Leben mit Acne inversa

Acne inversa kann sich auf viele Lebensbereiche auswirken. Mit Ihrem Lebensstil können Sie jedoch selbst aktiv dazu beitragen, die Einschränkungen durch die Erkrankung zu mindern.

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Informationen und Tipps für ein aktives Leben mit Acne inversa

Lassen Sie Ihr Leben nicht von der Krankheit bestimmen, sondern vertrauen Sie auf eine optimale Behandlung, die die Symptome auf ein Minimum reduzieren kann. Dabei haben Sie selbst einen maßgeblichen Anteil am Behandlungserfolg und können aktiv an diesem mitwirken.

Was können Sie selbst zum Behandlungserfolg beitragen?

Geduld, Zeit, Kraft – Acne inversa verlangt Ihnen einiges ab. Eine konsequente Therapie ist die beste Basis, um mit möglichst wenigen Einschränkungen durch die Erkrankung zu leben. Dafür ist Ihre eigene aktive Mitarbeit sehr wichtig. Zum Beispiel bei der gründlichen Wundversorgung oder der regelmäßigen und gewissenhaften Einnahme Ihrer Medikamente. Änderungen der Dosis oder der Häufigkeit der Einnahme sollten nie ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt erfolgen, um den gewünschten Behandlungserfolg sicherzustellen. Darüber hinaus sollten Sie Ihrem Arzt regelmäßig Rückmeldung über Behandlungserfolge oder -misserfolge geben und ihn über Ihren aktuellen Zustand auf dem Laufenden halten.

Informieren Sie sich

Lassen Sie deshalb keine Fragen offen, informieren Sie sich ganz genau über Ihre Krankheit und die Behandlung und werden Sie selbst zum Experten in Sachen Acne inversa. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt auch über mögliche persönliche Probleme bei der Durchführung Ihrer Behandlung, falls Sie irgendwelche Nebenwirkungen befürchten oder wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind. Gegebenenfalls können Sie im Gespräch mit Ihrem Arzt auch eine andere Behandlungsart einfordern oder um psychologische Unterstützung bitten, wenn Sie der Meinung sind, dass dies notwendig ist und Ihnen guttut.

Je besser Sie informiert sind, desto sicherer fühlen Sie sich im Umgang mit der Erkrankung und desto weniger fühlen Sie sich dieser ausgeliefert. So können Sie auch wichtige Entscheidungen bei der Behandlung aktiv mittragen und besser mitentscheiden. Nur wenn Sie ganz genau wissen, was im täglichen Leben einen positiven Einfluß auf Ihre Krankheit hat und Ihrem persönlichen Wohlbefinden dient, können Sie Ihren Lebensstil und Ihr Verhalten entsprechend anpassen. Dazu gehört z. B., auf enge Kleidung zu verzichten, die Ernährungsgewohnheiten zu ändern oder neue Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.

Bei Passanten nachgefragt: Wer kennt Acne inversa?

Viele Menschen kennen Acne inversa nicht. Das zeigt auch die Nachfrage bei Passanten in diesem Video. Die meisten haben nie von der Krankheit gehört. Der Hautarzt Dr. med. Uwe Schwichtenberg klärt auf.

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Leben mit Acne inversa: Tipps für den Alltag

Der Alltag mit Acne inversa (Akne inversa) hält so manche Herausforderung bereit. Die Erkrankung kann unterschiedliche Lebensbereiche beeinflussen. Mit Ihrem Lebensstil und bestimmten Verhaltensweisen können Sie jedoch selbst aktiv dazu beitragen, die Einschränkungen durch die Erkrankung zu mindern.

Tragen Sie am besten weite, luftige und atmungsaktive Kleidung sowie Unterwäsche aus Baumwolle, um eine Reizung der Haut zu vermeiden.

Dunkle Farben kaschieren Nässe. Für den Fall, dass Ihre Kleidung einmal durchnässt ist, wenn Sie unterwegs sind, kann es Ihnen Sicherheit geben, etwas zum Wechseln dabeizuhaben.

Waschen Sie Ihre Kleidung bei mindestens 60 °C, um Bakterien abzutöten.

Benutzen Sie zum Waschen der von Acne inversa betroffenen Bereiche Einwegwaschlappen oder die blanken Hände. Geeignet sind milde Waschlotionen. Verzichten Sie auf Bürsten und alles andere, das zu einer zusätzlichen Reizung führen kann.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Hautarzt, ob es z. B. eine Salbe gibt, mit der Sie nach dem Waschen nicht geöffnete Abszesse behandeln können.

Achten Sie darauf, dass Ihre Körperpflegeprodukte, z. B. das Deodorant, alkohol- und parfümfrei sind, um Reizungen zu vermeiden. Auch Parfüm sollten Sie aus diesem Grund möglichst wenig verwenden.

Vermeiden Sie Trocken- und Nassrasuren der betroffenen Körperbereiche. Auf die Haarentfernung durch Wachsen oder Epilieren sowie auf aggressive Peelings sollten Sie ebenfalls verzichten. Das reizt die Haut zusätzlich.

Notwendige Rasuren führen Sie am besten mit einem Haarschneidegerät durch, das auf die kleinste Haarlänge eingestellt ist. So werden die Haare schonender gestutzt.

Ihr Hautarzt kann Sie beraten, ob es empfehlenswert ist, nicht betroffene Körperstellen mit Laserlicht zu epilieren. Dies kann unter Umständen eine weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindern.

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Acne inversa ist noch nicht endgültig geklärt. Studien zeigen jedoch, dass sich durch das Rauchen mehr Bakterien des Typs Staphylococcus aureus auf der Haut ansiedeln. Dieses Bakterium wirkt sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf aus. Weiterhin kann durch das Rauchen die Wundheilung verschlechtert werden.

Es ist keine leichte Aufgabe, aber wenn Sie unter Acne inversa leiden und rauchen, sollten Sie über eine passende Rauchentwöhnung nachdenken.

Übergewicht zählt nicht zu den Ursachen der Acne inversa, ist aber ein Risikofaktor. Es kann darüber hinaus die Schweißbildung sowie Reibung in den Hautfalten fördern und sich so ungünstig auf die Erkrankung auswirken. Zusätzlich fördert Übergewicht das Risiko für Begleiterkrankungen.

Überzählige Pfunde purzeln durch eine langfristige Ernährungsumstellung und Bewegung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie über eine Gewichtsabnahme nachdenken und Unterstützung suchen. Viele Krankenkassen bieten zudem Kurse zur Gewichtskontrolle an. Bauen Sie soweit wie möglich Bewegung in Ihren Alltag ein und nutzen Sie z. B. Apps, um sich zur Bewegung zu motivieren.

Ein Notfall liegt vor, wenn sich Ihr Gesundheitszustand sehr plötzlich verschlechtert. Das kann z. B. der Fall sein, wenn ein Abszess extrem schmerzhaft wird. Auch in diesen Situationen sollten Sie jedoch Abszesse nicht selbst öffnen und auch Fisteln nicht eigenständig entleeren. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Hautarzt, wie Sie im Notfall vorgehen können. Wenden Sie auch keine Medikamente, Salben oder Tinkturen an, ohne dies mit Ihrem Arzt abzusprechen.

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Erfahrungsberichte aus dem Leben mit Acne inversa

Jeder Mensch mit Acne inversa muss seinen eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung finden. Hier berichten Betroffene von Ihren Erfahrungen, Erlebnissen und davon, was Ihnen im Leben mit Acne inversa geholfen hat. Zu erfahren, wie andere mit den Herausforderungen der Erkrankung umgehen, kann Mut machen und zeigen, was trotz Acne inversa alles möglich ist.

Weg zur Akzeptanz der Acne inversa

Elke ist 62 Jahre alt und hat Acne inversa. Erste Beschwerden hat sie bereits seit ihrer Jugend. Die Diagnose erhielt sie jedoch erst viele Jahre später nach einer langen Odyssee. Elke ist sehr aktiv und engagiert, berufstätig und Mutter von drei Kindern – davon zwei Pflegekinder. Hier berichtet sie von ihrem Weg mit der Erkrankung und davon, was ihr dabei geholfen hat, die Acne inversa zu akzeptieren.

