Wie wird Acne inversa behandelt

Acne inversa ist eine chronische Krankheit. Durch unterschiedliche Therapieformen, eine entsprechende Wundversorgung und eine gesunde Lebensführung können Sie die Beschwerden jedoch wirksam und langfristig kontrollieren.

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Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für eine individuelle Therapie

Acne inversa ist eine chronische Krankheit und darüber hinaus nach heutigem Kenntnisstand nicht heilbar. Es stehen jedoch unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, mit denen eine deutliche Verminderung der Beschwerden möglich ist. Eine wirksame, frühzeitige und kontinuierliche Behandlung kann die Schmerzen lindern, den Hautveränderungen entgegenwirken und neue Schübe verhindern. Ebenso können die körperlichen und psychosozialen Folgen der Krankheit wie Minderwertigkeitsgefühle, Ausgrenzungsängste oder sogar Depressionen vermindert werden. Darüber hinaus kann auch der Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Narbenbildung entgegengewirkt werden.

Welche Therapieform für Sie persönlich die richtige ist, hängt in erster Linie vom Verlauf und der Aktivität Ihrer Erkrankung ab. Das Ziel einer erfolgreichen Behandlung ist es, Ihnen ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen und Ihre Lebensqualität langfristig sicherzustellen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine optimale Behandlung ist individuell auf den Patienten, den Schweregrad der Acne inversa, die Beschwerden und die persönlichen Lebensumstände abgestimmt. Ihr Arzt orientiert sich bei der Behandlung an Leitlinien, die basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt werden. Zu den typischen Behandlungsformen zählen z. B. Medikamente, wie Antibiotika oder schmerzlindernde Salben, die innerlich oder äußerlich angewendet werden können. Darüber hinaus kann sogar ein operativer Eingriff erforderlich sein, der bei Acne inversa jedoch einen sensiblen Wundheilungsprozess nach sich ziehen kann. Alle Therapieformen können auch ergänzend eingesetzt werden – in manchen Fällen auch mit einer begleitenden psychologischen Unterstützung. Ein zusätzlicher Aspekt ist eine Veränderung des Lebensstils, da dieser sich positiv auf die Erkrankung und das allgemeine Wohlbefinden des Patienten auswirken kann.

Die medikamentöse Therapie

Um Bakterien zu bekämpfen, die sich im Bereich von Hautveränderungen ansiedeln können, werden Antibiotika eingesetzt. Bestimmte Antibiotika beeinflussen zusätzlich auch die Entzündung und verhindern eine Verschlechterung des Hautzustandes. Antibiotika werden bei leichten Formen der Erkrankung zum einen äußerlich als Lotion verwendet und können zum anderen begleitend zu anderen Medikamenten bzw. einer Operation in oraler Form – bei allen Schweregraden der Erkrankung – eingesetzt werden.

Bei mittelschweren bis schweren Ausprägungen von Acne inversa kann auch ein spezielles Biologikum eingesetzt werden, das unter die Haut gespritzt wird (subkutan). Dieses biotechnologisch hergestellte Medikament unterdrückt das Immunsystem und greift gezielt in die fehlgeleitete Reaktion der körpereigenen Abwehr ein. Es blockiert bestimmte Botenstoffe, die eine Entzündung auslösen bzw. fördern, unterbricht damit den Entzündungsprozess und ermöglicht es, die Erkrankung langfristig zu kontrollieren.

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von originalen Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten herkömmlicher, chemischer Arzneimittel (Generika), sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln diesem lediglich. Biologika und Biosimilars werden mit Hilfe von Zellen hergestellt. Da für Biosimilars andere Zellen verwendet werden als für die ursprünglichen Biologika, weicht der Herstellungsprozess ab. Aus diesem Grund können sich auch die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil eines Biosimilars von dem des Original-Biologikums unterscheiden. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Operative Eingriffe

Wenn die medikamentöse Therapie bei Acne inversa nicht zum Erfolg führt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Diese kann auch zeitgleich mit einer medikamentösen Therapie erfolgen. Bei einer Operation können unterschiedliche chirurgische Techniken angewendet werden, je nachdem, welcher Körperbereich betroffen ist und welche Beschwerden vorliegen. Bei der vielfältig diskutierten Option Abszessspaltung wird z. B. der Abszess geöffnet, um den Eiter abfließen zu lassen und die Schmerzen damit kurzfristig zu lindern. Durch eine Abdeckelung (Deroofing) kann ein Abszess operativ abgedeckt und entleert werden, ohne dass damit ein Heilungsprozess der betroffenen Hautstelle erreicht wird. Bei der Exzision hingegen wird das betroffene Gewebe operativ entfernt, zum Teil auch großflächig, um das Risiko eines Wiederauftretens zu reduzieren.

