Was ist Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen

Was bedeutet Morbus Crohn eigentlich? Geht es wieder weg? Und kann ich etwas dagegen tun? Hier findest Du Antworten, die Dir helfen, mit der Erkrankung umzugehen.

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Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen: Alles, was Du wissen solltest

Wenn Du die Diagnose Morbus Crohn erhältst, bist Du vielleicht zunächst verunsichert. Das ist völlig normal. Zum Glück gibt es inzwischen wirksame Therapien, mit denen Du die Erkrankung gemeinsam mit Deinem Arzt in den Griff bekommen kannst.

Du bist nicht allein mit Morbus Crohn

Fühlst Du Dich in letzter Zeit anders als sonst – irgendwie schlapper und müder? Hast Du immer häufiger Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber? Vielleicht hast Du sogar abgenommen, obwohl Du das gar nicht wolltest? Dann geht es Dir wie vielen anderen Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohn.

Was macht man da bloß? Zunächst solltest Du Dich dazu von Deinem Hausarzt untersuchen lassen und ihm die Symptome schildern. Falls dieser den Verdacht bestätigt, dass es sich bei Dir um Morbus Crohn handeln könnte, wird er Dir einen entsprechenden Spezialisten für Darmerkrankungen, den sogenannten Kindergastroenterologen, empfehlen.

Diagnose Morbus Crohn – und nun?

Was aber ist Morbus Crohn eigentlich genau? Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die meist in Schüben auftritt. Der amerikanische Arzt Dr. Crohn hat diese Erkrankung 1932 entdeckt. Deshalb hat man sie nach ihm benannt. Der Begriff „chronisch“ bedeutet, dass Morbus Crohn nicht geheilt werden kann. Es gibt aber jede Menge Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Dein Arzt und Du die Erkrankung in den Griff bekommen könnt.

Die Entzündung tritt meist beim Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm auf. Sie kann aber auch den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betreffen. Dadurch kommt es häufig zu Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust. Zudem kann bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum gestört und die Pubertät hinausgezögert werden.

In Deutschland sind rund 260.000 Menschen davon betroffen. Bei einem Viertel der Menschen mit Morbus Crohn zeigt sich die Erkrankung bereits im Kinder- oder Jugendalter. In seltenen Fällen können aber auch Kleinkinder Morbus Crohn bekommen. Du siehst, Du bist nicht allein damit.

Auffällig ist, dass Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen in den westlichen Industrieländern in den letzten Jahren immer häufiger aufgetreten ist. Inzwischen ist fast jeder dritte Mensch mit Morbus Crohn bei der Diagnose jünger als 10 Jahre. Und während die Erkrankung bei erwachsenen Männern und Frauen gleich häufig auftritt, sind bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren die Jungen ein wenig öfter betroffen.

Niemand kann etwas dafür, dass er Morbus Crohn bekommt

Wie aber kommt es dazu, dass jemand an Morbus Crohn erkrankt? Ganz genau wissen die Forscher das noch nicht. Sie sind sich mittlerweile jedoch fast sicher, dass mehrere Gründe für den Ausbruch dieser chronischen Entzündung im Darm zusammenkommen müssen. Zum einen spielt die erbliche Veranlagung eine Rolle, denn unter den nahen Verwandten von Menschen mit Morbus Crohn findet sich die Erkrankung tatsächlich häufiger als bei jenen, bei denen diese Erkrankung noch nie in der Familie aufgetaucht ist.

Die Gene, die man erbt, sind eine Sache, die wirklich keiner beeinflussen kann. Und das bedeutet: Niemand kann etwas dafür, wenn er an Morbus Crohn erkrankt ist. Auch Du nicht! Gleichzeitig gilt: Nicht jeder, bei dem diese Erkrankung schon einmal in der Familie aufgetaucht ist, bekommt sie später auch automatisch und auf jeden Fall. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls daran zu erkranken, erhöht.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Immunsystem. Normalerweise erkennt und bekämpft das körpereigene Abwehrsystem Eindringlinge wie Viren oder Bakterien. Das zeigt sich dann in Form einer Entzündung im Körper. Nachdem die Fremdkörper erfolgreich bekämpft wurden, beruhigt sich das Immunsystem wieder und die Entzündung klingt ab. Im Grunde ist sie eine normale Reaktion unseres Körpers, die aber irgendwann wieder aufhören muss. Wenn dies nicht passiert, nennen Mediziner die Entzündung „chronisch“.

Der Darm stellt für das Immunsystem dabei eine Herausforderung dar. Warum? Weil in ihm viele unterschiedliche Bakterien leben, die bei der Verdauung helfen und Nährstoffe verwerten. Der Darm verfügt über ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, dennoch muss die körpereigene Abwehr mehrfach täglich unterscheiden, ob sie auf nützliche Nahrungsteilchen und wertvolle Darmbakterien trifft oder ob es sich um schädliche Fremdstoffe handelt.

Die Schleimhaut im Darm ist geschwächt

Bei Morbus Crohn ist dieses Abwehrsystem durcheinandergeraten. So konnten Wissenschaftler nachweisen, dass bei einem Teil der Betroffenen bestimmte Gene verändert waren – und zwar diejenigen, die dabei helfen, eindringende Bakterien zu erkennen und abzuwehren. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass bei Menschen mit dieser genetischen Veranlagung ungefährliche Darmbakterien in die Darmschleimhaut eindringen und eine viel zu starke Reaktion beim Immunsystem auslösen.

Das Immunsystem schlägt also Alarm und reagiert im Darm mit einer Entzündung. Und das ist der Grund, warum es dann zu Durchfall und heftigen Bauchkrämpfen kommt. Anders als bei gesunden Menschen klingt die Entzündung im Darm nicht mehr ab, sondern bleibt dauerhaft bestehen.

Zum Glück gibt es heute gute Therapiemöglichkeiten für Morbus Crohn. Unter Umständen unterstützt Dich eine besondere Ernährung für den Darm dabei, die Symptome von Morbus Crohn in ihre Schranken zu weisen. Medikamente können ebenfalls helfen, die Beschwerden zu lindern und den Verlauf der Erkrankung zu mildern.

Mithilfe einer Ernährungstherapie oder Medikamenten erleben manche Kinder und Jugendliche mit Morbus Crohn sogar jahrelange Phasen, in denen sie kaum Beschwerden haben. Ganz heilbar ist diese chronisch-entzündliche Erkrankung im Darm bisher aber noch nicht.

Eine gute und wirksame Therapie ist entscheidend, weil sie Deine Entwicklung und Dein Wachstum unterstützt und dafür sorgt, dass alles so ungestört und reibungslos wie möglich verläuft. Grund: Wenn Du einen entzündeten Darm hast, kann der die Nährstoffe nicht so gut aufnehmen. Aber genau die benötigt Dein Körper für seine (Weiter-)Entwicklung. Deshalb ist es so wichtig, dass diese chronische Entzündung im Darm bei Kindern und Jugendlichen rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

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