Seit ich mich erinnern kann – also schon im Kindesalter –, hatte ich Probleme mit der Haut. In der Pubertät traten immer wieder Abszesse im Achsel-, Leisten- und Genitalbereich auf. An symptomfreie Zeiten erinnere ich mich lediglich während und nach Urlauben am Meer. Bis ich die Diagnose Acne inversa erhielt, vergingen jedoch viele Jahre. Die Erkrankung hat es mir im Alltag oft schwer gemacht. Es war mir peinlich, wenn aus meiner Handtasche Wunddesinfektionsspray und Verbandsmittel quollen. Ich schämte mich beim Frauenarzt, wenn sich die Hautveränderungen am Oberschenkel, an der Leiste oder unter der Brust bemerkbar machten. Ich scheute mich, Begriffe wie Abszess, Furunkel oder Karbunkel offen auszusprechen. Stattdessen benutzte ich dafür das Wort „Defekt“.

Nach meiner Schwangerschaft 1996 bekam ich einen massiven Schub. Ein Jahr später erhielt ich dann endlich die Diagnose. Ich war zur Behandlung in der Klinik in einer dermatologischen Ambulanz. Dort wurde auch vermutet, dass der schwere Schub mit der hormonellen Umstellung nach der Schwangerschaft zusammenhängen könnte. Bis 2006 war es dann ein Auf und Ab mit der Krankheit: wiederkehrende kleinere Abszesse, die kamen und gingen. In den folgenden drei Jahren musste ich mehrere Operationen über mich ergehen lassen, dann hatte ich erst einmal wieder ein wenig Ruhe. 2012 dann wieder ein Schub und eine OP. Bis heute hatte ich jedoch nur vier stationäre Aufenthalte in der Klinik.

Trotz meiner Erkrankung kann ich meiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Nach den Operationen habe ich es geschafft, nach einer bis spätestens sechs Wochen wieder zur Arbeit zu gehen. Das war mir sehr wichtig. Glücklicherweise war ich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht auf mich allein gestellt. Bei der Wundversorgung zu Hause hatte ich kompetente Unterstützung durch eine Wundexpertin. Nach etwa zwei Wochen übernahm dann mein Mann jeweils den Verbandswechsel, was für mich auch eine große Unterstützung war. Mit ein bisschen Routine war jeder Verbandswechsel dann nach 15 Minuten geschafft.

Gut über die Erkrankung informiert zu sein, eine gute medizinische Versorgung auch nach der Entlassung aus der Klinik sowie der Rückhalt durch meine Familie sind in meinem Leben mit Acne inversa eine große Stütze. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich die Selbsthilfe. 2013 habe ich mit weiteren Betroffenen eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Unser Ziel war es, einen Anlaufpunkt zu schaffen, um Menschen mit Acne inversa die Scham und die Angst zu nehmen und sie dabei zu unterstützen, schneller in fachärztliche Behandlung kommen. Die Selbsthilfegruppe trifft sich alle zwei Monate. Wir setzen uns für die Vernetzung und den Austausch von Betroffenen untereinander, aber auch von Fachkliniken und niedergelassenen Ärzten ein. Zudem zählt die Organisation von Workshops und Fachtagungen zu den Aktivitäten.

Es liegt ein langer Weg mit Acne inversa hinter mir. Ich habe vieles ausprobiert, um die Krankheit einzudämmen, sie kam jedoch immer wieder. Heute weiß ich, dass ich eine genetische Disposition habe und nichts dafür kann, erkrankt zu sein. Ich habe die Acne inversa inzwischen akzeptiert. Ich gebe ihr den nötigen Raum, lasse sie aber mein Leben nicht bestimmen. Dabei ist es wichtig, mutig zu sein, selbst aktiv zu werden und sich von der Erkrankung nicht einschüchtern zu lassen.

Interview: Ich bin dann mal weg – mit Acne inversa auf dem Jakobsweg

Solange die Acne inversa aktiv war, war die Reise undenkbar. Nun hat Sandra die Erkrankung in den Griff bekommen und sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Sie ist den portugiesischen Jakobsweg gegangen. 11 Tage dauerte ihre Pilgerreise von Porto (Portugal) in das spanische Santiago de Compostela. 253 km legte Sandra in dieser Zeit zurück. Im Interview berichtet sie von ihren Eindrücken und davon, was sie auf dem Jakobsweg erlebt hat.

Sandra: Den Jakobsweg zu gehen, das war schon seit Jahren ein Traum von mir, seit ich das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gelesen hatte. Ich konnte aber nicht, die Acne inversa hat mich daran gehindert. Ich konnte nicht laufen, weil ich immer irgendwo Beulen hatte. Sport war auch nicht möglich. Jedes Mal, wenn ich mich stark angestrengt habe, hatte ich anschließend wieder vier oder fünf Beulen. Hinzu kam die Angst, was passiert, wenn ich unterwegs bin und Wunden nässen, sich ein Abszess bildet oder öffnet. Jetzt bin ich – nach meiner letzten Behandlung – seit drei Jahren symptomfrei. Das war die Voraussetzung dafür, dass ich mich auf den Weg machen konnte. Es gab einiges, was ich noch verarbeiten musste. In den letzten 18 Jahren hat die Acne inversa einige Spuren hinterlassen. Ich wollte für mich herausfinden, ob meine Ängste, die durch die Erkrankung entstanden sind, berechtigt sind.

Sandra: Ich habe mich erkundigt, welche Jakobswege es gibt und welcher davon etwas für mich sein könnte. Der französische, der ja am bekanntesten ist, fiel für mich gleich weg, da er inzwischen sehr überlaufen ist. Mir war wichtig, dass ich auch Ruhe finde. Der Schwierigkeitsgrad war auch wichtig, schließlich wollte ich mich nicht übernehmen. So habe ich mich für den portugiesischen Jakobsweg entschieden. Bei der Ausrüstung hat sich herausgestellt, dass ich eigentlich nur gute Schuhe und einen Rucksack benötigte. Alles Übrige hat man sowieso.

Sandra: Es war besser! Ich wollte herausfinden, wie fit ich körperlich bin und ob ich so krank bin, wie ich es mir selbst oder andere es mir eingeredet haben. Ich habe festgestellt: Nein, das bin ich nicht. Dann habe ich gelernt, dass meine Grenzen viel weiter gesteckt sind, als ich das vermutet hatte. Mit Acne inversa zieht man sich ja eher zurück und auch der Freundeskreis wird oft überschaubar im Laufe der Erkrankung. Ich wollte daher auch ein Stück weit ausprobieren, ob ich auf andere Menschen zugehen kann. Es hat sich gezeigt, dass mir das sehr gut gelingt – sogar in allen möglichen Sprachen, wenn es nötig ist. Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt.

Sandra: Gleich am Anfang der Reise hat mir ein erfahrener Pilger erzählt, dass der Weg irgendwann jeden Pilger zum Weinen bringt. Das habe ich nicht geglaubt, schließlich bin ich eigentlich nicht so nah am Wasser gebaut. Aber es passiert tatsächlich. Irgendwann tritt der Moment ein, an dem die Tränen kommen, auch wenn es eigentlich gar keinen Grund gibt. Die Tränen sind unglaublich befreiend. Mit jedem Schritt, den man läuft und weint, fällt das Laufen leichter. Das war sehr überraschend, aber das ging jedem so, den ich getroffen habe. Das war mein eindrücklichstes Erlebnis.

Sandra: Ja, an körperliche. Am vierten Tag, nach insgesamt 100 km mit Gepäck, ging nichts mehr. Ich wollte weiter, aber meine Beine haben nicht mehr mitgemacht. Das war die einzige Grenze, an die ich gestoßen bin. Nachdem ich 12 Stunden durchgeschlafen hatte, tat nichts mehr weh und es konnte weitergehen. Mir hat das gezeigt, dass in den Momenten im Alltag, in denen es manchmal scheinbar nicht mehr weitergeht, die Grenze noch gar nicht erreicht ist. Vielleicht habe ich da manchmal auch zu kurz vor dem Ziel aufgegeben.

Sandra: Ich weiß jetzt, dass ich viel mehr kann, als ich mir bisher zugetraut habe. Ich weiß jetzt, wo meine Grenzen sind. Ich kann viel mehr, als ich dachte. Durch die Acne inversa werden viele Grenzen gesetzt, vor allem körperliche. Obwohl ich derzeit keine Beschwerden habe, waren die Grenzen noch in meinem Kopf. Auch im Umgang mit anderen. Mit den Menschen, denen ich auf dem Jakobsweg begegnet bin, habe ich erlebt, wie es ist, sich einfach gegenseitig so anzunehmen, wie man ist. Die Acne inversa stand nicht im Vordergrund. Das war eine wichtige Erfahrung: Ich bin mehr als meine Krankheit. Auf dem Jakobsweg hat jeder seine Geschichte und jeder läuft seinen Weg – so wie er möchte und so wie er kann.