Aber mit einer Operation allein ist es nicht getan. Die darauffolgende Wundheilungsphase spielt eine ebenso wichtige Rolle. Dauer und Art der Wundheilung ergeben sich aus der Größe des entfernten Gewebebereichs und es können wenige Wochen bis mehrere Monate bis zur vollständigen Abheilung vergehen. In dieser Zeit kann durch eine optimale Wundversorgung eine Infektion vermieden und der Wundheilungsprozess beschleunigt werden.

Begleitende psychologische Unterstützung

Acne inversa kann nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastend sein. Die unangenehmen Hautveränderungen, Schmerzen und die Geruchsentwicklung können Ihre Lebensqualität einschränken und Schamgefühle hervorrufen. Bei manchen Patienten wird das Leben zunehmend von der Erkrankung und ihren psychischen Beeinträchtigungen sowie von Ängsten oder sogar Depressionen bestimmt. In diesen Fällen ist es empfehelnswert, mit psychologischer Unterstützung oder in einer Psychotherapie positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln. Ebenso sollten sich Patienten mit psychischen Problemen überlegen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Die Gespräche und der Austausch mit anderen Betroffenen können auch eine gute Hilfestellung sein, um besser mit der Krankheit umzugehen und mit ihr zu leben.

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Informationen und Tipps zur Wundpflege

Eine sorgfältige und regelmäßige Wundpflege ist bis zur vollständigen Heilung notwendig. Bei einem operativen Eingriff sollten Sie sich bereits im Vorfeld genau über den Wundverschluss und den Heilungsprozess informieren. Denn mit richtiger und gewissenhafter Wundpflege können Sie selbst einen wichtigen Teil zum Behandlungserfolg beitragen. Die Wundpflege hängt von der Operationsmethode, der Art des Wundverschlusses, der Größe der Wunde und der jeweiligen Körperstelle ab. Auch wenn der Heilungsprozess schon fortgeschritten ist, können Sie mit einer gründlichen Pflege dafür sorgen, dass Infektionen oder andere Komplikationen möglichst vermieden werden. Ihr Arzt erklärt Ihnen gerne, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Die wichtigsten Tipps für die Wundheilung

  • Vermeiden Sie sportliche oder körperlich anstrengende Aktivitäten, um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen.
  • Achten Sie auf „Alarmsignale“ einer möglichen Infektion wie Schmerzen, starkes Nässen, Eiterbildung oder starke Rötung und gehen Sie in diesen Fällen sofort zum Arzt.
  • Pflegen Sie auch den Wundrand. Dieser sollte stets sauber und auch frei von Verunreinigungen, wie z. B. durch Kleberückstände von Pflastern sein.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Wunddehnung, um die vollständige Beweglichkeit, z. B. von den Armen und Beinen, zu gewährleisten und Schmerzen zu vermeiden.
  • Lassen Sie keine Haare einwachsen und entfernen Sie an den Wundrändern nachwachsende Haare vorsichtig mit einem Haarschneidegerät, wobei die Wunde mit Mull (Gaze) abgedeckt werden sollte.
  • Der Wundverband muss nicht zwingend täglich gewechselt werden, sondern nur so oft wie nötig. Wenn Sie an der Verbandsstelle stark schwitzen, sollte der Verband entsprechend häufig gewechselt werden.
  • Sorgen Sie für eine sorgfältige Desinfektion der Wunden und achten Sie auf eine saubere Arbeitsweise, um möglichen Infektionen vorzubeugen.
  • Bereiten Sie jeden Verbandswechsel gut vor, halten Sie alle Utensilien wie Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel parat.
  • Wenn Sie eine Wunde selbst nicht gut erreichen, nehmen Sie die Hilfe einer anderen Person in Anspruch.

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Wichtige Informationen zur Ernährung bei Acne inversa

Die Ernährung zählt zwar nicht zu den Ursachen von Acne inversa, sie kann jedoch indirekt eine chronisch-entzündliche Erkrankung beeinflussen. Daher sollten Sie als Patient auf eine ausgewogene und bewusste Ernährung achten.

Bestimmte Lebensmittel können sich ungünstig auf Acne inversa auswirken

Schnell verfügbare Kohlenhydrate, wie sie z. B. in Weißmehlprodukten oder zuckerhaltigen Lebensmitteln enthalten sind, lassen den Blutzuckerspiegel stark ansteigen, woraufhin viel Insulin ausgeschüttet wird, das chronische Entzündungsprozesse fördert und sich damit ungünstig auf Acne inversa auswirken kann. Ebenso können bestimmte tierische Fettsäuren auf das Entzündungsgeschehen im Körper Einfluss nehmen, wie beispielsweise die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, die dafür sorgt, dass entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet werden. Auch auf Nachtschattengewächse wie beispielsweise Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, oder Paprika sollten Acne inversa-Patienten wenn möglich verzichten. Omega-3-Fettsäuren, wie sie z. B. in fettem Seefisch enthalten sind, wirken sich dagegen günstig auf Entzündungen aus.

