten entsprechende Vordrucke an.

Auf den Impfstoff kommt es an

Bevor die Fahrt in den Urlaub angetreten wird, sollten Sie sich rechtzeitig – insbesondere bei exotischeren Reisezielen – über den für das Reiseland empfohlenen Impfschutz informieren. Daneben sollten Sie überprüfen, ob der empfohlene Standardimpfschutz gegen Tetanus und Diphtherie oder Keuchhusten aufgefrischt werden sollte. Bei rheumatischen Erkrankungen kann es durch die Krankheit selbst oder auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen kommen. Impfungen können daher hilfreich sein.

Wenn Sie Medikamente einnehmen, die sich auf Ihr Immunsystem auswirken (sogenannte Immunsuppressiva), spielt die Art des Impfstoffes eine wesentliche Rolle – Lebendimpfstoffe sollten dann in der Regel nicht eingesetzt werden. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

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Gesunde Ernährung bei rheumatoider Arthritis

Ihre Ernährung kann eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Therapie bei einer rheumatoiden Arthritis sein. Wenn Sie sich abwechslungsreich ernähren und einige Regeln beachten, dann können Sie den Verlauf Ihrer Erkrankung positiv beeinflussen.

Ihre Ernährungsweise kann die Stärke Ihrer rheumatischen Entzündungsreaktion beeinflussen. Grund: Die Nahrung liefert Bausteine für den Stoffwechsel. Je mehr Baustoffe für bestimmte Stoffwechselvorgänge Sie Ihrem Körper durch die Ernährung zuführen, desto stärker kann der entsprechende Stoffwechselweg werden. Liefern Sie dem Körper entzündungsfördernde Baustoffe, dann erleichtern Sie dem Körper die Entzündung. Ebenso kann die verminderte Aufnahme von Nahrungsbestandteilen, die einer Entzündung zusätzliche Energie liefern, den Entzündungsprozess dämpfen.

Eine spezielle Diät für Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis (RA) im Sinne einer kurzfristigen und einseitigen Veränderung der Ernährung gibt es nicht. Das wäre auch gar nicht zu empfehlen, denn wenn Sie jetzt nur zeitweise Ihre Essgewohnheiten verändern würden, bekäme das Ihrem Körper, der sich gerade mit seiner Erkrankung auseinandersetzt, wahrscheinlich gar nicht gut.

Im Gegenteil, Sie könnten damit sogar eine Mangelversorgung mit bestimmten Nährstoffen verursachen. Zudem gelingt es mit einer vorübergehenden Veränderung des Essverhaltens in der Regel nicht, dauerhafte Effekte zu erzielen. Empfehlenswert für Menschen mit einer RA ist eine langfristige „rheumagerechte“ Umstellung der Ernährung, um die chronisch-entzündlichen Vorgänge im Körper positiv zu beeinflussen.

Was genau gehört auf den Speiseplan?

Grundsätzlich gilt: Ernähren Sie sich ausgewogen, abwechslungsreich und gesund. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zehn Punkte zusammengestellt, die eine gute Orientierung dafür bieten, was zu einer vollwertigen Ernährung gehört und wie diese einfach umgesetzt werden kann.

Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die einen positiven, und solche, die einen ungünstigen Effekt auf Ihre Erkrankung haben können. Diese sollten Sie gezielt auf den Speiseplan setzen bzw. möglichst vermeiden. Wichtig dabei ist: Verbieten ist verboten! Eine vollwertige Ernährung hat nichts mit Verzicht oder Verboten zu tun. Vielmehr geht es darum, dass Sie lernen, Ihren eigenen Speiseplan bewusst zu gestalten und die Vielfalt der angebotenen Lebensmittel zu nutzen. So gelingt es Ihnen, sich mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig genussvoll zu essen. Zu wissen, was Sie essen und was Sie brauchen, ist dabei ein erster wichtiger Schritt.