Sandra: Nächstes Jahr, das steht schon fest. Ich möchte jetzt jedes Jahr zwei Wochen unterwegs sein. Für 2018 habe ich mir den sogenannten englischen Jakobsweg ausgesucht. Der führt von Ferrol an der spanischen Küste nach Santiago de Compostela.
Vielleicht kann ich durch meinen Bericht andere Menschen mit Acne inversa ermutigen, selbst einmal mehr auszuprobieren oder etwas zu wagen. Ich glaube, jeder kann einen Pilgerweg schaffen, im eigenen Tempo natürlich. Gerade mit einer chronischen Erkrankung erfährt man unglaublich viel auf dem Weg – über sich und über das Leben.

Vielen Dank für das Gespräch!

Video: Erfahrungsberichte aus dem Leben mit Acne inversa

Michael und Sandra erzählen von ihrem persönlichen Weg mit der Acne inversa und davon, welche Rolle die Selbsthilfe dabei spielt.

 

Interview: Selbsthilfe bei Acne inversa

Sandra hat seit mehr als 20 Jahren Acne inversa – die Diagnose erhielt sie erst vor 3 Jahren. Auf der Suche nach Informationen zu ihrer Erkrankung kam sie zur Selbsthilfe. Im Interview berichtet sie, warum ihr der Austausch mit anderen Betroffenen wichtig ist und was die Selbsthilfe Menschen mit Acne inversa bieten kann.

Sandra: Es hat 18 Jahre gedauert, bis ich endlich die Diagnose Acne inversa bekommen habe. Dann suchte ich nach Informationen zur Erkrankung, aber fand so gut wie keine. Im Internet bin ich jedoch auf andere Betroffene gestoßen, die genauso ratlos mit der Diagnose dastanden. Mir wurde klar, dass ich nicht die einzige Betroffene bin, die Hilfe und Informationen braucht. Ich bin in eine Acne-inversa-Selbsthilfegruppe auf Facebook eingetreten und habe schließlich selbst eine Selbsthilfegruppe vor Ort gegründet.

Sandra: Ganz wichtig ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen. Wir profitieren gegenseitig von unseren Erfahrungen. Beim letzten Treffen der Selbsthilfegruppe haben wir zum Beispiel über den positiven Effekt der Stressreduktion gesprochen. So etwas erfährt man eher in der Selbsthilfe als in medizinischer Fachliteratur.

Mir hat es unheimlich geholfen zu sehen, dass ich nicht allein bin, dass andere ganz ähnliche Probleme haben und wie sie damit umgehen. Das kann der Umgang mit Schmerzen oder mit offenen Wunden sein. In der Selbsthilfe trifft man auf gegenseitiges Verständnis. Da sagt keiner „Stell Dich nicht so an“, sondern „Ja, ich verstehe Dich, so geht es mir auch und das tue ich dagegen“.

Durch die Selbsthilfe habe ich außerdem Kontakt zu auf Acne inversa spezialisierten Hautärzten bekommen. Dadurch habe ich sehr viel über die Krankheit gelernt. Ich habe endlich genau erfahren, was es mit Acne inversa auf sich hat und was ich tun kann, damit es mir besser geht.

Sandra: Ja, das passiert hin und wieder, da gibt es zwei Extreme. Manchmal melden sich Leute an, die immer wieder kurzfristig absagen. Wenn sie doch irgendwann zum Treffen erscheinen, stellt sich oftmals heraus, dass sie gegenseitiges Bemitleiden in der Runde befürchtet haben. Sie sind dann positiv über die lockere Runde überrascht. Beim anderen Extrem handelt es sich um Menschen, die von der Selbsthilfe fertige Lösungen oder Wundermittel erwarten. Sie werden dann enttäuscht, denn das gibt es leider nicht.

Sandra: Wir geben Informationen weiter, zum Beispiel wenn es neue Erkenntnisse zur Erkrankung gibt. Einmal im Jahr wird der Acne-inversa-Tag veranstaltet, dort gibt es geballte Informationen von Fachleuten. Hier regional biete ich regelmäßig einen Infotag für Betroffene und Interessierte an.

Auf der Seite www.akne-inversa.org sind alle Acne-inversa-Selbsthilfegruppen, die wir kennen, mit Ansprechpartner und Kontaktdaten gelistet. Darüber hinaus gibt es Acne-inversa-Facebook-Gruppen. Ein paar Foren zur Acne inversa gibt es im Internet auch.

Sandra: Such Dir eine Selbsthilfegruppe! Mir hat das am meisten von allem geholfen. Mein zweiter Rat wäre: Wende Dich an einen Arzt, der sich wirklich mit Acne inversa auskennt, begib Dich in fachkundige Hände.

Vielen Dank für das Gespräch!

Video: Tara erzählt von ihrem Weg mit Acne inversa

Tara berichtet, wie es ihr mit Acne inversa ergangen ist: vom langen Weg, bis die Diagnose gestellt wurde, bis zu ihrem Engagement in der Acne-inversa-Stiftung.

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Ernährung bei Acne inversa

Erstellt in Zusammenarbeit mit Dr. rer. biol. hum. Anja Waßmann-Otto, Ernährungstherapeutin, Hamburg
Zu den Ursachen von Acne inversa (Akne inversa) zählt die Ernährung nicht. Sie kann jedoch indirekt Einfluss auf die Krankheit nehmen. Daher lohnt es sich für Sie mit Acne inversa, auf eine ausgewogene und bewusste Ernährung zu achten. Und: Vermeiden Sie überzählige Pfunde! Auf diese Weise können Sie selbst aktiv positiv auf die Krankheit einwirken. Zusätzlich tun Sie etwas für Ihr allgemeines Wohlbefinden.

Was hat die Ernährung mit Acne inversa zu tun?

… kann sich negativ auf den Verlauf von Acne inversa auswirken: Eine vermehrte Schweißbildung und Reibung in Hautfalten kann die betroffene Haut reizen. Bestimmte Zellen im Fettgewebe setzen darüber hinaus bei Übergewicht vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe frei. Auch dies kann die Erkrankung fördern. Zusätzlich erhöht Übergewicht das Risiko für bestimmte Begleiterkrankungen.

… beeinflussen den Hormonhaushalt. Sie lassen den Blutzuckerspiegel stark ansteigen, wodurch viel Insulin ausgeschüttet wird. Es gibt Hinweise, dass sich dies ungünstig auf Acne inversa auswirkt. Schnell verfügbare Kohlenhydrate sind etwa in Weißmehlprodukten oder zuckerhaltigen Lebensmitteln enthalten.

… können auf eine Entzündung im Körper Einfluss nehmen. Die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure gehört etwa dazu. Sie sorgt dafür, dass entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet werden. Enthalten ist sie in fettreichen tierischen Lebensmitteln. Omega-3-Fettsäuren, wie sie z. B. in fettem Seefisch enthalten sind, scheinen hingegen einen günstigen Effekt auf Entzündungen allgemein zu haben.


Eine Acne-inversa-Diät gibt es nicht!

Eine bestimmte Diät bei Acne inversa gibt es nicht. Essen und trinken Sie ausgewogen und abwechslungsreich. Sie haben überzählige Pfunde? Dann nehmen Sie eine Gewichtsabnahme in Angriff. Nicht empfehlenswert bei Acne inversa ist eine zucker- und energiereiche Ernährung. Sie kann einen schlechten Einfluss auf die Krankheit haben. Ein bewusster und gesunder Ernährungsstil kann positive Impulse auf die Erkrankung haben und tut Ihnen gut.

