2. März 2026
Schlaf und Parkinson-Krankheit: Wenn Träume Wirklichkeit werden

Thorsten wacht aus dem Tiefschlaf auf und blickt in das besorgte Gesicht seiner Frau, die sich über ihn beugt. Er habe im Schlaf laut gerufen und wild um sich geschlagen, sagt sie. Aus Angst, von einem seiner Boxhiebe getroffen zu werden, habe sie ihn wachgerüttelt. Langsam zu sich kommend kann Thorsten sich erinnern, dass ihm im Traum ein Mann auf offener Straße sein Portemonnaie aus der Hand reißen wollte. Aber von Schreien und Hieben im Schlaf hat er nichts mitbekommen.
Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung
Was das Ehepaar sich nicht erklären kann, ist in der Medizin als REM-Schlaf-Verhaltensstörung bekannt. REM kürzt den englischen Begriff Rapid Eye Movement ab, der sich mit „schnelle Augenbewegungen“ übersetzen lässt. Im REM-Schlaf finden die Träume statt. Normalerweise liegt der Körper still da, selbst wenn vor dem inneren Auge sehr turbulente Traumsequenzen ablaufen. Ein bestimmter Bereich im Gehirn sorgt dafür, dass die Muskulatur währenddessen vollkommen schlaff ist. Das bewahrt Schlafende davor, ihre Träume körperlich auszuleben. Bei der REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist dieser Mechanismus beeinträchtigt. Die Betroffenen träumen zudem oft intensiv und von Flucht- oder Angriffsszenen.
Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit
Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung steht häufig im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit. Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung* tritt sie bei 16 bis 47 Prozent der Parkinson-Betroffenen auf. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Erwiesen ist jedoch, dass sie schon früh auftreten und somit ein Vorbote der Parkinson-Erkrankung sein kann.
Im Arzttermin offen ansprechen
Die nächtlichen Eskapaden können Betroffene und den neben ihnen schlafenden Menschen sehr belasten. Für beide ist der Schlaf gestört, vielen sind die nächtlichen „Ausrutscher“ peinlich. Das kann dazu führen, dass sie das Thema im Arztgespräch vermeiden. Doch Offenheit und Ehrlichkeit sind wichtig, um Lösungen zu finden. Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung kann mit Medikamenten behandelt werden. Gegebenenfalls kann auch eine Anpassung der Parkinson-Therapie angezeigt sein.
Viele Parkinson-Betroffene schlafen schlecht
Die Parkinson-Krankheit kann zu einer Reihe weiterer Schlafstörungen führen. Einer von AbbVie unterstützten Umfrage der PD Avengers zufolge** haben 96 Prozent der Betroffenen Probleme . Sie können in Art und Ausprägung können sehr unterschiedlich sein. Manche Beschwerden treten schon früh im Krankheitsverlauf auf. Andere zeigen sich erst später und nehmen mit fortschreitender Erkrankung zu. Allgemeine Informationen zu Schlafstörungen bei der Parkinson-Krankheit und Tipps für bessere Nächte bietet unsere Parkour-Ausgabe zum Schwerpunktthema Schlaf. Sprechen Sie über Ihre individuellen Schlafprobleme in jedem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
* https://hirnstiftung.org/erkrankung/rem-schlaf-verhaltensstoerung/
** Die PD Avengers sind ein weltweiter Zusammenschluss von Betroffenen, Angehörigen, Ärztinnen und Ärzten. Zwischen März und Mai 2024 befragte das Bündnis 1.248 Betroffene und 286 Angehörige, Ärztinnen und Ärzte zu Aspekten rund um das Thema „Schlaf bei Parkinson“.