1. Vielseitig essen

Sie können aus einer großen Vielfalt von unterschiedlichen Lebensmitteln wählen. Schöpfen Sie dieses Angebot voll aus. So wird Ihr Essen niemals langweilig und Sie versorgen Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Vielseitig essen bezieht sich aber auch auf die geeignete Kombination von Lebensmitteln und die angemessene Menge. Wir brauchen täglich Energie und Baustofflieferanten in Form von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß. In erster Linie sollten Sie zu pflanzlichen Lebensmitteln greifen.

2. Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln

Mehr als die Hälfte unserer Ernährung – etwa 55 Prozent – sollte täglich aus Kohlenhydraten bestehen. Diese sind in Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Obst enthalten. Wenn möglich, essen Sie Gemüse und Obst im naturbelassenen Zustand. Bei Getreideprodukten – Brot, Nudeln oder Getreideflocken – wählen Sie bitte Vollkornprodukte. So versorgen Sie sich mit Ballaststoffen, wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

3. Gemüse und Obst: „5 am Tag“

Durch den Entzündungsprozess im Körper, wie er bei Ihrer RA besteht, kommt es zu einem erhöhten Bedarf an bestimmten Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Spurenelementen, weil die Entzündung vom Körper in Schach gehalten werden muss. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag – also fünf Portionen insgesamt – sorgen für Nachschub. Am besten frisch oder möglichst kurz gegart, damit Inhaltsstoffe erhalten bleiben und ihre volle Wirkung entfalten können. Eine Portion entspricht etwa einer Handvoll. Das frische Grün ist unsere Hauptquelle für Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn Sie auf Ihre Linie achten möchten, geben Sie Gemüse den Vorzug, es enthält weniger Fruchtzucker als Obst.

4. Täglich Milch und Milchprodukte sowie ein- bis zweimal in der Woche Fisch, Fleisch, Wurstwaren und Eier in Maßen

Fleisch enthält Mineralstoffe und Vitamine, zum Beispiel B1, B6 und B12. Die darin enthaltenen tierischen Fette können jedoch entzündungsfördernd sein. Daher sollten Sie fettarmes Rind und Huhn bevorzugen und die Menge auf 300 g pro Woche begrenzen. Auch zu fettreicher Wurst, Innereien und Eigelb sollten Sie außerdem möglichst selten greifen.
 Da eine Osteoporose-Vorbeugung für Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung unter Kortisontherapie eine große Bedeutung hat, muss auf Vitamin-D- und Kalzium-Zufuhr besonders geachtet werden. Käse, fettreicher Seefisch und Pilze sind gute Vitamin-D-Lieferanten und gehören unbedingt regelmäßig auf den Speiseplan. Ebenso wie Milch und Milchprodukte. Wählen Sie hier die fettarmen Varianten. Anders ist es mit Fisch. Insbesondere fetter Seefisch enthält Omega-3- Fettsäuren, die positiv auf die Entzündung wirken können. Hier darf ordentlich zugegriffen werden.

5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel

Fett ist nicht gleich Fett, denn es enthält unterschiedliche Fettsäuren mit unterschiedlicher Wirkung auf den Körper. Gerade die in tierischen Produkten enthaltenen Fette wirken sich oft ungünstig aus: Die gesättigten Fettsäuren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, und die enthaltene Arachidonsäure wirkt entzündungsfördernd. Daher: Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und Fette (zum Beispiel Raps- und Olivenöl) und umgehen Sie „versteckte“ Fette, zum Beispiel in Blätterteig oder Fertigprodukten. Zudem ist Fett sehr energiereich und kann zu ungewünschten Pfunden führen.

6. Zucker und Salz in Maßen

Nutzen Sie Zucker und Salz als Gewürz und somit sparsam. Wenn Sie Salz verwenden, dann solches mit Jod und Fluorid.