Tipps für eine gesunde und bewusste Ernährung

Empfehlenswert

  • Vollkornprodukte bevorzugen und in Maßen genießen
  • Täglich mindestens 3 bis 4 Portionen Gemüse
  • Täglich 1 bis 2 Portionen zuckerarmes Obst (z. B. Beerenfrüchte, Zitrusfrüchte, Kiwis oder Aprikosen)
  • Omega-3-Fettsäuren auf den Speiseplan nehmen:
    – Pflanzliche Öle, wie Rapsöl oder Leinöl
    – Nüsse und Ölsaaten, wie Walnüsse, Leinsamen oder Chia-Samen
    – 1 bis 2 Mal pro Woche Fisch – fettreiche Seefische (z. B. Lachs, Hering oder Makrele) bevorzugen
  • Täglich 2 bis 3 Portionen Milchprodukte (Fettgehalt von 1,5 bis 3,5 %)
  • Maßvoll mit Alkohol umgehen

Nicht empfehlenswert

  • Zucker- bzw. kohlenhydratreiche Lebensmittel mit starker Blutzuckerwirkung:
    – Weißmehlprodukte
    – Süßigkeiten
    – Gesüßte Getränke
    – Smoothies und Säfte
    – Obst im Übermaß und Trockenfrüchte
  • Viel tierische Fette, die insbesondere die Omega-6-Fettsäuren Arachidonsäure enthalten, z. B.
    – fettreiches Schweine- oder Geflügelfleisch
    – Schweineschmalz
    – Eier
    – Innereien
  • Häufige Zwischenmahlzeiten und Pausensnacks

Gewichtskontrolle

Übergewicht rücken Sie am besten mit einer langfristigen Ernährungsumstellung – zusammen mit Bewegung – zu Leibe. Setzen Sie nicht auf kurzfristige oder einseitige Diäten. Damit riskieren Sie einen Jo-Jo-Effekt: Nach erfolgreicher Gewichtsabnahme kommen die Kilos zurück und gleich noch einige dazu. Suchen Sie sich Unterstützung. Erkundigen Sie sich etwa bei Ihrer Krankenkasse, ob diese ein Abnehmprogramm anbietet oder einen Zuschuss zu Kursen gibt.

Therapie mit Antibiotika

Die Behandlung mit Antibiotika richtet sich gegen unerwünschte, krankmachende Bakterien. Dabei kann jedoch auch die Zusammensetzung der Darmflora verändert werden. Besprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, ob bei längerfristiger Therapie mit Antibiotika die Einnahme von probiotischen Präparaten für Sie infrage kommt.

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Stress und Acne inversa

Zu viel zu tun bei der Arbeit, ein übervoller Terminkalender oder dicke Luft zu Hause – Stress kann uns überall im Leben begegnen. In vielen Fällen zählt auch die Acne inversa (Akne inversa) zu den Stressquellen. Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Scham durch Narben oder nässende Abszesse: Die Folgen der Erkrankung sind oft sehr belastend. Übermäßiger oder dauerhafter Stress beeinträchtigt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden. Er kann sich auch ungünstig auf die Acne inversa auswirken. Mehr als ein Drittel der Menschen mit Acne inversa berichten, dass Stress und Anspannung zu einer Verschlechterung der Krankheit führt. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, können unterschiedliche Wege gegangen werden:

  • Stressvermeidung: Der effektivste Weg gegen Stress ist die Stressvermeidung. Dabei werden belastende Einflüsse im Leben beseitigt oder verändert. Manchmal helfen schon geringe Veränderungen, etwa ein klärendes Gespräch oder die eigenen bzw. die Anforderungen anderer an sich selbst zu überdenken.
  • Stressbewältigung: Leider lassen sich nicht alle Stressquellen einfach ausschalten. Stressbewältigung ist daher ein weiterer wichtiger Weg im Umgang mit Belastungen. Dabei wird nicht die Stressquelle selbst, sondern die eigene Einstellung zu ihr verändert.
  • Krankheitsverarbeitung: Die Acne inversa selbst kann auch eine wesentliche Ursache für Stress und Belastung sein. Eine aktive und positive Krankheitsbewältigung trägt dazu bei, die Belastungen durch die Erkrankung zu mindern.

Strategien zur Krankheits- oder Stressbewältigung können so helfen, die Acne-inversa-Therapie zu unterstützen – sie können die Behandlung jedoch in keinem Fall ersetzen. Darüber hinaus gibt es kein Patentrezept im Umgang mit Stress oder der Acne inversa. Jeder Mensch kann jedoch individuell herausfinden, was ihm persönlich hilft, stressfreier und unbeschwerter durchs Leben zu gehen.

Umgang mit Stress und mit Acne inversa

Was raubt Ihnen Energie und belastet Sie? Machen Sie sich bewusst, wo Ihre Stressquellen verborgen sind. Haben Sie diese erkannt, kann ein neuer Weg eingeschlagen werden. Manchmal helfen schon kleine Veränderungen – ein klärendes Gespräch oder die eigenen Anforderungen an sich selbst zu überdenken.

  • Ist Zeitmangel die Ursache von Stress, kann es nützlich sein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem und setzen Sie Prioritäten.
  • Gehen Sie verantwortungsvoll mit Ihren Ressourcen um. Nehmen Sie die eigenen Grenzen wahr und lernen Sie, diese zu akzeptieren. Achten Sie darauf, dass Sie sich realistische Ziele setzen.
  • Nehmen Sie Unterstützung in Anspruch, wenn Sie diese benötigen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe anzunehmen oder danach zu fragen. Gestehen Sie sich Pausen zu, wenn Sie diese benötigen.
  • Versuchen Sie, in stressigen Situationen einen Schritt zurückzutreten. Mit etwas Abstand ist es oft leichter, Lösungen für Probleme zu finden. Mit gezielter Entspannung kann es gelingen, Abstand aufzubauen.
  • Versuchen Sie sich auf Ihre eigenen Stärken zu konzentrieren und nicht auf das, was Sie durch die Erkrankung womöglich nicht können.
  • Lernen Sie, auch einmal Nein zu sagen. Vielen Menschen fällt das schwer. Es kann jedoch helfen, Überforderung oder Überlastung aus dem Weg zu gehen.

Krankheitsbewältigung: Mit Acne inversa gut durchs Leben

Die Herausforderungen durch die Acne inversa sind vielfältig und können alle Lebensbereiche betreffen. Jeder Mensch muss seinen persönlichen Weg mit der Acne inversa finden. Es gibt Bewältigungsmuster, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern, andere können auf lange Sicht ungünstig sein. Bei einer positiven Krankheitsverarbeitung gelingt es, die Acne inversa als Teil des Lebens zu akzeptieren, ohne das Leben von ihr bestimmen zu lassen. Gelingt ein aktiver und offener Umgang mit der Acne inversa, kann das dazu beitragen, die Krankheit weniger als Belastung zu empfinden.

Gut über die eigene Erkrankung informiert zu sein kann helfen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und Lösungswege zu finden.

Der Austausch mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfe [https://www.abbvie-care.de/erkrankung/acne-inversa/was-ist-acne-inversa/?referer=www.acneinversa.de/links-ansprechpartner/] erleichtert vielen Menschen den Umgang mit der Erkrankung. Das kann in einer Selbsthilfegruppe oder auch im Internet in Foren sein.

Offenheit im nahen persönlichen Umfeld – dem Partner, der Familie oder engen Freunden gegenüber – kann Missverständnisse vermeiden und Verständnis fördern.

Bei Problemen, die Krankheit zu verarbeiten, kann eine Psychotherapie unterstützen, neue Wege im Umgang mit der Erkrankung zu erkennen und einzuschlagen.

Strategien zur Krankheitsbewältigung

Geeignet Ungünstig
Akzeptanz der Erkrankung Resignation
Aktive Problemlösung Passive Grundhaltung
Eigenverantwortlich mit der Erkrankung umgehen Bagatellisierung, Herunterspielen der Probleme
Selbstermutigung Bagatellisierung, Herunterspielen der Probleme
Suche nach Unterstützung Sozialer Rückzug
Informationssuche Grübeln
Gefühle zulassen Gefühle unterdrücken
Abstand gewinnen Selbstmitleid
Ablenkung suchen Sich selbst aufgeben

Krisen ernst nehmen!

Es kann passieren, dass die Belastung durch die Acne inversa als so gravierend empfunden wird, dass es aus eigener Kraft nicht mehr gelingt, sich aus dem Tief zu befreien. Depression oder starke Ängste können die Folge sein. Solche Situationen sollten sehr ernst genommen werden. Wenn Sie bei sich Zeichen einer Depression feststellen oder das Gefühl haben, im Umgang mit der Acne inversa überfordert zu sein, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder wenden Sie sich an einen Psychotherapeuten.

Entspannung gegen Stress

Entspannung löst Spannung und baut dadurch Stress ab. Durch Entspannung kann es gelingen, Stressreaktionen zu entschärfen und negative Spannungen abzubauen. Entspannung gibt daher die Möglichkeit, Stresssituationen gelassener anzugehen. Darüber hinaus trägt Entspannung zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Gezielte Entspannungstechniken, aber auch – ganz nach Typ und Geschmack – Lesen, Gartenarbeit, ein Hobby oder ein Waldspaziergang können für mehr Ruhe und Gelassenheit sorgen. Was ist Ihr persönliches Rezept, um zur Ruhe zu kommen? Finden Sie es heraus.

