Wie erkenne ich Acne inversa

Bei Acne inversa können die Beschwerden abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sehr unterschiedlich sein und in unterschiedlichen Körperbereichen auftreten.

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Die Diagnose ist schwierig und die Symptome müssen vom Hautarzt richtig gedeutet werden

Bis zur Diagnose von Acne inversa kann unter Umständen viel Zeit vergehen. Ein frühzeitiges Erkennen ist relativ schwierig, weil zu Beginn die Verwechslungsgefahr mit anderen Abszessen oder herkömmlicher Akne sehr groß ist. Abhängig vom Schweregrad können die Beschwerden sehr verschieden sein. Betroffen sind insbesondere Körperbereiche mit vielen Haarwurzeln und Schweißdrüsen oder Stellen an Körperfalten, wo die Haut aneinanderreibt, wie unter den Achseln und an der Brust, an den Leisten, im Genital- und Afterbereich sowie am Gesäß.

Verschiedene Schweregrade und unterschiedlicher Verlauf

Acne inversa kann verschieden stark ausgeprägt sein und sich mit der Zeit unterschiedlich entwickeln. Bei einigen Menschen mit Acne inversa kommt es zu Veränderungen einzelner Hautbereiche und der Bildung von schmerzhaften erbsengroßen Knoten. In anderen Fällen kehren die Hautveränderungen immer wieder oder treten an mehreren Körperstellen auf und es bilden sich Abszesse. Kommt es zu wiederholten oder anhaltenden Entzündungen eines Hautbereichs, können Fisteln oder Narben an den betroffenen Stellen entstehen. Mit einer frühen Diagnose und einer angemessenen Behandlung kann es gelingen, dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken.

Generell wird Acne inversa in drei Schweregrade eingeteilt: leicht, moderat und schwer. An der Schwere orientiert sich unter anderem die Wahl der individuell passenden Behandlung. In der Medizin gibt es sogenannte Scores, Messsysteme anhand von Punktwerten, mit denen sich der Schweregrad einer Erkrankung bestimmen lässt. Für Acne inversa gibt es zum Beispiel den sogenannten IHS4 (International Hidradenitis Suppurativa Severity Score System = Internationales Punktesystem für den Schweregrad der Acne inversa). Die Messmethode wurde von europäischen Experten in einem umfassenden Konsensverfahren entwickelt und hat sich in Studien als zuverlässig erwiesen. Für die Berechnung des IHS4 werden die Art und die Anzahl der Hautveränderungen gezählt. Für jeden entzündlichen Knoten wird 1 Punkt, für jeden Abszess werden 2 Punkte und für jede Fistel 4 Punkte vergeben. Die Summe der Punkte ergibt den Schweregrad:

  • 1 bis 3 Punkte: leichte Acne inversa
  • 4 bis 10 Punkte: moderate Acne inversa
  • 11 oder mehr Punkte: schwere Acne inversa

Acne inversa und mögliche Begleiterkrankungen

Obwohl Hautveränderungen die auffälligsten Merkmale sind, kann Acne inversa als entzündliche Erkrankung den ganzen Körper betreffen und darüber hinaus zahlreiche Begleiterkrankungen mit sich bringen. Wichtig für Sie als Patient ist es daher zu wissen, dass auch Beschwerden an völlig anderen Organen mit Acne inversa in Verbindung stehen können. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere für Erkrankungen, die mit einer Fehlregulation des Immunsystems zusammenhängen.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule und des Kreuz-Darmbein-Gelenks (axiale Spondyloarthritis)
  • Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung)
  • Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung)
  • Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung)
  • Metabolisches Syndrom
  • Erhöhtes Hautkrebsrisiko durch die langfristigen Hautveränderungen
  • Depressionen

Wichtig ist, dass Sie sämtliche Begleiterkrankungen von einem Facharzt (z. B. Rheumatologen oder Internisten) behandeln lassen, der über Ihre Acne inversa informiert ist.

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Es kommt auf die richtige
Diagnostik an

Der Hautarzt (Dermatologe) ist der richtige Ansprechpartner für die Diagnose und Behandlung der Acne inversa. Darüber hinaus sollten Sie alle Ihre behandelnden Ärzte über die Acne inversa informieren, um eine optimale medizinische Betreuung zu gewährleisten und Begleiterkrankungen frühzeitig und besser zu erkennen. Gerade zu Beginn kann Acne inversa einfachen Abszessen, schwerer herkömmlicher Akne oder einer Entzündung des äußeren Anteils des Haarbalgs (Follikulitis) ähneln. Eine frühe Diagnose und angemessene Behandlung sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Acne inversa bestmöglich zu kontrollieren und eine generelle Verschlechterung Ihres Gesundheitszustandes zu verhindern.

Was können Sie selbst zur Diagnostik beitragen?

Als Patient können Sie eine schnellere Diagnose unterstützen, indem Sie zum einen Ihre Beschwerden exakt dokumentieren und diese Ihrem Arzt mitteilen. Zum anderen sollten Sie stets proaktiv und gut vorbereitet in die Arztgespräche gehen und Ihrem Arzt während der Behandlung kontinuierlich Rückmeldung über Behandlungserfolge bzw. -misserfolge geben. Teilen Sie ihm auch sofort mit, wenn Sie spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist, Sie sich schlechter oder unwohl fühlen.

Einen Leitfaden für das Diagnosegespräch mit Ihrem Hautarzt finden Sie hier.

Das Arztgespräch und die Untersuchungen

In einem ausführlichen Gespräch erfragt Ihr Hautarzt zunächst Ihre Krankengeschichte, Ihre Beschwerden und die Familienanamnese, das heißt, ob Familienangehörige auch an Acne inversa erkrankt sind oder ob andere (Vor-) Erkrankungen vorliegen. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird dann nach typischen Hautveränderungen wie Knoten, Abszessen oder Fisteln gesucht und festgestellt, ob die für Acne inversa typischen Körperbereiche betroffen sind. Leider gibt es keinen bestimmten Laborwert, mit dem Acne inversa eindeutig nachgewiesen werden kann. Einige Blutwerte geben jedoch Anhaltspunkte für eine Entzündung, wie z. B. eine erhöhte Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP) oder eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG). Darüber hinaus kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder Magnetresonanztomografie (MRT) Aufschluss geben, wie tief sich die Abszesse oder Fisteln in der Haut bereits ausgedehnt haben.

Der Krankheitsverlauf ist von Patient zu Patient unterschiedlich

Wie sich eine Acne inversa mit der Zeit entwickelt, wie viele Körperbereiche betroffen sind und wie stark mögliche Begleiterkrankungen auftreten, ist sehr individuell und kann nicht vorhergesagt werden. Da es eine chronische Erkrankung ist, treten in vielen Fällen die Beschwerden nach einer ersten Behandlung erneut auf und müssen weiter behandelt werden. Unabhängig vom Schweregrad Ihrer Acne inversa sollte in jedem Fall eine angemessene Behandlung erfolgen, um einer Verschlechterung Ihres gesamten Gesundheitszustandes rechtzeitig entgegenzuwirken.

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