7. Reichlich Flüssigkeit

Etwa 1,5 Liter Flüssigkeit benötigen wir täglich. Geeignet, um den Körper „im Fluss“ zu halten, sind Mineralwasser, ungesüßter Tee, Saftschorle (aus Direktsäften und Mineralwasser im Verhältnis 1:3) oder andere kalorienarme Getränke. Alkoholische Getränke sollten hingegen nur gelegentlich und in kleinen Mengen genossen werden.

8. Schmackhaft und schonend zubereiten

Die Zubereitung von Lebensmitteln hat einen großen Effekt auf ihren Geschmack und die Wirkung im Körper. Mit einer schonenden und fettarmen Zubereitung sind Sie klar im Vorteil, denn so erhalten Sie wertvolle Inhaltsstoffe und sparen Kalorien ein. Also besser bei niedrigen Temperaturen dünsten, dämpfen oder garen als fettreich und bei großer Hitze frittieren oder braten. Extratipp: Wenn Sie braten, legen Sie bitte die Lebensmittel in das bereits heiße Öl. So schließen sich die Poren schnell und es gelangt weniger Fett in das Bratgut. Frittierte Speisen sollten Sie nur gelegentlich auf den Speiseplan nehmen. Diese Fette werden durch das Erhitzen schnell zu Transfetten, die unser Körper gar nicht mag. Backen Sie Ihre Pommes frites lieber im Backofen.

9. Zeit nehmen und genießen

Genießen Sie Ihre Mahlzeiten: Eine ruhige Atmosphäre und genug Zeit – möglichst in Gesellschaft – fördern den Genuss beim Essen. Gründliches Kauen hilft bei der Verdauung und dabei, dass Nährstoffe besser aufgenommen werden können.

10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung sind beides feste Bestandteile eines gesunden Lebensstils. Sport und Bewegung heißt nicht gleich, einen Marathon in Angriff zu nehmen. Spazierengehen oder gelenkschonende Sportarten wie Fahrradfahren oder Schwimmen sind sinnvoll und hilfreich. So tun Sie nicht nur etwas für Ihr Wohlbefinden, Sie halten Ihre Gelenke dadurch in Bewegung und beugen zudem einer Gewichtszunahme vor.

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Buch-Tipp:

Mirko Reeh, André Großfeld
„Küche in Bewegung – Kochen schnell und leicht“
Kochbuch von Herausgeber Dr. med. Constanze Richter, Bärbel Mattka, B3 Verlag,
Frankfurt/M. 2009
ISBN 978-3-938783-54-2

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Eine gesunde Beziehung mit Rheuma

Das Leben kann noch so gut geplant sein – es gibt Dinge, die stellen es auf den Kopf – eine Diagnose wie rheumatoide Arthritis (RA) zum Beispiel. Sie kann die Partnerschaft, das eingespielte Zusammenleben und auch gemeinsame Pläne verändern. Mit den richtigen Strategien aber können Sie es als Paar schaffen, diese Herausforderung zu meistern.

Hinweis:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir im Text nur den Begriff „Partner“. Selbstverständlich sind Partnerinnen und Partner gemeint.

Die gute Nachricht zuerst: Sie können auch mit einer RA weiterhin eine harmonische und erfüllende Partnerschaft führen. Das schenkt jede Menge Energie, Wohlgefühl und Geborgenheit, was einen positiven Einfluss auf Ihren körperlichen Zustand hat.

Dann und wann aber kann es trotzdem sein, dass Sie sich durch Ihre RA müde und lustlos fühlen. Vielleicht bekommen Sie es dann mit widersprüchlichen Gefühlen zu tun: Einerseits wollen Sie Ihren Partner durch Ihre RA nicht belasten, andererseits wünschen Sie sich von ihm aber vielleicht mehr Trost und Halt als sonst.

Und Ihr Partner? Auch er muss erst einmal lernen, mit der neuen Lebenssituation klarzukommen. Vor allem muss er das richtige Maß finden, was seine Hilfe angeht, und schwankt vielleicht am Anfang zwischen Unterstützung und Überbehütung. Nimmt er Ihnen aber aus Liebe und Fürsorge zu viel ab, könnte es sein, dass Sie sich irgendwann „bemuttert“ fühlen. Und das bringt jede gleichberechtigte Partnerschaft früher oder später aus dem Gleichgewicht.