Tipps zur Entspannung

  • Erlernen Sie eine Entspannungstechnik: Progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Meditation sind Beispiele. Das erfordert etwas Geduld und Zeit, zahlt sich jedoch aus.
  • Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich selbst. Planen Sie z. B. einen Abend in der Woche fest ein, der für Dinge reserviert ist, die Ihnen guttun.
  • Achten Sie auf eine tiefe und ruhige Atmung: Tiefes und bewusstes Ein- und Ausatmen kann entspannen.
  • Schalten Sie ab, wenn Sie entspannen möchten: Machen Sie Ihr Handy aus, fahren Sie den Computer oder das Tablet herunter, schalten Sie das Telefon auf stumm.
  • Finden Sie Ihren Ort der Entspannung: Um den Kopf frei zu bekommen, können Sie einen Platz aufsuchen, den Sie mit Ruhe verbinden. Das kann der Garten, ein Park oder eine Bibliothek sein. Probieren Sie es aus!

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Psychotherapie bei Acne inversa

Acne inversa (Akne inversa) führt nicht nur zu körperlichen Einschränkungen. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung kann auch psychische, emotionale und soziale Folgen haben. Die Symptome der Acne inversa, wie Schmerzen und Geruchsentwicklung durch Abszesse, sind sehr belastend. Dies vor allem, wenn die Erkrankung schon länger anhält. Dadurch können negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl entstehen und sowohl Ängste, als auch Hilflosigkeit ausgelöst werden. Wie mit den Herausforderungen der Acne inversa umgegangen wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, die Belastungen besser zu verarbeiten. Das Erlernen einer gezielten Entspannungstechnik zur Stressbewältigung oder auch der Austausch in der Selbsthilfe sind Beispiele dafür. Wenn es zu Problemen bei der Krankheitsbewältigung, zu Rückzug aus Alltagssituationen kommt oder wenn es Anzeichen einer Depression oder starke Ängste gibt, kann eine Psychotherapie helfen. Sie kann in Situationen, die festgefahren, aussichtslos und unveränderbar scheinen, neue Perspektiven bieten. Psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen ist in der Gesellschaft leider immer noch ein stigmatisiertes Thema. Im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung wird es jedoch als hilfreich erachtet. Eine Psychotherapie ist eine Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Behandlung. Sie unterstützt dabei, belastende Situationen besser zu bewältigen. Der behandelnde Hautarzt kann beraten, ob eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll ist.

Was ist Psychotherapie?

Ziel der Psychotherapie ist es, Menschen dabei zu unterstützen, mit dem eigenen Leben – in diesem Fall mit Acne inversa – besser zurechtzukommen. Eine Psychotherapie bringt Veränderungsprozesse auf den Weg, die später im täglichen Leben aktiv umgesetzt werden können. Wichtige Voraussetzung ist die Bereitschaft, aktiv etwas an der eigenen Situation zu verändern. Wenn es um die Krankheitsbewältigung bei Acne inversa geht, kommen in der Regel zwei psychotherapeutische Verfahren zum Einsatz: die tiefenpsychologische Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Beide werden bei einer entsprechenden Diagnose von den gesetzlichen Krankenkassen und den meisten privaten Krankenversicherungen – abhängig vom Vertrag – übernommen.

Psychotherapeutische Verfahren

Sie konzentriert sich in der Regel auf einen klar definierten Lebenskonflikt. Im Gespräch werden die Einstellungen und Mechanismen, die hinter dieser seelischen Belastung stehen, erschlossen und verändert. Der Therapeut hat dabei eine „Lotsenfunktion“ und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Sitzungen finden etwa über ein halbes bis ein Jahr einmal wöchentlich in je 50 Minuten statt, können aber bei Bedarf auch häufiger und länger erfolgen.

Sie geht davon aus, dass psychische Probleme auf erlerntem Verhalten beruhen und ein Umlernen möglich ist. Der Fokus liegt darauf, neue Einstellungen und Verhaltensmuster zum aktuellen Problem zu erarbeiten und so die Lebensqualität zu erhöhen. Oft werden dabei Aufgaben eingesetzt, die selbst zu erarbeiten sind. Eine Therapie dauert maximal 80 Stunden, oft aber auch weniger, und findet in der Regel in Sitzungen von je 50 Minuten pro Woche statt.

Der Weg zur Psychotherapie mit Acne inversa

Es gibt sowohl Ärzte als auch Psychologen, die eine Ausbildung zum Psychotherapeuten haben und eine Psychotherapie durchführen können. Im Idealfall hat der Therapeut Erfahrung im Bereich Krankheitsbewältigung oder sogar mit chronischen Hauterkrankungen. Ein Therapeut kann direkt oder mit Überweisung durch den Haut- bzw. Hausarzt aufgesucht werden. Wichtig bei der Wahl des Therapeuten ist, ob Sympathie vorhanden ist und sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen lässt. Die ersten Sitzungen sind für das Kennenlernen, die Diagnose und für die Planung der Therapie gedacht. Sie werden von der Krankenkasse übernommen und dienen auch dazu, herauszufinden, ob „die Chemie“ stimmt. Ist dies nicht der Fall, sollte der Mut aufgebracht werden, einen anderen Psychotherapeuten zu suchen.

Tipps zur Psychotherapeutensuche

Auf der Suche nach einem Therapeuten, kann ggf. der behandelnde Hautarzt eine Empfehlung geben. Darüber hinaus bieten unterschiedliche Institutionen im Internet eine Psychotherapeutensuche an.

  • Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bietet eine Arztsuche nach Bundesländern unterteilt, über die auch nach ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten gesucht werden kann.
    www.kbv.de
  • Eine Suchfunktion für psychologische Psychotherapeuten gibt es auf der Seite der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung.
    www.dptv.de
  • Die Wartezeiten bei Psychotherapeuten können sehr lang sein. Die Terminservicestellen der kassenärztlichen Vereinigungen helfen dabei, so schnell wie möglich einen Termin beim Psychotherapeuten zu erhalten.
    www.kbv.de

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Schmerzen bei Acne inversa

Erstellt in Zusammenarbeit mit Dr. Boris Bauer, Hautarzt, Hassfurt
Schmerzen zählen zu den häufigsten Symptomen der Acne inversa (Akne inversa) und auch zu den quälendsten. Stechend, bohrend, pochend, anhaltend oder wiederkehrend: Der Schmerz kann ganz unterschiedliche Gesichter und verschiedene Ursachen haben. Da Schmerzen die Lebensqualität wesentlich einschränken, ist es wichtig, sie gezielt zu behandeln. Für eine passende Therapie muss die genaue Ursache gefunden und alle Faktoren berücksichtigt werden, die Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerz haben.

Wie entsteht Schmerz bei Acne inversa?

Durch die Entzündung der Haut bei Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) werden Botenstoffe freigesetzt. Sie geben Signale an feine Nervenenden, die Schmerzantennen im Körper. Dadurch werden weitere Stoffe, sogenannte Schmerzmediatoren, ausgeschüttet. Sie machen die Schmerzantennen noch empfindlicher. Die Signale werden über Nervenstränge an das Rückenmark und dann ans Gehirn weitergeleitet. Dort wird der Schmerzreiz ausgewertet und das Schmerzempfinden ausgelöst.

Akuter oder chronischer Schmerz bei Acne inversa

Es gibt akute und chronische Schmerzen bei Acne inversa. Akuter Schmerz entsteht, wenn sich neue Knoten oder Abszesse in der Haut bilden. Die Entzündung selbst, aber auch die Dehnung der Haut durch den Knoten lösen Schmerzreize aus. Viele Menschen mit Acne inversa haben jedoch auch einen dauerhaften chronischen Grundschmerz. Er entsteht durch eine Fehlfunktion der Nerven: Die Entzündung ist zwar abgeklungen, es wird trotzdem ein Schmerzsignal weitergeleitet. Auch eine ausgeprägte Narbenbildung kann chronischen Schmerz verursachen.

