5. Januar 2026
Parkinson-Therapie: Ein Auf und Ab der Tablettenwirkung muss niemand hinnehmen
Sie nehmen regelmäßig Ihre Parkinson-Tabletten und erleben trotzdem über den Tag Phasen mit Beschwerden? Die Medizin spricht von Wirkschwankungen, wenn die orale Therapie die Symptome mal besser, mal schlechter in Schach hält. Sie treten vor allem bei einer fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit auf. Im Alltag können sie sehr belastend sein.
Wie können sich Wirkschwankungen äußern?
Wenn die Wirkung der ersten Tagesdosis einsetzt, sind Tätigkeiten wie das Anziehen oder Handgriffe in der Küche wie gewohnt möglich. Auch der Gang in die Stadt, die Bankkarte aus dem Portemonnaie fischen, auf dem Rückweg mit der Nachbarin plaudern – kein Problem (ON-Phase). Doch noch vor der nächsten regulären Dosis beobachten viele Betroffene eine Verschlechterung ihrer Beweglichkeit. Vielleicht werden ihre Schritte kleiner und es dauert länger, die Jacke zuzuknöpfen. Auch Auffälligkeiten wie Konzentrationsprobleme sind möglich (Off-Phase). Erst nach einer weiteren Tabletteneinnahme kommt wieder alles „in Schwung“.
Wenn es kurz nach Einnahme des Parkinson-Medikaments zu unkontrollierten Bewegungen insbesondere der Arme und Beine kommt, äußern sich die Wirkschwankungen in einer sogenannten Überbeweglichkeit. Feinmotorische Tätigkeiten wie Zähne putzen oder eine normale Fortbewegung sind in dieser Phase so gut wie nicht möglich.
Die Ursache: Veränderungen im Dopaminhaushalt
Die Ursache für diese Wirkschwankungen sind Veränderungen im Dopaminhaushalt. Im gesunden Organismus können bestimmte Nervenzellen im Gehirn den für flüssige Körperbewegungen benötigten Botenstoff Dopamin herstellen, speichern und langsam wieder abgeben. Die Parkinson-Krankheit ist geprägt durch einen fortschreitenden Verlust Dopamin produzierender Zellen.
Das führt dazu, dass der Dopaminspiegel nicht immer ausgeglichen ist. Einige Jahre kann er mit einem über Tabletten zugeführten Wirkstoff stabilisiert werden. Irgendwann können die Zellen das Ersatzdopamin aber nicht mehr so gut speichern. Es „flutet“ nach der Einnahme an und wird relativ schnell wieder abgebaut. Der anfängliche Überschuss kann die beschriebene Überbeweglichkeit hervorrufen. Kommt es nach einer Phase mit guter Wirkung zu einem Mangel an Dopamin, nimmt die Beweglichkeit ab.
Krankheitsbedingt kann es zudem zu Schluckstörungen (Dysphagie) oder zu einer verlangsamten Magenentleerung (Gastroparese) kommen. Beides kann ebenfalls dazu beitragen, dass die Wirkstoffe der Parkinson-Tabletten verzögert in den Körper gelangen und Wirkschwankungen auftreten.
Mehr Tabletten, weniger Planbarkeit
Das Auf und Ab der Medikamentenwirkung mindert die Lebensqualität: Betroffene müssen immer öfter am Tag Parkinson-Medikamente einnehmen, weil sich die Zeitfenster bzw. Phasen mit guter Wirkung verkleinern. Helfen die Tabletten trotz pünktlicher Einnahme weniger verlässlich, lassen sich zudem die Tage schlechter planen. Womöglich verzichtet jemand aus Angst, ihre Wirkung könnte zu früh nachlassen, sogar auf Aktivitäten oder Geselligkeit.
Wirkschwankungen muss niemand hinnehmen
Stößt die orale Parkinson-Therapie an Grenzen, sind eine Medikamentenpumpe oder die tiefe Hirnstimulation weitere Behandlungsoptionen. Auf www.parkinson-check.de finden Sie Informationen zu diesen nicht-oralen Therapieformen und einen Selbsttest, der Ihnen Hinweise zur Wirksamkeit Ihrer aktuellen Therapie liefert. Sprechen Sie Wirkschwankungen auch im Arztgespräch an. Eine Änderung der Therapiestrategie kann dazu beitragen, Ihre Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu verbessern.