Eine offene und ehrliche Kommunikation ist in so einer Situation der Schlüssel, um Lösungen zu finden. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und sagen Sie ihm, wie viel Hilfe Sie sich wünschen und wann es Ihrer Ansicht nach genug ist. Als Mensch mit einer rheumatischen Erkrankung dürfen Sie sich nicht scheuen, Ihre Wünsche zu äußern. Außerdem gilt es auch, den gesunden Partner zu schützen. Stellt er seine Bedürfnisse zu häufig zurück, überfordert er sich irgendwann – und auch das kann einer Beziehung auf Dauer kaum guttun.

Die Krankheit nicht zum Dauerthema machen

Die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz stellt ebenfalls eine wichtige Säule in starken Beziehungen dar – ob mit oder ohne Rheuma. In guten Partnerschaften geht jeder darum auch seinen eigenen Interessen nach. Und dann sind wieder gemeinsame Unternehmungen dran.

Als Paar sollten Sie zudem darauf achten, die RA nicht zum Dauerthema zu machen, das alles andere verdrängt. Das bedeutet nicht, Ihre Krankheit zu ignorieren, aber es gibt auch noch andere Dinge in Ihrem Leben – und die gilt es zu genießen. Das können gemeinsame Projekte wie Urlaub, Restaurant- und Theaterbesuche, aber auch Treffen mit Familie und Freunden sein. Danach gilt es auch immer wieder, im Alltag genügend Zeit für Erholung einzuplanen. Das fördert die Ausgeglichenheit und nützt dem Miteinander.

Der Lust eine Chance geben

Sexualität ist nicht nur ein natürliches Bedürfnis, sondern auch eine Ausdrucksform von Liebe und Anziehung. Viele Menschen mit Rheuma leben ihr Lustpotenzial aber nicht richtig aus. Und das kann sich in Form von Spannungen auf die Beziehung auswirken.

Klar kann es Zeiten geben, in denen Sie überhaupt nicht über Sexualität nachdenken mögen, sobald Ihnen Ihre Gelenke wehtun oder Sie sich erschöpft fühlen. Das sind aber nur Phasen und kein Grund, sich auf Dauer von Zärtlichkeit und Sinnlichkeit in Ihrer Partnerschaft abzuwenden.

Zugegeben, nicht jedem fällt es leicht, über sexuelle Bedürfnisse oder Probleme zu sprechen – aber ein Gespräch zum Beispiel mit Ihrem Rheumatologen bietet auch die Chance, Lösungen zu finden. Fakt ist: Störungen der Sexualität können sowohl durch die Krankheit selbst verursacht sein als auch durch eventuelle Nebenwirkungen verschiedener Medikamente.

Wichtig ist auch, dass Sie und Ihr Partner sich von allen Vorstellungen verabschieden, wie Sexualität zu sein hat. Das gilt auch für Verhaltensmuster und Gewohnheiten aus der Vergangenheit. Stattdessen gilt es, sich den aktuellen körperlichen und psychischen Gegebenheiten anzupassen. Auch hier hilft es, das offene Gespräch zu suchen – diesmal mit dem Partner. Machen Sie sich klar, dass Sexualität viele Facetten hat und sich nicht nur auf den Geschlechtsverkehr beschränkt. Schmusen, berühren, streicheln – auch das kann an- und aufregend sein und Ihr Liebesleben bereichern.