Eine Acne-inversa-Diät gibt es nicht

Für Menschen mit Acne inversa ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, um sich langfristig etwas Gutes zu tun. Denn bei einer entzündlichen Hauterkrankung schlummert im Körper eine Entzündung, die an der Haut sichtbar wird und sich auch in anderen Begleiterkrankungen zeigen kann. Da auch der Lebensstil Einfluss auf die Erkrankung hat, kann sich z. B. Übergewicht oder auch Alkoholkonsum ungünstig auf den Erkrankungsverlauf auswirken. Daher stehen auch die Ernährungsgewohnheiten in engem Zusammenhang mit der Acne inversa. Mit einer ausgewogenen, abwechslungsreichen und gesunden Ernährung haben Sie als Patient jedoch die Möglichkeit, die Risiken von Begleiterkrankungen zu senken und selbst aktiv etwas für Ihr Wohlbefinden zu tun.

Rundum gesunder Genuss mit einer ausgewogenen Ernährung

Eine wichtige Regel vorweg: Verbieten ist verboten! Eine ausgewogene und gesunde Ernährung hat nichts mit Verzicht oder Verboten zu tun. Vielmehr geht es darum, den eigenen Speiseplan bewusst zu gestalten und die ganze Vielfalt der angebotenen Lebensmittel voll auszukosten. So können Sie Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen und gleichzeitig genussvoll essen. Ein erster wichtiger Schritt ist dabei zu wissen, was Sie essen und was Sie brauchen.

Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Wie sich der Bedarf an unterschiedlichen Lebensmitteln zusammensetzt, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) im DGE-Ernährungskreis zusammengefasst.

Der DGE-Ernährungskreis teilt Lebensmittel in sieben Gruppen ein. Die unterschiedlichen Segmente verdeutlichen, wie groß der Anteil der verschiedenen Lebensmittel bei einer vollwertigen Ernährung sein sollte: Je größer das Feld im DGE-Ernährungskreis, desto öfter darf man Lebensmittel aus diesem Bereich wählen. Diese Empfehlungen gelten auch für Ihre Ernährung bei Acne inversa.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe besonders empfehlenswerter Lebensmittel bei Acne inversa:

  • Vollkornprodukte (in Maßen)
  • Gemüse (empfohlen sind täglich mindestens 3 bis 4 Portionen, jedoch keine Nachtschattengewächse)
  • Zuckerarmes Obst (empfohlen sind täglich 1 bis 2 Portionen, z. B.
    Beerenfrüchte, Zitrusfrüchte, Kiwis oder Aprikosen)
  • Omega-3-Fettsäuren in pflanzlichen Ölen, wie Olivenöl, Rapsöl oder Leinöl
  • Nüsse und Ölsaaten, wie Walnüsse oder Leinsamen
  • Fettreiche Seefische wie z. B. Lachs, Hering oder Makrele (empfohlen sind 1- bis 2-mal pro Woche)
  • Fettarme Milchprodukte (empfohlen sind täglich 2 bis 3 Portionen)

Ebenso gibt es Lebensmittel, die bei Acne inversa nicht zu empfehlen sind, wie z. B.:

  • Zucker- bzw. kohlenhydratreiche Lebensmittel mit starker Blutzuckerwirkung wie Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, gesüßte Getränke, Smoothies und Säfte, Obst im Übermaß oder Trockenfrüchte
  • Tierische Fette, die einen hohen Anteil an Arachidonsäure haben, wie z. B. fettreiches Schweine- oder Geflügelfleisch, Schweineschmalz, Eier oder Innereien
  • Alkohol

Generell sollten Sie bei Acne inversa auf häufige Zwischenmahlzeiten und Pausensnacks verzichten, da diese den Blutzuckerspiegel jeweils ansteigen lassen können und damit die Insulinausschüttung sowie den Entzündungsprozess fördern.

Auch Übergewicht kann den Verlauf von Acne inversa negativ beeinflussen

Durch eine vermehrte Schweißbildung und Reibung in den Hautfalten durch Übergewicht kann die betroffene Haut gereizt werden. Hinzu kommt, dass bestimmte Zellen im Fettgewebe vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen, die die Erkrankung fördern können. Und Übergewicht erhöht das Risiko für bestimmte Begleiterkrankungen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was tun bei Übergewicht?

Wenn Sie als Acne inversa-Patient unter Übergewicht leiden, sollten Sie eine langfristige Ernährungsumstellung in Betracht ziehen – in Verbindung mit regelmäßiger und für Sie adäquater Bewegung. Vermeiden Sie kurzfristige oder einseitige Diäten, die einen Jo-Jo-Effekt zur Folge haben und bei denen nach erfolgreicher Gewichtsabnahme die alten Kilos zurück- und neue dazukommen. Sie können sich für die Gewichtsabnahme auch professionelle Unterstützung, z. B. bei Ihrer Krankenkasse, suchen. Diese bietet entweder selbst Abnehmprogramme an oder kann einen Zuschuss zu entsprechenden Kursen vor Ort geben.

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