Einfluss der Psyche auf Schmerzen

Die Psyche hat einen großen Einfluss auf Schmerzen. Stress, Ängste, Belastungen oder gar eine Depression können die Wahrnehmung von Schmerzen verstärken. Andersherum können auch Schmerzen die Psyche belasten und zu Stress oder einer Depression führen. Bei der Behandlung von Schmerzen ist es daher entscheidend, die psychische Seite zu berücksichtigen. Gezielt für Stressbewältigung und Entspannung zu sorgen beeinflusst die Schmerzwahrnehmung positiv. Sollte es zu einer Depression kommen, ist es auch im Rahmen der Schmerztherapie wichtig, diese zu behandeln.

Schmerzen behandeln: ganzheitlich und interdisziplinär

Eine Behandlung von Schmerzen bei Acne inversa wird immer individuell ausgewählt. Sie richtet sich nach der Art und Ursache der Schmerzen sowie den persönlichen Bedürfnissen. Oft werden unterschiedliche Therapien kombiniert. Der behandelnde Hautarzt weiß, welche Behandlung die passende ist. In vielen Fällen ist es sinnvoll, neben dem Hautarzt weitere Fachärzte in die Behandlung einzubinden, etwa einen Schmerztherapeuten, einen Psychiater oder einen (Dermato-)Chirurgen. Generell kann sowohl die Schmerzquelle behandelt als auch Einfluss auf die Wahrnehmung des Schmerzes genommen werden:

  • Für die Behandlung von Schmerzen, die durch eine Entzündung verursacht werden, ist es wichtig, die Entzündung medikamentös zu kontrollieren.
  • Schmerzmedikamente helfen bei akuten Schmerzen. Es gibt sie mit unterschiedlichen Wirkstärken und -mechanismen. Der behandelnde Arzt weiß, welches Mittel in welcher Dosierung das passende ist.
  • Eine schnelle Linderung akuter Schmerzen, die durch Knoten oder Abszesse entstehen, kann mit einer Operation (Abszessspaltung) erreicht werden.
  • Insbesondere bei chronischen Schmerzen muss auch die Psyche berücksichtigt werden. Neben gezielten Entspannungstechniken kann eine psychotherapeutische Behandlung bei der Schmerzbewältigung unterstützen. Medikamente gegen Depression helfen in bestimmten Situationen auch gegen Schmerzen.

Tipps zum Schmerzmanagement bei Acne inversa

  • Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf Ihre Schmerzen an. Beschreiben Sie, welche Einschränkungen Sie dadurch haben. Schmerzen stehen nicht immer im Fokus der Behandlung. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie herausfinden, welche Therapie Ihnen helfen kann.
  • Seien Sie offen für eine psychosoziale Mitbehandlung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Schmerztherapie.
  • Tragen Sie weite Kleidung, die nicht an den entzündeten Hautstellen reibt und so den Schmerz weiter fördert. Auch andere Aspekte Ihres Lebensstils können die Acne inversa positiv beeinflussen und dadurch auch Auswirkungen auf Schmerzen haben.
  • Bitte keine Selbstmedikation: Nicht alle Schmerzmittel sind für jede Art von Schmerz geeignet. Es müssen auch mögliche Nebenwirkungen beachtet werden oder die Auswirkung auf Begleiterkrankungen. Der behandelnde Arzt kann beraten, welche Schmerzmittel im individuellen Fall empfehlenswert sind.
  • Erlernen Sie eine Entspannungstechnik. Progressive Muskelentspannung, Yoga, autogenes Training oder Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) sind Beispiele dafür. Eine gute Stressbewältigung wappnet Sie auch für den Umgang mit Schmerzen.
  • Suchen Sie den Austausch in der Selbsthilfe. Egal ob in einer Selbsthilfegruppe oder in einem Forum im Internet – der Erfahrungsaustausch gibt positive Impulse für die Krankheitsbewältigung und kann so auch beim Schmerzmanagement unterstützen.

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Wundpflege bei Acne inversa

Erstellt in Zusammenarbeit mit Dr. med. Andreas Pinter, Hautarzt, Uniklinik Frankfurt am Main
Operationen sind eine der häufigen Behandlungsmethoden bei Acne inversa (Akne inversa). Wenn Ihnen Ihr Arzt einen operativen Eingriff empfiehlt, ist es wichtig, dass Sie sich schon im Vorfeld genau über alle Aspekte des Eingriffs informieren. Wichtige Fragen sind zum Beispiel: Welche Operationsart ist geplant? Welcher Wundverschluss soll angewendet werden? Wie lange wird der Heilungsprozess voraussichtlich dauern? Wie wird die Wundversorgung vonstattengehen? Je besser Sie Bescheid wissen, wie die Operation abläuft und was vorher und im Anschluss daran passiert, desto besser können Sie die Entscheidung mittragen und selbst ein gutes Ergebnis unterstützen.

Die richtige Wundbehandlung für den Behandlungserfolg

Nach einer Operation tragen Sie selbst mit einer gewissenhaften Wundpflege entscheidend zum erfolgreichen Ergebnis des Eingriffs bei. Wie die Wundpflege im Einzelnen durchgeführt wird und was dabei wichtig ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Von der Operationsmethode
  • Von der Art des Wundverschlusses
  • An welcher Körperstelle sich die Wunde befindet
  • Wie groß die Wunde ist

Eine sorgfältige und regelmäßige Wundpflege ist bis zur vollständigen Heilung notwendig. Auch wenn der Heilungsprozess fortgeschritten ist, sorgen Sie mit gründlicher Wundpflege dafür, dass Infektionen oder andere Komplikationen möglichst vermieden werden. Mit Geduld und Ausdauer können Sie so das Operationsergebnis unterstützen. Stimmen Sie die Wundpflege genau mit dem behandelnden Arzt ab.

Wundversorgung – was gehört dazu?

  1. In der Regel wird der Wundverband täglich gewechselt. In besonderen Situationen, etwa wenn Sie stark an der Verbandsstelle schwitzen, kann dies auch häufiger notwendig werden.
  2. Eine ausreichende und korrekte Desinfektion der Wunden sowie eine saubere Arbeitsweise beugt möglichen Infektionen der Wunden vor.
  3. Bereiten Sie jeden Verbandswechsel gut vor. Legen Sie sich alle Utensilien, die Sie benötigen, griffbereit zurecht, etwa Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel.
  4. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen jemand hilft, wenn Sie selbst die zu versorgende Stelle nicht gut erreichen können.

Gut informiert: Ansprechpartner für die Wundpflege

Sie sind der Hauptverantwortliche für Ihre tägliche Wundpflege, daher sollten Sie keine Fragen dazu offen lassen. Je sicherer Sie im Umgang mit der Wunde sind, desto leichter wird Ihnen die Versorgung fallen. Der wichtigste Ansprechpartner für alle Fragen zur Wundversorgung ist Ihr Arzt. Auch das Pflegepersonal kann Sie unterstützen. Nach der Operation im Krankenhaus wird Ihnen genau gezeigt, wie die Wundpflege funktioniert und was Sie ganz speziell in Ihrem Fall beachten sollten. Sie werden dort auch unterstützt, die Wundpflege nach der Krankenhausentlassung zu organisieren. Es kann geklärt werden, ob Ihr Hausarzt in die Wundversorgung eingebunden wird. Die Wunde ist an einer Körperstelle, die Sie selbst nicht erreichen können? Wenn es für Sie schwierig ist, die Wundpflege allein durchzuführen, kann ein ambulanter Pflegedienst zur Unterstützung engagiert werden.

Wundmanagement: Tipps für den Alltag

Manchmal ist es notwendig, dass Sie während der Wundheilung bestimmte Dinge im täglichen Leben ändern, um den Heilungsprozess nicht zu stören. Was das sein kann, ist sehr unterschiedlich. Kann die Wunde durch Schweiß beim Sport gereizt werden? Kann bei der Gartenarbeit Schmutz in die Wunde gelangen? Passen Sie bei Bedarf Ihre Lebensweise für die Dauer der Wundheilung an. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie sich unsicher sind. Ist alles gut verheilt, kann der Alltag möglichst ohne Einschränkungen weitergehen.

Die tägliche Wundpflege ist wichtig, regelmäßige Kontrollen durch Ihren Arzt auch. Nehmen Sie die vereinbarten Kontrolltermine wahr. So kann Ihr Arzt Ihnen frühzeitig Hinweise geben, wenn an der Wundpflege etwas geändert werden sollte.