5 Tipps für ein schönes Liebesleben

1. Entspannte Zeiten nutzen

Gehören auch Sie zu den Menschen, die sich körperlich und seelisch am Nachmittag am besten fühlen? Das hängt möglicherweise mit Ihrer Hormonausschüttung zusammen. Auf jeden Fall umgehen Sie zu diesem Zeitpunkt sowohl die für Menschen mit RA typische Morgensteifigkeit in den Gelenken als auch abendliche Erschöpfung. Wenn es Ihre berufliche Situation zulässt, kann es darum helfen, sich am Nachmittag für ein Liebes-Date mit Ihrem Partner „zu verabreden“. Sollte das unter der Woche nicht möglich sein, lässt sich das vielleicht am Wochenende einrichten.

2. Für sinnliche Atmosphäre sorgen

Sich richtig hinzugeben, klappt meist nur, wenn die Atmosphäre auch stimmt. Also nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit für die Vorbereitung. Stellen Sie Duftkerzen und Blumen auf und verbannen Sie Bandagen, Arznei- und Salbengerüche aus dem Schlafzimmer – sie wirken wenig stimulierend. Falls es Ihnen schwerfällt, sich verführerisch zu entkleiden, dann lassen Sie die Hüllen einfach schon fallen, bevor Ihr Partner das Zimmer betritt.

Manchen fällt auch das Öffnen von Kondompackungen mit rheumatischen Fingern schwer. Um langes Hantieren zu vermeiden, können Sie das Kondom bereits vorher ausgepackt bereithalten. Ihr Einsatz ist gerade für Frauen mit einer RA wichtig, da viele Rheumamedikamente eine sichere Verhütung erfordern. Zudem schützen Kondome vor Infektionen. Es gibt eine Reihe von Medikamenten zur Behandlung der RA, die das Immunsystem beeinflussen.

3. Gemeinsam einstimmen

Das Vorspiel ist oft entscheidend für ein erfüllendes Erlebnis zu zweit. Das trifft für Menschen mit einer RA sogar stärker zu als für Gesunde. Denn ein warmes Bad mit Kerzenlicht und Musik oder auch eine sanfte Massage mit duftenden Ölen tragen wesentlich zur Entspannung (und Vorfreude) bei und können helfen, Schmerzen in den Gelenken zu lindern. Das hilft, leichter „loszulassen“ und sich ganz den angenehmen Gefühlen zuzuwenden.

4. Kleiner Begleiter

Gleitmittel wurden erfunden, um Scheidentrockenheit entgegenzuwirken. Und die begleitet häufig eine rheumatische Erkrankung beziehungsweise ist die Folge mancher Medikamente. Darum ist es nie verkehrt, wenn Sie ein Gleitmittel griffbereit im Nachtschrank haben. Das hilft, den Verkehr „reibungsloser“ zu gestalten. Empfehlenswert sind Produkte ohne Konservierungsstoffe, um Reizungen der Schleimhäute zu vermeiden.

5. Ergründen Sie gemeinsam neue Positionen

Gerade wenn Sie eine RA haben, ist es wichtig, dass Sie durch das Gewicht Ihres Partners nicht belastet werden. Sie können spielerisch verschiedene Positionen ausprobieren und dabei herausfinden, wann so wenig „Last“ wie möglich auf Ihren schmerzhaften Gelenken liegt. Generell sind Stellungen gut, bei denen der Partner mit der RA „oben“ bleibt, um dadurch Bewegung und Belastung steuern zu können. Das tut nicht nur Ihren Gelenken gut, sondern kann auch sehr lustvoll sein und Ihr Liebesleben durchaus bereichern.

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Sport und rheumatoide Arthritis: Bewegung für Beweglichkeit

Auch nach der Diagnose „rheumatoide Arthritis“ ist Vorbeugung wichtig. Gezieltes Training hilft dabei, betroffene Gelenke beweglich zu halten und eine Versteifung zu verhindern.

Sport ist gesund – auch mit einer rheumatoiden Arthritis (RA) oder besser: gerade damit! Denn neben der Freude und Energie, die Sie durch einen bewegten Körper aktivieren können, tragen Sie auch zu einem vorbeugenden und bessernden Effekt bei.

Bewegen Sie was!

Bewegung hält beweglich

Bewegung hält beweglich. Klar, wenn der Körper schmerzt, ist es nicht so einfach, sich zum Sport zu motivieren. Aber gerade für Menschen mit einer RA ist Bewegung wichtig, damit die Gelenke nicht versteifen. Das ist der Grund, warum die Physiotherapie ein wichtiger Bestandteil Ihrer Behandlung ist. Aber reichen ein bis zwei Behandlungen wöchentlich bei einem Experten schon aus? Nein, denn Physiotherapie und Sport ergänzen sich. Während der Physiotherapeut gezielt auf Ihre Gelenke einwirkt, die von der Erkrankung betroffen sind, fördern Trainingseinheiten Ihre allgemeine Beweglichkeit und halten diese aufrecht.

Sport tut dem Körper gut

Nicht nur Ihre Gelenke, auch andere Körperpartien profitieren vom Sport. Sie trainieren damit Ihren gesamten Bewegungsapparat – also auch Muskeln, Bänder, Sehnen und Knochen. Sie verbessern Ihre Koordination, Kraft und Ausdauer, stärken Ihr Herz-Kreislauf-System, und auch Stoffwechsel und Atmung profitieren davon. Durch Sport können Sie zudem ein gesundes Körpergewicht halten oder, was noch wichtiger ist: wenn nötig Übergewicht loswerden. Gerade Letzteres entlastet Ihre Gelenke, was bei einer RA besonders hilfreich ist.

Auch die Psyche profitiert

Ihre Psyche profitiert. Sport baut Stresshormone ab, hebt die Stimmung, fördert das Selbstvertrauen und kann dabei helfen, Ängste abzubauen. Das kann Sie auch im Umgang mit Ihrer RA unterstützen und zufriedener machen und Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität steigern.

Welcher Sport bei Rheuma?

Sie möchten jetzt vielleicht gleich mit dem Training starten? Dann gilt es zu klären: Welche Sportarten sind bei einer RA überhaupt „erlaubt“? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn welcher Sport, wie viel davon und in welcher Intensität das Richtige ist, das besprechen Sie am besten individuell mit Ihrem Rheumatologen.

Eines gilt es aber im Hinterkopf zu behalten: Ein akut entzündetes Gelenk sollten Sie weiter bewegen, aber nicht übermäßig belasten. Denn durch die Entzündung sind Bänder, Kapselstrukturen, Knorpel und Knochen geschwächt. Das trifft auch dann zu, wenn die Entzündung gerade dabei ist abzuklingen. Nach der Entzündung gilt es deshalb, das Gelenk zunächst zu stabilisieren, damit es normale Belastungen wieder tragen kann.

Lassen Sie es als Sporteinsteiger langsam angehen

Die Auswahl der Sportart sollte sich auch danach richten, welche Gelenke bei Ihnen betroffen sind. Macht Ihr Knie Probleme? Dann sind Schwimmen oder Aqua-Work-out eine gute Option, Laufen hingegen ist dann weniger empfehlenswert.

Sind die Daumengrundgelenke entzündet? Dann ist Laufen wieder okay. Oder Sie setzen auf die gelenkschonendere Variante wie Nordic Walking. Wichtig bei allen Sportarten, die Sie anvisieren: Ihr Arzt sollte vorher grünes Licht gegeben haben. Eine individuelle Beratung ist besonders dann wichtig, wenn bei Ihnen bereits bleibende Gelenkschäden vorhanden sind.

Ihr Sportprogramm steht? Dann muten Sie sich zu Beginn nicht zu viel zu. Falscher sportlicher Ehrgeiz kann Ihren Körper schnell überfordern. Gerade als Sporteinsteiger sollten Sie lieber mehrere kleine Einheiten absolvieren, statt sich komplett zu verausgaben. Gönnen Sie sich immer wieder Pausen. Sie werden sehen: Nach den ersten Erfolgen macht das nächste Training umso mehr Spaß. Sobald Sie schon etwas fitter sind, können Sie Ihre Sporteinheiten auf drei- bis viermal 30 Minuten pro Woche erhöhen.