Mit der richtigen Pflege verläuft die Wundheilung in der Regel wie gewünscht. Trotzdem kann es in einigen Fällen zu einer Infektion kommen. Je früher diese erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Achten Sie daher auf Anzeichen einer Infektion:

  • Neue Schmerzen an der Wunde, die vorher nicht da waren
  • Starkes Nässen, ggf. auch Eiterbildung
  • Starke Rötung der Wunde
  • Starke Schwellung der Wunde

Stellen Sie bei sich solche Veränderungen fest, zögern Sie nicht und gehen Sie noch am selben Tag zum Arzt. Er kann beurteilen, ob es sich um eine Infektion handelt und diese, wenn notwendig, behandeln.

Nicht nur die Wunde selbst muss gepflegt werden, auch den Wundrand sollten Sie nicht vernachlässigen. Er sollte stets sauber sein und auch Kleberückstände sollten gründlich entfernt werden. Sie lassen sich z. B. mit einem Wattestäbchen oder Taschentuch, das mit ein wenig Desinfektionsmittel getränkt ist, vorsichtig lösen. Nutzen Sie Desinfektionsmittel eher großzügig, lassen Sie es lange genug einwirken, kleben Sie erst danach den Verband wieder auf. Sie vertragen den Kleber vom Verband nicht gut? Nutzen Sie einen Wundrandschutz. Er wird auf den Wundrand aufgetragen und bildet einen schützenden Film. Wundrandschutz bzw. Hautschutz erhalten Sie z. B. als Spray in der Apotheke.

Bei größeren Wunden kann eine Wunddehnung wichtig sein, um die vollständige Beweglichkeit – etwa eines Arms oder Beins – zu gewährleisten und auch Schmerzen zu verhindern. Wenn eine Wunddehnung bei Ihnen notwendig ist, wird Ihnen im Krankenhaus genau gezeigt, wie Sie diese durchführen sollen. Vernachlässigen Sie die Wunddehnung nicht und seien Sie nicht zu zögerlich beim Ausführen der Bewegungen. Auch wenn der Vorgang zunächst etwas unangenehm sein kann, sorgen Sie langfristig dafür, dass Sie später keine Einschränkungen Ihrer Beweglichkeit haben.

Nach der Operation wachsen die Haare um die Wunde herum nach. An den Wundrändern sollten Sie diese vorsichtig mit einem Einmalrasierer entfernen, sobald Sie die ersten neuen Härchen bemerken. Decken Sie dabei die Wunde, etwa mit einem Stück Mull (Gaze) ab, damit keine der abrasierten Stoppeln in die Wunde geraten.

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Rauchen und Acne inversa

Erstellt in Zusammenarbeit mit Dr. Christoph B. Kröger, Diplom Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, München
Rauchen schadet der Gesundheit – das weiß jeder! Mit Acne inversa (Akne inversa) gibt es jedoch noch weitere gute Gründe, einen Rauchstopp in Angriff zu nehmen. Der Zusammenhang zwischen Rauchen und der Krankheit ist noch nicht abschließend geklärt. Tatsache ist jedoch, dass 75 bis 85 % der Menschen mit Acne inversa zur Zigarette greifen. Darüber hinaus ist bekannt, dass Rauchen zu den Risikofaktoren gehört und erneute Schübe fördern kann.

Nikotin – unerwünschte Wirkung

Es wird vermutet, dass Nikotin Veränderungen an den Drüsen der Haarfollikel – dem Ort, an dem Acne inversa entsteht – verursacht. Darüber hinaus siedeln sich durch das Rauchen mehr Bakterien des Typs Staphylococcus aureus auf der Haut an. Das Bakterium hat einen ungünstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Auch die Wundheilung kann durch das Rauchen verschlechtert werden. Der blaue Dunst hat also einen schlechten Einfluss auf die Erkrankung. Vielleicht fühlen Sie sich mit Acne inversa manchmal hilflos oder der Krankheit ausgeliefert. Als Raucher mit Acne inversa haben Sie die Möglichkeit, durch einen Rauchstopp selbst etwas zu tun, um die Krankheit positiv zu beeinflussen.

Viele Vorteile durch ein rauchfreies Leben

Wenn Sie Acne inversa haben und das Rauchen aufgeben,

  • tragen Sie selbst aktiv etwas dazu bei, um positiv auf die Krankheit einzuwirken;
  • senken Sie das allgemeine Gesundheitsrisiko;
  • verbessern Sie Ihre Lebensqualität und Ihr allgemeines Wohlbefinden.

Rauchstopp: raus aus der Abhängigkeit

Wenn Sie sich mit der Raucherentwöhnung beschäftigen, ist das bereits der erste Schritt zum Aufhören. Beim Abschied von den Zigaretten kommt es darauf an, dass Sie selbst die Initiative ergreifen. Was den Rauchstopp so schwer macht, ist die Abhängigkeit. Sie besteht körperlich und psychisch. Mit jedem Zug an der Zigarette gelangt Nikotin innerhalb weniger Sekunden in die Blutbahn und so auch ins Hirn. Nikotin dockt dort an Empfänger von Nervenzellen an und Botenstoffe werden ausgeschüttet. Sie signalisieren Glücks- und Belohnungsgefühle. Die Wirkung hält jedoch nicht lange an, der Körper verlangt nach mehr. Die körperliche Abhängigkeit ist da. Wird ihr nicht nachgegeben, kann es zu Entzugserscheinungen kommen: wie zum Beispiel Gereiztheit, Unruhe oder Schlafstörungen. Diese sind jedoch nach 2 bis 4 Wochen überstanden.

Gleichzeitig lernt der Körper, dass ihm mit dem Griff zur Zigarette etwas „Gutes“ widerfährt. Bestimmte Situationen oder Tätigkeiten werden direkt mit dem Rauchen verknüpft. Das kann Kaffeetrinken sein, eine Stresssituation oder die Belohnung nach getaner Arbeit. Es kommt zur Gewöhnung. Mit der Zeit wecken diese Situationen ein Rauchverlangen. Das ist die psychische Abhängigkeit. Bei der Entwöhnung ist es wichtig, sich auf die Situationen vorzubereiten, in denen das Rauchverlangen besonders groß wird, und alternative Strategien zu entwickeln.

Bereiten Sie sich gut vor – tappen Sie nicht in die Raucherfalle

Wann ist Ihr Rauchverlangen besonders groß? Finden Sie heraus, wie Ihre Rauchgewohnheiten sind. Dafür notieren Sie sich, wann Sie rauchen, zu welchem Anlass und wie wichtig Ihnen die jeweilige Zigarette ist. Auf diese Weise werden Sie Ihre typischen Risikosituationen erkennen. Nun können Sie sich überlegen, welche Alternativen es für Sie zur Zigarette gibt. Hier haben wir Ihnen ein paar Beispiele zusammengestellt.

Gefahrensituation Alternative
In Geselligkeit, mit Freunden Den Freunden vom Rauchstopp erzählen
Beim Warten Etwas zum Lesen dabeihaben
Nach dem Essen Einen Spaziergang machen
Beim Telefonieren Etwas auf einen Block kritzeln
Bei Stress Tief durchatmen, Entspannungsübung machen
Bei Ärger oder Wut Den Raum kurz verlassen, um auf andere Gedanken zu kommen

Wege weg vom Rauchen: Sie können es schaffen!

Die wichtigste Voraussetzung dafür, endlich dauerhaft die Finger von den Zigaretten zu lassen, ist die eigene Motivation. Doch Sie stehen nicht allein da: Suchen Sie sich Unterstützung für Ihre Ausstiegspläne. Informieren Sie sich. Melden Sie sich zu einem Kurs an. Lassen Sie sich beraten – von Ihrem Arzt oder an einem Beratungstelefon. Je besser Sie vorbereitet sind, desto höher sind Ihre Erfolgschancen. Wenn Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, setzen Sie sich einen Termin und werden Sie aktiv.

Tipps zur Raucherentwöhnung

Wenden Sie sich an eine telefonische Beratung, wenn Sie Fragen zur Raucherentwöhnung haben oder auch wenn Sie Gefahr laufen, rückfällig zu werden. Das Beratungstelefon zum Nichtrauchen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist unter der kostenfreien Nummer 0800 – 8 31 31 31 erreichbar (Mo bis Do von 10.00 bis 22.00 Uhr, Fr bis So von 10.00 bis 18.00 Uhr).

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, welche Unterstützung aufhörwilligen Rauchern geboten wird. Einige Kassen bieten Programme zur Entwöhnung an. Oft werden auch die Kosten für Kurse übernommen.