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Mit Rheuma aktiv im Beruf bleiben

Wie beeinträchtigt mich die rheumatoide Arthritis im Berufsleben? Diese Frage stellen sich viele Betroffene, sobald sie die Diagnose erhalten. Die Antwort: Mit der richtigen Unterstützung und einer konsequenten, effektiven Therapie ist ein erfülltes Arbeitsleben möglich.

Der Beruf ist für viele Menschen erfüllender Lebensinhalt und Teil der eigenen Identität. Die finanzielle Unabhängigkeit ist dabei für viele Menschen, die eine rheumatoide Arthritis (RA) haben, oft nur ein Aspekt. Die Arbeit schenkt (meist) Selbstbewusstsein, vermittelt soziale Kontakte und lenkt zugleich von der Erkrankung ab. Das sind alles Punkte, die dazu beitragen können, die Erkrankung besser zu bewältigen.

Die Entscheidung, wie Sie mit der Erkrankung am Arbeitsplatz umgehen, müssen Sie – entsprechend der Situation an Ihrem Arbeitsplatz – selbst treffen. Ein offener Umgang kann Missverständnisse vermeiden und Konflikten vorbeugen. Aber nicht jeder Vorgesetzte oder Arbeitgeber hat das Verständnis oder den Weitblick, die positiven Eigenschaften eines Mitarbeiters zu sehen, der eine rheumatische Erkrankung hat.

Andererseits schafft ein offener Umgang die Möglichkeit, auch mit einer rheumatischen Erkrankung langfristig an einem Arbeitsplatz zu bleiben. Denn nur so können Lösungen für Schwierigkeiten gefunden werden. Oft können schon mit kleinen Veränderungen wie flexibleren Arbeitszeiten oder einer ergonomischen Ausstattung des Arbeitsplatzes große Veränderungen für die Gesundheit des betroffenen Arbeitnehmers erreicht werden

Dazu lohnt es sich auch, das Integrationsamt hinzuzuziehen. Es kann Ihnen als Arbeitnehmer beratend zur Seite stehen und gegenüber dem Arbeitgeber vermittelnd auftreten. Voraussetzung: ein gutes, kollegiales Betriebsklima.

Eigeninitiative ist auf dem Weg zum rheumagerechten Arbeitsplatz wichtig

Mit einer rheumatischen Erkrankung muss in verschiedenen Bereichen des Lebens manchmal ein neuer Weg eingeschlagen werden. Dieser Wandel macht vor der Arbeitswelt oft keinen Halt. Hindert die Erkrankung Sie daran, den bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch eines ist auf dem Weg zum rheumagerechten Arbeitsplatz besonders wichtig: Eigeninitiative! Veränderung braucht oft Mut und kostet auch Kraft. Doch ein erfülltes Berufsleben leistet einen wichtigen und langfristigen Beitrag zu einem Leben im Gleichgewicht. Und: Sie sind nicht allein auf Ihrem Weg!

Die Unterstützung für die Erhaltung von Arbeitskraft und Beschäftigung ist vielfältig gesetzlich geregelt. Welche Ansprüche bestehen und umgesetzt werden können, hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Eine Beratung durch einen Rechtsanwalt, der auf Arbeitsrecht spezialisiert ist, kann Aufschluss darüber geben, welche Möglichkeiten in Ihrer individuellen Situation bestehen. Doch es gibt noch weitere wichtige Anlaufstellen, die beraten und unterstützen.

Seit 2001 sind die Gesetze und Regelungen für behinderte Menschen im Sozialgesetzbuch IX festgehalten. Auch wenn es vielen schwerfällt, sich amtlich bestätigen zu lassen, dass die rheumatische Erkrankung mögliche Behinderungen mit sich bringt, so hat dies auch Vorteile.

Was versteht der Gesetzgeber unter Behinderung?

Doch zunächst gilt es zu klären: Was versteht der Gesetzgeber eigentlich unter einer Behinderung nach dem Sozialgesetzbuch IX? Darunter fallen Einschränkungen in der körperlichen Funktion, den geistigen Fähigkeiten oder der seelischen Gesundheit, die mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate anhalten.

Auch wenn viele mit den Begriffen „Schwerbehinderung“ und „Behinderung“ falsche Vorstellungen und negative Gefühle verbinden, so sind sie doch die Grundlage, um die vom Staat angebotenen Rechte und Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Und schwerbehindert oder behindert zu sein, ist nicht gleichbedeutend mit Pflegebedürftigkeit oder Hilflosigkeit. Auch ein Mensch, der wie Sie im Leben steht und für sich selbst sorgen kann, kann (schwer-)behindert sein.

Abhängig davon, wie stark die Einschränkungen durch die Erkrankung sind, wird der Grad der Behinderung (GdB) bestimmt. Ab einem GdB von 50 liegt eine Schwerbehinderung vor und ein Schwerbehindertenausweis kann ausgestellt werden.

Hier ein kleiner Überblick:

  • GdB 10
    Ohne wesentliche Einschränkungen
  • GdB 20–40
    Mit geringen Einschränkungen
  • GdB 50–70
    Mit mittelgradigen Einschränkungen
  • GdB 80–100
    Mit schweren Einschränkungen

Steuerfreibeträge

Ab einem GdB von 25 gibt es einen Steuerfreibetrag, dessen Höhe vom GdB abhängig ist. Dies schafft einen Ausgleich zu den durch die Erkrankung verursachten Kosten. Einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung können Sie beim zuständigen Versorgungsamt stellen.

Ein GdB von 50 und mehr ermöglicht weitere Nachteilsausgleiche:

  • Erweiterter Kündigungsschutz
  • Eine Woche zusätzlicher Urlaub
  • Finanzielle Unterstützung für Arbeitshilfen (einkommensunabhängig)
  • Finanzielle Unterstützung beim Kauf eines behindertengerechten Autos mit beispielsweise Automatikgetriebe (einkommensabhängig)

Detaillierte Infos zu finanziellen Zuschüssen und Ihren Rechten am Arbeitsplatz bekommen Sie über das Integrationsamt unter www.integrationsaemter.de.

Haben Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung gefunden, dauerhaft Ihren Arbeitsplatz zu erhalten? Dann können Sie sich für den „RheumaPreis“ bewerben! Mehr Infos finden Sie unter www.rheumapreis.de.

RheumaPreis: Aktiv mit Rheuma am Arbeitsplatz

1,5 Millionen Menschen in Deutschland haben eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, darunter viele im erwerbsfähigen Alter. Derzeit geben rund 5 Prozent der Berufstätigen mit rheumatoider Arthritis in den ersten beiden Jahren ihrer Erkrankung und rund 10 Prozent in den ersten 2 bis 5 Jahren ihren Arbeitsplatz auf. Nach über zehn Jahren Erkrankungsdauer beziehen 40 Prozent der Betroffenen im erwerbsfähigen Alter eine Erwerbsminderungsrente. Dabei können bereits einige wenige Vorkehrungen ausreichen, wie etwa die rheumagerechte Ausstattung des eigenen Büros, um weiter leistungsstark im Beruf zu bleiben.

Die Initiative „RheumaPreis“ prämiert jährlich Arbeitnehmer und Arbeitgeber für ihren partnerschaftlichen Einsatz zum Erhalt der Berufstätigkeit mit Rheuma. AbbVie und seine Partner wollen damit Beispiele gelungener beruflicher Einbindung öffentlich machen. Und sie möchten andere Menschen mit Rheuma zum Nachmachen ermutigen. Aktiv mit Rheuma am Arbeitsplatz – viele Preisträger der vergangenen Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, dass dies möglich ist.

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