Ein Kurs ist oft eine wirksame Unterstützung für die Entwöhnung. Sie werden für den Ausstieg motiviert, können Ihr Rauchverhalten reflektieren und sich für den Rauchstopp wappnen – gemeinsam mit anderen Aufhörwilligen. Kurse in Ihrer Nähe finden Sie unter www.anbieter-raucherberatung.de oder www.rauchfrei-programm.de.

Die Liste von Vorteilen des Nichtrauchens ist lang. Welche Aspekte sind für Sie persönlich ganz besonders wichtig? Legen Sie los und schreiben Sie Ihre Liste der guten Gründe für ein rauchfreies Leben. Führen Sie sich Ihre Gründe während der Entwöhnung immer wieder vor Augen.

Auf Ihrer Notfallkarte notieren Sie Notfallstrategien, damit Sie diese in Situationen griffbereit haben, in denen das Rauchverlangen übermächtig zu werden scheint. Beispiele: Ich verlasse die Situation; ich rufe eine bestimmte Person an; ich mache mir klar, es geht vorbei, und warte 5 Minuten.

Sie wollten aufhören und sind rückfällig geworden? Die meisten Raucher benötigen mehrere Versuche, um es zu schaffen. Das ist also kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil: Nehmen Sie die Situation zum Anlass, um festzustellen, wo die Schwachstelle lag und wie Sie diese beim nächsten Mal vermeiden können.


Rauchstopp – jetzt geht’s los!

  • Legen Sie ein Rauchstoppdatum fest und treffen Sie alle Vorbereitungen.
  • Verbannen Sie alle Rauchutensilien aus Ihrem Umfeld, wenn es losgeht.
  • Verdeutlichen Sie sich immer wieder, welche Vorteile das Aufhören für Sie hat.
  • Achten Sie auf die positiven Veränderungen, die Sie schon nach kurzer Zeit bei sich selbst feststellen.
  • Bitten Sie Ihre Mitmenschen um Nachsicht, wenn Sie in den ersten Tagen etwas gereizt sind.
  • Meiden Sie in den ersten Tagen andere Raucher und auch Alkohol.
  • Tun Sie sich bewusst etwas Gutes, sorgen Sie für Entspannung.

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Sozialrecht: Ihre Ansprechpartner

Acne inversa hält im Alltag so manche Herausforderung bereit. Auch die Arbeitsfähigkeit kann beeinflusst werden. Zudem kann es zu einer finanziellen Mehrbelastung kommen, etwa durch Rezeptgebühren oder weil Hilfs- bzw. Verbandsmittel angeschafft werden müssen. In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass Menschen bei einer übermäßigen finanziellen Belastung durch eine Erkrankung einen Ausgleich erhalten. Darüber hinaus ist es Ziel des Sozialrechts, eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Möglichkeiten einer Unterstützung sind vielfältig. Es gibt zum Beispiel Hilfen bei der beruflichen Integration. Der Status einer Schwerbehinderung ist mit bestimmten Rechten verknüpft. In anderen Fällen kann eine Erwerbsminderungsrente greifen. Dabei handelt es sich nicht um besondere Vorteile, die jemand bekommt, sondern um den notwendigen Ausgleich eines Nachteils, der durch eine Erkrankung verursacht wird.

Mit Acne inversa die eigenen Rechte kennen

Mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung wie Acne inversa ist es daher wichtig, die eigenen Rechte zu kennen. Nur so ist es möglich, die Unterstützung in Anspruch zu nehmen, die einem individuell zusteht. Es ist jedoch nicht immer ganz leicht zu durchschauen, wer bei den unterschiedlichen Stellen, Ämtern, Kostenträgern und Institutionen zuständig ist und Auskunft geben kann. Hier finden Sie eine Auswahl der unterschiedlichen Ansprechpartner im Sozialrecht – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne juristisch bindend zu sein. Die Übersicht kann Ihnen eine erste Orientierung geben.

Anlaufstellen und Ansprechpartner

Der Betriebsarzt verfügt über spezielles Wissen in der Arbeits- und Betriebsmedizin. Jeder Betrieb ab einem Mitarbeiter ist gesetzlich verpflichtet, einen Betriebsarzt zur Verfügung zu stellen.

Aufgaben:

  • Beratung zur behindertengerechten Einrichtung des Arbeitsplatzes
  • Beratung bei Veränderung von Arbeitsabläufen oder Arbeitszeiten
  • Beratung zu arbeitsmedizinischen Fragen
  • Unterstützung, wenn wegen der Erkrankung ein neuer Arbeitsplatz innerhalb des Betriebs gefunden werden soll

Er ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Betrieben und kann in Unternehmen mit mindestens fünf ständigen Mitarbeitern gewählt werden.

Aufgaben:

  • Förderung der Einstellung schwerbehinderter oder schutzbedürftiger Personen (auch bei gesundheitlicher Beeinträchtigung ohne Schwerbehinderung)
  • Unterstützung bei der Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze
  • Ansprechpartner bei Kündigungsfragen

Sie kümmert sich als Behörde um die Arbeitsvermittlung, -beratung sowie -förderung und ist in den Agenturen und Geschäftsstellen in ganz Deutschland vor Ort erreichbar.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Berufliche Rehabilitation
  • Unterstützung bei krankheitsbedingten Problemen am Arbeitsplatz
  • Antrag auf Gleichstellung (bei einem Grad der Behinderung von mindestens 30)
  • Finanzielle Zuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes

Kontakt:
www.arbeitsagentur.de
Tel.: 0800 – 4 55 55 00 (kostenfrei)

Der größte Rentenversicherer bietet zahlreiche Beratungsstellen vor Ort.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Berufliche Rehabilitation
  • Erwerbsminderungsrente
  • Medizinische Rehabilitation
  • Vorgezogene Altersrente (für Menschen mit Schwerbehinderung, Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit)

Kontakt:
www.deutsche-rentenversicherung.de
Tel.: 0800 – 10 00 48 00 (kostenfrei)

Seine Aufgabe ist die Eingliederung von Menschen mit Schwerbehinderung ins Arbeitsleben.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Finanzielle Zuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • Unterstützung bei krankheitsbedingten Problemen am Arbeitsplatz
  • Muss bei Kündigungen von Arbeitnehmern mit Schwerbehinderung zustimmen
  • Beratung zur beruflichen Wiedereingliederung

Kontakt:
Verzeichnis der Integrationsämter in allen Bundesländern auf www.integrationsaemter.de unter „Kontakt“.

Sie ist Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Bei Privatversicherten können sich einzelne Leistungen unterscheiden.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Medizinische Rehabilitation
  • Krankengeld
  • Antrag auf Herabstufung der Belastungsobergrenze für Zuzahlungen zur medizinischen Versorgung bei chronischer Erkrankung

Sie berät unabhängig davon, welches Amt oder welche Institution für die Umsetzung einer Rehabilitation zuständig ist.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Beratung zur beruflichen und medizinischen Rehabilitation
  • Abstimmung der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Ansprechpartner bei der Rehabilitation

Kontakt:
Verzeichnis aller Reha-Servicestellen unter www.reha-servicestellen.de

Sie ist die Interessenvertretung von Menschen mit Schwerbehinderung und Gleichgestellten in Betrieben oder Dienststellen. Ihre Wahl ist bei mindestens fünf Festangestellten mit Schwerbehinderung bzw. Gleichgestellten gesetzlich vorgesehen.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Förderung der Eingliederung von Menschen mit Schwerbehinderung und Gleichgestellten
  • Beratung zu Fragen der Integration
  • Unterstützung bei Problemen in Bezug auf Schwerbehinderung am Arbeitsplatz
  • Beantragung von Maßnahmen für Menschen mit Schwerbehinderung bei den zuständigen Stellen

Gerichtliche Instanz für alle Angelegenheiten des Sozialrechts

Die Versorgungsämter bzw. nach Landesrecht zuständigen Versorgungsbehörden sind für Bereiche der sozialen Sicherung zuständig, darunter auch die Schwerbehinderung.

Aufgaben und Zuständigkeiten:

  • Feststellung einer Schwerbehinderung
  • Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises

Kontakt:
Verzeichnis aller Versorgungsämter in Deutschland auf www.integrationsaemter.de unter „Kontakt“

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  • Titel der Broschüre Ansprechpartner und Anlaufstellen: chronisch-entzündlichen Erkrankungen
    Ansprechpartner und Anlaufstellen: chronisch-entzündlichen Erkrankungen
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